08.04.2020, 07.37 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Wut über Coupon-Gesetz! Tausende Deutsche zittern um ihr Geld

Viele Deutsche bangen derzeit um ihr Geld für ausgefallene Reisen oder Veranstaltungen.

Viele Deutsche bangen derzeit um ihr Geld für ausgefallene Reisen oder Veranstaltungen. Bild: AdobeStock/ studio v-zwoelf

Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen.

Coronavirus News aktuell:Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern

"Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU). "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

Gutscheine statt Erstattung: Deutsche bangen um ihr Geld

Bareiß betonte: "Natürlich müssen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen können, wenn sie den Gutschein nicht einlösen und keine Reise antreten." Deshalb würden die Wertscheine zeitlich begrenzt. "Und für all diejenigen, die es besonders hart trifft und ihr Geld schnell selbst brauchen, wird es eine Härtefallregelung geben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

Regierung plant Gutschein-Gesetz in der Coronakrise

Bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Die EU-Kommission muss dieser Lösung allerdings noch zustimmen.

Gutschein-Gesetz als Kompromiss zur sofortigen Zurückzahlung

"Die Gutscheine sind in dieser schwierigen Lage ein guter Kompromiss, um die Arbeitsplätze bei den Reiseveranstaltern und Reisebüros zu sichern und gleichzeitig die Kundeninteressen zu wahren", sagte Bareiß. Er verwies darauf, dass wegen der Corona-Krise auch 85.000 Mitarbeiter von Reisebüros und Veranstaltern um ihre Jobs bangten sowie die Unternehmen schwer belastet würden. "Es kommt nicht nur kein Geld herein, die bereits verplanten Einnahmen werden nun auf einen Schlag vollständig zurückgefordert."

Doch viele Deutsche haben Bedenken, was das geplante Gutschein-Gesetz betrifft. "Ich hatte vor Jahren schon Gutscheine der Pleite-Airline Air Berlin. Die waren dann auch wertlos", erklärt ein "Bild"-Leser im Interview mit dem Nachrichtenblatt. Laut "Bild" müsse man sich bei großen Airlines wie Lufthansa wohl nicht um sein Geld sorgen. Kritischer wird es bei kleinen Veranstaltern.

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fka/bua/news.de/dpa