16.09.2020, 13.58 Uhr

Rechtsextreme in der Polizei: Brauner Shitstorm! SO krass reagiert Twitter auf den Polizei-Skandal

Haben wir ein Polizeiproblem? Nach dem rechtsextremen Polizeiskandal um ausländerfeindlich Chatgruppen entbrannte ein Shitstorm auf Twitter.

Haben wir ein Polizeiproblem? Nach dem rechtsextremen Polizeiskandal um ausländerfeindlich Chatgruppen entbrannte ein Shitstorm auf Twitter. Bild: (Symbolbild) Eric Pothier/AdobeStock

Ist die Polizei von Rechtsextremen unterwandert? Die Zeichen dafür verhärten sich. Erst heute deckten Ermittler fünf rechtsextreme Chatgruppen von Polizeibeamten auf. Bei Twitter schnellte der Hashtag "#Polizeiproblem" sofort nach Bekanntwerden des Skandals auf Platz eins der Trends. Die interessantesten Tweets lesen Sie hier.

Skandal um rechtsextreme Chatgruppen der Polizei in NRW

Wegen fünf aufgedeckter rechtsextremer Chatgruppen hat es am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen gegen 14 Verdächtige an 34 Dienststellen und Privatwohnungen Durchsuchungen gegeben. Den übrigen 15 beschuldigten Beamten seien Disziplinarverfügungen zugestellt worden, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch. Er kündigte eine Sonderinspektion für das vor allem betroffene Polizeipräsidium Essen an. Zudem werde er einen Sonderbeauftragten für rechtsextremistische Tendenzen in der nordrhein-westfälischen Polizei berufen. Er werde alles in seiner Macht stehende dafür tun, "diese Menschen aus dem Dienst zu entfernen", sagte Reul über die betroffenen Beamten.

Twitter-Shitstorm um Polizeiskandal - Hashtag #Polizeiproblem

Bei Twitter entbrannte ein Shistorm über die "Einzelfälle" rechtsextremer Polizeibeamter. Dieser Herr macht Innenminister Seehofer mitverantwortlich für das rechte Polizeiproblem: "29 rechtsradikale Einzelfälle bei #PolizeiNRW Kann man Einzelfälle noch zählen? Wann fangen wir an, strukturellen Rassismus anzupacken?! Dazu wäre auch der #SeehoferRuecktritt notwendig - ein rechter Brandstifter hat im Amt des Innenministers nichts zu suchen#Polizeiproblem"

Twitter fordert: Kritik an Polizei muss erlaubt sein

Ein anderer Nutzer nimmt das Ganze mit Humor, indem er schreibt: "Die ganze Sache ist ein riesiges Missverständnis. Die Beamten hatten es falsch verstanden, als man ihnen sagte, sie sollen sich für Rechte einsetzen. #Polizeiproblem #Reul #PolizeiNRW"

Ein weiterer User sieht den Twitter-Trend um das Polizeiproblem mit Sorge. Er schreibt: "Wenn man schon aus den Twitter-Trends erkennt, was schon wieder vorgefallen ist, sollte jedem klar sein, dass endlich gehandelt werden muss. Leider haben wir uns gleichzeitig schon daran gewöhnt oder aber Kritik an Polizisten und den Strukturen zum Verrat erklärt."

Scharfe Kritik an der Union aus CDU und CSU übt auch folgender Herr. Er schreibt: "In NRW ist jetzt ein rechtsextremer Chat innerhalb der Polizei aufgeflogen. Verbotene Symbole, Hetze gegen Flüchtlinge. Die Union muss endlich aufhören von Einzelfällen zu sprechen. Das war sicher nicht das einzige Netzwerk."

Twitter-Nutzer verärgert, aber nicht überrascht über Polizeiproblem

Ähnlich sieht das dieser Nutzer, der sich an die Debatte zur Rassismus-Studie in der Polizei erinnert fühlt, die Innenminister Seehofer kategorisch abgelehnt hatte. "Gibt es schon eine Studie über Rassismus bei der Polizei? #Polizeiproblem #Einzelfall", twittert er.

In dieselbe Kerbe schlägt auch dieser Nutzer. Er fordert: "Alle in Politik und Polizei, die jetzt auf bestürzt tun, haben Jahrelang bewusst das Problem hingenommen, totgeschwiegen und Gegenteilige Meldungen und Meinungen als Generalverdacht und Polizeihass abgetan oder sogar geklagt. Löst den Bums auf uns baut es neu auf #Polizeiproblem."

Betrübt äußert sich dieser Nutzer. Er findet: "Das Schlimme ist, es überrascht nicht mal mehr...Dürfen wir jetzt eigentlich endlich verallgemeinern? Oder muss sich dafür die Polizei erst öffentlich zu Rassismus und Nationalismus bekennen? #Polizeiproblem". Wir dürfen gespannt sein, ob sich etwas ändern wird.

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sig/bua/news.de/dpa