24.11.2019, 13.24 Uhr

Queen Elizabeth II: Kann sich die Königsfamilie von diesen Skandalen erholen?

2019 wird zum schlimmsten Jahr der britischen Monarchie

2019 wird zum schlimmsten Jahr der britischen Monarchie Bild: picture alliance/Str/epa/dpa

Eigentlich gilt 1992 als Tiefpunkt der britischen Monarchie. Prinz Andrew und seine Frau Herzogin Sarah trennten sich, kurze Zeit später wurde die Scheidung von Prinzessin Anne und Mark Phillips angekündigt. Doch damit nicht genug: Im November 1992 wütete ein schreckliches Feuer auf Windsor Castle und einen Monat später verkündeten auch noch Prinz Charles und Prinzessin Diana das Ende ihrer Ehe. Nicht umsonst beschrieb Queen Elizabeth 1992 als ihr "annus horribilis". Doch auch 2019 entpuppt sich als wahres Horror-Jahr für die Königin.

Prinz Philip baut Autounfall

Den Anfang machte der Horror-Unfall von Prinz Philip am 17. Januar. Der damals 97-Jährige saß selbst am Steuer seines Land Rovers, als er beim Abbiegen einen dunklen Kia übersah. Das andere Fahrzeug konnte nicht mehr ausweichen. Der Wagen mit zwei Frauen und einem Baby knallte mit voller Wucht in das Auto von Prinz Philip, der sich daraufhin überschlug. Während der Royal und der Säugling keine ernsten Verletzungen davontrugen, erlitt die Fahrerin des Kias Schnittverletzungen. Ihre Beifahrerin trug einen gebrochenen Arm davon. Schließlich gab Prinz Philip seinen Führerschein freiwillig ab.

Prinz William wird eine Affäre nachgesagt

Im April machten Affären-Gerüchte um Prinz William die Runde. Der Thronfolger soll Herzogin Kate angeblich während ihrer Schwangerschaft mit Prinz Louis betrogen haben. Ausgerechnet ihre frühere Freundin Rose Hanbury, Markgräfin von Cholmondeley soll seine Geliebte gewesen sein. Queen Elizabeth dürfte über diese Geschichte nicht gerade erfreut gewesen sein. Denn gerade Thronfolger Prinz William und seine Frau gelten als Zugpferde der Monarchie. Eine Scheidung der beiden könnte der Krone erheblichen Schaden zufügen. Doch danach sieht es nun wirklich nicht aus.

Die Spaltung der "Fab Four"

Ziemlich beste Freundinnen sind Meghan und Kate wohl wirklich nicht. Ob sie sich aber wirklich so hassen, wie britische Medien behaupten? Zumindest gab auch 2019 neue Nahrung für dieses Gerücht. Im März trennten Prinz Harry und seine Frau ihren königlichen Haushalt von William und Kate. Kurze Zeit später richteten die Sussexes auch noch ihren eigenen Instagram-Account ein.

Im Oktober deutete Prinz Harry Differenzen mit seinem Bruder an. "Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden", räumte der 35-Jährige ein. "Wir sehen uns weniger als früher, weil wir beide so beschäftigt sind. Aber ich liebe ihn von ganzem Herzen – und der Großteil der Schlagzeilen entsteht aus nichts", klärte der Enkel von Queen Elizabeth auf. Doch er gab auch zu: "Als Brüder hat man gute und schlechte Tage."

Privatflug-Krise um Prinz Harry und Herzogin Meghan

Im September hagelte es jede Menge Kritik für Harry und Meghan. Viele Briten warfen dem Paar Scheinheiligkeit vor.  Der Grund: Obwohl die Sussexes sich für die Umwelt einsetzen, flogen sie innerhalb weniger Tage mehrfach mit dem Privat-Jet.

Bei einem Event von "Travalyst", bei dem es um nachhaltiges Reisen ging, wurde der Rotschopf mit der Kritik konfrontiert. "Ich verbringe 99 Prozent meines Lebens damit, die Welt mit Linienflugzeugen zu bereisen. Manchmal muss es eben ein Privatjet sein, um sicherzustellen, dass meine Familie in Sicherheit ist", erklärte er. Die Flüge wurden von ihrem Gastgeber Elton John durch Spenden an eine Umweltschutzorganisation wieder ausgeglichen. "Ich gleiche meine CO2-Ausgaben immer aus", betonte Prinz Harry.

Sussexes wehren sich gegen die britische Presse

Es war ein regelrechter Triumphzug: Während ihrer Afrika-Tour eroberten Meghan und Harry alle Herzen. Doch ihre positive Arbeit rückte plötzlich in den Hintergrund. Denn das Paar holte zum Gegenschlag gegen die britische Presse aus. Grund dafür war die falsche und skrupellose Berichterstattung der letzten Monate. Die "Mail on Sunday" hatte beispielsweise einen privaten Brief von Herzogin Meghan an ihren Vater veröffentlicht. Doch die Inhalte wurden angeblich manipuliert. "Die weggelassenen oder unterdrückten Passagen des Briefes machen fast die Hälfte des eigentlichen Inhalts aus", so die Kritik. Außerdem wurden weitere falsche Informationen über die Herzogin veröffentlicht.

Anfang Oktober verklagte Prinz Harry auch noch die Verlage der Zeitungen "The Sun" und "Daily Mirror". Sein Vorwurf: Die Medienhäuser haben illegal seine Mailbox-Nachrichten abgehört. Der "Krieg" der Sussex gegen die britische Boulevardpresse sorgte weltweit für viel Aufmerksamkeit.

Vergewaltigungs-Vorwurf gegen Prinz Andrew

Die Vorwürfe sind erdrückend. Prinz Andrew soll in den fürchterlichen Missbrauchs-Skandal um Jeffrey Epstein verwickelt sein. Der tote Milliardär soll Mädchen missbraucht und an andere Männer vermietet haben. Prinz Andrew und der Investment-Banker waren über mehrere Jahre befreundet. Durch ihn lernte er auch die damals minderjährige Virginia Giuffre kennen. Sie behauptet, dass der Royal sie zum Sex gezwungen habe. Ein gemeinsames Foto der beiden belastet Prinz Andrew zusätzlich.

Im November äußerte sich der Royal in einem TV-Interview zu den Anschuldigungen. Sein Versuch, seine Unschuld zu beweisen, scheiterte kläglich. Der Queen-Sohn kam mit peinlichen Ausreden daher und verstrickte sich in Widersprüche. Außerdem zeigte er zu wenig Mitgefühl für die Opfer. Schlimmer geht es nicht. "Ich habe eine Zugkatastrophe erwartet. Das war ein Flugzeug, das in einen Öltanker stürzt, einen Tsunami verursacht, ein Übel im Ausmaß einer Atomexplosion auslöst", urteilte Königshaus-Experte Charlie Proctor.

Einige Briten fordern nun sogar den Ausschluss von Prinz Andrew aus der Königsfamilie. Am 20. November gab der Brite schließlich in einer Erklärung bekannt, dass er sich von allen royalen Aufgaben zurückgetreten ist.

Prinz Andrew soll 2001 und 2002 Sex mit der minderjährigen Virginia Giuffre. Der zweitälteste Sohn der Queen bestreitet das.

Prinz Andrew soll 2001 und 2002 Sex mit der minderjährigen Virginia Giuffre. Der zweitälteste Sohn der Queen bestreitet das. Bild: picture alliance/Capital Pictures

Glücksmomente für die britischen Royals

Doch für Queen Elizabeth gab es 2019 auch ein paar Lichtblicke. Ihr achtes Urenkelkind Archie erblickte am 6. Mai das Licht der Welt. Wenige Wochen später heiratete ihre Nichte zweiten Grades Lady Gabriella Windsor.  Im September gab Prinzessin Beatrice ihre Verlobung mit dem Unternehmer Edoardo Mapelli Mozzi bekannt. Ihre Hochzeit soll 2020 stattfinden. Und man kann nur hoffen, dass dies ein besseres Jahr für die britischen Royals wird.

ah/add/news.de
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