22.02.2014, 09.57 Uhr

Vorzeitiger Samenerguss?: Seite 2: Die wichtigsten Fragen der Anrufer im Überblick

Hat ein vorzeitiger Samenerguss körperliche oder psychische Ursachen?

Dr. Robert Frese: Beinahe jeder Mann wird schon einmal einen vorzeitigen Samenerguss erlebt haben oder gelegentlich erleben. Das ist völlig normal und hat viel mit der Umgebung, Stimmung und Anspannung in der jeweiligen Situation zu tun – insoweit sind auch psychische Ursachen nicht selten. Zum Problem kann es werden, wenn ein vorzeitiger Samenerguss immer oder bei fast allen sexuellen Kontakten auftritt. Wir wissen heute, dass sich eine Ejaculatio praecox – kurz EP – bei der Mehrzahl der Betroffenen bereits mit den ersten sexuellen Kontakten einstellt und lebenslang fortsetzt. Als Ursache wird eine anlagebedingte Veränderung des Ejakulationsreflexes angenommen, für den im Nervensystem der Botenstoff Serotonin eine wichtige Rolle spielt. Es liegt daher tatsächlich eine führende körperliche Ursache vor.

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Ich habe erst seit etwa einem Jahr das Problem, sehr früh zum Höhepunkt zu kommen. Kann das eine vorübergehende Erscheinung sein?

Dr. Viola Kürbitz: Möglicherweise, aber das bedarf auf jeden Fall der ärztlichen Abklärung, denn dahinter kann sich eine andere Erkrankung verbergen. Unter Umständen tritt ein vorzeitiger Höhepunkt aber auch situativ auf oder er kann Partner-abhängig sein. Mein dringender Rat: Schildern Sie Ihrem Hausarzt oder einem Urologen die Situation, um Klarheit zu schaffen.

Kann eine Therapie den vorzeitigen Samenerguss verzögern helfen?

Dr. Viola Kürbitz: Wenn Sexualtherapie und medikamentöse Therapie auf die Situation des Patienten abgestimmt sind, kann eine EP erfolgreich behandelt werden. Erfolgreich bedeutet, dass zum einen der Leidensdruck der Betroffenen sinkt, zum anderen die Kontrolle über den Ejakulationsreflex verbessert werden kann. Eine Chance dafür gibt es aber nur, wenn der Betroffene den ersten Schritt macht: zum Haus- oder Facharzt gehen und das Problem ansprechen. Erst dann kann eine Diagnose sicher gestellt und gemeinsam über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Kann man die Kontrolle über den Samenerguss wieder erlernen?

Dr. Robert Frese: Die meisten Männer können das Problem des vorzeitigen Samenergusses in den Griff bekommen, jedoch kaum ohne die Hilfe eines Spezialisten. Der erste Schritt sollte dabei unbedingt ein offenes Gespräch mit der Partnerin sein, um ihre Erwartungen abzugleichen und zu wissen, ob und wie stark sie die Situation belastet. Wenn das Problem zu zweit nicht zu lösen ist, sollte ein Gespräch mit einem Urologen oder, je nach Problemlage, auch mit einem Psychotherapeuten gesucht werden. Verhaltenstechniken zum Erlernen einer besseren Kontrolle des Ejakulationsreflexes wie die Stopp-Start- oder die Squeeze-Technik können zumindest als Unterstützung hilfreich sein. Diese Übungen eignen sich aber am besten für stabile Partnerschaften, da die Frau ihren Partner unterstützen muss, damit sich ein Erfolg einstellt.

Können betäubende Salben helfen? Oder spürt man dann gar nichts mehr?

Dr. Robert Frese: Betäubende Cremes, Gele oder Sprays als Hilfsmittel zur Kontrolle des Samenergusses werden auch freiverkäuflich angeboten. Diese sollen die Eichel leicht betäuben und damit die Erregbarkeit herabsetzen. Allerdings können sich diese beim Geschlechtsverkehr auf die Partnerin übertragen, so dass sie beim Sex kaum noch etwas spürt, oder das eigene Empfinden kann zu deutlich herabgesetzt werden. Eine partnerinnenfreundlichere Variante sind spezielle Kondome, die nur innen mit einem leichten Betäubungsgel benetzt sind, da so ausgeschlossen wird, dass der Wirkstoff mit der Scheide in Berührung kommt. Ob dem Patienten und seiner Partnerin diese Methoden zusagen, kann aber einfach ausprobiert werden.

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