25.06.2017, 08.00 Uhr

"Der letzte Sniper" von Kevin Lacz: Absolut schonungslos! Wer Krieg erleben will, muss DIESES Buch lesen

"Der letzte Sniper" erschien am 8. Juni 2017 im Riva-Verlag. Bild: www.m-vg.de/

Von news.de-Redakteurin Maria Ganzenberg

Kevin Lasc dürfte nur wenigen bekannt sein. Dabei stand er Seite an Seite mit dem berühmten Scharfschützen Chris Kyle, dessen Geschichte in "American Sniper" verfilmt wurde. Ihm ist es zu verdanken, dass der Hollywood-Blockbuster an Authentizität kaum zu übertreffen war. Denn er stand der Film-Crew als Berater zur Seite. Nun griff er selbst zur Tastatur und schrieb gemeinsam mit Ethan E. Rocke und seiner Ehefrau Lindsay Lacz seine Geschichte nieder.

"Der letzte Sniper" von Kevin Lacz: Darum geht's

Kevin Lacz gehörte der legendären Navy-Elitetruppe "Seal Team Three" an. Dort kämpfte er 2006 in der Schlacht von Ramadi Schulter an Schulter mit "American Sniper" Chris Kyle. Gemeinsam sorgten

Bradley Cooper spielte Chris Kyle in

Bradley Cooper spielte Chris Kyle in "American Sniper". Bild: dpa

Sie für die Absicherung dieser Schlüsselregion und waren maßgeblich am Ausgang der Kämpfe beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Westirak von religiös motivierten Gewalttaten beherrscht. Damals waren die Seals dafür verantwortlich, die Hauptstadt der Provinz Anbar zu sichern.

Lacz macht jedoch gleich zu Beginn klar, dass alles, was er und sein Team erreicht hatten, heute nicht mehr existiert: "Den Frieden, der Häuserzug für Häuserzug, Gasse für Gasse, Zimmer für Zimmer erkämpft wurde, gibt es nicht mehr." Er will damit erreichen, dass der Leser sich Gedanken über das Buch macht, im besten Fall sogar daraus lernt: "Jene von uns, die dort gekämpft, ihr Blut vergossen und ihre Brüder verloren haben, können nur hoffen, dass die vielen Lektionen, die uns Ramadi gelehrt hat, eines Tages als Leitfaden dafür dienen, wie konventionelle Einheiten und Spezialkräfte zusammenarbeiten können, um auf künftigen Kampfschauplätzen siegreich zu sein."

Lohnt sich der Kauf von "Der letzte Sniper" von Kevin Lacz?

Hier müssen wir ganz klar "vielleicht" sagen. Der Roman ist schonungslos ehrlich, authentisch und knallhart. Wer sich für das Thema interessiert, sollte also auf jeden Fall zugreifen. Kevin Lacz entführt seine Leser in die kalte Welt des Krieges trotz irakischer Hitze. Lacz nimmt den Leser direkt mit an die Front und lässt ihn die Realität fühlen. Dabei liefert er detailreiche Einblicke und verfällt nie in die Perspektive des distanzierten Erzählers. Stattdessen gibt er tiefe Einblicke in seine Gedanken und die Gefühle. Wenn Sie also schon immer einmal wissen wollten, was einem Menschen durch den Kopf geht, wenn er zu ersten Mal tötet, sollten Sie dieses Buch auf jeden Fall lesen.

Allerdings ist es nicht schlecht, wenn man sich mit der politischen Situation rund um den Irakkrieg auskennt. Zwar wird vieles erklärt und Emotionen kommen auch ohne Hintergrundwissen sehr gut rüber, aber das Buch liest sich einfach flüssiger mit genügend Grundkenntnissen. Wer vollkommen neu in der Thematik ist, muss sich daher doch durch ein paar länger Passagen kämpfen, die die Gefahr bürgen, das Buch aus der Hand zu legen. Und das wäre schade, denn das hat es eigentlich nicht verdient.

Zusammengefasst: Klare Kaufempfehlung für alle, die sich mit dem Thema schon einmal auseinandergesetzt haben. Alle anderen sollten hin und wieder einen langen Atem beweisen.

Kevin Lacz privat: So geht es den Navy-Seal heute

Nachdem Kevin Lacz als Teil der Navy-Eliteeinheit "Seal Team Three" den Krieg hinter sich gelassen hatte, kehrte zu seiner Familie nach Florida zurück. Heute arbeitet er mit Kriegsveteranen und hat gemeinsam mit seiner Frau Lindsey die Stiftung "Hunting for Healing" (Anm. d. Redaktion: "Jagen für die Heilung") gegründet. Im Vorwort heißt es: "Kevin verleiht einer großen, weitgehend unbeachteten Gruppe von Veteranen eine neue Stimme – nämlich jenen, die im Krieg gedient haben und jetzt ein sinnvolles und gutes Leben führen. Seine Erfahrungen im Ausland, auch wenn manche von ihnen grausam und schockierend sein mögen, haben ihn nicht daran gehindert, sich wieder in die Gesellschaft einzufügen und Erfolg zu haben mit dem, was er tut."

Details zu "Der letzte Sniper" von Kevin Lacz

Titel: Der letzte Sniper - Ein Navy-SEAL-Scharfschütze berichtet über die Schlacht von Ramadi
Autoren: Kevin Lacz, Ethan E. Rocke und Lindsay Lacz
Verlag: riva
Preis (D): 19.99 Euro
Preis (AT): 20.60 Euro



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Themen: Krieg, Sniper