20.12.2016, 08.02 Uhr

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin:     Kanzlerin Merkel, Bundesinnenminister de Maizière, Generalbundesanwalt und BKA äußern sich zu mutmaßlichem Lkw-Anschlag

In Berlin ist ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Bislang starben mindestens zwölf Personen.

In Berlin ist ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Bislang starben mindestens zwölf Personen. Bild: Michael Kappeler/dpa

Generalbundesanwalt: Terroristischer Hintergrund in Berlin

Generalbundesanwalt Peter Frank geht beim Anschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem terroristischen Hintergrund aus. Das sagte er am Dienstag bei der Pressekonferenz der Generalbundesanwaltschaft in Berlin.

Gauck: Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen

Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem Anschlag in Berlin den Zusammenhalt der freiheitlichen Gesellschaft beschworen. "Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen. Er wird unser Miteinander nicht spalten", sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in Berlin. "Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer. Er wird stärker, wenn wir angegriffen werden." Angesichts dieser erschütternden Tat machten sich die Menschen in Deutschland bewusst: "Wir leben in einer starken Gemeinschaft, in der das Recht zählt und die Menschlichkeit." Gauck gedachte der Opfer des Anschlags und sagte mit Blick auf die Angehörigen: "Wir werden sie nicht allein lassen in ihrem Schmerz."

Thomas de Maizière: "Kein Zweifel mehr an Anschlag"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht bei dem Lkw-Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt eindeutig von einem Anschlag aus. "Wir haben keinen Zweifel mehr, dass es sich bei dem schrecklichen Ereignis gestern Abend um einen Anschlag gehandelt hat", sagte der Minister am Dienstag in Berlin.

De Maizière sagte: "Die Öffentlichkeit kann sich darauf verlassen, dass die zuständigen Sicherheitsbehörden nicht rasten und nicht ruhen werden, bis vollständige Klarheit über die Hintergründe dieser Tat besteht. Und ich persönlich werde nicht ruhen, bis der oder die Täter gefunden und einer harten Strafe zugefügt worden sind." Zum Toten in dem Lastwagen sagte er: "Ich habe Kenntnis von einer Schusswunde. Es wird natürlich ermittelt mit Hochdruck, wann diese Schusswunde zugefügt wurde." Eine Obduktion dauere aber. DNA-Spuren würden untersucht. "Das ist keine Frage von Stunden."

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Pressekonferenz der Berliner Polizei: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller äußert sich im Roten Rathaus

Nach dem bestätigten Anschlag haben Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit informiert. Dabei beantworteten auch Landesbranddirektor Wilfried Gräfling und Polizeipräsident Klaus Kandt Fragen der Journalisten.

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat sich nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt tief schockiert gezeigt. "Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können", sagte er am Dienstag. Am Abend werde wie bei anderen Anschlägen zuvor am Brandenburger Tor gedacht. "Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden."

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt wollen sich außerdem Generalbundesanwalt Peter Frank und der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, dazu äußern. Beide würden am Dienstag um 14.30 Uhr eine Pressekonferenz in Berlin geben, teilte das Bundesjustizministerium via Twitter mit. Der Ort stand zunächst nicht fest.

Kanzlerin Merkel äußert sich zu Amokfahrt auf Berliner Weihnachtsmarkt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deutet die Todesfahrt eines Lastwagens auf den Weihnachtmarkt in Berlin als Terroranschlag. "Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen", sagte sie am Dienstag in Berlin.

Die Kanzlerin äußerte sich tief erschüttert. "Das ist ein sehr schwerer Tag", sagte sie nach der Bluttat mit mindestens 12 Toten vom Vorabend. Sie denke in diesen Stunden zuallererst an die Toten und die mehr als 40 Verletzten. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint.

Angela Merkel kündigt hartes Vorgehen gegen Täter an

Merkel kündigte ein hartes Vorgehen des Rechtsstaats an. Die Tat werde aufgeklärt werden, "in jedem Detail, und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen". Noch wisse man vieles über die Tat nicht mit der nötigen Gewissheit. Es wäre besonders schwer zu ertragen, "wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat".

Merkel fügte hinzu, sie sei in Gedanken auch bei Ermittlern, Rettungskräften, Polizisten, Feuerwehrleuten, Ärzten und Sanitätern. Ihnen dankte die Kanzlerin "von Herzen für ihren schweren Einsatz".

Sie betonte zudem: "Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt." Auf Weihnachtsmärkte werde man nicht verzichten. "Auch wenn es in diesen Stunden schwerfällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen", so Merkel.

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jat/fka/loc/news.de/dpa
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