20.11.2020, 19.23 Uhr

Coronavirus-News am 20.11.2020: Lockdown bis 20. Dezember? Altmaier vorsorglich in Corona-Quarantäne

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland hat am 20. November 2020 mit mehr als 23.600 Fällen einen traurigen Höchststand erreicht.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland hat am 20. November 2020 mit mehr als 23.600 Fällen einen traurigen Höchststand erreicht. Bild: Marius Becker / picture alliance / dpa

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht.

Coronavirus-News aktuell: So viele Neuinfektionen wie noch nie am 20. November 2020

Am Freitag vor einer Woche war mit 23.542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um gut 1.000.

Bislang mehr als 13.600 Covid-19-Tote in Deutschland

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 879.564 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 260 auf insgesamt 13.630.

Coronavirus in Deutschland: Wie hoch ist der R-Wert aktuell?

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,99 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die aktuellen Corona-News vom Freitag (20.11.2020) im Überblick

+++ 20.11.2020: Wirtschaftsminister Altmaier vorsorglich in Corona-Quarantäne +++

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist nach einem Coronafall in seinem Umfeld vorsorglich in Quarantäne. Ein erster Coronatest des Ministers sei negativ gewesen, teilte das Ministerium am Freitagabend mit. Altmaier wurde getestet, weil einer seiner engeren Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt ist. Er werde seinen Dienstgeschäften auch von zuhause weiter nachgehen, teilte das Ministerium mit.

Für den CDU-Politiker ist es bereits die zweite Corona-Quarantäne. Ende September war er vorsorglich für wenige Tage zuhause geblieben, weil ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet worden war. Eine längere Quarantäne sei nach Prüfung der Umstände seines Kontaktes nicht nötig gewesen, hatte er damals erklärt. Eine Reihe anderer Bundesminister waren ebenfalls bereits in Quarantäne. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war als einziges Kabinettsmitglied bereits erkrankt.

+++ 20.11.2020: Gericht kippt Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer in NRW +++

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die in der Corona-Einreiseverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt. Nach Ansicht des Gerichts hat das Land nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Somit sei die Quarantäne aktuell kein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland, teilte das Gericht am Freitag mit.

+++ 20.11.2020: Medienbericht: Länder wollen Lockdown offenbar bis 20. Dezember verlängern +++

Wie das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf Länderkreise berichtet, soll der aktuelle Lockdown bis 20. Dezember verlängert werden. Ist das Infektionsgeschehen nach Weihnachten nicht im Griff, sollen zudem nach Willen der SPD-geführten Länder und einiger CDU-Länder die Winterferien bundesweit bis 10. Januar verlängert werden. Zudem ist Ausweitung der Mund-Nasen-Bedeckung sowie eine erneute Verschärfung der Kontaktbeschränkungen geplant. Im Gespräch ist derzeit außerdem, dass die derzeitigen Obergrenzen für Feiern in privaten und öffentlichen Räumen deutlich nach unten geschraubt werden.

+++ Medien: Länder wollen über Verlängerung des Teil-Lockdowns sprechen +++

Bei den Abstimmungen der Bundesländer auf ein gemeinsames Vorgehen in der Corona-Pandemie soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge unter anderem über eine Verlängerung des Teil-Lockdowns diskutiert werden. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" und des "Tagesspiegel" (Freitag) gibt es Überlegungen, den seit Anfang November und zunächst bis Ende des Monats begrenzten Teil-Lockdown bis mindestens kurz vor Weihnachten zu verlängern. Am Mittwoch wollen die Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise entscheiden.

Nach dpa-Informationen soll bei den Beratungen der Länder auch über mögliche weitere Corona-Maßnahmen an den Schulen gesprochen werden. Den Zeitungen zufolge ist daran gedacht, an Oberstufen und Berufsschulen den sogenannten Präsenzunterricht einzuschränken. Schülerinnen und Schüler würden dann wie vor den Sommerferien wieder von zu Hause aus verstärkt digital lernen. Dafür werden die Klassen und andere Lerngruppen geteilt. So ließen sich die Kontaktmöglichkeiten und damit auch das Infektionsrisiko verringern.

+++ Biontech und Pfizer beantragen US-Zulassung für Corona-Impfstoff +++

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer wollen noch am Freitag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragen. Das teilten Biontech und Pfizer in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Schon zuvor hatten die Unternehmen bekannt gegeben, dass die Impfung einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete.

+++ Bundesregierung hält Corona-Infektionszahlen noch für viel zu hoch +++

Die Bundesregierung macht den Bürgern wenig Hoffnung auf eine rasche Lockerung der corona-bedingten Beschränkungen. Bislang seien die Infektionszahlen noch nicht auf ein niedrigeres Niveau gebracht worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wir haben im Grunde nur den ersten Schritt bisher geschafft, also den starken, steilen, exponentiellen Anstieg zu stoppen und eine Stabilisierung zu erreichen." Die Zahlen seien aber noch "weit, weit zu hoch", sagte Seibert. "Die Zahlen müssen stabil auf ein deutlich niedrigeres Niveau sinken."

Seibert erinnerte daran, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am vergangenen Montag "mehr gewünscht hätte". Nun werde es am Mittwoch weitere Beratungen geben. Man müsse jetzt die pandemische Entwicklung genau betrachten, "um dann zu sehen, welche Schlüsse daraus zu ziehen sind".

Der Regierungssprecher wies darauf hin, dass die Zahl der belegten Betten in den Intensivstationen und die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden müssten, schon jetzt deutlich höher als im Frühjahr seien. Und jeden Tag würden rund 250 Menschen in Deutschland ihr Leben wegen dieser Krankheit verlieren. "Das ist etwas, woran wir mehr denken sollten, und womit wir uns eigentlich keine Minute abfinden dürfen." Zeit sei eine ganz wichtige Größe in dieser Pandemie, betonte Seibert. "Wenn wir zu spät reagieren, dann laufen wir Gefahr, dass die Krankenhäuser, die Intensivstationen sich weiter mit Patienten füllen."

+++ Bundesregierung stuft Litauen und Lettland als Risikogebiete ein +++

Wegen steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Litauen und Lettland ab Sonntag als Corona-Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland und Finnland auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt. Island wurde dagegen wieder gestrichen und ist damit nun das einzige Land in Europa, das frei von Risikogebieten ist.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise davon vorzeitig befreien lassen.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Auch ein Großteil Deutschlands ist nach diesen Kriterien Risikogebiet. Am Freitag lagen nach der RKI-Statistik nur noch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern knapp unter der 50er-Marke.

Auf dem europäischen Festland gibt es nun nur noch in Griechenland (Westgriechenland), Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze), Estland, Norwegen und Finnland Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. Hinzu kommen eine ganze Reihe Inseln wie die spanischen Kanaren, die portugiesischen Azoren und Madeira, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Weltweit gilt inzwischen wieder für fast 150 von knapp 200 Ländern eine Corona-Reisewarnung, für zehn weitere gilt sie nur teilweise.

+++ Keine guten Aussichten für Silvesterpartys! Bleibt der Lockdown noch bis Januar? +++

Angesichts der noch immer zu hohen Corona-Zahlen droht Deutschland möglicherweise eine Verlängerung des Lockdowns. Nach "Bild"-Informationen soll Angela Merkel bereits auf längerfristige Corona-Beschlüsse gedrängt haben. Das bedeutet: Der ursprünglich bis Ende November geplante "Lockdown light" könnte möglicherweise sogar bis Januar verlängert werden. Wie die "Bild" weiter berichtet wolle Merkel die neue Corona-Strategie für den Winter bereits am kommenden Mittwoch beschließen.

Während Silvesterpartys in diesem Jahr wohl ausfallen werden, machte die Kanzlerin zumindest beim Thema Weihnachten Hoffnung. Laut "Bild" erklärte Merkel, dass es an Weihnachten "wieder ein gewisses Maß an Freiheit geben" soll. Was hingegen über den Jahreswechsel möglich sein solle, darüber stünden am kommenden Mittwoch "sehr, sehr schwierige Entscheidungen" an.

Man müsse aufpassen, dass "zu Silvester nicht alles wieder eingerissen" werde, erklärte Merkel laut "Bild" den Abgeordneten. Immerhin: Die Bundeskanzlerin glaubt, dass vielleicht schon im Dezember die ersten Corona-Impfstoffe in Europa zugelassen werden – oder zumindest "sehr schnell nach der Jahreswende".

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loc/news.de/dpa