06.11.2020, 20.44 Uhr

US-Wahl 2020: Wahl-Krimi dauert an! Trump spricht weiter von "illegalen Stimmen"

Trump oder Biden: Wer gewinnt die US-Wahl 2020?

Trump oder Biden: Wer gewinnt die US-Wahl 2020? Bild: dpa

Nach einem erbittert geführten Wahlkampf in einem tief gespaltenen Land hatten US-Amerikaner die Wahl: Bleibt der Republikaner Donald Trump weitere vier Jahre Präsident? Oder wird er vom Demokraten Joe Biden abgelöst? Schon seit Tagen wird ausgezählt. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News kommt Biden inzwischen auf 264 der für einen Sieg bei der Präsidentenwahl nötigen 270 Stimmen von Wahlleuten. Demnach bräuchte der ehemalige Vize von Präsident Barack Obama nur noch einen Bundesstaat für sich zu entscheiden, um zu gewinnen.

US-Wahl 2020: Knappes Rennen zwischen Trump und Biden - Stimmenauszählung dauert an

Aktuell hat der demokratische Kandidat Joe Biden seinen knappen Vorsprung in zwei wichtigen Staaten weiter ausgebaut. Der ehemalige Vizepräsident lag während der Auszählung im Wüstenstaat Nevada am Freitag mit mehr als 20.000 Stimmen vor Präsident Donald Trump. In Pennsylvania betrug der Abstand knapp 9.000 Stimmen. Die Auszählungen sind jeweils fast vorbei. In Pennsylvania sind 20 Wahlleute zu vergeben, in Nevada sechs.

Wenn Biden in Pennsylvania siegt, hat er die Wahl gewonnen. Auch bei einem Erfolg in Nevada würde es nach Prognosen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News für die Mehrheit von 270 Stimmen reichen, weil sie bereits Arizona Biden zugeschlagen hatten. Andere Medien hielten sich mit einer Prognose zu Arizona noch zurück.

Fakten, Termine, Szenarien! Alle Infos zur Präsidentschaftswahl in den USA

Die aktuellen Entwicklungen und Zahlen zur US-Wahl im News-Ticker

+++ 06.11.2020: Trump spricht weiter von "illegalen Stimmen" +++

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag erneut den Vorwurf erhoben, nach der Präsidentschaftswahl vom Dienstag würden "illegale Stimmen" gezählt. Von Anfang an habe er gesagt, dass nur "legale Stimmen" für das Ergebnis berücksichtigt werden dürften. "Aber wir sind bei diesem grundlegenden Prinzip auf Widerstand von Seiten der Demokraten gestoßen", erklärte Trump in einer schriftlichen Mitteilung.

Es gehe um die Integrität des gesamten Wahlprozesses. Der Präsident kündigte erneut an, alle rechtlichen Mitteln nutzen zu wollen. An das amerikanische Volk gerichtet fügte er hinzu: "Ich werde niemals aufgeben, für euch und unsere Nation zu kämpfen." Seit der Wahlnacht hat Trump mehrfach behauptet, es gebe Wahlbetrug, ohne Beweise dafür zu nennen.

Am Freitag hatte bereits der Leiter der Rechtsabteilung in Trumps Wahlkampfteam, Matt Morgan, erklärt: "Diese Wahl ist nicht vorbei." Die Prognosen von Wahlsiegen Bidens in Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona beruhten auf Ergebnissen, die noch lange nicht vollständig seien. "Sobald die Wahl abgeschlossen ist, wird Präsident Trump wiedergewählt sein", fügte Morgan hinzu.

+++ 06.11.2020: Senator Romney kritisiert Trumps Betrugsvorwürfe +++

Der republikanische Senator Mitt Romney hat scharfe Kritik an den Betrugsvorwürfen von US-Präsident Donald Trump bei der Wahl in den USA geübt. Romney - ein innerparteilicher Kritiker des Präsidenten - teilte am Freitag mit, Trump stehe es zwar zu, rechtliche Schritte zu ergreifen. Der Präsident habe aber Unrecht, «wenn er sagt, dass die Wahl gefälscht, fehlerhaft und gestohlen war. Das schadet der Sache der Freiheit hier und auf der ganzen Welt.» Trump schwäche damit die Institutionen, die das Fundament der Republik bildeten, und fache gefährlichen Zorn an.

Der republikanische Senator Ben Sasse rief auf Twitter dazu auf, "überhitzte Rhetorik" zu ignorieren, die Auszählung der Stimmen abzuwarten und auf die Rechtsstaatlichkeit zu vertrauen.

Der Republikaner Trump liegt bei der Wahl hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden, macht dafür aber Betrug verantwortlich. Belege für seine Behauptungen hat Trump nicht vorgelegt.

+++ 06.11.2020:Biden will Ansprache an die Nation halten +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden will sich am Freitagabend (Ortszeit) in einer Ansprache an die Nation wenden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von einem Sprecher von Bidens Wahlkampfteam. Der 77-Jährige steht drei Tage nach der US-Wahl kurz vor einem Sieg, nachdem er zuletzt seinen Vorsprung in wichtigen Staaten wie Pennsylvania und Nevada über Amtsinhaber Donald Trump vergrößert hatte. Biden hat sich seit der Wahl bereits drei Mal an das amerikanische Volk gewendet und zu Geduld angesichts der laufenden Auszählung aufgerufen.

+++ 06.11.2020: Behörden in Georgia rechnen mit Neuauszählung +++

Die zuständigen Behörden in Georgia rechnen mit einem so knappen Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl in diesem Bundesstaat, dass eine Neuauszählung erwartet wird. Beide Kandidaten könnten dies beantragen, sobald ein bestätigtes Ergebnis mit einem Abstand von höchstens 0,5 Prozentpunkten vorliege, sagte der Vertreter der Wahlbehörde, Gabriel Sterling, am Freitag in Atlanta. Am Freitag hatte Herausforderer Joe Biden in Georgia einen Vorsprung von lediglich 1586 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump.

Drei Tage nach der Wahl waren 4169 Stimmen noch nicht ausgezählt. Wegen hoher Anforderungen an die Prüfung der Wahlzettel und Auszählung werde das Ergebnis voraussichtlich zum Wochenende vorgelegt werden können, sagte Sterling. Bei einer Neuauszählung müsse jede Stimme neu eingescannt werden, was bis Ende November dauern könne.

Sterling, der der Republikanischen Partei angehört, sagte, es habe abgesehen von einigen kleineren Vorfällen keine "verbreiteten Unregelmäßigkeiten" gegeben. Der Behördenvertreter gab zu bedenken, dass die Auszählung mitten in einer Pandemie stattfinde. Es werde pausenlos ausgezählt und geprüft. Er hoffe, dass die Wahlhelfer bald etwas Zeit zum Schlafen finden könnten. Er denke, dass es dann ähnlich wie nach einer Naturkatastrophe T-Shirts geben sollte mit der Aufschrift: "Ich habe die Wahl 2020 überlebt."

+++ 06.11.2020:Biden baut knappe Vorsprünge in Nevada und Pennsylvania aus +++

In der Wahlschlacht ums Weiße Haus hat der demokratische Kandidat Joe Biden seinen knappen Vorsprung in zwei wichtigen Staaten weiter ausgebaut. Der ehemalige Vizepräsident lag während der Auszählung im Wüstenstaat Nevada am Freitag mit mehr als 20 000 Stimmen vor Präsident Donald Trump. In Pennsylvania betrug der Abstand knapp 9000 Stimmen. Die Auszählungen sind jeweils fast vorbei. In Pennsylvania sind 20 Wahlleute zu vergeben, in Nevada sechs.

Wenn Biden in Pennsylvania siegt, hat er die Wahl gewonnen. Auch bei einem Erfolg in Nevada würde es nach Prognosen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News für die Mehrheit von 270 Stimmen reichen, weil sie bereits Arizona Biden zugeschlagen hatten. Andere Medien hielten sich mit einer Prognose zu Arizona noch zurück.

+++ 06.11.2020: Neuauszählung der Stimmen in Georgia möglich +++

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat sich am Freitag weiter optimistisch gezeigt. Nachdem Herausforderer Joe Biden in vier noch offenen Bundesstaaten in Führung lag, erklärte der Leiter der Rechtsabteilung von Trumps Team, Matt Morgan: "Diese Wahl ist nicht vorbei." Die Prognosen von Wahlsiegen Bidens in Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona beruhten auf Ergebnissen, die noch lange nicht vollständig seien. "Sobald die Wahl abgeschlossen ist, wird Präsident Trump wiedergewählt sein", so Morgan.

In Pennsylvania habe es "viele Unregelmäßigkeiten" gegeben, hieß es in einer schriftlichen Erklärung. So seien Freiwillige des Trump-Teams am Zugang zur Stimmenauszählung gehindert worden. Die Staatssekretärin von Pennsylvania, Kathy Boockvar, hatte am Donnerstag gesagt, Vertreter beider Kandidaten und Parteien seien für die Stimmenauszählung registriert worden und dabei anwesend.

In Georgia werde es eine Neuauszählung der Stimmen geben, kündigte Morgan an. "Wir sind zuversichtlich, dass wir Stimmzettel finden, die ordnungswidrig gesammelt wurden." In Nevada seien Tausende von Briefwahlstimmen ordnungswidrig abgegeben worden. Und in Arizona werde Trump die Mehrheit erzielen - "trotz der unverantwortlichen und irrtümlichen" Meldungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox über eine Mehrheit für Biden in diesem Staat. Beide Medien waren bereits in der Wahlnacht aufgrund von eigenen Berechnungen erster Ergebnisse und der Analyse weiterer Daten zu dem Schluss gekommen, dass Biden in Arizona die Mehrheit sicher hat. Andere Medien sind noch vorsichtig.

+++ 06.11.2020: Auszählungen in Arizona und Nevada dauern an +++

In Nevada und Arizona läuft die Auszählung zäh. Biden liegt jeweils knapp vorne. Arizona hatten die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News bereits Biden zugerechnet. Andere Medien halten sich noch zurück.

+++ 06.11.2020: Biden liegt in Auszählung zur US-Präsidentschaftswahl deutlich vorn +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat bei der Stimmenauszählung in vier der fünf noch offenen US-Staaten die Führung übernommen. Am Freitag lag er nach amtlichen Zahlen erstmals auch in Pennsylvania vorn. Sollte sich dieser Trend verfestigen, könnte Biden im Weißen Haus die Nachfolge von Präsident Donald Trump übernehmen.

Die Mehrheit von 270 Wahlleuten wäre Biden bereits sicher, wenn er in Pennsylvania gewinnt. Dort lag der ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama bei einem Auszählungsstand von etwas mehr als 95 Prozent mit 5587 Stimmen vor dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Das bedeutet einen Anteil von 49,4 Prozent vor Trump mit 49,3 Prozent.

In Georgia übernahm Biden ebenfalls eine knappe Führung - er hat nach bisheriger Auszählung dort rund 1100 Stimmen mehr. In den beiden westlichen Staaten Nevada und Arizona beträgt sein Vorsprung mehr als 11 000 und mehr als 47 000 Stimmen. In Arizona hatte die Nachrichtenagentur AP bereits in der Wahlnacht einen Sieg für Biden gemeldet. Andere Medien sind noch vorsichtig.

In North Carolina, dem ebenfalls noch nicht entschiedenen Bundesstaat, lag Amtsinhaber Trump nach dem vorläufigem Auszählungsstand von 95 Prozent mit mehr als 76 000 Stimmen vorn. Alaska, wo es ebenfalls noch kein Ergebnis gibt, gilt als sicherer Staat für die Republikaner.

+++ 06.11.2020: Auszählungen in Nevada und Arizona weiter sehr langsam +++

Bei der Präsidentenwahl in den USA kommt die Auszählung der Stimmen in den Bundesstaaten Nevada und Arizona weiter nur langsam voran. Präsidentschaftskandidat Joe Biden lag in beiden Rennen knapp vor Amtsinhaber Donald Trump, doch die Stimmen gingen am Freitag nur in kleinen Tranchen ein. Im Laufe des Tages wird mit neuen Ergebnissen gerechnet. Bisher hat noch kein Medium einen Sieger in Nevada ausgerufen. Arizona hatten die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News bereits Biden zugerechnet. Andere Medien hielten sich noch zurück.

+++ 06.11.2020: Pennsylvania vor Ende der Auszählung - Trumps Vorsprung schwindet +++

Die Auszählung der Wahlstimmen im Schlüsselstaat Pennsylvania ist am Freitag zügig vorangekommen. Die Zahl der noch nicht erfassten Briefwahlstimmen konnte am Freitag nach Angaben der Behörden um rund die Hälfte auf 160 000 verringert werden. Darunter waren noch gut 58 000 aus der Millionenstadt Philadelphia und 36 500 aus dem Bezirk Allegheny mit der Stadt Pittsburgh. Die städtischen Regionen gelten als Hochburgen der Demokratischen Partei von Herausforderer Joe Biden.

Bei einem Auszählungsstand von etwa 95 Prozent hatte am Freitagmorgen (Ortszeit) aber Amtsinhaber Donald Trump noch äußerst knapp die Nase vorn. Bei einem Vorsprung von 18 050 Stimmen kam Trump bei diesem Zwischenstand auf 49,5 Prozent, Biden auf 49,2 Prozent.

Staatssekretärin Kathy Boockvar hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) erklärt, dass für diesen Freitag mit einem Ergebnis der Präsidentschaftswahl in diesem US-Staat zu rechnen sei. Sie begründete die lange Auszählungsdauer mit der hohen Zahl von Briefwahlstimmen und dem voraussichtlich sehr knappen Ausgang.

Bei 20 zu vergebenden Wahlleuten in Pennsylvannia würde eine Mehrheit für Biden die Entscheidung für einen Sieg bei der Präsidentenwahl über Amtsinhaber Trump bedeuten

+++ 06.11.2020: Mehrere US-Sender unterbrechen Trump-Rede und liefern Faktenchecks +++

Gleich mehrere US-Fernsehsender haben die Übertragung einer Rede von Präsident Donald Trump abgebrochen, nachdem er von Wahlbetrug gesprochen und sich weiter als Wahlsieger bezeichnet hatte. Der Sender MSNBC reagierte bei der Rede in der Nacht zum Freitag am schnellsten - bereits nach rund 40 Sekunden. "Hier sind wir wieder in der ungewöhnlichen Situation, den Präsident der Vereinigten Staaten nicht nur zu unterbrechen, sondern den Präsidenten der Vereinigten Staaten auch zu korrigieren", sagte Moderator Brian Williams. Es gebe weder illegale Stimmen, von denen man wisse, noch einen Trump-Sieg. Trump hatte zuvor davon gesprochen, die Wahl könne gestohlen werden, würde man "die illegalen Stimmen" zählen.

Beim Sender CNBC wurde Trumps Rede ebenfalls abgebrochen und mit einem Live-Faktencheck versehen. "Wir werden nicht erlauben, dass das weiter geht, weil es nicht wahr ist", sagte Moderator Shepard Smith. Er nahm sich daraufhin mehrere Aussagen des Präsidenten vor und ordnete sie ein.

Auch CBS unterbrach Trumps rund 16 Minuten lange Ausführungen nach wenigen Minuten und bemühte sich um eine Einordnung. Beim Sender ABC gab es einen umgehenden Faktencheck in der Live-Schalte.

Der Sender CNN ließ Trumps Rede zwar laufen, lieferte aber im Nachgang einen Faktencheck und bezeichnete die Ausführungen als "die unehrlichste Rede seiner Präsidentschaft".

Der als Trump-freundlich geltende Sender Fox News unterbrach die Rede ebenfalls nicht. In einer ersten Einschätzung bezweifelten die Moderatoren im Anschluss jedoch, dass Trump ausreichend Beweise habe, um die Auszählungen per Gericht stoppen zu lassen.

+++ 06.11.2020: CNN: Trump und Unterstützer verbreiten Falschinformationen zur Wahl +++

Viele Behauptungen des US-Präsidenten Donald Trump und einiger seiner Unterstützer nach der Präsidentschaftswahl sind Medienberichten zufolge falsch oder zumindest irreführend. Trumps Rede vom Donnerstagabend bezeichnete der CNN-Reporter Daniel Dale sogar als "die unehrlichste Ansprache, die er je gehalten hat". So hatte Trump etwa davon gesprochen, die Demokraten versuchten, die «Wahl zu stehlen". Tatsächlich gibt es dafür keinerlei Belege.

In einer Liste mit Faktenchecks zählt CNN weitere Beispiele haltloser Behauptungen auf: So sei es falsch, dass alle Stimmzettel, die nach dem Wahltag eintreffen, nicht mehr gezählt werden - das hatte Trump auf Twitter behauptet. Tatsächlich zählten mehrere Staaten Stimmzettel, die bis zu einem späteren Datum eintreffen, so lange sie rechtzeitig abgeschickt wurden. Auch Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany behauptete demnach fälschlicherweise im Fernsehsender Fox News, Stimmen würden am Wahltag ausgezählt, denn dafür sei der Wahltag da.

Der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, schrieb auf Twitter: «Demokraten waren immer dagegen, dass man zum Wählen einen Ausweis vorzeigen muss.» Das liege daran, dass sie «illegale» Stimmen zählen wollten. Diese Aussagen sind laut CNN irreführend: Es gebe keine Belege, für eine derartige Absicht der Demokraten. Vielmehr gebe es verschiedene Wege, wie sich Wähler identifizieren könnten. Viele Demokraten seien tatsächlich gegen striktere Gesetze zur Ausweispflicht, allerdings weil solche Gesetze bestimmte Wählergruppen benachteiligen könnten.

+++ 06.11.2020: Biden übernimmt Führung im Rennen um Georgia +++

Im Rennen ums Weiße Haus hat Trump-Herausforderer Joe Biden im hart umkämpften Bundesstaat Georgia nach einer Aufholjagd die Führung übernommen. Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) lag der ehemalige Vizepräsident Wahldaten zufolge zeitweise 917 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump, wie unter anderem der Sender CNN berichtete.

Seit dem Wahltag holte Biden damit mehr als 300 000 Stimmen auf. Die Auszählung war fast vollständig - es könnten aber noch einige Tausend Stimmen unter anderem von Militärangehörigen hinzukommen.

Biden würde sich die für einen Wahlsieg nötigen 270 Stimmen der Wahlleute sichern, sollte er Georgia gewinnen und sich sein Erfolg in Arizona bestätigen. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News hatten Arizona bereits dem Demokraten zugeschlagen. Andere Medien hielten sich noch zurück.

Trump konnte sich 2016 in Georgia mit gut fünf Prozentpunkten vor Hillary Clinton die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Der südöstliche Bundesstaat gilt als "Swing State". Seit Bill Clinton im Jahr 1992 hatte kein Demokrat Georgia gewinnen können.

+++ 06.11.2020: Bericht: Biden erhält mehr Schutz vom Secret Service +++

Der Secret Service entsendet einem Medienbericht zufolge zusätzliche Mitarbeiter zum Schutz des US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in den Bundesstaat Delaware. Biden werde sich mindestens noch einen weiteren Tag in der Stadt Wilmington aufhalten und möglicherweise bereits am Freitag eine große Rede halten, berichtete die «Washington Post» in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf zwei ungenannte Quellen. Dies habe Bidens Wahlkampfteam der Behörde mitgeteilt.

Dem Bericht zufolge sind bereits Dutzende Mitarbeiter des Secret Service im Kongresszentrum Chase Center im Einsatz, wo sich Biden mit seinem Team einquartiert hat. Die zusätzlichen Agenten sollten voraussichtlich ab Freitag die Sicherheitsvorkehrungen dort verstärken. Die Anzahl der in Wilmington abgestellten Mitarbeiter entspricht demnach aber nicht dem Schutz, der einem designierten Präsidenten zusteht. Eine Sprecherin des Secret Service erklärte, man werde sich nicht öffentlich zu den Sicherheitsvorkehrungen äußern.

Experten geben Biden gute Chancen auf einen Wahlsieg. Bei der noch andauernden Auszählung in den wichtigen Bundesstaaten Pennsylvania und Georgia hatte er Amtsinhaber Donald Trump zuletzt immer weiter eingeholt. Der ehemalige Vizepräsident hat dort die Chance, Trump noch zu überholen. Trump hat bereits eine Klagewelle gegen die drohende Wahlniederlage angekündigt. Bei einem Auftritt im Weißen Haus am Donnerstagabend stellte er sich als ein Opfer von Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl dar, ohne dafür Beweise vorzulegen.

+++ 06.11.2020: Maas zur US-Wahl: "Es müssen alle Geduld haben." +++

Angesichts des weiter unklaren Wahlausgangs bei der US-Präsidentschaftswahl hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zur Geduld aufgerufen. Der demokratische Kandidat Joe Biden habe Recht: "Es müssen alle Geduld haben. Die Wahlergebnisse sind überall knapp", sagte Maas am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Nachzählungen bei knappen Ausgängen halte er nicht für einen "so problematischen Vorgang". Das gebe es auch in Deutschland bei knappen Wahlergebnissen. "Ich hoffe dennoch, dass in einer überschaubaren Zeit es ein Ergebnis gibt", sagte Maas.

Seit Schließung der Wahllokale in der Nacht zum Mittwoch werden in den USA Stimmen ausgezählt. Joe Biden holte in möglicherweise entscheidenden Staaten zuletzt auf und lag nach Einschätzung von Experten auf Siegeskurs. US-Präsident Donald Trump versuchte unterdessen gerichtlich in die Auszählungen einzugreifen und rief mehrmals dazu auf, Auszählungen zu stoppen.

+++ 06.11.2020: Biden nähert sich weiter dem Wahlsieg - Trump bekräftigt Kritik +++

Am dritten Tag nach der US-Präsidentenwahl rückt mit der Auszählung der verbliebenen Stimmen ein Wahlsieg des Herausforderers Joe Biden näher. In Pennsylvania sank der Vorsprung des Amtsinhaber Donald Trump am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) auf rund 22 500 Stimmen. In Georgia lag Trump noch gut 1200 Stimmen vor Biden.

Vor allem Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten könnte eine entscheidende Rolle spielen. Der Sieg in dem Bundesstaat würde Biden direkt über die Marke von 270 Wahlleuten heben, die man für den Sieg bei der Präsidentenwahl braucht.

In Pennsylvania wurden zunächst Stimmzettel vom Wahltag selbst ausgezählt und danach die, die per Post eintrafen. Angesichts der Corona-Pandemie hatten sich vor allem Demokraten verstärkt für die Briefwahl entschieden. So kam es dazu, dass Trump in Pennsylvania zunächst in Führung ging, zeitweise mit einem Vorsprung von gut 700 000 Stimmen. Die per Briefwahl abgegebenen Stimmen durften nicht vor dem Wahltag ausgezählt werden. Nachdem deren Auszählung begann, schrumpfte der Vorsprung von Trump immer weiter.

Georgia bringt 16 Wahlleute. Ob ein Erfolg dort für Bidens Sieg reicht, hing noch von der weiteren Entwicklung in Arizona ab. Der Bundesstaat mit elf Wahlleuten wurde von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News nach deren Berechnungen bereits Biden zugeschlagen. Biden käme damit auf 264 Stimmen von Wahlleuten - und jeder weitere Bundesstaat würde ihn über die Schwelle heben.

Am Donnerstag holte Trump in Arizona tendenziell zu Biden auf. In der Nacht zum Freitag vergrößerte sich dann Bidens Vorsprung aber wieder etwas auf gut 50 000 Stimmen. AP und Fox News behielten ihre Prognose aufrecht.

Trump bekräftigte unterdessen mitten in der Nacht bei Twitter, dass er aus seiner Sicht mit den «legal» abgegebenen Stimmen die Wahl mit Leichtigkeit gewonnen habe. Der Präsident hatte zuvor bereits bei einem Auftritt im Weißen Haus behauptet, die Demokraten versuchten, ihm den Sieg durch Betrug zu nehmen. Twitter verpasste dem Tweet umgehend den Warnhinweis, dass der Beitrag irreführende Informationen enthalten könne.

+++ 06.11.2020: Trump-Sohn: Präsident sollte "totalen Krieg" um Wahl erklären +++

Präsidentensohn Donald Trump Jr. hat seinen Vater aufgerufen, einen "totalen Krieg" rund um die Wahl zu eröffnen. Donald Trump müsse "all den Betrug und Schummeleien offenlegen", schrieb sein Trump Jr. Sohn am Donnerstag bei Twitter. Dazu gehörten die Stimmen von Wählern, die tot seien oder nicht mehr im jeweiligen Bundesstaat lebten, behauptete der Trump-Sohn. "Es ist an der Zeit, dieses Schlamassel zu bereinigen und nicht mehr wie eine Bananenrepublik auszusehen."

Bisher wurden keine nennenswerten Fälle von Wahlbetrug in den USA bekannt. Trump hatte schon seit Monaten ohne Beleg behauptet, bei Briefwahl sei die Betrugsgefahr höher und weigerte sich, eine friedliche Machtübergabe zu garantieren.

In den Bundesstaaten Pennsylvania und Georgia schrumpft aktuell der anfängliche Vorsprung Trumps, je mehr per Post eingegangene Stimmzettel ausgewertet werden. Anhänger der Demokratischen Partei hatten angesichts der Corona-Gefahr stärker zur Briefwahl gegriffen als die Republikaner. In Pennsylvania sollen noch die Stimmzettel gezählt werden, die bis zu drei Tage nach dem Wahltermin am 3. November eintreffen. Die US-Post hatte in den vergangenen Monaten mit Verzögerungen gearbeitet.

+++ 06.11.2020: Aufholjagd in Pennsylvania: Biden noch 100 000 Stimmen hinter Trump +++

Im Machtkampf ums Weiße Haus holt US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden im Schlüsselstaat Pennsylvania immer weiter auf. Biden lag am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) nicht einmal mehr 100 000 Stimmen hinter US-Präsident Donald Trump, nach einst mehr als 600 000 Stimmen am Mittwochmorgen. Es sind etwa 92 Prozent ausgezählt.

Der ehemalige Vizepräsident holt immer weiter auf, weil in Pennsylvania zunächst die Stimmen vom Wahltag gezählt wurden - und die fielen mehrheitlich für Trump aus. Die Frühwähler, die eher für Biden stimmten, wurden erst später ausgewertet. Bei noch Hunderttausenden ausstehenden Stimmen hat Biden die Chance, Trump in diesem wichtigen"Swing State" noch zu überholen. Wenn er das schafft, hat er die Wahl gewonnen.

Bei der Wahl 2016 konnte sich Trump in Pennsylvania sehr knapp durchsetzen. Er lag nur 0,7 Prozentpunkte vor seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

+++ 06.11.2020: Maas: Trumps Verhalten widerspricht "demokratischer Kultur" der USA +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat US-Präsident Donald Trump erstmals offen für seine Bemühungen um einen Stopp der Stimmenauszählung nach der US-Wahl kritisiert. "Zu einem Zeitpunkt, als das Wahlergebnis noch schöner war für Herrn Trump, dann zu fordern, dass die Auszählung beendet wird, entspricht nicht ganz der demokratischen Kultur, die wir von den Vereinigten Staaten kennen", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der ARD.

Er rief alle Beteiligten dazu auf, das Wahlergebnis anzuerkennen. "Wichtig wäre, dass das Ergebnis dann irgendwann von allen akzeptiert wird. Das entspricht den demokratischen Regeln", sagte er. "Es ist einfach ein Gewinner zu sein, aber manchmal ist es ganz schön schwer ein Verlierer zu sein."

In der Wahlnacht hatte sich US-Präsident Trump im Weißen Haus während der laufenden Auszählung der Stimmen zum Sieger erklärt und angekündigt, die Auszählung durch das Oberste Gericht stoppen lassen zu wollen. Inzwischen hat er in mehreren Staaten rechtliche Schritte eingeleitet.

Die Bundesregierung als Ganzes hat sich dazu noch nicht positioniert. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Mittwoch gesagt, solange es kein Endergebnis gebe, "verfolgt die Bundesregierung alles aufmerksam, aber sie kommentiert den Stand der Dinge nicht".

+++ 06.11.2020: Biden hat "keinen Zweifel" an bevorstehendem Sieg +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden glaubt weiter an einen Sieg bei der US-Wahl. "Wir haben keinen Zweifel, dass, sobald die Auszählung beendet ist, Senatorin Kamala Harris und ich zu den Gewinnern erklärt werden", sagte Biden am Donnerstag bei einem kurzen Auftritt in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Er und seine Vize-Kandidatin fühlten sich weiterhin sehr gut angesichts des derzeitigen Stands des Rennens. Biden gab sich zuversichtlich, dass das Ergebnis der Wahl sehr bald feststehen werde.

+++ 06.11.2020: John Bolton: Es gibt keinen Hinweis auf Wahlbetrug +++

Der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton hat seinen Ex-Chef Donald Trump dafür kritisiert, dass er auf einen Stopp der Stimmenauszählung bei der Präsidentenwahl dringt. Es gebe keinen Hinweis auf Wahlbetrug, wie US-Präsident Trump dies behaupte, sagte Bolton am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Was der US-Präsident mache, sei "unverantwortlich" und "beispiellos". Bolton sagte weiter, es gebe viele Republikaner, denen es unangenehm sei zu sehen, dass Trump es nicht gelinge, sein eigenes Interesse vom Interesse des Landes zu trennen. Bolton, einst enger Vertrauter von Trump, war im September 2019 vom US-Präsident als Sicherheitsberater wegen Meinungsverschiedenheiten geschasst worden.

+++ 06.11.2020: Demokrat Biden fordert Amerikaner zu Geduld und Besonnenheit auf +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Amerikaner aufgerufen, angesichts der andauernden Auszählung aller Stimmen geduldig und besonnen zu bleiben. «Die Demokratie ist manchmal chaotisch. Sie erfordert manchmal auch ein bisschen Geduld», sagte Biden am Donnerstag in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Die Demokratie in den USA habe sich über 240 Jahre bewährt und sei ein Beispiel für die ganze Welt, sagte er. Er und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris seien sehr zuversichtlich, dass sie nach Auszählung der Stimmen die Wahl gewonnen haben werden. «Deswegen bitte ich alle, die Ruhe zu bewahren», sagte Biden. «Der Ablauf funktioniert, das Auszählen wird zu Ende gebracht.»

+++ 06.11.2020: Richterin in Michigan weist Trumps Klage gegen Auszählung ab +++

Eine Richterin im US-Bundesstaat Michigan hat Medienberichten zufolge eine Klage von Präsident Donald Trumps Wahlkampfteam gegen die Stimmauszählung abgewiesen. Die Beschwerde über angeblichen Betrug beruhe nur auf Hörensagen, zudem sei die Auszählung bereits abgeschlossen, erklärte Richterin Cynthia Stephens demnach am Donnerstag. Das berichteten unter anderem die "New York Times" und die örtliche Zeitung «Detroit Free Press» unter Berufung auf die Anhörung. Eine schriftliche Erklärung der Richterin solle erst in den kommenden Tagen folgen, hieß es.

Die Richterin lehnte auch das Ansinnen von Trumps Team ab, die Videoaufnahmen von Wahlurnen zu bekommen, die für die Abgabe von Briefwahlstimmen aufgestellt worden waren. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, sagte die Richterin laut "Detroit Free Press". Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden konnte sich den Staat Michigan mit einem Vorsprung von rund 150 000 Stimmen sichern.

Auch im Bundesstaat Georgia wies ein Richter Medienberichten zufolge eine von Trump angestrengte Klage als grundlos zurück. Trumps Wahlkampfteam hatte geklagt, weil angeblich 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien. In Georgia zeichnete sich ein extrem knappes Wahlergebnis ab. Trumps Wahlkampfteam hat seit der Wahl am Dienstag bereits in mehreren Bundesstaaten Klagen angestrengt.

 

+++ 06.11.2020: Trump droht mit Klagewelle zur US-Wahl - Biden rückt Sieg näher +++

US-Präsident Donald Trump will sich mit einer Klagewelle gegen die drohende Wahlniederlage stemmen. Der Amtsinhaber stellte sich bei einem Auftritt im Weißen Haus als ein Opfer von Wahlbetrug dar. Mehrere führende Politiker seiner Republikanischen Partei kritisierten den Vorstoß des Präsidenten. Unterdessen lag Herausforderer Joe Biden mit der Auszählung in den letzten verbliebenen Bundesstaaten auf Kurs zum Sieg bei der Präsidentenwahl.

In Pennsylvania und Georgia holte Biden immer weiter den anfänglichen Vorsprung von Trump auf, während dort die per Post eingegangenen Stimmzettel ausgezählt wurden. In Georgia lag Biden zum Stand 4.00 Uhr MEZ noch rund 1900 Stimmen hinter Trump zurück, in Pennsylvania waren es noch gut 42 000. Pennsylvania allein könnte Biden ins Weiße Haus bringen. Der Bundesstaat stellt 20 Wahlleute, während man für einen Sieg bei der Wahl 270 Wahlleute hinter sich vereinen muss. Georgia bringt 16 Wahlleute. Ob ein Erfolg dort für Bidens Sieg reicht, hing noch von der weiteren Entwicklung in Arizona ab.

Der Bundesstaat mit elf Wahlleuten wurde von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News nach deren Berechnungen bereits Biden zugeschlagen. Biden käme damit auf 264 Stimmen von Wahlleuten - und jeder weitere Bundesstaat würde ihn über die Schwelle heben. Zugleich holte Trump in Arizona zuletzt auf. Zum Stand 4.00 Uhr MEZ lag Biden noch gut 46 000 Stimmen vor Trump. AP und Fox News behielten ihre Prognose aufrecht.

Trump prangerte bei seinem Auftritt am Donnerstagabend (Ortszeit) ohne jegliche Belege eine Reihe angeblicher Manipulationen der Abstimmung vom Dienstag an. Dabei sieht er sich weiterhin und trotz noch laufender Auszählung in einer Reihe von Staaten als legitimer Sieger. "Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit", sagte Trump. "Wenn man die illegalen Stimmen zählt, dann können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen."

Trump hat bislang keine Beweise für seine Behauptungen vorgelegt, dass es massiven Wahlbetrug gegeben habe. Außerdem gab es keine Anhaltspunkte dafür: Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa haben eigenen Aussagen zufolge "keinerlei Hinweise auf systemische Probleme finden können». Trump kritisierte weiter, dass vor der Wahl zu seinem Schaden wissentlich falsche Umfrageergebnisse veröffentlicht worden seien. Tatsächlich sahen viele Umfragen Herausforderer Joe Biden deutlich besser als es die bisherigen Ergebnisse tun.

Trump kündigte auch erneut an, sich massiv vor Gericht gegen eine Niederlage zu wehren. "Es wird eine Menge Klagen geben. Wir können nicht zulassen, dass eine Wahl auf diese Weise gestohlen wird". Trumps Team hatte bereits in einigen Bundesstaaten Klagen gegen die Stimmauszählung eingereicht. In Michigan und Georgia wurden diese Beschwerden abgewiesen.

In einem in der Nacht zum Donnerstag bekanntgewordenen Brief forderten Anwälte von Trumps Wahlkampfteam Justizminister Bill Barr zu Ermittlungen auf. Sie behaupteten, sie hätten in Nevada 3062 Personen festgestellt, die unrechtmäßig ihre Stimme in dem Bundesstaat abgegeben hätten.

Trump musste sich scharfe Kritik von Mitgliedern seiner Partei für sein Vorgehen gefallen lassen. "Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben", schrieb der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, auf Twitter. In einem Interview mit dem Sender PBS warf er Trump und dessen Lager vor, mit Warnungen vor der Briefwahl den Boden für das jetzige Vorgehen - das Anzweifeln der Ergebnisse - bereitet zu haben. Hogan ist der Vorsitzende der Nationalen Vereinigung der Gouverneure.

Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger forderte, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. "Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten... Das wird langsam verrückt", schrieb er auf Twitter.

Der einflussreiche Vorsitzende des Justizausschusses im US-Senat, Lindsey Graham, stellte sich dagegen auf die Seite von Trump und spendete 500 000 Dollar für dessen Anwaltsfonds.

+++ 06.11.2020: Ergebnis im US-Schlüsselstaat Pennsylvania für Freitag angekündigt +++

Die Behörden in Pennsylvania erwarten für diesen Freitag das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in diesem US-Staat. Dann werde der größte Teil der Stimmen ausgezählt sein, sagte Staatssekretärin Kathy Boockvar am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Harrisburg. Sie begründete die lange Auszählungsdauer mit der hohen Zahl von Briefwahlstimmen und dem voraussichtlich sehr knappen Ausgang.

In der Nacht zum Freitag (MEZ) standen noch über 300 000 Briefwahlstimmen aus. Amtsinhaber Donald Trump führte mit etwa 75 000 Stimmen vor seinem Herausforderer Joe Biden.

Wegen des höheren Anteils von Anhängern der Demokratischen Partei unter den Briefwählern ist es möglich, dass Biden in der weiteren Auszählung Trump noch überholt. Bei 20 zu vergebenden Wahlleuten würde dies bedeuten, dass Biden die erforderliche Mehrheit von 270 Wahlleuten erreicht und damit zum Nachfolger Trumps werden kann. Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, vor allem aus dem Großraum der Millionenstadt Philadelphia und der Stadt Pittsburgh.

Zu den nach Schließung der Wahllokale eingetroffenen Briefwahlstimmen sagte Boockvar, sie erwarte nicht, dass diese das Ergebnis nennenswert beeinflussen könnten. Ihre Zahl sei voraussichtlich überschaubar. In Pennsylvania sind auch Briefwahlstimmen gültig, die wegen Verspätungen im Postversand bis Freitag eintreffen. Diese werden gesondert ausgezählt. Vom Trump-Team beauftragte Anwälte wollen gerichtlich verhindern, dass diese Stimmen als gültig gewertet werden.

Abgesehen von einem mehrere Wochen zurückliegenden Fall habe sie keine Kenntnis von versuchtem Wahlbetrug, sagte Boockvar. Es werde alles getan, um eine absolut zuverlässige Auszählung zu garantieren. "Unsere Wahlsysteme und Datenbanken stellen sicher, dass kein Wähler mehr als eine Stimme abgeben kann."

+++ 05.11.2020, 20.30 Uhr: US-Staat Pennsylvania erwartet Wahlergebnis noch am Donnerstag +++

In Pennsylvania kann nach Auskunft der zuständigen Behörde bis Donnerstagabend (Ortszeit) mit einem Ergebnis der Präsidentschaftswahl gerechnet werden. Zurzeit seien rund 550 000 Stimmzettel noch nicht ausgezählt, sagte Staatssekretärin Kathy Boockvar dem TV-Sender CNN. Sie sei zuversichtlich, dass die meisten dieser Stimmen am Donnerstag gezählt werden könnten. Auf die Frage, ob bis zum Ende des Tages (Freitagmorgen MEZ) ein Gewinner in Pennsylvania bekanntgegeben werden könnte, antwortete sie: "Ja, das könnten wir definitiv."

Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, allein 100 000 aus dem Großraum der Millionenstadt Philadelphia, die als Hochburg der Demokratischen Partei gilt. Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent lag der republikanische Präsident Donald Trump mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor dem demokratischen Herausforderer Joe Biden mit 48,5 Prozent.

Zu den nach Schließung der Wahllokale eingetroffenen Briefwahlstimmen sagte Boockvar, sie erwarte nicht, dass diese das Ergebnis nennenswert beeinflussen könnten. Am Mittwoch seien 500 Wahlbriefe eingetroffen. In Pennsylvania sind auch Briefwahlstimmen gültig, die wegen Verspätungen im Postversand bis Freitag eintreffen. "Wir zählen jede Stimme", sagte die Staatssekretärin. Sie betonte, dass die Auszählung für alle transparent und offen sei. Jeder Kandidat und jede Partei habe autorisierte Vertreter benannt, um die Auszählung zu beobachten.

+++ 05.11.2020, 18.58 Uhr: Biden baut Vorsprung in Nevada um wenige Tausend Stimmen aus +++

Im wichtigen US-Bundesstaat Nevada hat Trump-Herausforderer Joe Biden seinen knappen Vorsprung ausgebaut. Nach langem Stillstand bei der Meldung des Auszählungsstandes kamen am Donnerstag mehrere Tausend Stimmen hinzu. Damit liegt der Demokrat nun knapp 12 000 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump, das entspricht einem Prozentpunkt. Es wurden etwa 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis in Nevada könnte wahlentscheidend für Biden werden.

+++ 05.11.2020, 18.50 Uhr: Biden ruft Amerikaner zu Geduld auf +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Amerikaner angesichts einer noch andauernden Auszählung der Stimmen bei der US-Wahl zu Geduld aufgerufen. "Seid geduldig, Leute. Stimmen werden gezählt, und wir haben ein gutes Gefühl mit Blick darauf, wo wir stehen", schrieb Biden am Donnerstag auf Twitter. US-Präsident Donald Trump zweifelte dagegen über seinen Twitter-Kanal die Rechtmäßigkeit der Auszählung an und forderte ein Ende des "Wahlbetrugs". Allerdings gibt es darauf laut Verantwortlichen in den Bundesstaaten keine Hinweise.

Zwei Tage nach der Präsidentenwahl hat Biden sehr gute Chancen auf einen Wahlsieg. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Republikaner Trump noch gewinnt, wurde dagegen deutlich geringer.

+++ 05.11.2020, 18.19 Uhr: Justizminister in Pennsylvania zu Trump: "Wahlkampf ist vorbei" +++

Der Justizminister des bei der US-Präsidentenwahl heftig umkämpften Bundesstaates Pennsylvania hat Forderungen von Präsident Donald Trump zum Stopp der Auszählung zurückgewiesen. "Das Erste, was ich sage, ist, dass der Wahlkampf vorbei ist", sagte der Demokrat Josh Shapiro am Donnerstag im Interview mit dem TV-Sender CNN. Die Auszählung der Briefwahlstimmen werde trotz wiederholter Beschwerden des Wahlkampfteams von Trump weitergehen. "Wir werden sicherstellen, dass alle diese Stimmen geschützt und gezählt werden."

Gleichzeitig zeigte Shapiro sich zuversichtlich, dass die Regelung Pennsylvanias, auch noch Tage nach dem Wahltag Stimmen auszählen zu dürfen, vor Gericht weiterhin Bestand haben werde. In Pennsylvania liegt Trump knapp vorne, doch sein Herausforderer Joe Biden holt bei der momentanen Auszählung der Briefwahlstimmen immer weiter auf. Sollte Biden in dem Bundesstaat siegen, hätte er auch die Wahl gewonnen.

+++ 05.11.2020, 18.08 Uhr: Trump behauptet: "reichlich Beweise" für Wahlbetrug +++

Entgegen der Aussagen von Verantwortlichen für die US-Wahl sieht US-Präsident Donald Trump "reichlich Beweise" für Wahlbetrug. Auf Twitter schrieb Trump am Donnerstag, dass sein Team wegen Wahlfälschung und Wahlbetrug auf staatlicher Ebene rechtliche Schritte in denjenigen Staaten einleiten werde, die sein Herausforderer Joe Biden "für sich beansprucht" habe. "WIR WERDEN GEWINNEN!", schrieb Trump. Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis.

Trumps Wahlkampfteam hat in mehreren Bundesstaaten bereits juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet. Für den Amtsinhaber ist das Rennen um das Weiße Haus zuletzt enger geworden. Die Auszählungen dauerten an - Verantwortliche in den Bundesstaaten mahnten Geduld an.

Dass sich die Auszählung zieht, war erwartet worden, weil Millionen Amerikaner wegen der Corona-Pandemie per Brief abstimmten. Trump warnte schon vor der Wahl ohne Beleg vor massiven Fälschungen. Hinweise auf nennenswerten Wahlbetrug gab es jedoch nicht.

+++ 05.11.2020, 17.35 Uhr: Georgia mahnt bei Auszählung Ruhe an - 60 000 Stimmen offen +++

Bei der Stimmauszählung der US-Präsidentenwahl im extrem engen Rennen im Bundesstaat Georgia haben die Behörden Ruhe angemahnt. Noch stünden etwa 60 000 Stimmen aus, die das Präsidentschaftsrennen für Präsident Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden beeinflussen könnten. "Ich denke, wir sind uns alle einig, dass eine genaue und faire Zählung viel wichtiger ist als eine schnelle Zählung", sagte Gabriel Sterling, ein Mitarbeiter des Staatssekretärs in Georgia, am Donnerstag. Sterling wollte sich nicht darauf festlegen, wann Endergebnisse vorliegen.

Angesichts von Verzögerungen beim Wahlergebnis hat unter anderem Trump von "massivem Betrug" gesprochen. Sterling wies das zurück. "Das sind 159 Wahlleiter und -Mitarbeiter, die hier die Aufgabe haben, die Demokratie zu schützen", sagte er. "Diese Leute haben nichts mit Wahlbetrug zu tun. Diese Leute haben nichts mit der Einschüchterung von Wählern zu tun. Ich sage Ihnen, sie machen jeden Tag ihre Arbeit. Es ist schwer. Und wir sind ihnen dafür dankbar." Sterling versicherte, dass jeder rechtmäßige Stimmzettel ausgezählt werde. Es sei erwartet worden, dass die Ergebnisse in Georgia nicht in der Wahlnacht vorlägen.

Sterling zufolge kommen die offenen Stimmen vor allem aus Counties, die bislang mit teilweise großer Mehrheit für Biden gestimmt haben. Dazu gehören die Gebiete um die Metropole Atlanta. Es scheint daher möglich, dass Trump seinen momentanen Vorsprung von weniger als 20 000 Stimmen noch verlieren könnte.

+++ 05.11.2020, 16.48 Uhr: Biden fehlt ein Bundesstaat zum Sieg +++

Zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat Herausforderer Joe Biden gute Chancen auf einen Wahlsieg, für Amtsinhaber Donald Trump sind sie dagegen deutlich geringer. In den noch nicht entschiedenen Bundesstaaten Pennsylvania, North Carolina, Georgia und Nevada zählten Wahlhelfer rund um die Uhr Stimmen aus. Zu teilweise gewaltsamen Protesten kam es am Mittwochabend in New York, Portland, Detroit, Chicago und Philadelphia.

Ein Sieg in nur noch einem Staat würde Biden reichen für die erforderliche Mehrheit von 270 Stimmen in der Wahlversammlung (Electoral College). Trump benötigt eine Mehrheit in allen vier Staaten - falls sich in Arizona das bisherige Ergebnis für Biden bestätigen sollte. In mehreren Staaten schickte Trumps Wahlkampfteam Anwälte mit Klagen los, um mit juristischen Mitteln die drohende Niederlage zu verhindern.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News hat Biden bislang die Stimmen von 264 Wahlleuten sicher. Andere Medien wie der Sender CNN und die "New York Times" sahen Biden erst bei 253 Stimmen. Grund dafür ist, dass sie den Staat Arizona noch nicht für entschieden halten.

+++ 05.11.2020, 15.53 Uhr: Trump fordert sofortigen Stopp der Auszählung +++

US-Präsident Donald Trump hat zwei Tage nach der Wahl erneut ein sofortiges Ende der Auszählung gefordert. "Stoppt die Auszählung!", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter in Großbuchstaben. In mehreren Bundesstaaten, in denen sich knappe Ergebnisse abzeichnen, wurden noch Stimmen gezählt. Darunter waren Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Arizona und Nevada. Verbleibende und rechtmäßig abgegebene Stimmen nicht mehr auszuzählen, würde gegen geltendes Recht verstoßen.

Trump hatte bereits in der Wahlnacht von massivem Betrug gesprochen, ohne Beweise anzuführen. Zudem erklärte er sich vorzeitig zum Sieger. Im Zwischenstand lag sein demokratischer Herausforderer Joe Biden am Donnerstag vorn. Nach den Berechnungen von US-Medien hat der ehemalige Vizepräsident aus den Bundesstaaten mindestens 253 Wahlleute-Stimme sicher. Zum Sieg erforderlich sind 270 Stimmen.

+++ 05.11.2020, 14.06 Uhr: Teils gewaltsame Proteste rund um die Stimmenauszählung +++

Rund um die Auszählung der Wahlstimmen in den USA ist es in mehreren Städten zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. In Portland im Bundesstaat Oregon gab es am Mittwochabend (Ortszeit) Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten dort, jede Stimme zu zählen. Laut Medienberichten wurden Schaufensterscheiben zerstört. Die Polizei sprach von geladenen Waffen und Feuerwerkskörpern, die auf Polizisten geworfen worden seien. Auch die Nationalgarde sei aktiviert worden.

In New York City kam es nach einem Bericht der "New York Times" zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Polizei meldete, sie habe mehr als 20 Personen festgenommen, die einen friedlichen Protest hätten kapern wollen. Auch in Chicago und Philadelphia wurden Proteste gemeldet, in Minneapolis blockierten nach Angaben der «New York Times» mehrere Hundert Demonstranten eine Bundesstraße.

In Detroit im Bundesstaat Michigan versammelte sich eine Gruppe von Demonstranten vor einem Auszählungsbüro und skandierte "Stoppt die Auszählung", wie auf Videos mehrerer Medien zu sehen ist. Auch in Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich am Mittwochabend (Ortszeit) mehrere Dutzend Demonstranten vor einem Behördengebäude, in dem Stimmen ausgezählt wurden, wie auf Bildern des Fernsehsenders CNN zu sehen ist. Einer CNN-Reporterin zufolge forderten einige den Stopp der Auszählung. Andere wollten dagegen, dass alle Stimmen gezählt werden. Einige hätten Waffen wie Automatikgewehre dabei gehabt.

+++ 05.11.2020, 12.20 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen in Georgia +++

Im demokratischen Atlanta im Bezirk Fulton County wurden 10.000 weitere Briefwahlzettel ausgezählt. Dabei holte Biden 4400 Stimmen auf. Trump liegt nur noch 18.540 Stimmen vorn. In der Metropole Atlanta gibt es viele schwarze Wähler, die in der Vergangenheit gern demokratisch gestimmt haben.

+++ 05.11.2020, 12.10: Bekanntgabe neuer Zahlen um 18 Uhr MEZ +++

Die Wahlhelfer kommen mit dem Auszählen der Stimmen nur langsam voran, denn in den USA ist gerade Nacht, dennoch arbeiten einige Team die Nacht hindurch. In Georgia schwindet die Führung von Trump weiter.

Um 18 Uhr deutscher Zeit sollen die neuen Zahlen der Wahlzettel-Auszählungen bekanntgegeben werden. Das berichtet der Nachrichtensender "WELT".

+++ 05.11.2020, 10.10 Uhr: Trump ruft wutentbrannt bei "Fox News" an +++

Joe Bidens Vorsprung in Arizona wird knapper. Nachdem der Sender "Fox News" Arizona für Joe Biden ausrief, obwohl dort zuvor Trump als Favorit galt, sah Donald Trump einen Verrat "seines" Nachrichtensenders.Wie "Focus online" unter Berufung auf die „Vanity Fair" berichtet, soll der US-Präsident Trump persönlich bei "Fox News"-Chef Murdoch angerufen haben und in einem lautstarken Gespräch verlangt haben, die Entscheidung zurückzunehmen. Murdoch weigerte sich jedoch und meinte, seine Statistiker hätten richtig entschieden.

+++ 05.11.2020, 10.00 Uhr Trump-Anhänger protestieren gegen Auszählung der Stimmen +++

Biden hat Michigan zwar schon für sich gewonnen, dennoch zählen Wahlhelfer die übrigen Stimmen weiter gewissenhaft aus. Trump-Befürworter protestieren dagegen. In Detroit fordern sie vor einem Wahllokal dazu auf, mit dem Stimmenzählen aufzuhören.

+++ 05.11.2020, 08.10 Uhr: Wahl wird weiter ausgezählt - Biden liegt vorn +++

In den USA wird immer noch ausgezählt. Auch an Tag zwei nach Schließung der Wahllokale ist offen, wer die Supermacht künftig als Präsident anführt. Die Entscheidung fällt in einer Handvoll umkämpfter Bundesstaaten, in denen die Kandidaten teils nur wenige Tausend Stimmen auseinander liegen. Experten sehen inzwischen leichte Vorteile für den Demokraten Joe Biden: Ihm fehlt nur noch ein Staat zum Wahlsieg. Doch Amtsinhaber Donald Trump will auch dann nicht kampflos aufgeben. Letztlich könnte sich alles vor Gericht entscheiden. Den USA droht eine unruhige Hängepartie.

Joe Biden geht als Favorit auf die Zielgerade, während in den USA die letzten Stimmen bei der Präsidentenwahl ausgezählt werden. Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten scheint der Herausforderer Biden nur noch wenige Schritte vom Weißen Haus entfernt. Amtsinhaber Donald Trump reklamierte allerdings den Sieg für sich und schickte in mehreren Bundesstaaten seine Anwälte mit Klagen los. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News kommt Biden inzwischen auf 264 der für einen Sieg bei der Präsidentenwahl nötigen 270 Stimmen von Wahlleuten. Demnach bräuchte der ehemalige Vize von Präsident Barack Obama nur noch einen Bundesstaat für sich zu entscheiden, um zu gewinnen.

+++ 05.11.2020, 06.50 Uhr: Proteste von Trump-Anhängern +++

In Arizona protestieren Trump-Anhänger vor einer Wahlbehörde. Aktuell liegt Biden in Arizona vor Trump.

Zahlreiche Proteste in der US-Wahlnacht hielten die Polizisten in Schach.

Zahlreiche Proteste in der US-Wahlnacht hielten die Polizisten in Schach. Bild: dpa

+++ 05.11.2020, 03.33 Uhr: Nevada: Nächstes Update zu Wahlergebnis erst am Donnerstag +++

Der Bundesstaat Nevada, der die US-Präsidentenwahl entscheiden könnte, will erst am Donnerstagabend deutscher Zeit wieder frische Informationen zum Stand der Auszählung veröffentlichen. Die Behörden verwiesen am Mittwoch (Ortszeit) darauf, dass noch rechtzeitig per Post verschickte Stimmzettel gültig seien, die bis zum späten Nachmittag am 10. November eintreffen. Updates zum Stand des Rennens solle es ab Donnerstag täglich um 9.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) geben.

Gemäß dem aktuellen Stand der Auszählung führt der demokratische Herausforderer Joe Biden knapp vor Amtsinhaber Donald Trump mit 49,33 zu 48,69 Prozent.

Nach den bisherigen Berechnungen der Nachrichtenagentur AP auf Basis von Wählerbefragungen und erster Stimmauszählungen in den Bundesstaaten kommt Biden insgesamt auf 264 der für einen Sieg nötigen Stimmen von 270 Wahlleuten. Nevada mit seinen sechs Wahlleuten könnte ihm eine Punktlandung bescheren. In den Berechnungen von AP sind auch die Ergebnisse in Georgia, North Carolina und Pennsylvania noch offen. Biden reicht demnach der Sieg in einem weiteren Bundesstaat, Trump müsste sie alle gewinnen.

+++ 05.11.2020, 02.28 Uhr: Trump reicht in Georgia weitere Klage ein +++

Donald Trump versucht nun auch im Bundesstaat Georgia, ein Gericht in die Auszählung der Stimmen bei der Präsidentenwahl eingreifen zu lassen. Der Präsident und die Republikanische Partei reichten am Mittwoch (Ortszeit) eine Klage im Chatham County des Bundesstaates ein. Darin forderten sie, das Gericht solle in dem Bezirk für eine strikte Abtrennung von Briefwahlunterlagen sorgen, die nach dem Ende der Stimmabgabe am Dienstagabend eintrafen.

Trumps Wahlkampfteam begründete den Schritt damit, dass laut einem Beobachter 53 Stimmzettel illegal zum Stapel rechtzeitig eingetroffener Wahlunterlagen hinzugefügt worden seien. In Georgia dürfen - anders als in mehreren anderen Bundesstaaten - per Post verschickte Stimmzettel nur ausgezählt werden, wenn sie vor Schließung der Wahllokale eintrafen.

+++ 05.11.2020, 23.30 Uhr: Trump beansprucht Sieg in umkämpften Bundesstaaten für sich +++

Präsident Donald Trump will seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden bei der US-Wahl in vier umkämpften Bundesstaaten mit großem Vorsprung geschlagen haben. Er liege in Pennsylvania, Georgia, North Carolina deutlich vorne und in Michigan sei eine «große Anzahl» Stimmzettel heimlich weggeschmissen worden, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Die Plattform versah Trumps Nachrichten umgehend mit Warnhinweisen.

In Pennsylvania, Georgia und North Carolina dauerte die Auszählung am Mittwochabend (Ortszeit) noch an. Den Bundesstaat Michigan hingegen gewann nach Angaben der Sender CNN und NBC der Demokrat Biden. Nach den bisherigen Auszählungsergebnissen schien Trump in Georgia und North Carolina knapp in Führung zu liegen. In Pennsylvania ergab sich ein ähnliches Bild. Experten gingen aber davon aus, dass Biden dort wegen der zahlreichen noch auszuzählenden Briefwahlstimmen Trump durchaus noch überholen könnte.

+++ 05.11.2020, 22.30 Uhr: Biden: Haben genug Stimmen für Wahlsieg +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden geht von einem Sieg bei der US-Wahl aus. "Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen, die erforderlich sind, um die Präsidentschaft zu gewinnen", sagte Biden am Mittwoch in Wilmington (Delaware). Er betonte dabei, dass er den Sieg noch nicht offiziell für sich reklamieren wolle. Doch sein Team glaube, dass er die Abstimmung gewonnen habe. Wenn die Auszählung beendet sei, "glauben wir, dass wir die Gewinner sein werden", sagte Biden.

Der 77-Jährige gab sich bei seiner Ansprache präsidial und betonte, dass Amerika die tiefe Spaltung überwinden müsse. "Um Fortschritte zu machen, müssen wir aufhören, unsere Gegner wie Feinde zu behandeln", sagte Biden. "Wir sind keine Feinde." Er wisse, wie stark die Ansichten über viele Dinge im Land auseinandergingen.

Biden sagte, er habe als Demokrat Wahlkampf gemacht. "Aber ich werde als amerikanischer Präsident regieren", fügte er hinzu. Die Präsidentschaft sei das eine Amt, das die Nation repräsentiere.

+++ 04.11.2020, 22.28 Uhr: Prognosen: Biden holt wichtigen Bundesstaat Michigan +++

Bei der US-Präsidentenwahl hat der demokratische Kandidat Joe Biden den wichtigen Bundesstaat Michigan mit 16 Wahlleuten nach Prognosen von Fernsehsendern für sich entschieden. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender CNN und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner.

+++ 04.11.2020, 22.13 Uhr: Trump ergreift weitere rechtliche Schritte in Pennsylvania +++

US-Präsident Donald Trump greift zu weiteren rechtlichen Schritten im Ringen um die Auszählung der Wählerstimmen im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Trumps Wahlkampfteam forderte in einer am Mittwoch eingereichten Klage unter anderem, dort die weitere Auszählung der Stimmen auszusetzen, bis ihre Wahlbeobachter besseren Zugang dazu bekommen. Auch geht die Trump-Seite in einer weiteren Klage erneut dagegen vor, dass noch per Brief verschickte Stimmzettel gezählt werden sollen, die bis Freitagnachmittag bei der Wahlkommission eingehen.

Trump liegt in Pennsylvania bisher vorn, sein Vorsprung schrumpft aber, während Briefwahlunterlagen ausgezählt werden. Mit 20 Stimmen von Wahlleuten könnte Pennsylvania ein entscheidender Bundesstaat für die Präsidentenwahl sein. Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien erklärte den Präsidenten in einer Telefonkonferenz am Mittwoch bereits zum Sieger in Pennsylvania, während dort noch Stimmen ausgezählt wurden. Trump hatte zuvor bereits auch die gesamte Wahl für sich reklamiert, obwohl der demokratische Herausforderer Joe Biden aktuell gute Chancen auf den Sieg hat.

Die Republikaner leiteten bereits weitere rechtliche Schritte nach der Wahl am Dienstag ein. So fordern sie, die Auszählung in Michigan auszusetzen - sowie eine Neuauszählung im Bundesstaat Wisconsin, wo Biden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP das Rennen für sich entschieden hat. Biden kann die Präsidentschaft weiterhin auch ohne Pensylvania gewinnen.

+++ 04.11.2020, 20.11 Uhr: Niederlage für Trump, Wisconsin geht an Biden +++

Joe Biden kommt seinem Ziel, neuer US-Präsident zu werden, immer näher. Trumps Herausforderer konnte den wichtigen US-Bundesstaat Wisconsin laut CNN für sich gewinnen.

+++ 04.11.2020, 19.55 Uhr: AP: Trump sichert sich weitere Wahlperson in Maine +++

US-Präsident Donald Trump hat sich bei der US-Wahl im Bundesstaat Maine eine weitere Stimme der Wahlleute gesichert. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen.

In dem Bundesstaat am nordöstlichsten Zipfel der USA gehen wie in Nebraska nicht alle Wahlleute komplett an den Gewinner. Neben zwei Wahlleuten, die auf dem Gesamtergebnis des Staates basieren, werden dort zwei weitere Wahlpersonen auf Basis der Ergebnisse in einzelnen Wahlbezirken bestimmt.

Der 2. Distrikt ging nun an Trump - zuvor hatte sich Herausforderer Joe Biden AP zufolge die übrigen drei Wahlleute gesichert. Um Präsident zu werden, braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlleuten.

+++ 04.11.2020, 19.26 Uhr: Trump will Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin +++

Gespannt wurde am Mittwoch die Auszählung in mehreren Staaten im Mittleren Westen und im Süden verfolgt. In Michigan, Nevada und Wisconsin zeichnete sich ein leichter Vorsprung für Biden ab. Trumps Wahlkampfteam will möglicherweise eine Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin beantragen, dort sei es mancherorts zu "Unregelmäßigkeiten" gekommen, "die ernsthafte Zweifel an der Gültigkeit der Ergebnisse wecken", hieß es in einer Mitteilung.

+++ 04.11.2020, 18.29 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen in Georgia - noch 250 000 Stimmen zu zählen +++

Die Behörden in Georgia haben noch rund eine Viertelmillion Stimmen zu zählen, bis sie ein Ergebnis der Präsidentschaftswahl in diesem Bundesstaat bekanntgeben können. Staatssekretär Brad Raffensperger teilte am Mittwoch mit, nach einer Rekordwahlbeteiligung seien noch 200 000 Wahlzettel sowie 40 000 bis 50 000 vorzeitig abgegebene Stimmen zu erfassen. Die Verifizierung der Stimmzettel benötige viel Zeit.

US-Präsident Donald Trump hat in der Nacht zum Mittwoch bereits einen Sieg in Georgia für sich beansprucht und gesagt, es seien nur noch 107 000 Stimmen zu zählen. Die Nachrichtenagentur AP meldete am Mittwoch, es zeichne sich ein so knappes Ergebnis ab, dass noch keine Entscheidung verkündet werden könne. In denjenigen Bezirken, in denen die Stimmenauszählung noch andauere, zeichne sich ein gutes Abschneiden für den demokratischen Kandidaten Joe Biden ab.

Bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatte Trump in Georgia mit fünf Prozentpunkten vor der damaligen Kandidatin Hillary Clinton gewonnen und sich so die 16 Wahlleute für das "Electoral College" gesichert. Für die Präsidentschaft ist eine Mehrheit von 270 Stimmen erforderlich.

+++ 04.11.2020, 18.12 Uhr: Joe Biden gewinnt US-Bundesstaat Maine für sich +++

Joe Biden konnte den Bundesstaat Maine mit seinen vier Wahlmännern für sich gewinnen. Das berichtet "CNN". Biden hatte bis zuletzt einen deutlichen Vorsprung von mehr als 10 Prozent der Stimmen.

+++ 04.11.2020, 17.33 Uhr: Kampf um Georgia, North Carolina, Pennsylvania, Wisconsin, Nevada und Michigan +++

Derzeit steht Biden bei 238 Wahlleuten, Trump bei 214. Offen ist die republikanische Hochburg Alaska, entscheiden wird es sich in den umkämpften Staaten Georgia, North Carolina, Pennsylvania, Wisconsin, Nevada und Michigan. Biden liegt in Nevada und Wisconsin gut im Rennen, in Michigan gibt es nach langem Rückstand eine leichte Tendenz für ihn. Mit diesen Staaten hätte er die nötigen 270 Wahlleute zusammen.

+++ 04.11.2020, 17.02 Uhr: Gouverneur von Pennsylvania: "Stresstest für die Demokratie"

Der Gouverneur im US-Staat Pennsylvania, Tom Wolf, hat die langsame Auszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl als einen "Stresstest für die Demokratie" bezeichnet. Er werde alles tun um sicherzustellen, dass jede Stimme in seinem Bundesstaat gezählt werde, sagte der Politiker der Demokratischen Partei am Mittwoch in Harrisburg. An die Bürgerinnen und Bürger gerichtet sagte Wolf: "Eure Stimme macht bei dieser Wahl einen Unterschied aus." Er werde sich gegen jeden Versuch stellen, die Wahl in Pennsylvania anzugreifen.

Staatssekretärin Kathy Boockvar teilte mit, die Zahl der über Briefwahl abgegebenen Stimmen sei mit 2,5 bis 3 Millionen zehn Mal so hoch wie bei der Wahl vor vier Jahren. "Wir nähern uns einer Auszählung von 50 Prozent der Briefwahlstimmen", sagte sie am Mittwoch und kündigte eine fortlaufende Aktualisierung des Auszählungsstands an. Dabei bat Boockvar um Geduld.

In dem zwischen Demokraten und Republikanern hart umkämpften Staat lag Amtsinhaber Donald Trump am Mittwochnachmittag mit rund zehn Prozentpunkten vorn. Analysten gingen aber davon aus, dass die noch offenen, vor allem über Brief abgegebenen Stimmen mehrheitlich auf Bidens Konto einzahlen dürften.

+++ 04.11.2020, 16.51 Uhr: Demokrat Biden zeigt sich weiter siegessicher +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden ist weiter siegessicher. Das sagte seine Wahlkampfmanagerin Jen O'Malley Dillon am Mittwoch vor Journalisten. "Joe Biden ist auf dem Weg, diese Wahl zu gewinnen und er wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein", sagte sie. Die ausstehenden Ergebnisse würden seinen Sieg wohl bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) klar zeigen, sagte sie weiter. Es sei wichtig, dass alle Stimmen weiter in Ruhe ausgezählt würden. Biden werde in den noch offenen Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Pennsylvania gewinnen, prognostizierte sie.

+++ 04.11.2020, 16.25 Uhr: Weg zu Ergebnissen noch weit - gute Chancen für Biden +++

Es könnte noch Tage dauern, bis die Verantwortlichen in den US-Bundesstaaten ein vorläufiges Ergebnis ausrufen, aber am Mittwochmorgen (Ortszeit) haben sich bei der Auszählung der Präsidentschaftswahl die positiven Zeichen für Joe Biden gemehrt. Der demokratische Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump lag nach einem Sieg in Arizona auch in Nevada und Wisconsin gut im Rennen.

Auch in Michigan gab es nach langem Rückstand eine leichte Tendenz für Biden. Wahlstatistiker mehrerer US-Medien gingen davon aus, dass er durch die noch ausstehenden Stimmen den Staat drehen könnte. Offizielle in Michigan erwarteten, dass es bis zum Ende des Tages am Mittwoch ein klares Bild geben könnte. Mit diesen vier Staaten hätte Biden voraussichtlich auch ohne Pennsylvania die nötige Mehrheit von 270 Wahlleuten.

In Pennsylvania stand noch die Auszählung von mehr als einer Million abgegebener Stimmen aus. Hier hatten Verantwortliche eingeräumt, dass es schlimmstenfalls noch Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Auch in Georgia und mit einigem Abstand North Carolina hatte Biden noch geringe Chancen auf Überraschungen in letzter Minute, weil unter anderem noch in der Großstadt Atlanta viele Stimmen ausstanden.

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden. In den drei Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen.

+++ 04.11.2020, 16.21 Uhr: Trump schimpft auf Twitter über Stimmenauszählung +++

Donald Trump hat sich über die Veränderung von Mehrheitsverhältnissen bei der Auszählung der US-Präsidentschaftswahl empört. Am Dienstagabend habe er in vielen Schlüsselstaaten teilweise solide geführt, schrieb der US-Präsident am Mittwoch im Internet-Dienst Twitter. Dieser Vorsprung sei dann in einem Bundesstaat nach dem anderen "auf magische Weise verschwunden". Dies sei "sehr merkwürdig", fügte der Amtsinhaber in Großbuchstaben hinzu. Zuvor hatte sich Trump vorzeitig zum Wahlsieger erklärt. Der demokratische Kandidat Joe Biden erklärte am Mittwoch auf Twitter: "Wir ruhen nicht, ehe nicht jede Stimme gezählt ist."

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Bei den Briefwählern hat Biden nach Umfragen einen Vorteil gegenüber Trump.

+++ 04.11.2020; 15.34 Uhr: Biden bei absoluter Stimmenzahl weit vor Trump - nicht entscheidend +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat nach vorläufigen Ergebnissen landesweit gut 2,6 Millionen Stimmen mehr erhalten als Amtsinhaber Donald Trump - diese absolute Zahl der Stimmen ist aber nicht entscheidend für das von den Mehrheiten der Einzelstaaten bestimmte Rennen um das Weiße Haus. Nach Erhebungen der Nachrichtenagentur AP und anderer Medien entfielen bis Mittwochnachmittag (MEZ) mindestens 68,9 Millionen Stimmen auf Biden und 66,3 Millionen auf Trump. Die Auszählung der Stimmen dauerte weiter an.

Der Leiter des Statistikportals "FiveThirtyEight", Nate Silver, äußerte auf Twitter die Erwartung, dass Biden auch die bisherige Höchstzahl von absoluten Stimmen bei einer US-Präsidentschaftswahl übertreffen wird. Diesen bislang höchsten Wert erzielte Barack Obama bei seiner ersten Wahl 2008 mit rund 69,5 Millionen Stimmen.

Bereits vor der Wahl am Dienstag machten mehr als 100 Millionen Wähler von unterschiedlichen Möglichkeiten Gebrauch, ihre Stimme vorzeitig abzugeben. Ein Grund war vermutlich angesichts der raschen Ausbreitung der Corona-Pandemie die Angst vor der Infektionsgefahr bei persönlicher Stimmabgabe. Nach Erhebungen von AP dürfte die Wahlbeteiligung voraussichtlich klar höher sein als vor vier Jahren. Damals nahmen 139 Millionen Bürgerinnen und Bürger an der Wahl teil. Deutlich höhere Wahlbeteiligungen wurden unter anderem aus Florida, North Carolina, Georgia und Texas gemeldet.

+++ 04.11.2020; 15.27 Uhr: Biden holt auch Michigan und überholt Trump +++

Es bleibt spannend bei der US-Wahl 2020. Joe Biden dreht auch Michigan und hat die Nase nun vorn.Sowohl die Fernsehsender Fox News und CNN als auch die Nachrichtenagentur AP sehen den Demokraten in dem Bundesstaat knapp vorne. Die 270 Wahlleute-Stimmen sind damit zum Greifen nah.

+++ 04.11.2020; 14.50 Uhr: Auf diese Staaten kommt es in den USA jetzt an +++

Nach dem Wahlkrimi aus der Nacht hängt die Entscheidung über den nächsten US-Präsidenten an wenigen umkämpften Bundesstaaten. In vielen der 50 Staaten gewinnt alle vier Jahre dieselbe Partei. Aber manche sind hart umkämpft: Ein Sieg von Amtsinhaber Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden scheint nun vor allem an sechs größeren Bundesstaaten zu hängen.

PENNSYLVANIA: In dem Bundestaat im Nordosten - einem der Gründerstaaten der USA - konnte sich Trump 2016 sehr knapp durchsetzen. Die 20 Wahlleute gingen also auf ihn. In Pennnsylvania dürfen Briefwahlunterlagen erst am Wahltag erfasst und ausgezählt werden, weshalb das Ergebnis auf sich warten ließ. Gouverneur Tom Wolf erklärte am Mittwoch, es müssten noch rund eine Million Stimmen ausgezählt werden - vor allem Briefwahlstimmen, die Umfragen zufolge eher für Biden ausfallen sollten.

MICHIGAN: Die 16 Wahlleute des Bundesstaats im Mittleren Westen gingen 2016 mit hauchdünner Mehrheit an Trump. Umfragen sahen in diesem Jahr Biden klar in Führung. Die Bearbeitung der Briefwahlunterlagen begann in Michigan erst kurz vor der Wahl. Die für die Wahl verantwortliche Politikerin Jocelyn Benson sagte im Gespräch mit dem Sender CNN, es werde im Laufe des Mittwochs mehr Klarheit geben. Es stünden noch viele Stimmen aus größeren Städten wie Detroit aus. Experten werteten das als gutes Zeichen für Biden.

WISCONSIN: Der nordöstliche Bundesstaat hat zehn Wahlleute zu vergeben. Auch in Wisconsin konnte sich Trump 2016 Trump sehr knapp durchsetzen. In diesem Jahr galt Biden als Favorit. Vieles deutet aber wieder auf ein extrem knappes Rennen hin. Briefwahlunterlagen durften auch dort erst am Wahltag erfasst und ausgezählt werden. Der Auszählungsstand ließ eine Bekanntgabe des Ergebnisses am Mittwoch wahrscheinlich erscheinen.

NORTH CAROLINA: Der Bundesstaat an der Ostküste hat 15 Wahlleute zu vergeben. 2016 konnte sich Trump dort mit gut drei Prozentpunkten Vorsprung durchsetzen. Der bisherige Auszählungsstand deutete auf ein sehr knappes Ergebnis hin. Resultate wurden am Mittwoch erwartet.

GEORGIA: Trump konnte sich in dem südöstlichen Bundesstaat 2016 mit gutem Vorsprung die Stimmen der 16 Wahlleute sichern. Nun hatten Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert. Die Auszählung musste in einem wichtigen Bezirk wegen eines Wasserrohrbruchs in einem großen Wahllokal unterbrochen werden. Die Ergebnisse wurden trotzdem noch am Mittwoch erwartet.

NEVADA: Die Stimmen der sechs Wahlleute des Bundesstaats im Westen gingen 2016 mit gut zwei Prozentpunkten Vorsprung an Trumps damalige demokratische Rivalin Hillary Clinton. Umfragen hatten nun einen knappen Sieg Bidens prognostiziert. Die Wahlbehörde erklärte über Twitter, dass es erst am Donnerstag wieder ein ausführliches Update zum Stand der Auszählung werde.

+++ 04.11.2020, 14.44 Uhr: Wahlchefin im US-Staat Michigan fordert von Kandidaten "Geduld" +++

Die Verantwortliche für die Durchführung der Wahl im womöglich entscheidenden US-Bundesstaat Michigan hat von den Kandidaten angesichts der laufenden Auszählung Geduld gefordert. Es seien nun "Vorsicht" und "Geduld" geboten, um "den Willen der Wähler zu respektieren", sagte die demokratische Staatssekretärin Jocelyn Benson am Mittwoch im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN.

Es stünden vor allem aus den größeren Städten noch "Hunderttausende" Stimmen aus. Sie rechne im Laufe des Tages mit deutlich mehr Klarheit, sagte Benson. US-Präsident Donald Trump, der sich bereits zum Sieger ausgerufen hat, nannte Benson dabei nicht namentlich.

Trump hatte die 16 Wahlleute des Bundesstaats 2016 mit hauchdünner Mehrheit gewonnen. Umfragen sahen vor der Wahl in diesem Jahr aber den Demokraten Joe Biden klar in Führung. Die Bearbeitung der Briefwahlunterlagen begann in Michigan erst kurz vor der Wahl, daher war eine Verzögerung bei den Ergebnissen erwartet worden. Umfragen vor der Wahl hatten nahegelegt, dass die Briefwähler sich mehrheitlich für Biden entscheiden würden.

+++ 04.11.2020, 14.35 Uhr: Trumps Vorsprung in Michigan immer kleiner - Biden holt weiter auf +++

Biden liegt nach 86 Prozent der ausgezählten Stimmen nur noch 0,5 Prozent hinter Trump. Sollte Biden Michigan doch noch gewinnen und seinen knappen Vorsprung in Wisconsin (0,5 Prozent bei 97 Prozent der ausgezählten Stimmen) ins Ziel retten, sind die Chancen hoch, dass er die US-Präsidentschaftswahl gewinnt - sollte er die restlichen Bundestaaten halten, die ihm vorher zugerechnet wurden. Laut Edison Research kommt Trump nach Auszählung von 86 Prozent der Wählerstimmen nunmehr auf 49,4 Prozent, auf Biden entfallen demnach 48,9 Prozent.

+++ 04.11.2020:, 14.13 Uhr: Biden überholt Trump in Wisconsin +++

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verrät: Joe Biden hat sich in Wisconsin vor Donald Trump geschoben. Laut Edison Research kommt der Demokrat nach der Auszählung auf 97 Prozent der Wählerstimmen. Trump liegt aktuell bei 48,8 Prozent. Ein enges Rennen...

+++ 04.11.2020, 13.21 Uhr: Promis fordern Stimmauszählung - Sorge über Trumps Siegeserklärung +++

Empörung, Wut und Sorge: Zahlreiche Prominente in den USA haben in der Wahlnacht auf Donald Trumps Siegeserklärung noch vor Ende der Stimmenauszählung reagiert. "Was er gerade tut, ist mehr als gefährlich", schrieb Schauspieler Patton Oswalt (51) auf Twitter. "Wir müssen auf die Auszählung von Millionen Briefwahlstimmen warten", forderte Oscar-Preisträgerin Charlize Theron. "Unsere Demokratie beruht auf dem Recht zu wählen und dem Glauben, dass jede Stimme zählt", schrieb die Schauspielerin auf Twitter.

 

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Schauspielerin Liv Tyler forderte die Regierung in einem Instagram-Post dazu auf, dass ALLE Stimmen gezählt werden müssen. Trump habe Angst, denn er wisse, dass er die Wahl verlieren wird, schrieb hingegen Komiker Josh Gad. "Wenn er den Versuch wagt, diese Wahl zu stehlen, bevor jede Stimme ausgezählt ist, werden wir in Massen auf die Straße gehen." Bis zur letzten Stimme müssten alle Wahlzettel ausgezählt werden, mahnte Komiker und Moderator James Cordon. Atmet einfach weiter, empfahl er auf Twitter. "Das kann eine Weile dauern." Man dürfe es Trump nicht erlauben, sich noch in der Nacht zum Sieger zu küren, sagte die Sängerin und Schauspielerin Bette Midler.

Beim Kopf-an-Kopf-Rennen um die US-Präsidentschaft hatten sich in der Wahlnacht viele Stars zu Wort gemeldet. "Ich laufe ruhelos hin und her", schrieb "Tribute von Panem"-Star Elizabeth Banks (46) auf Twitter. Auf diese Weise baue sie wenigstens die verspeiste Menge an Eiscreme wieder ab, scherzte die Schauspielerin. "Wer heute besorgt aufwacht, ist damit nicht allein", twitterte Rapper Common (48). Aber bessere Zeiten stünden bevor, sagte der Unterstützer von Joe Biden mit hoffnungsvollem Blick auf einen möglichen Wahlsieg des Demokraten.

+++ 04.11.2020, 12.45 Uhr: Biden holt im Swing State Michigan auf - Trump nur noch hauchdünn vorn +++

Joe Biden holt im Swing State Michigan weiter auf und liegt nur noch 1,3 Prozent hinter Amtsinhaber Donald Trump. Der amtierende US-Präsident führt in Michigan nach Informationen der "New York Times" jetzt mit 49,8 Prozent der Stimmen, Biden kommt auf 48,5 Prozent und holte damit 3,4 Prozent auf. 83 Prozent der Stimmen sind mittlerweile ausgezählt. Biden verkürzte seinen Rückstand von zuletzt rund 270.000 auf 64.000.

+++ 04.11.2020, 12.38 Uhr: USA am Wahltag mit zweithöchstem Wert bei Corona-Neuinfektionen +++

Die USA haben am Dienstag - dem Tag der Wahl - mit mehr als 91.000 Corona-Neuinfektionen den bislang zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch hervor. Der bislang höchste Wert war am vergangenen Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen registriert wurden. In den USA sind bislang mehr als 232.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

US-Präsident Donald Trump hat im Wahlkampf wiederholt gesagt, die USA seien in der Krise bald über dem Berg - wofür es keine Anzeichen gibt. Sein Herausforderer Joe Biden hat Trump vorgeworfen, beim Schutz der Amerikaner versagt zu haben. Ein Wahlergebnis gibt es aktuell noch nicht.

+++ 04.11.2020, 12.04 Uhr: Corona-Toter ins Parlament von North Dakota gewählt +++

In North Dakota ist ein im Oktober nach einer Corona-Infektion verstorbener Kandidat ins das örtliche Parlament des Bundesstaates gewählt worden. David Andahl blieb auf dem Wahlzettel und bekam am Dienstag gut 35 Prozent der Stimmen, wie aus Angaben der Wahlbehörde hervorgeht. Andahl starb Anfang Oktober, nachdem er mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen war, wie seine Mutter damals der Zeitung "Bismarck Tribune" sagte. Die Wahlbehörde hatte sich schon zu diesem Zeitpunkt unsicher gezeigt, wie sie mit einem möglichen Sieg eines verstorbenen Kandidaten umgehen würde.

+++ 04.11.2020, 11.56 Uhr: Biden-Wähler Ralf Moeller: "Die Hoffnung stirbt zuletzt" +++

Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller (61) hat die US-Präsidentschaftswahl bei seinem derzeitigen Besuch in Deutschland mitverfolgt. "Man kann ahnen, dass es knapp wird, aber vom Gefühl her befürchte ich, dass wir noch vier Jahre mit Donald Trump aushalten müssen", sagte Moeller ("Gladiator", "Conan") am Mittwochmorgen (MEZ) am Telefon der Deutschen Presse-Agentur. Er sei zwar im Herzen ein Republikaner, aber er habe für Joe Biden und damit nun schon zum zweiten Mal gegen Trump gestimmt. Der Wahlkalifornier, der seit 2014 die doppelte Staatsbürgerschaft hat, gab 2016 der Demokratin Hillary Clinton seine Stimme.

"Da kommen taffe Zeiten auf Deutschland und Europa zu", prophezeit der Schauspieler im Falle von Trumps Wiederwahl. Mit Biden hätte man über gemeinsame Strategien in der Coronakrise und im Umweltschutz sprechen können. "Für Trump gibt es diese beiden Probleme nicht", sagt Moeller. Wirtschaftlich habe der Republikaner aber Erfolge vorzuweisen und damit letztlich die Wähler überzeugt.

Auch das "Bad-Guy-Image" komme bei den Amerikanern gut an, glaubt Möller. "Trump ist eine unheimliche Marketing-Maschine, er wäre der richtige Bad Guy für einen Bond-Film." Mit Sorge schaut Möller auf die wachsenden Probleme in den USA. Die Obdachlosigkeit in Kalifornien habe "schlimme Ausmaße" angenommen, auch Kriminalität und Rassismusprobleme seien in den letzten Jahren angestiegen. Trumps Politik habe den Unternehmern geholfen, "doch für die Ärmeren wird es nun wirtschaftlich noch brutaler werden", meint Moeller.

+++ 04.11.2020, 11.04 Uhr: AfD hat kein großes Problem mit Trumps Siegeserklärung +++

Die AfD hält die vorzeitige Siegeserklärung von Präsident Donald Trump bei der US-Wahl für weitgehend unproblematisch. "Das ist vielleicht eher der Aufregung des Wahlgeschehens geschuldet", sagte Parteischef Jörg Meuthen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Man müsse sich deshalb keine Sorgen um das Funktionieren der Demokratie in den USA machen. Er selbst sei mit solchen Verkündigungen allerdings vorsichtiger, "und ich bin damit bislang auch immer gut gefahren".

In einem ARD-Interview hatte er zur Siegeserklärung Trumps gesagt: "Ich halte es für unnötig, was der Präsident da gerade gesagt hat." Zudem halte er das Vorgehen des Präsidenten für unangemessen. Er gehe davon aus, dass es ein "ganz normales Ergebnis" geben werde.

+++ 04.11.2020, 11.00 Uhr: Sloweniens Ministerpräsident Jansa gratuliert Trump zum Wahlsieg +++

Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa hat US-Präsident Donald Trump zum möglichen Sieg bei der Präsidentschaftswahl gratuliert. "Es ist ziemlich klar, dass das amerikanische Volk Donald Trump und (Vize-Präsident) Mike Pence für weitere vier Jahre gewählt hat", schrieb der rechtsnationale Politiker am Mittwoch auf Twitter. Verzögerungen und "Faktenleugnungen" seitens der Mainstream-Medien würden den Triumph des US-Präsidenten nur verstärken, fügte er hinzu. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump vorzeitig zum Sieger erklärt, obwohl die Auszählung der Wahlergebnisse noch nicht abgeschlossen war.

Das EU-Land Slowenien hat zwei Millionen Einwohner. Jansa, der dort seit März regiert, ist ein enger Verbündeter des EU-kritischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Beide Politiker haben sich in der Vergangenheit stets positiv über Trump und seine Präsidentschaft geäußert.

+++ 04.11.2020, 10.51 Uhr: Vizekanzler Scholz: Alle Stimmen bei US-Wahl zählen - Europa stärken +++

Vizekanzler Olaf Scholz hat eine Auszählung aller Stimmen bei der Präsidentschaftswahl in den USA angemahnt. Die Wahlen müssten "komplett stattfinden", so dass das Votum jeden Bürgers und jeder Bürgerin Einfluss auf das Ergebnis haben könne, sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen in Berlin. Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump vorzeitig zum Sieger erklärt, obwohl die Auszählung der Wahlergebnisse noch nicht abgeschlossen war.

Scholz sagte, die Entwicklung in den USA sei Anlass darauf zu bestehen, dass Europa eine eigene Kraft entfalte. "Es geht also um europäische Souveränität, wenn wir über die Politik der Zukunft diskutieren." Eine regelbasierte Weltordnung biete die Grundlage für eine gute Entwicklung jeder Nation. "Deshalb geht es gerade jetzt, auch bei dieser Gelegenheit darum, dass wir Europa stark machen", sagte der Bundesfinanzminister. Er äußerte sich vor einer Online-Konferenz mit seinen EU-Kollegen.

+++ 04.11.2020, 10.49 Uhr: Biden in Wisconsin plötzlich vor Trump +++

Es wird ein ganz enges Rennen: In Wisconsin haben Milwaukee und die umliegenden Landkreise jetzt einen Großteil ihrer Briefwahlstimmen gemeldet. Und plötzlich liegt Biden mit 10.000 bis 20.000 Stimmen vorne. Trump hat kaum mehr Regionen, in denen er sich die Stimmen zurückholen könnte.

+++ 04.11.2020, 10.40 Uhr: Joe Biden schnappt sich Hawaii +++

Auch Hawaii geht an Joe Biden! Die Pazifikinsel gibt ihre vier Wahlmännerstimmen an Joe Biden. Keine Überraschung: Hawaii ist solide demokratisch geprägt.

+++ 04.11.2020, 10.29 Uhr: Stegner und Kühnert verurteilen Trumps Ankündigung zu Wahlauszählung

Der SPD-Politiker Ralf Stegner hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Auszählung der Stimmen bei der US-Wahl zu stoppen, verurteilt. Wer pünktlich eingegangene Briefwahlstimmen unterdrücken wolle, um seine Führung in einigen Staaten bei vollständiger Auszählung nicht zu verlieren, sei ein Scharlatan, schrieb Stegner am Mittwoch auf Twitter.

 

Auch der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert bezeichnete auf Twitter Trumps Ankündigung als einen "Angriff auf die demokratische Wahl". Dies gehöre in den Mittelpunkt der Debatte - und nicht die Tatsache, dass sich Trump bereits zum Sieger erklärte. Trump hatte am Mittwoch während der laufenden Auszählung seinen Sieg verkündet und angekündigt, vor das Oberste US-Gericht zu ziehen, um eine weitere Auszählung der Stimmen zu stoppen. US-Medien prognostizierten noch keinen Gewinner. Rechtlich hat Trumps Siegeserklärung keine Auswirkungen.

+++ 04.11.2020, 10.06 Uhr: Kramp-Karrenbauer zur US-Wahl: "Sehr explosive Situation" +++

Die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat mit Sorge auf den bisher unklaren Ausgang der US-Präsidentschaftswahl reagiert. Die "Schlacht um die Legitimität des Ergebnisses" habe jetzt begonnen, sagte sie am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Das ist eine sehr explosive Situation." Expertinnen und Experten warnten zu Recht vor einer Verfassungskrise in den USA. "Und das ist etwas, das uns insgesamt sicherlich sehr beunruhigen muss."

Zuvor hatte sich Trump zum Sieger erklärt und angekündigt, eine weitere Auszählung von Stimmen vom Obersten US-Gericht stoppen lassen zu wollen.

+++ 04.11.2020, 09.43 Uhr: AP meldet: Biden siegt in Maine +++

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat erwartungsgemäß im US-Bundesstaat Maine gewonnen. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen.

In dem Bundesstaat am nordöstlichsten Zipfel der USA gehen wie in Nebraska nicht alle Wahlleute komplett an den Gewinner. Neben zwei Wahlleuten, die auf dem Gesamtergebnis des Staates basieren, werden dort zwei weitere Wahlpersonen auf Basis der Ergebnisse in einzelnen Wahlbezirken bestimmt. AP zufolge gewann Biden mindestens drei Wahlleute. Im 2. Distrikt war das Rennen noch nicht entschieden.

Um Präsident zu werden, braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlleuten.

Alles über Joe Biden: Schwere Schicksalsschläge! So kämpfte sich der Trump-Gegner zurück ins Leben

+++ 04.11.2020, 09.40 Uhr: Lindner bestürzt über Trumps Reaktion nach US-Wahl +++

FDP-Chef Christian Lindner hat sich nach der Siegeserklärung Donald Trumps bei der US-Wahl entsetzt gezeigt. "Es ist eine ganz kritische, ich möchte sagen eine bestürzende Situation", sagte Lindner am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "All das, was man in den letzten Tagen gerüchteweise gehört hat, hat sich nun tragischerweise bestätigt." In der amerikanischen Demokratie kündige sich damit eine "dramatische Konfliktsituation" an. Das könne unabsehbare Folgen für die USA, aber auch für die restliche Welt haben. "Es entsteht natürlich eine Situation, in der gegebenenfalls die Vereinigten Staaten auf der internationalen Ebene überhaupt nicht handlungsfähig sind. Die beschäftigen sich dann nur mit sich selbst."

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Mittwochmorgen noch während der laufenden Stimmauszählung der US-Wahl zum Sieger erklärt. Angesichts der Verzögerung bei einem Wahlergebnis hatte er von "Betrug" gesprochen und angekündigt, vor das Oberste US-Gericht zu ziehen, um eine weitere Auszählung der Stimmen zu stoppen. Schon im Vorfeld der Wahl war damit gerechnet worden, dass Trump das Ergebnis bei einem knappen Ausgang anfechten könnte.

FDP-Chef Christian Lindner ist bestürzt über Trumps Reaktion nach US-Wahl.

FDP-Chef Christian Lindner ist bestürzt über Trumps Reaktion nach US-Wahl. Bild: dpa

+++ 04.11.2020, 09.19 Uhr: 1 Million Briefwahl-Stimmen in Pennsylvania offen +++

Pennsylvania gehört zu den drei Swing-States, die die US-Wahl am Ende entscheiden könnten. Der demokratische Gouverneur, Tom Wolf, erklärt auf Twitter, dass in dem US-Staat noch mehr als eine Million Briefwahl-Stimmen ausgezählt werden müssen.

+++ 04.11.2020, 08.59 Uhr: Wahl-Krimi in den USA: Arizona geht an Biden +++

Neue Hoffnung für Biden: Die Nachrichtenagentur AP meldet jetzt, dass der Bundesstaat Arizona mit elf Wahlmännern an Biden geht. Die Ein wichtiger Sieg für den Demokraten. Im Jahr 2016 hatte noch Trump in Arizona gewonnen.

+++ 04.11.2020, 08.43 Uhr: Trump will Auszählung von Briefwahlstimmen stoppen +++

Trump sagte, er gewinne Pennsylvania mit einem großen Abstand. Dabei wurde dieser Staat noch lange nicht fertig ausgezählt. Dann sagt er, er werde auch Wisconsin und Michigan gewinnen. "Dabei brauchen wir es gar nicht." Trump kündigte an, dass er vor den Obersten Gerichtshof ziehen werde, um eine weitere Auszählung von Stimmen zu stoppen. Damit meint er wohl die Auszählung von Briefwahl-Stimmen, die auch in den entscheidenden Staaten wie Pennsylvania noch ansteht.

+++ 04.11.2020, 08.38 Uhr: Erstes Statement von Trump: "Wir haben die Wahl gewonnen!" +++

"Das ist die späteste Pressekonferenz, die wir jemals hatten. Ich möchte dem amerikanischen Volk danken. Aber eine sehr traurige Gruppe möchte die andere Gruppe beeinflussen und das werden wir uns nicht gefallen lassen", beginnt Trump sein erstes Statement. "Wir haben uns für eine große Feier bereit gemacht – und dann wurde das alles abgesagt", sagte er mit Blick auf die noch ausstehenden Ergebnisse. Und weiter: "Wir haben Florida in einem Erdrutsch gewonnen."

Weiter ist er sich sicher: "Wir gewinnen auch in Michigan. Ich habe mir die Zahlen angeschaut." Nach der Aufzählung seiner gewonnenen Bundesstaaten sagt Trump: "Offen gesprochen, wir haben die Wahl gewonnen!" Man liege uneinholbar vorne, so der Präsident.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht am frühen Mittwochmorgen im Ostsaal des Weißen Hauses.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht am frühen Mittwochmorgen im Ostsaal des Weißen Hauses. Bild: dpa

+++ 04.11.2020, 08.16 Uhr: Alle Wahllokale sind jetzt geschlossen! +++

Die Wahllokale in den USA sind nun in allen Bundesstaaten geschlossen. Auf den zu Alaska gehörenden Aleuten konnten die Wähler bis 7.00 Uhr MEZ persönlich ihre Stimme abgeben. Kurz zuvor schlossen die Lokale im restlichen Alaska, auf Hawaii und an der US-Westküste. Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstreckt, zog sich die Schließung der Wahllokale über mehrere Stunden.

Wer die US-Präsidentenwahl gewinnt, war noch offen. Die beiden Kandidaten Donald Trump und Joe Biden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide zeigten sich am Mittwochmorgen siegesgewiss. Viele Wähler hatten bereits vor dem Wahltag per Brief oder vorzeitiger Stimmabgabe im Wahllokal abgstimmt.

+++ 04.11.2020, 08.08 Uhr: Trump holt vier Stimmen in Nebraska - eine für Biden +++

US-Präsident Donald Trump hat bei der Wahl am Dienstag im Bundesstaat Nebraska vier von fünf Stimmen für die Wahlversammlung geholt, eine Stimme konnte Herausforderer Joe Biden erringen. Nebraska gehört mit Maine zu den US-Staaten, in denen nicht alle Wahlleute komplett an den Gewinner gehen.

Trump erzielte nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP die Mehrheit in ganz Nebraska und in zwei von drei Bezirken. In dem Bezirk mit der größten Stadt Omaha aber hatte Biden die Nase vorn und konnte somit eine Stimme für die Wahlversammlung gewinnen. Vor vier Jahren hatte Trump auch diesen Bezirk knapp für sich entschieden.

+++ 04.11.2020, 07.57 Uhr: Welche Ergebnisse stehen noch aus?

Den großen US-Medien zufolge sind nur noch wenige Bundesstaaten offen: Nevada, Arizona, Wisconsin, Michigan, Pennsylvania, Maine, North Carolina, Alaska und Georgia. Berichten zufolge soll Trump in den meisten von ihnen vorn liegen. Demnach gewinnt Biden wahrscheinlich in Nevada, Arizona und Maine. Trump hingegen liegt in Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Michigan und Wisconsin vorne. Gewinnt der US-Präsident vier dieser fünf Staaten, bleibt er Präsident! Donald Trump will um 08.00 Uhr ein Statement abgeben.

+++ 04.11.2020, 07.15 Uhr: AP: US-Präsident Trump gewinnt Bundesstaat Texas +++

Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump hat bei der US-Präsidentenwahl den wichtigen Bundesstaat Texas gewonnen. Damit sicherte er sich die Stimmen von 38 Wahlleuten, wie die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen meldete.

Trumps Sieg in Texas war weithin erwartet worden. Ohne die Stimmen des bevölkerungsreichen südlichen Bundesstaats wäre es für Trump fast unmöglich, die Präsidentenwahl zu gewinnen. Dafür braucht er mindestens 270 Stimmen der Wahlleute aus den Bundesstaaten.

Texas geht seit Jahrzehnten an Republikaner: Trump lag dort 2016 zum Beispiel neun Prozentpunkte vor der Demokratin Hillary Clinton. Die bisherigen Auszählungsergebnisse deuteten nun aber auf einen deutlich knapperen Sieg Trumps hin. Nach Auszählung der Stimmen von mehr als 96 Prozent der Bezirke lag Trump mit 52 Prozent knapp sechs Prozentpunkte vor dem Demokraten Joe Biden.

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+++ 04.11.2020, 06.58 Uhr: Biden: Entscheidung über Wahlsieg liegt bei den Wählern +++

"Ich oder Donald Trump können nicht verkünden, wer die Wahl gewonnen hat. Das ist die Entscheidung der Bürger Amerikas. Aber ich bin optimistisch, was das Ergebnis angeht." Bei der Wahl in den USA hat sich der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, trotz eines Rückschlags in Florida siegessicher gegeben. "Wir glauben, dass wir auf dem Weg sind, diese Wahl zu gewinnen", sagte Biden am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. "Bleibt zuversichtlich, wir werden das gewinnen." Der Demokrat rief seine Anhänger zur Geduld auf. Es könne womöglich noch dauern, bis ein Ergebnis im Rennen zwischen ihm und Amtsinhaber Donald Trump feststehen werde. "Es ist nicht vorbei, bevor nicht jede Stimme gezählt wurde", betonte Biden.

+++ 04.11.2020, 06.47 Uhr: Twitter warnt vor "Irreführung" bei Trumps Tweet +++

US-Präsident Donald Trump hat sich in der Wahlnacht siegessicher gegeben und eine Erklärung zur Wahl angekündigt. Ohne seinen demokratischen Herausforderer zu erwähnen, schrieb Trump am Mittwochmorgen auf Twitter: "Sie versuchen, die Wahl zu stehlen." Dies werde er nicht zulassen. Nach Schließung der Wahllokale könnten keine Stimmen mehr abgegeben werden.

Twitter versteckte Trumps Nachricht umgehend hinter einem Warnhinweis und schränkte damit auch die Weiterverbreitung des Tweets ein. Informationen in dem Tweet seien "umstritten" und könnten in Bezug auf die Wahl "irreführend" sein, hieß es in dem Hinweis.

+++ 04.11.2020, 06.45 Uhr: Auch Schlüsselstaat Florida geht an Trump +++

US-Präsident Donald Trump hat sich im Rennen um das Weiße Haus im Schlüsselstaat Florida mit seinen 29 Wahlleuten gegen den Demokraten Joe Biden durchgesetzt. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen. Die Sender Fox News, CNN und NBC prognostizierten Trump dort ebenfalls als Gewinner.

Mit 29 Wahlleuten ist Florida einer der wichtigsten umkämpften Staaten ("Swing States"). 2016 gewann Trump dort knapp. Er lag damals nur 1,2 Prozentpunkte vor der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Umfragen vor dem Wahltag deuteten auf ein knappes Rennen zwischen den diesjährigen Kontrahenten hin.

Für Trump ist es ein wichtiger Etappensieg. Ohne den Staat wäre sein Weg zu 270 für den Sieg nötigen Wahlleuten äußerst schwierig geworden. Sein Herausforderer Biden hat auch ohne Florida noch Wege zum Sieg, wenn man von den Erhebungen vor der Wahl ausgeht. Laut US-Medien hat Trump vor allem in Bezirken mit hohem Latino-Anteil in der Bevölkerung gut abgeschnitten. Besonders im bevölkerungsreichen County Miami-Dade erzielte Biden weniger Stimmen, als er gebraucht hätte, um den Staat zu gewinnen.

+++ 04.11.2020, 06.36 Uhr: Trump gewinnt auch Iowa +++

Der US-Bundesstaat Iowa geht bei der Präsidentenwahl in den USA mit seinen sechs Wahlleuten an den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwochmorgen (Ortszeit) auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen. Auch Iowa gilt als wichtiger "swing state".

+++ 04.11.2020, 06.05 Uhr: Nach Prognosen mehrerer Fernsehsender hat Trump Ohio gewonnen +++

US-Präsident Donald Trump hat bei der Wahl in den USA nach Prognosen von Fernsehsendern den wichtigen Bundesstaat Ohio gewonnen. Das ging in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) aus übereinstimmenden Vorhersagen der Sender Fox News, CNN, CBS und NBC auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen hervor. Die Nachrichtenagentur AP meldete zunächst noch keinen Gewinner.

Der eher industriell geprägte Bundesstaat hat 18 Wahlleute zu vergeben. Umfragen hatten dort auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden hingedeutet. Trump hatte den Staat 2016 sehr überzeugend gewonnen - er lag damals gut acht Prozentpunkte vor der damaligen Kandidatin Hillary Clinton. Ohio gilt als "Swing State", in denen ein Sieg weder für die Republikaner noch Demokraten sicher als gilt.

+++ 04.11.2020, 05.30 Uhr: Diese Staaten sind entscheidend +++

Voraussichtlich läuft die Entscheidung auf Michigan, Wisconsin und Pennsylvania im Mittleren Westen sowie Arizona im Südwesten hinaus. Dort gibt es für die Demokraten auf Basis erster Auszählungen Grund zur Hoffnung. In Florida und Ohio liegt dagegen Trump in Führung.

+++ 04.11.2020, 05.20 Uhr: Endgültiges Wahl-Ergebnis weit entfernt +++

Zu diesem Zeitpunkt stand vor acht Jahren fest, dass Barack Obama wiedergewählt wird. 2008 war sogar eine halbe Stunde früher klar, dass er gewinnt. In diesem Jahr ist man von einem schnellen Ergebnis weit entfernt.

+++ 04.11.2020, 05.00 Uhr: Beide Kandidaten sammeln weiter Siege +++

Beide Kandidaten sammeln weiter Siege in Staaten, in denen sie klare Favoriten waren. In keinem der rund 30 Staaten, in denen mittlerweile ein Sieger ausgerufen ist, hat es im Vergleich zu 2016 einen Wechsel der siegreichen Partei gegeben.

+++ 04.11.2020, 04.45 Uhr: Noch immer keine Ergebnisse in entscheidenden Bundesstaaten +++

In den entscheidenden Bundesstaaten gibt es immer noch keine Ergebnisse. Generell sieht es so aus, als würden sich die Wähler in den meisten Staaten ähnlich wie vor vier Jahren entscheiden. Um zu gewinnen, muss Biden Trump aber Staaten abnehmen.

+++ 04.11.2020, 04.00 Uhr: Bislang kein überwältigender Sieg für Biden absehbar +++

Nach einem überwältigenden Sieg für den in den Umfragen vorne gelegenen Biden sieht es zunächst nicht aus. Gespannt wird jetzt in Richtung Texas geschaut. Eigentlich eine republikanische Hochburg, melden erste Countys dort, dass Biden im Vergleich zu Hillary Clinton vor vier Jahren deutlich Boden gut macht.

+++ 04.11.2020, 03.30 Uhr: Biden siegt in Colorado +++

Prognosen zufolge siegt Biden in Colorado. In den entscheidenden "Battleground States" gibt es dagegen noch keine Ergebnisse. Neben Florida zeichnen sich auch in North Carolina und Georgia Vorteile für Trump ab. Er ist auf alle drei Staaten dringend angewiesen. In Ohio sieht es dagegen zunächst so aus, als würde Biden besser abschneiden als erwartet.

+++ 04.11.2020, 03.30 Uhr: Diese Bundesstaaten gehen an Biden +++

Weitere wenig überraschende Ergebnisse kommen hinzu: Biden gewinnt die Bundesstaaten New York und New Mexico, Trump Nebraska, Louisiana, Wyoming, North Dakota und South Dakota.

+++ 04.11.2020, 01.45 Uhr: Biden und Trump liegen im "Battleground State" Florida eng beieinander +++

Erste vorsichtige Warnzeichen für Biden im "Battleground State" Florida: Beide Kandidaten liegen nach Auszählung von geschätzt gut zwei Dritteln der Stimmen eng beieinander. US-Experten geben Trump aber gute Chancen für einen Sieg. Florida mit seinen 29 Wahlleuten ist für ihn besonders wichtig, Biden hätte noch weitere Wege zur Präsidentschaft.

+++ 04.11.2020, 01.41 Uhr: Biden gewinnt wie erwartet Virginia +++

Biden gewinnt wie erwartet Virginia. Ein erster - zu dem Zeitpunkt noch bedeutungsloser - Zwischenstand: Biden steht bei 16 Stimmen von Wahlmännern und -frauen im Electoral College, Trump bei 24. Für den Wahlsieg sind 270 nötig. Trump gewinnt hingegen erwartungsgemäß West Virginia.

+++ 04.11.2020, 01.10 Uhr: US-Wahl: Erste Prognosen und Ergebnisse +++

Erste Ergebnisse und Prognosen: Trump gewinnt laut Medienberichten in Indiana und Kentucky, Biden in Vermont - keine Überraschung. Mit Spannung erwartet werden die Ergebnisse in dem guten Dutzend besonders umkämpfter "Battleground States", auf die es bei dieser Wahl ankommt.

+++ 04.11.2020,00.00 Uhr: Mehr als 100 Millionen Menschen stimmten bereits vor Wahltag ab +++

In Teilen von Kentucky und Indiana schließen die Wahllokale. Anderswo wird noch gewählt - die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Mehr als 100 Millionen Menschen haben bereits vor dem eigentlichen Wahltag abgestimmt.

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sba/news.de/dpa