20.02.2019, 14.41 Uhr

Pelz: Von Pelz bis Politik: Die größten Kontroversen um Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld musste sich nicht mehr rechtfertigen

Karl Lagerfeld musste sich nicht mehr rechtfertigen Bild: Dennis Van Tine/starmaxinc.com/ImageCollect/spot on news

Nach dem Tod von Karl Lagerfeld trauert die Welt um ein künstlerisches Genie - das allerdings in seinen privaten und politischen Ansichten keine Kontroverse gescheut hat. Trotz - oder gerade wegen - aller Lobpreisungen muss auch an die Einstellungen erinnert werden, deretwegen Karl Lagerfeld immer wieder in der Kritik stand.

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Lagerfeld und der Schlankheitswahn

Für seine Musen war der Designer ein Mentor, der ihnen bewusst gemacht hat, welches Potenzial in ihnen steckt - Muse werden konnte allerdings nur, wer in sein Bild der perfekten Frau passte und für das galt als oberste Priorität: dünn sein. Für alle anderen Körperformen zeigte Lagerfeld kein Verständnis. Zur Debatte über krankhaft dünne Models auf den Laufstegen sagte er 2013 im französischen Fernsehen, dass dort niemand Frauen mit Rundungen sehen wollen würde. Zudem warf er Übergewichtigen vor, wegen ihrer Krankheiten für das Loch in den Sozialkassen mitverantwortlich zu sein. Und über Sängerin Adele (30, "Hello") sagte er einmal, sie hätte ein hübsches Gesicht, sei aber "ein bisschen zu fett".

An dieser Stelle sei angebracht: An sich selbst setzte Lagerfeld dieselben Ansprüche. Um in die schmalen Designer-Anzüge von Hedi Slimane (50) zu passen, entwickelte er mit einem französischen Arzt die 3D-Diät. In 13 Monaten verlor er so im Jahr 2000 unglaubliche 42 Kilo und hielt sein Gewicht dank strenger Regeln, die er Zeit seines Lebens konsequent befolgte.

Lagerfeld und der Feminismus

2015 schickte Lagerfeld die Supermodels in seiner Chanel-Show bei der Pariser Fashion Week mit Protestschildern und Megaphone über den Laufsteg - es sah aus wie eine feministische Demo. Danach erklärte er: "Meine Mutter war eine Feministin und ich dachte es wäre das Richtige für den Moment." Dass die Kritiker ihm daraufhin vorwarfen, den Feminismus für seine Kollektion zu kommerzialisieren, "könnte mich nicht weniger interessieren". Er möge die Idee von unbeschwertem Feminismus, so Lagerfeld.

Lagerfeld und #MeToo

"#MeToo" fällt demnach nicht mehr in die Kategorie "unbeschwerter Feminismus". Über die Bewegung sagte Lagerfeld im Gespräch mit dem "Numero"-Magazin 2018, dass er sie "satt habe". "Ich habe irgendwo gelesen, dass man jetzt ein Model fragen muss, ob es sich wohl fühlt beim Posieren. Es ist einfach zu viel. Von nun kann man als Designer nichts mehr machen", war eine seiner strittigen Aussagen.

Lagerfeld und Pelz

Besonders mit der Tierschutzorganisation PETA stand Lagerfeld auf Kriegsfuß. In einem Interview mit der "New York Times" erklärte er 2015 seinen Standpunkt: "Das Problem mit Pelz... Solange Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich es nicht." Er hasse die Vorstellung, wie Tiere auf grausame Art getötet werden würden, aber beim Schlachter wäre es noch schlimmer, erklärte Lagerfeld weiter und gab zu bedenken, dass mit einem Ende der Pelzindustrie auch Arbeitsplätze verloren gehen würden.

Lagerfeld und die Politik

Große Empörung löste Lagerfeld auch mit der Kritik aus, die er 2018 in der französischen Illustrierten "Le Point" gegenüber Kanzlerin Merkel anbrachte: Weil sie "eine Million Zuwanderer" ins Land gelassen hätte, hätte sie der AfD den Weg in den Bundestag geebnet. Ein Jahr zuvor hatte Lagerfeld beim französischen Sender C8 Muslime als die Hauptfeinde der Juden dargestellt: "Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen", so Lagerfeld.

Lagerfeld und die Männer

Männern sprach Lagerfeld mit dem Satz "Ich könnte nicht weniger an ihrer Meinung interessiert sein" einst jeglichen Geschmack in Sachen Mode ab. Über Männer mit kleiner Körpergröße sagte er: "Es ist etwas, was sie niemals im Leben überwinden können. Sie sind gemein und sie wollen dich töten." Auch über russische Männer hatte er wenig Schmeichelhaftes zu berichten: "Wäre ich eine Frau in Russland wäre ich lesbisch, weil die Männer besonders hässlich sind."

Lagerfeld und Prominente

Pippa Middleton (35) riet er einst, sich am besten nur von hinten zu zeigen, weil er ihr Gesicht nicht mochte. Auch von Heidi Klum (45) hatte er keine gute Meinung - beziehungsweise gar keine: "Ich kenne Heidi Klum nicht. Niemand in Frankreich kennt sie. Claudia Schiffer weiß auch nicht, wer das ist." Und Kim Kardashian (38) warf er einst vor, an ihrem Überfall selbst Schuld gewesen zu sein, nachdem sie ihren Reichtum so zur Schau gestellt habe.

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