13.04.2020, 07.21 Uhr

Joe Exotic: Polygamie, Auftragsmord und Co.! Das bizarre Leben des Tiger Kings

"Großkatzen und ihre Raubtiere" Bild: Netflix

Von news.de-Redakteurin Anika Bube

Mord, Chaos und Wahnsinn: Ein Drehbuch-Autor hätte sich die bizarre Geschichte um den "Tiger King" nicht besser ausdenken können. Hochdramatische Charaktere, ein bizarres Setting und eine absolut groteske Handlung - Mit der True-Crime-Doku "Tiger King: Murder, Mayhem and Madness" (deutscher Titel: "Großkatzen und ihre Raubtiere") gelang Netflix eine Trashperle, die an Absurdität kaum zu überbieten ist.

"Tiger King" auf Netflix: True-Crime-Serie über schwulen Zoobetreiber Joe Exotic

Die Serie erzählt, wie der exzentrische Zoobetreiber Joseph Maldonado-Passage (57), besser bekannt als Joe Exotic, wegen Tierquälerei und versuchtem Auftragsmord an seiner Erzfeindin, der vermeintlichen Tierschützerin Carole Baskin, schließlich hinter Gitter landet. Doch seine Geschichte bildet nur den Rahmen für ein schrilles Kuriositätenkabinett. "Tiger King" entlarvt die Intrigen, Machenschaften und Abgründe privater Zooparks in den USA.

In den Netflix-Charts schoss die True-Crime-Serie "Tiger King" sofort auf Platz 1. Das Internet ist vom Protagonist Joe Exotic förmlich besessen. Der blondierte Vokuhilaträger ist ein lebendiges Meme. Innerlich zerrissen wissen Zuschauer nicht, ob sie den selbst ernannten "Tiger King" hassen oder bemitleiden sollen. Dabei beginnt seine Geschichte tragisch.

Missbrauch, Suizid-Versuch und Familiendrama: So wuchs Joe Exotic auf

Joe Exotic wurde am 5. März 1963 im US-Bundesstaat Kansas geboren und wuchs dort auf einer Farm auf. Mit gerade einmal fünf Jahren wurde er Opfer eines sexuellen Übergriffs. Ein älterer Junge vergewaltigte ihn. Als seine Familie nach Texas zog, nimmt das Drama seinen weiteren Lauf. Als eines seiner Geschwister ihn vor seiner Familie outet, will er sich umbringen. Er rast mit einem Auto von einer Brücke. Er überlebte.

Seine erste Zoohandlung eröffnete Joe Exotic 1986 mit seinem Bruder Garold. 1997 veräußerte Joe Exotic den Laden jedoch wieder, da sein Bruder bei einem Autounfall ums Leben kam. Gemeinsam mit seinen Eltern kaufte er daraufhin eine Farm in Oklahoma und gründete dort zwei Jahre nach dem Tod seines Bruders den Garold Wayne Exotic Animal Memorial Park. Zwei von Garolds Haustieren waren die ersten Bewohner des Tierparks. 2000 kaufte Joe Exotic die ersten Großkatzen. Bis zu seiner Verurteilung 2019 soll er zeitweise knapp 225 Raubkatzen in seinem Zoo gehabt haben.

Polygamie am Limit! Joe Exotic und seine 5 Männer

Doch Exotic sammelte nicht nur leidenschaftlich gern Raubkatzen, sondern auch Liebschaften. Maldonado-Passage steht zu seiner Homosexualität und zelebriert sie ausgiebig. Sein erster Ehemann, Brian Rhyne, starb 2001 an den Folgen von HIV. Danach hatte er eine Beziehung zum Eventmanager JC Hartpence. Diese verschlechterte sich jedoch aufgrund seiner Drogen- und Alkoholsucht. Beide trennten sich als Joe Exotic damit drohte, ihn zu töten und an seine Tiger zu verfüttern.

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Während ihrer Arbeit im Zoo fing Joe Exotic ein Verhältnis mit den Männern John Finlay undTravis Maldonado an. Die drei feierten Anfang 2014 sogar eine Dreier-Hochzeit. Doch eigentlich waren seine beiden "Ehemänner" heterosexuell. So schwängerte Finlay die Empfangsdame des Zoos undMaldonado hatte auf dem Zoogelände regelmäßig Sex mit mehreren Frauen. Maldonado starb 2017 bei einem bizarren Schusswaffen-Unfall. Seit Dezember 2017 ist Joe Exotic offiziell mit Dillon Passage verheiratet.

Laut Aussagen von TV-Produzent Rick Kirkham soll Joe Exotic sogar ein Frau gehabt haben. Thematisiert wird das in der Netflix-Doku allerdings nicht. Angeblich soll Joe mit ihr sogar einen Sohn haben. Ein Statement vom Tiger King gibt es dazu jedoch nicht.

"Here Kitty Kitty!" Joe Exotic als Countrystar

Ein besonders skurriler Doku-Momente ist die Offenbarung, dass Joe Exotic leidenschaftlicher Country-Sänger ist. Er veröffentlichte mehrere Alben und drehte Musikvideos. Doch der Tiger King schrieb weder die Texte, noch sang er selbst.Besonders verrückt: Die denkwürdigen Aufnahmen sind im Internet verewigt. Sein erfolgreichster Song ist vermutlich der Diss-Track "Here Kitty Kitty" von 2015, mit dem er seine Erzfeindin Carole Baskin beschuldigt, ihren Ehemann ermordet und an ihre Großkatzen verfüttert zu haben.

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Joe Exotic for President! Die kurze Polit-Karriere des "Tiger Kings"

Joe Exotic hegte jedoch nicht nur Leidenschaft für Großkatzen, gescheiterten Existenzen und Country-Musik, sondern er versuchte sich auch als Politiker. Er kandidierte zweimal für ein öffentliches Amt. Jedoch erfolglos. 2016 wollte er sogar Präsident der Vereinigten Staaten werden und 2018 schraubte er sein Ziel etwas herunter und versuchte es als Gouverneur von Oklahoma.

Dafür setzte er offenbar auch Hilfe von Prominenten. "Hey. Thanks for the follow. I'm running for Governor of Oklahoma and trying to speak for the real people for a change and get some people help with addiction in this State that no one cares about. Would you endorse me? Not asking for money. Just to use your name as an endorsement", soll Joe Exotic denSchock-Rocker Marilyn Manson gefragt haben. Seine knappe Antwort: "Nope. Don't Fuck With Cats."

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Netflix kündigt Fortsetzung von "Großkatzen und ihre Raubtiere" an

Seit dem 20. März 2020 läuft "Tiger King: Murder, Mayhem and Madness" bei Netflix. Nun hat der Streaminggigant sogar angekündigt, dass es am 12.04.2020 eine Zusatzfolge geben wird. Außerdem gibt es Spekulationen über eine zweite Staffel. Angeblich ist sogar eine Verfilmung geplant. Während sich Joe Exotic wünscht, dass Brad Pitt ihn spielen soll, soll angeblich Orlando Bloom im Gespräch sein. Wir dürfen gespannt sein, wie Netflix den ersten sieben Episoden noch die Krone aufsetzen will. Die Messlatte liegt hoch - oder eher tief.

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bua/sba/news.de
Themen: Netflix, Tiger