14.01.2020, 14.18 Uhr

Jan Fedder ist tot: Große Trauer! "Großstadtrevier"-Star mit 64 Jahren gestorben

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Als Dirk Matthies aus dem "Großstadtrevier" wird Jan Fedder unvergessen bleiben Bild: imago images/Sven Simon/spot on news

Schauspieler Jan Fedder ist tot. Er starb im Alter von 64 Jahren in Hamburg, nur wenige Wochen vor seinem 65. Geburtstag. "Um 18.47 ist der Hamburger Ehrenkommissar Jan Fedder tot in seiner Wohnung gefunden worden", teilte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Jan Fedder ist tot: "Großstadtrevier"-Star an Krebs gestorben

Vor allem die TV-Vorabendserie "Großstadtrevier" hatte ihn bekanntgemacht: Seit 1992 war Jan Fedder in dem ARD-Dauerbrenner als Hamburger Polizist Dirk Matthies zu sehen. Auch für vier Siegfried-Lenz-Verfilmungen stand er vor der Kamera - für seine Darstellung in "Der Mann im Strom" erhielt er 2006 den Deutschen Fernsehpreis.

Jan Fedder gestorben: Diese Rollen machten ihn zum Publikumsliebling

Fedder war ein Kerl mit Kanten und auf Konventionen pfeifend, ein Raubein mit Charme. Vor allem einer, der sich nicht verbiegen ließ und sagte, was er dachte. Als er 2006 nach vielen Jahren im Einsatz als TV-Polizist seinen ersten und einzigen Deutschen Fernsehpreis bekam, erhielt er den nicht etwa als Serienstar, sondern für die Hauptrolle in "Der Mann im Strom". Einen arbeitslosen Taucher im Hamburger Hafen, der für einen Job seine Papiere fälscht, hatte er darin verkörpert. Fedders Kommentar bei der Preisverleihung auf der Bühne: "Und die Moral von der Geschicht': Mach einfach vier Wochen mal ein anderes Gesicht. Und dann, Alter, das ist kein Scheiß, kriegt du dafür den Deutschen Fernsehpreis."

In vier Verfilmungen von Siegfried-Lenz-Werken übernahm Fedder die Hauptrolle. In den 50er Jahren war Lenz (1926-2014) nach Hamburg gezogen - jene Zeit, in der der kleine Jan am Hafen aufwuchs. "Ich bin nicht nur echter Hamburger, ich bin echter St. Paulianer - das ist 'ne ganz besonders edle Rasse", hat Fedder seinen Kiez-Bullen Matthies, den er seit 1992 in Deutschlands bekanntestem TV-Polizeirevier spielte, mal erklären lassen. Die Verkörperung norddeutscher Charaktere - mal mehr, mal weniger Plattdeutsch schnackend - war sein Markenzeichen. "Volksschauspieler - mit Fug und Recht", nannte er sich selbst.

Jan Fedder: Unvergessen dank "Das Boot" und "Neues aus Büttenwarder"

Erst waren es kleine TV-Rollen, bis er 1981 fürs Kino in ein U-Boot stieg und zu Maat Pilgrim wurde: in Wolfgang Petersens Kinoerfolg "Das Boot". Viele aus jener legendären Leinwand-Crew machten danach Karriere, allen voran Jürgen Prochnow. Fedder aber blieb in der Heimat und drehte oft dort, wo "son büschen" Hamburger Slang gefragt war. In Hunderten Film- und Fernsehproduktionen wirkte er mit. Nicht nur sein Part im "Großstadtrevier" und als ebenfalls auf St. Pauli beheimateter "Hafenpastor" waren Paraderollen für ihn, auch die des bräsigen Bauern Brakelmann in der NDR-Serie "Neues aus Büttenwarder".

Angesiedelt ist das fiktive Dorf Büttenwarder in Schleswig-Holstein, wo Fedder im Kreis Steinburg auch einen Bauernhof bewohnte. Für Peter Heinrich Brix, Kollege und "Büttenwarder"-Bauernkumpel "Adsche", war Fedder ein "Gesamtkunstwerk". "Ich denke, man sollte ihn so nehmen wie er ist - und das ist 'ne ganze Menge", hatte Brix über ihn gesagt. Produzent Markus Trebitsch nannte ihn mal "die größte Symbiose aus einer ziemlich großen Klappe und einem großen Herzen". Und Drehbuchautor Norbert Eberlein betonte, Fedder habe "dieses Hauptdarsteller-Gen". "Wenn er in einer Szene drin ist, ist es eine Fedder-Szene."

Jan Fedder privat: Verstorbener Schauspieler hinterlässt Ehefrau Marion nach Krebs-Tod

Gleich mehrfach wurde Fedder von der Polizei zum Ehrenkommissar ernannt. Auf der Reeperbahn steht er als Wachsfigur im "Panoptikum", St. Pauli blieb auch immer sein Zuhause. Selbst in seiner Ehe mit Marion - das Paar heiratete 2000 im Michel - blieben getrennte Wohnungen wichtig. Seine Sammelwut mit allen möglichen alten Objekten konnte er auf dem Bauernhof ausleben. Zurückgezogen vom Filmset hatte sich der Schauspieler, der mit seiner knarzigen Stimme auch als Sänger auftrat, nur für Zwangspausen aus gesundheitlichen Gründen, erstmals 2012 wegen einer Krebstherapie. Immer wieder machte ihm seitdem seine Gesundheit zu schaffen, doch Fedder gab nicht auf.

Den Glauben an Gott habe er nicht verloren, aber seine Krankheiten hätten ihn daran zweifeln lassen, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur im Herbst 2016. "Das habe ich eigentlich nicht verdient. Ich bin ein grundehrlicher Mensch. Ich lüge nicht, ich habe noch nie jemanden beschissen, gar nix." Nur beim Thema Krankheiten habe er gelegentlich geschummelt. "So ziemlich alles mach ich - leider - mit mir selbst aus", erzählte er auch. "Viele Freunde habe ich nicht, nicht mehr so wie früher. Aber ich habe einen besten Freund und eine wundervolle Frau - die beiden helfen mir, sind immer für mich da."

Sich selbst nannte Fedder später oft ein "altes Zirkuspferd". "Ich kann zwar nicht mehr so hoch springen, aber im Kreis laufen kann ich immer noch", sagte er, als er trotz Krankheit wieder drehen konnte. Doch als im Herbst 2017 die 31. "Großstadtrevier"-Staffel anlief, war klar, dass das Aushängeschild Fedder nicht mehr in jeder Episode zu sehen ist. "Jetzt wünsche ich mir nur noch eine Tüte Gesundheit", hatte er ein Jahr zuvor noch im Interview gesagt und auf Besserung gehofft. "Auch wenn mir jemand die Treppe hochhelfen muss, eines Tages wird es bestimmt wieder besser", sagte er. "Nur wenn ich nicht mehr drehen darf, dann falle ich tot um. Dann ist es vorbei."

NDR-Intendant zum Tod von Jan Fedder: "Ich bin traurig"

Nach dem Tod des Schauspielers Jan Fedder ("Großstadtrevier") hat sich der NDR-Intendant Lutz Marmor betroffen gezeigt. "Ich bin traurig", sagte Marmor laut einer Mitteilung seines Senders vom Montagabend. "Jan Fedder war ein Norddeutscher durch und durch: ehrlich, echt, direkt, manchmal raubeinig, aber im Kern herzlich. Ein echter Volksschauspieler." Der NDR habe Fedder viel zu verdanken. "Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn geliebt. Der Tod dieses einzigartigen Schauspielers hinterlässt eine große Lücke." Er drückte Fedders Frau sein Mitgefühl aus.

Tschentscher würdigt Fedder: "Hamburger Original ist gestorben"

Nach dem Tod des Schauspielers Jan Fedder hat Hamburgs Erster Bürgermeister den TV-Star als eine der "beliebtesten Persönlichkeiten unserer Stadt" gewürdigt. "Traurige Nachricht zum Jahresende: ein Hamburger Original ist gestorben", sagte Peter Tschentscher (SPD) laut einer Mitteilung des Senats der Hansestadt vom Montagabend. "In Hamburg hat er sich durch sein Talent als Schauspieler und als Charaktertyp einen Namen gemacht, und hier werden wir ihn auch so in Erinnerung behalten."

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Alle 60 Episoden von "St. Pauli - Landungsbrücken" mit Jan Fedder gibt es hier

loc/news.de/spot on news/dpa
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