31.12.2016, 08.30 Uhr

Von Storch, Künast, Steinbach und Co.: Politische Fehltritte im Netz - Rutschige Mäuse und "Dünnschiss"

Das Internet vergisst nichts - auch nicht die Social-Media-Pannen dieser Damen.

Das Internet vergisst nichts - auch nicht die Social-Media-Pannen dieser Damen. Bild: dpa

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das Internet mal als "Neuland" bezeichnet hat, ist ein alter Hut. Dass einige Politiker sich in sozialen Netzwerken aber immer wieder in die Nesseln setzen, konnte man auch 2016 wieder beobachten.

Storchs Mausrutscher

Eigentlich war der Facebook-Post der AfD-Politikerin Beatrix von Storch imJanuar schon skandalträchtig genug. Auf die Frage, ob man Flüchtlingsfrauen mit Kindern notfalls mit Waffengewalt am Grenzübertritt hindern solle, antwortete sie mit "Ja". Noch absurder wurde es allerdings, als von Storch wieder zurückrudern wollte. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge soll sie davon gesprochen haben, auf der Computermaus "abgerutscht" zu sein, ihr Post sei auch ein "technischer Fehler" gewesen. Der "Mausrutscher" ist mittlerweile gar im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen: als ironisch gemeinte Rechtfertigung, von der jeder weiß, dass sie nicht stimmt.

Künasts Polizeikritik

Nach der Axt- und Messerattacke im Juli in einem Regionalzug bei Würzburg erschoss die Polizei den Täter. Die Grünen-Politikerin Renate Künast twitterte noch in der Nacht: "Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!" Auf Twitter brach ein Sturm der Entrüstung los, der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, forderte ihren Rücktritt vom Vorsitz des Bundestag-Rechtsausschusses. Immerhin gab es aber auch eine kurze Diskussion über die Notwendigkeit, die Polizei mit Elektroschockern auszurüsten.

Kudlas "Umvolkung"

Das erste Mal hörten die meisten Menschen wohl von der CDU-Politikerin Bettina Kudla, als sie den türkischen Journalisten Can Dündar auf Twitter als "Cansel Dünschiss" titulierte. Doch damit nicht genug, einige Wochen später legte Kudla nach: Im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel benutze sie den Nazi-Begriff "Umvolkung" in einem Tweet. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten, und die AfD unterbreitete eine Art Übertrittsangebot. Kudla löschte ihre Tweets schließlich. Möglicherweisde auch wegen ihrer umstrittenen Äußerungen nominierte die CDU sie nicht wieder für die Direktkandidatur in ihrem Wahlkreis.

Deutschlands düstere Geschichte
Stars mit SS-Vergangenheit
zurück Weiter

1 von 10

Maas' verdorbene Sahne

Als in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern im Sommer Musiker gegen Rechts rockten, freute sich der Bundesjustizminister. "Tolles Zeichen gg Fremdenhass", twitterte Heiko Maas (SPD). Soweit, so gut, allerdings lobte er in seinem Tweet auch die dort spielende Band "Feine Sahne Fischfilet". Das Problem: Sie wird vom Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern wegen "linksextremistischer Aktivitäten" und der Rechtfertigung von Gewalt beobachtet. Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten.

Steinbachs Deutschland 2030

Man könnte hier gleich mehrere Tweets von Erika Steinbach auflisten, die Empörung ausgelöst haben. Doch mit einem Foto-Kommentar zur Flüchtlingspolitik brachte die CDU-Bundestagsabgeordnete auch ihre eigene Partei gegen sich auf. Im Februar verbreitete sie ein Foto eines blonden Kindes inmitten einer Gruppe dunkelhäutiger Inder - mit der Überschrift "Deutschland 2030" und dem Untertitel "Woher kommst Du denn?". Die CDU-Spitze distanzierte sich. Kurze Zeit später verglich Steinbach die Regierungsarbeit auf Twitter mit einer Diktatur.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

zij/news.de/dpa
Fotostrecke

Der AfD-Aufstieg in Bildern