02.02.2021, 18.33 Uhr

Captain Tom Moore ist tot: Britischer Nationalheld nach Corona-Infektion gestorben

Captain Tom Moore, der mit 100 Jahren von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde, ist an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Captain Tom Moore, der mit 100 Jahren von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde, ist an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Jacob King

Großbritannien trauert um eine inspirierende Persönlichkeit der Corona-Pandemie: Der 100 Jahre alte britische Rekordspendensammler Sir Tom Moore, in Großbritannien auch als Captain Tom bekannt geworden, ist tot. Das teilten seine Töchter Hannah und Lucy am Dienstag (02.02.2021) in einem Statement mit.

Captain Tom Moore ist tot: Corona-Held aus Großbritannien mit 100 Jahren an Covid-19 gestorben

Sir Tom Moore, der aus der englischen Grafschaft North Yorkshire stammte, hatte sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert. Wegen Medikamenten, die er zur Behandlung einer Lungenentzündung erhalten hatte, war Moore nicht gegen Covid-19 geimpft worden.Captain Tom Moore wurde in einem Krankenhaus in Bedford rund 90 Kilometer nördlich von London behandelt. Kinder und Enkel hätten die letzten Stunden an seiner Seite verbracht, persönlich oder über einen Videochat, berichteten die Töchter. "Wir haben stundenlang mit ihm geplaudert und uns an unsere Kindheit und unsere wundervolle Mutter erinnert. Wir teilten Lachen und Tränen miteinander."

Weltkriegsveteran Tom Moore sammelte rund 37 Millionen Euro Spenden für NHS

Mit 100 Runden an seinem Rollator in seinem Hinterhof hatte der 100 Jahre alte Weltkriegsveteran Tom Moore gewaltige Mengen an Spendengelder für den Nationalen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Eigentlich wollte "Captain Tom", wie ihn das Land bald nannte, nur 1.000 Pfund sammeln - es wurden knapp 32,8 Millionen (etwa 37 Mio. Euro). Er war dafür 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof marschiert. Moore schaffte damit sogar einen neuen Guinness-Weltrekord für die höchste Summe, die bei einem Spendenlauf je zusammenkam. Seine Töchter fassen es so zusammen: "Das letzte Lebensjahr unseres Vaters war geradezu bemerkenswert. Er war verjüngt und erlebte Dinge, von denen er nur geträumt hatte." Königin Elizabeth II. hatte den Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg im vergangenen Jahr für seine Verdienste sogar zum Ritter geschlagen. 

In der Tat war die Begeisterung für Sir Tom, wie er sich seit dem Ritterschlag nennen durfte, enorm. Ehrenhalber zum Colonel befördert, stürmte er sogar mit seiner eigenen Version der Fußball-Hymne "You'll Never Walk Alone" an die Spitze der Charts in Großbritannien. Den Song nahm er gemeinsam mit dem britischen Sänger und Schauspieler Michael Ball und einem NHS-Chor auf. Zu seinem 100. Geburtstag im April 2020 erhielt er etwa 125.000 Glückwunschkarten aus aller Welt. Über sein Haus in dem beschaulichen Örtchen Marston Moretaine in der Grafschaft Bedfordshire donnerten damals zu seinen Ehren Kampfflugzeuge aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Queen Elizabeth II. trauert um Rekordspendensammler Captain Tom

Die Nachricht von Sir Tom Moores Tod sorgte landesweit, über politische Grenzen hinweg und sogar im Königshaus für Bestürzung. Die Queen brauchte nur wenige Minuten, bis sie ihre Trauer ausdrückte. "Die Königin schickt einen privaten Kondolenzbrief an die Familie von Captain Sir Tom Moore", teilte das Königshaus am Dienstag auf Twitter mit. "Ihre Majestät hat es sehr genossen, Captain Sir Tom und seine Familie letztes Jahr in Windsor zu treffen. Ihre Gedanken und die der königlichen Familie sind bei ihnen."

Trauer um Captain Sir Tom Moore: Britische Politiker verneigen sich vor Corona-Held

"Captain Sir Tom Moore war im wahrsten Sinne des Wortes ein Held", twittere Premierminister Boris Johnson. Schon im Zweiten Weltkrieg habe Moore für die Freiheit gekämpft und in der dunkelsten Krise der Nachkriegszeit alle vereint und aufgemuntert. Am Regierungssitz in der Downing Street wehte der Union Jack in Gedenken an Moore auf Halbmast.

Außenminister Dominic Raab schrieb, der 100-Jährige habe "die Moral der ganzen Nation" gestärkt. Auch Oppositionsführer Keir Starmer sowie Schottlands und Nordirlands Regierungschefinnen Nicola Sturgeon und Arlene Foster gedachten Moore und seinen Verdiensten.

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loc/news.de/dpa
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