08.04.2020, 08.48 Uhr

Boris Johnson an Covid-19 erkrankt: Nach starken Symptomen! Britischer Premier in "stabilem Zustand"

Boris Johnson muss nicht beatmet werden

Boris Johnson muss nicht beatmet werden Bild: Alexandros Michailidis/ shutterstock.com/spot on news

Der britische Premierminister Boris Johnson wird wegen seiner Covid-19-Erkrankung jetzt auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt. Politiker aus aller Welt wünschten ihm noch in der Nacht zum Dienstag eine schnelle Genesung.

Boris Johnson Zustand aktuell wegen Coronavirus-Infektion

Der Gesundheitszustand von Johnson auf der Intensivstation hat sich nach Regierungsangaben stabilisiert. Der 55-Jährige musste auch nicht an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden, wie sein Sprecher am Dienstag in London mitteilte. Dem Premierminister werde zwar Sauerstoff zugeführt, aber er "atmet selbstständig ohne jegliche Unterstützung". Johnson habe auch keine Lungenentzündung, berichtete der Sprecher.

Boris Johnson auf Intensivstation: Britischer Premierminister kämpft gegen Coronavirus-Infektion

Boris Johnson habe Außenminister Dominic Raab (46) damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, teilte eine Regierungssprecherin am Montagabend mit.

"Der Premierminister ist in hervorragenden Händen und dankt allen Mitarbeitern des (Gesundheitsdiensts) NHS für ihre harte Arbeit und ihr Engagement", heißt es weiter in der offiziellen Mitteilung. Queen Elizabeth II. (93) wurde über die Lage informiert. Nach Medienberichten ist Johnson bei Bewusstsein.

Erkrankter Boris Johnson von Außenminister Dominic Raab vertreten

Raabs erste Amtshandlung als Premier-Vertreter wird am Dienstag die Leitung der täglichen Corona-Videokonferenz des "Kriegs-Kabinetts" sein, berichtete die Agentur PA. Bei der Bekämpfung des Virus wolle er sich an die von Johnson vorgegebene Linie halten, hieß es. Raabs Ambitionen, das Land zu regieren, dürfte am Dienstag in Erfüllung gehen, "vorübergehend und nicht unter den Umständen, die er erhofft hat", schrieb PA. Die "Times" bezeichnete Raab als "de facto-Premierminister" seit Montagabend. Da es keinen festen Stellvertreter für den britischen Premier gibt, entscheidet dieser selbst, wer ihn vertritt.

Boris Johnson mit Coronavirus infiziert - Zustand hat sich verschlechtert

Am 27. März war bekannt geworden, dass Johnson an Covid-19 erkrankt ist, seine Amtsgeschäfte erledigte er unter Quarantäne von seiner Dienstwohnung in Downing Street No. 10 aus weiter. Weil sich seine Symptome aber nicht besserten, wurde er am Sonntag (5. März) ins staatliche St. Thomas' Krankenhaus nahe des Parlaments gebracht. Der Zustand des 55-Jährigen hatte sich im Laufe des Montagnachmittags aber plötzlich derart verschlechtert, dass ihn die Ärzte am Abend auf die Intensivstation verlegten. Weiter heißt es, der Politiker sei bei Bewusstsein und brauche derzeit kein Beatmungsgerät.

Sein Büro ließ mitteilen, dass der Premierminister auf Anraten seines Arztes "lediglich als Vorsichtsmaßnahme und für weitere Tests" eingewiesen worden war. In einem Twitter-Video am Freitag verriet ein sichtlich erschöpfter Boris Johnson, dass er immer noch an hohem Fieber leide.

Boris Johnsons Zustand nach Coronavirus-Infekt verschlechtert - Gerüchte über künstliche Beatmung

Nach Angaben eines Regierungssprechers litt der Premierminister unter Fieber und Husten. Einige britische Medien schrieben hingegen von einer schweren Erkrankung der Lunge; Johnson wurde demnach schon beatmet. Außenminister Raab vertrat ihn bereits auf einer Sitzung.

Noch Anfang März hatte der Premierminister damit geprahlt, dass er Menschen in einem Krankenhaus, darunter Covid-19-Patienten, die Hände geschüttelt habe. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals.

Britischer Staatsminister: Boris Johnson nicht an Beatmungsgerät

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine erste Nacht auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses überstanden. Johnson musste nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, wie Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Radiosender LBC sagte. Er habe zwar Sauerstoffunterstützung bekommen, "aber er war nicht an einem Beatmungsgerät".

Boris Johnson auf Intensivstation: Politiker aus aller Welt senden Genesungswünsche

Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte dem Premierminister viel Kraft und gute Besserung. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich bestürzt über die Nachrichten aus London. "Es war einfach so schockierend zu sehen", sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Sie wissen, was das bedeutet, Intensivpflege ist eine große Sache in Bezug auf das, worüber wir sprechen. Das ist eine sehr große Sache, eine sehr beängstigende Sache."

Trump sagte auch, man habe Johnsons Ärzten Unterstützung angeboten. "Wir werden sehen, ob wir helfen können." Er deutete an, dass es um die Behandlung mit Medikamenten geht, die noch nicht für die Behandlung einer Erkrankung mit dem Coronavirus zugelassen sind.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wünschten dem Regierungschef via Twitter eine schnelle Genesung. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schrieb: "Viel Kraft, Boris, und werde bald gesund." Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon twitterte: "Meine Gedanken sind beim Premierminister und bei seiner Familie." Der britische Finanzminister Rishi Sunak teilte ebenfalls per Twitter mit, seine Gedanken seien bei Johnson und dessen schwangerer Freundin Carrie Symonds.

Boris Johnson ohne schwangere Freundin Carrie Symonds in der Klinik

Symonds verbrachte eine Woche lang mit Symptomen der Lungenkrankheit im Bett. Das Paar hatte Ende Februar seine Verlobung bekanntgegeben. Das Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Großbritannien kämpft gegen Coronavirus-Pandemie

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten nach britischen Medienberichten sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.

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loc/news.de/spot on news/dpa
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