07.10.2020, 07.53 Uhr

Olaf Scholz: Nicht reich? Finanzminister sieht sich nun doch als "Sehrgut-Verdiener"

Olaf Scholz ruderte nach seiner unbedachten Aussage zurück.

Olaf Scholz ruderte nach seiner unbedachten Aussage zurück. Bild: dpa

Diese Aussage hat nicht jedem geschmeckt. Im Interview in der ARD wurde Finanzminister Olaf Scholz gefragt "Wie reich sind Sie persönlich?", woraufhin der SPD-Politiker laut "Bild"-Zeitung geantwortet haben soll: "Ich verdien' ganz gut". Kurz darauf fügte er noch hinzu, dass er sich dennoch nicht als reich empfinden würde.

Olaf Scholz empfindet sich nicht als reich - trotz 15.194,61 Euro Gehalt

Wie bitte? Schaut man sich die Gehaltsliste der Bundestagsabgeordneten und Minister inklusive Olaf Scholz an, so kann man bei einer solchen Aussage nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Als Finanzminister bekommt der 62-Jährige ein monatliches Gehalt von 15.194,61 Euro. Hinzu kommt laut "Bild" eine "Aufwandentschädigung" von 3.681,36 Euro im Jahr.

Top-Ökonom entsetzt von Scholz-Aussage

Auch vom Top-Ökonom Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft erntet Olaf Scholz für diese lapidare Aussage Unverständnis. "Den Verdienst als 'ganz gut' zu beschreiben, ist ganz schön untertrieben. (...)Das mittlere Nettoeinkommen in Deutschland liegt bei 1.946 Euro im Monat. Scholz zählt damit zu dem einen Prozent der Menschen im Land, die das höchste Gehalt überwiesen bekommen."

Nicht reich? Olaf Scholz' Ehefrau verdient 14.000 Euro im Monat

Nicht vergessen darf man zudem, dass Olaf Scholz' Frau ebenfalls ein stattliches Gehalt mit nach Hause bringt. AlsSPD-Bildungsministerin in Brandenburg bekommt Britta Ernst aktuell laut "Bild" ein Gehalt von 14.000 Euro im Monat. Macht in Summe fast 30.000 Euro im Monat. "Man kann man schon sagen, dass die beiden reich sind", findetTop-Ökonom Holger Schäfer.

"So ein armer @OlafScholz!" Twitter tobt nach Scholz-Aussage über Reichtum

Auch auf Twitter wurde die Aussage von Olaf Scholz heftig diskutiert. Auch im Netz erntete der Finanzminister nur Unverständnis. "Er und seine Lebensabschnittpartnerin verdienen rund 30.000 EUR im Monat - finanziert aus Steuergeldern und Abgaben. Keine Kinder, im Leben nix geleistet aber anderen das sauer verdiente Geld aus der Tasche ziehen...", wettert ein Twitter-User.

"Wow, mit 30.000 Euro Gehalt im Monat ist man also gerade mal #Mittelschicht. Als Finanzminister einen so verqueren Blick auf die Finanzen der Bürger zu haben, lässt unser Vertrauen in die Politiker rasant schwinden. #Scholz", lautet die Meinung einer anderen Userin. "Und da sag noch mal jemand, dass die @spdde den Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung verloren hat. So ein armer @OlafScholz . Wenn man so wenig hat, kann man sich gar nicht auf CumExFake und Wirecard konzentrieren. Dem heiligen Scholz sei alles vergeben!", witzelt ein anderer.

Scholz rudert zurück: Gehöre zu "Sehrgut-Verdienern"

Kurz darauf rudert der Finanzminister auf Twitter zurück und bezeichnete sich als "Sehrgut-Verdiener". Der SPD-Politiker schrieb am Dienstagabend dazu: "Um meine Sicht mal klarzustellen: Als Vizekanzler gehöre ich zu den Sehrgut-Verdienern in unserem Land - jede/r kann nachlesen, wie gut." Und weiter: "Und auch, dass wir höhere Sätze für Sehrgut-Verdiener wollen. Also auch für mich. Weil es gerecht ist. Dafür stehe ich als Kanzlerkandidat." Ende August hatte Scholz für den Fall eines Wahlsiegs Steuererhöhungen für Besserverdienende angekündigt.

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fka/bua/news.de