20.10.2019, 04.18 Uhr

Parteitag der CSU: 91,3 % für Markus Söder - Superstar

Markus Söder, CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Markus Söder, CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Bild: picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Ausgerechnet ein Franke führt die altehrwürdigen Christsozialen in Bayern wieder zurück in längst vergangen geglaubte Zeiten. Doch davon will der frisch wiedergewählte Parteivorsitzende nichts wissen. Der Mythos müsse erneuert werden. Die Zukunft der CSU ist jung und weiblich, so Markus Söder, der mit 91.3 % der abgegebenen Stimmen eindrucksvoll im Amt bestätigt wurde. Allerdings könnte dennoch alles anders kommen als geplant.

Die Vergangenheit ist vorbei - die Zukunft beginnt heute

Nach dem Parteitag der CSU in der Münchener Olympiahalle ist ein Glitzern in den Augen vieler der 833 Delegierten zu sehen, das es schon lange Zeit nicht mehr gab. Euphorische Stimmen, zurückgekehrter Kampfeswille, Mir san mir - die CSU geht mit großen Schritten in die Zukunft. Von den vergangenen Jahren will der 52-jährige bayerische Ministerpräsident nichts mehr wissen: Andere Zeiten erfordern andere Antworten! Die CSU soll Volkspartei bleiben! Dazu bedarf es aber neben der digitalen Technik vor allem der Jugend und der Frauen! Markus Söder will keine Zeit verlieren: Ärmel hochkrempeln und auf geht's!

Zähneknirschen in der Basis

Der Franke nahm es vielen älteren Parteimitgliedern vorweg: „Geht das alles zu schnell?", beantwortete er doch seine Frage gleich selbst: Ja, aber es muss sein! Schließlich habe sich vieles geändert, in der Welt, in Europa und in Bayern. Damit will er auch seinem politischen Hauptgegner, dem vornehmlich in den Städten noch immer trendigen Bündnis 90/Die Grünen, den Wind aus den Segeln nehmen. Doch ist Bayern ein Land der Bauern und Autokonzerne. Hier sehen viele Parteigranden ein Problem vor allem in Söder's ökologischer Richtung für die Zukunft. So meint etwa Peter Ramsauer, daß Vorsicht geboten ist, damit die Kurve nicht zu rasant genommen wird. Am Samstag schließlich wurde er eingebremst: Die bisher für den Landes- und die Bezirksvorstände geltende Frauenquote von 40 % soll künftig auch für die Kreisvorstände gelten - allerdings nicht als Muss-, sondern als Sollbestimmung. Und die Junge Union fordert mehr Mitspracherecht, anstatt der Worthülsen.

Kein Super-Gau á la SPD

Markus Söder mahnt zur Geschlossenheit. Der Zerfall der SPD müsse als abschreckendes Beispiel vor Augen gehalten werden. Auch der Unionsstreit des letzten Jahres darf keine Wiederholung erfahren. Deshalb erwartete sich der Macher großen Applaus für die am Samstag aufgetretene Kanzlerkanidatin der Schwesterpartei CDU, AKK. Doch folgten seiner Aufforderung nur wenige. Schließlich sehen viele der Delegierten in Söder den weitaus besseren Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahlen 2021. Ob das jedoch Markus Söder so haben möchte, ist fraglich. Schließlich scheiterte auch der große Franz Josef Strauß in der Bundespolitik!

Zum Abschluss des Parteitages in München erhielten alle der Delegierten jeweils ein Bäumchen: Rotbuchen, Hainbuchen und Blutbuchen.

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US/add/news.de
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