14.09.2020, 12.58 Uhr

Angela Merkel: Kanzlerin entscheidet über Aufnahme weiterer Geflüchteter aus Moria

Kanzlerin Angela Merkel entscheidet bis Mittwoch über die Aufnahme weiterer Geflüchteter aus Moria.

Kanzlerin Angela Merkel entscheidet bis Mittwoch über die Aufnahme weiterer Geflüchteter aus Moria. Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Das abgebrannte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sorgt weiterhin für Diskussionen innerhalb der großen Koalition. Innenminister Seehofer hatte lediglich der Aufnahme von 100 bis 150 Kindern in Deutschland zugestimmt. Ein Armutszeugnis. Bis Mittwoch möchte Kanzlerin Merkel über die Aufnahme weiterer Geflüchteter beraten.

Kanzlerin Angela Merkel entscheidet über die Aufnahme weiterer Geflüchteter

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bis zur Sitzung des Kabinetts an diesem Mittwoch über die Aufnahme weiterer Migranten aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria entscheiden. Sie sei in diesem Zusammenhang in Abstimmung mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in der CDU-Präsidiumssitzung in Berlin. Die Bundesregierung strebe weiterhin eine europäische Lösung an.

Merkel plant Treffen mit Bürgermeistern, die sich für Geflüchtete einsetzen

Merkel plant nach diesen Angaben auch ein Treffen mit Bürgermeistern aus Deutschland, die sich für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzen. Einen Termin gebe es aber noch nicht, machte sie demnach deutlich. Mehrere Teilnehmer der CDU-Sitzung hätten erklärt, einige Städte und Landkreise wollten Migranten aufnehmen, dann fänden Bürgermeister aber keine Unterkünfte für die Asylbewerber. Hier widerspreche man sich etwas.

SPD-Chefin Saskia Esken hatte am Sonntagabend im ZDF gefordert, noch am heutigen Montag eine Entscheidung über die Aufnahme einer hohen vierstelligen Zahl von Migranten aus dem Lager Moria aufzunehmen.

Migranten aus Moria: Bundesregierung will weiteren Beitrag leisten

Die Bundesregierung berät über die Aufnahme weiterer obdachloser Migranten von der griechischen Insel Lesbos. Deutschland werde einen "substanziellen Beitrag" leisten, da diese Menschen dort "in einer verzweifelten Situation" seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die griechische Regierung habe aber klar gemacht, dass sie die Verantwortung für die Menschen auf Lesbos in erster Linie selbst übernehmen wolle, fügte er hinzu. "Es ist eine einmalige Notsituation", betonte Seibert.

Innenminister Seehofer hatte nur Aufnahme 150 Geflüchteter zugestimmt

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, Deutschland werde von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen, die aus Griechenland in andere europäische Länder gebracht werden sollen, 100 bis 150 Jugendliche aufnehmen. Außerdem wolle man in einem zweiten Schritt mit Athen über die Aufnahme von Familien mit Kindern sprechen. Mehrere SPD-Politiker hatten in den vergangenen Tagen erklärt, das sei nicht ausreichend.

Auf der Insel Lesbos waren am Wochenende 300 der 12 000 Migranten in ein neu errichtetes Ersatz-Zeltlager eingezogen. Das heillos überfüllte Lager Moria war in der vergangenen Woche zerstört worden - nach Angaben der Behörden durch Brandstiftung.

Markus Söder befürwortet ebenfalls die Aufnahme von mehr Geflüchteten

Selbst CSU-Chef Markus Söder hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, mehr Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen als bislang geplant. Es sei "für Deutschland machbar, da noch einen deutlich höheren Anteil aufzunehmen", sagte er der "Bild". Der Bund solle aus seiner Sicht "den Anteil, den man da hat, nochmal substanziell aufstocken". Was substanziell heißt, wollte er auf Nachfrage nicht konkretisieren.

Es sei eine "persönliche Christenpflicht, in einer solchen Not zu helfen", sagte Söder der "Bild". Aber man müsse alle möglichen Auswirkungen bedenken.

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sig/news.de/dpa