11.06.2021, 12.18 Uhr

HR 8799: Forscher warnen: Sternentod löst "planetares Flipperspiel" aus

Wissenschaftler:innen untersuchten, was das Sternensystem HR 8799 durcheinanderwirbeln könnte. (Symbolbild)

Wissenschaftler:innen untersuchten, was das Sternensystem HR 8799 durcheinanderwirbeln könnte. (Symbolbild) Bild: AdobeStock / sdecoret

Zwar ist der Stern HR 8799 etwa 130 Lichtjahre von der Erde entfernt, doch sollte er sterben, könnte sein Tod ein "planetarisches Flipperspiel" auslösen. Dabei könnten vier nahegelegene Planeten einfach wegprallen. In einer Studie haben Wissenschaftler:innender Universitäten Warwick und Exeter untersucht, was den perfekten Rhythmus eines Sternensystems durcheinander bringen könnte.

Astrophysiker untersuchen HR 8799: Sternen-Tod löst "planetares Flipperspiel" aus

Demnach droht den vier Planeten, die um den Stern HR 8799 kreisen, ein zerstörerisches Szenario, sollten sich die Gravitationskräfte innerhalb des Systems ändern. Dies könnte passieren, sobald der Stern stirbt und zu einem Weißen Zwerg schrumpft. Sollte der Stern seine äußere Hülle abstoßen, schubst er gleichzeitig alle Planeten aus ihrer Umlaufbahn. Der Tod des Sterns könnte dadurch eine Art kosmisches "Flipperspiel" auslösen. Die Planeten könnten dabei wie Bälle voneinander abprallen und unkontrolliert umherfliegen.

Chaos-Szenario droht bei minimaler Abweichung!

Wie der britische "Mirror" schreibt, werde die Kraft, die die vier Planeten festhält, wahrscheinlich für die nächsten drei Milliarden Jahre bestehen bleiben. Die Forscher:innen stellten fest, dass auch Auswirkungen der galaktischen Gezeiten sowie des Vorbeiflugs anderer Sterne dem System nichts anhaben könnten. Anders verhält es sich aber, sobald ein Stern in die Phase eintritt, in der er ein Roter Riese wird. Dann könnte sich der Stern HR 8799 auf das Hundertfache seiner derzeitigen Größe ausdehnen, fast die Hälfte seiner Masse abstoßen und als Weißer Riese enden. Dann werden auch die Planeten aus ihrer Bahn geworfen. Wenn ein Planet auch nur einen Zentimeter von seiner bisherigen Flugbahn abweicht, entstehe ein hoch chaotisches System.

"Die Planeten werden sich gravitativ voneinander zerstreuen", sagte Dr. Dimitri Veras von der Fakultät für Physik der University of Warwick. Die Bewegungen der Planeten sind äußerst unklar. "In einem Fall könnte der innerste Planet aus dem System rausgestoßen werden. Und in einem anderen Fall könnte der dritte Planet ausgeworfen werden." Die Studie wurde in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" veröffentlicht.

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bua/fka/news.de