06.12.2020, 11.37 Uhr

Wetter aktuell in Österreich + Schweiz: Warnstufe 5, Feuerwehr im Einsatz - Schneechaos erhöht Lawinengefahr

Schneechaos und Lawinengefahr hält Österreich in Atem

Schneechaos und Lawinengefahr hält Österreich in Atem Bild: picture alliance/dpa | Matthias Balk

Das erste Dezemberwochenende gestaltete sich für einige Regionen schneereicher, als man es sich wünschen würde. In Teilen Österreichs schneite und stürmte es so heftig, dass die Lawinengefahr anstieg.

Österreich im Schneechaos - Lawinenwarndienst ruft Wanrstufe 5 aus

Viel Neuschnee und starker Wind haben in Tirol die Lawinengefahr ansteigen lassen. Der Lawinenwarndienst rief am Sonntag für Osttirol die höchste Warnstufe 5 aus. Es sei mit spontanen Lawinen, "vereinzelt auch extrem großen" zu rechnen, hieß es in dem Bericht. An steilen Hängen seien unterhalb von rund 2600 Metern große und sehr große Gleitschneelawinen zu erwarten. Am Sonntag sollte bis zu 110 Zentimeter Neuschnee fallen.

Schneechaos am Brenner

Schneechaos am Brenner Bild: picture alliance/dpa | Bernd März

Schneelawine am Großvenediger beschädigt Häuser und Fahrzeuge

Zu einem Zwischenfall kam es am Samstag in Prägraten am Großvenediger, wie die Polizei mitteilte. Ein Schneebrett beschädigte vier Häuser und ein Fahrzeug. Niemand wurde verletzt. Etwa 100 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Schneemassen drangen auch in einen Schafstall und ein Gasthaus ein. In den betroffenen Gebieten wurden die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. In Tirol waren am Sonntag rund 3500 Haushalte ohne Strom, nachdem umgestürzte Bäume die Stromleitungen beschädigt hatten.

Warnstufe 4 im Norden Tirols - Vorsicht vor Lawinen

Im Norden Tirols galt die zweithöchste Warnstufe 4. Lawinen könnten dort bis ins Tal gelangen und Verkehrswege gefährden, hieß es.

Hotels und Gastronomie sind in Österreich wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 6. Januar geschlossen.

Schneechaos: Zugverbindungen und Brenner-Pass ebenfalls betroffen

Betroffen war auch der Brenner-Pass zwischen Österreich und Italien. Dort waren Zugverbindungen unterbrochen und auch die Autobahn teilweise gesperrt. In ganz Südtirol gebe es viele Stromausfälle, teilte der Zivilschutz mit. Rund 1400 Feuerwehrleute seien seit Sonntagfrüh im Einsatz. In Osttirol in Österreich wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Es sei mit spontanen Lawinen, "vereinzelt auch extrem großen" zu rechnen, so die Behörden. Auch in der Schweiz waren Zugverkehr und Straßenverkehr beeinträchtigt.

Generell waren in Österreich zahlreiche Bergstraßen nur mit Schneeketten befahrbar oder überhaupt gesperrt, darunter der Plöckenpass oder die Zufahrt ins Lesachtal in Kärnten. Die Lage soll sich nur langsam entspannen. Auch am Sonntag wurde regional mehr als ein Meter Neuschnee erwartet.

Auch in Schweiz Schneechaos - Bahn meldete Zugbehinderungen

In der Schweiz machte der viele Schnee unter anderem der Matterhorn Gotthard Bahn zu schaffen. Die Bahn meldete am Sonntag auf Twitter eine Streckenunterbrechungen zwischen Andermatt und Sedrun. Für Skitouren, Freeriden und Schneeschuhwanderungen abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse kritisch. In einigen Regionen kam es zu Überschwemmungen durch geschmolzenen Schnee.

Wegen der Witterung wurde der für Sonntag angesetzte zweite Weltcup-Riesenslalom der Herren im italienischen Santa Caterina Valfurva auf Montag verlegt. Das teilte der Ski-Weltverband Fis mit. Bei den Damen waren an diesem Wochenende beide Super-G-Rennen in St. Moritz wegen hoher Lawinengefahr nach starken Schneefällen in der Region abgesagt worden. Die Speedfahrerinnen werden nun erst in zwei Wochen in Val d'Isere in ihre Weltcup-Saison starten können. Dann sind zwei Abfahrten und ein Super-G geplant.

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sig/news.de/dpa