11.06.2018, 08.09 Uhr

G7-Gipfel 2018: Zerbricht die Partnerschaft zwischen der EU und den USA?

Nach dem G7-Gipfel kritisierte Merkel Trump ungewohnt scharf.

Nach dem G7-Gipfel kritisierte Merkel Trump ungewohnt scharf. Bild: picture alliance/Jesco Denzel/Bundesregierung /dpa

Merkel sagte zu den Alleingängen Trumps, man müsse sich in der Politik entscheiden: "Nichtstun kann ein Risiko sein. Dass man als vollkommen erpressbar gilt." Die Entscheidung Trumps habe sie in der Haltung bestärkt, sich noch mehr für eine einheitliche, starke Europäische Union einzusetzen, sagte Merkel. Auf die USA dürften sich Deutschland und Europa nicht mehr "etwas leichtfertig" verlassen. Ein Ende der Partnerschaft mit den USA sah Merkel trotz der protektionistischen Politik Trumps nicht. Es gebe gute Gründe, weiter für die transatlantische Partnerschaft zu kämpfen.

Peter Beyer fordert Zusammenhalt der G7-Staaten

Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer, bezeichnete den US-Ausstieg aus der G7-Abschlusserklärung als "diplomatisches Desaster". In der "Rheinischen Post" (Montag) schloss der CDU-Politiker aber eine neuerliche Kehrtwende des amerikanischen Präsidenten nicht aus. "Es ist inzwischen nicht mehr überraschend, dass Trump sprunghaft und unzuverlässig ist. Es kann sehr gut sein, dass er auch seine nachträgliche Abkehr vom Abschlussdokument wieder revidiert." Die anderen sechs Industriestaaten müssten nun umso mehr zusammenhalten.

Norbert Röttgen: Argumente bei Trump zwecklos

"Ein Scheitern war zu erwarten", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), der "Passauer Neuen Presse» (Montag). "Wer gedacht hatte, Donald Trump mit guten Argumenten und Zureden zu einer anderen Handelspolitik bringen zu können, hatte unrealistische Erwartungen." Röttgen sprach sich dagegen aus, das G7-Format nun aufzugeben. Es sei ein wichtiges Gremium "in einer chaotischer werdenden Welt".

Linke fordert Rückkehr zu Gesprächen mit Russland

Der Linke-Politiker Oskar Lafontaine forderte die Rückkehr zum früheren Gesprächsformat der G8 mit Russland. "Ohne Russland gibt es keinen Frieden", sagte er der "Rheinischen Post" (Montag). Moskau war wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 aus der G8-Gruppe ausgeschlossen worden.

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jat/news.de/dpa
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