13.11.2020, 07.54 Uhr

Coronavirus-News aktuell: NRW verlängert Weihnachtsferien! Ziehen andere Bundesländer nach?

Starten die Weihnachtsferien in diesem Jahr ein paar Tage früher?

Starten die Weihnachtsferien in diesem Jahr ein paar Tage früher? Bild: dpa

Während in Nordrhein-Westfalen die Weihnachtsferien zum Schutz vor Corona verlängert werden, sehen andere Bundesländer diese Idee eher skeptisch. Wird Freitag, der 18. Dezember 2020, oder Dienstag, der 22. Dezember 2020, der letzte Schultag sein? In neun Bundesländern erübrigt sich die Frage: Dort fangen die Ferien ohnehin am 21. Dezember an.

Zoff um Corona-Ferien: NRW verlängert Weihnachtsferien um zwei Tage

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Dienstag einen früheren Beginn der Winterschulferien in NRW um zwei Tage ins Spiel gebracht. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen einige Tage vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen kommt. Am Mittwoch gab NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) das Vorziehen bekannt. Prompt hagelte es bittere Kritik.

"Hiobsbotschaft für Alleinerziehende!" Heftige Kritik an verlängerten Ferien

Die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Maike Finnern, sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur: "Aus Sicht der Familien kann die Maßnahme nur dann sinnvoll sein, wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist und wenn sie wirklich die Zeit als vorgezogene Quarantäne nutzen, um zum Weihnachtsfest möglichst infektionsfrei zu sein." Nicola Stroop, Vorstand des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter in NRW, nannte den Schritt "für Alleinerziehende eine Hiobsbotschaft". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen sprach im RBB-Inforadio von "einem pragmatischen Ansatz, den man diskutieren, den man machen kann". Planbarkeit für Eltern, Kinder, Lehrer und Erzieher sei wichtig.

Coronavirus-News aktuell: Werden die Ferien auch in Baden-Württemberg verlängert?

Auch in Baden-Württemberg könnten die Schüler früher in die Weihnachtsferien starten - möglicherweise. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will das in die Verantwortung der Schulen geben und rief diese auf, die Weihnachtsferien durch bewegliche Ferientage um zwei Tage nach vorne zu verlängern. "Das ist sicher ein kluges Vorgehen, für das vieles spricht", sagte Eisenmann der "Südwest Presse". Die Entscheidung müssten allerdings die Schulen vor Ort treffen, das Vorgehen müsse örtlich einheitlich geregelt werden.

Sachsen und Niedersachsen lehnen Pläne ab

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sagte hingegen: "Wir haben dann ein veritables Betreuungsproblem." Familien hätten ihre Planungen mittlerweile abgeschlossen, auch ihre entsprechenden Urlaubsplanungen gemacht. Eisenmann riet Familien davon ab, die gewonnene Zeit bis zum 9. Januar für einen Urlaub zu nutzen.

Niedersachsen hält von einem Vorziehen nichts. Zwischen dem letzten Schultag und Heiligabend lägen dann lediglich fünf Tage - weniger als die Inkubationszeit von SARS-CoV-2 nach den aktuellen Erkenntnissen. "Die Botschaft von Scheinsicherheit zu senden, das können wir so nicht verantworten", sagte eine Ministeriumssprecher. Sollte sich die Erkenntnislage ändern, schließe man das aber nicht aus. Auch in Bremen ist das derzeit kein Thema, wie eine Sprecherin der Schulbehörde deutlich machte.

63 Prozent wünschen sich vorgezogenen Ferienbeginn am 21. Dezember

In einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen YouGov-Umfrage stimmten 63 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass es dieses Jahr einen bundesweit einheitlichen Beginn der Weihnachtsferien ab dem 21. Dezember geben sollte, damit eine längere Quarantäne-Zeit vor den Festtagen für die Schüler gewährleistet werden kann. 15 Prozent stimmten der Aussage nicht zu - 22 Prozent machten keine Angaben.

RKI besorgt: Immer mehr Corona-Infektionen in Schule

Schulen werden unterdessen immer mehr zu einem Ort des Infektionsgeschehens. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte: "Wir sehen immer mehr Ausbrüche in Schulen." Zu beobachten seien hohe Neuinfektionszahlen in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen. Das Infektionsgeschehen werde in die Schulen und auch aus ihnen heraus getragen. "Wir wissen ja schon seit langer Zeit, dass natürlich auch Kinder infiziert werden können." Hinweise auf eine geringere Sauerstoffversorgung und psychische Belastung von Kindern durch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz gebe es nicht.

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bua/fka/news.de/dpa