12.11.2020, 16.05 Uhr

Martin Bashir: Hätte Prinzessin Dianas legendäres Interview nicht stattfinden dürfen?

Prinzessin Diana einst bei einer Awardshow.

Prinzessin Diana einst bei einer Awardshow. Bild: Henry Mcgee/Globe Photos, Inc/spot on news

Das berühmte Interview, das Prinzessin Diana (1961-1997) im Jahr 1995 dem BBC-Journalisten Martin Bashir (57) gegeben hatte, steht weiter in der Kritik. Die Prinzessin von Wales sprach damals unter anderem über ihren damaligen Ehemann Prinz Charles (71), ihre Bulimie, ihre Affäre mit James Hewitt (62) und ihre Rivalin Camilla Parker Bowles (73). Das Gespräch galt als "Scoop des Jahrhunderts". Doch nun muss sich die BBC erneut aus unerfreulichen Gründen mit den Hintergründen auseinandersetzen, die diesen Scoop ermöglicht haben sollen, wie die "New York Times" berichtet.

Die Dokumentation "Lady Di - Opfer der Medien" hier ansehen.

Neue Vorwürfe

Eine "umfassende unabhängige Untersuchung" soll nun klären, wie es zu dem Interview gekommen ist. In einer neuen Dokumentation des britischen Senders ITV wurde erneut der Vorwurf aufgeworfen, Bashir hätte sich das Gespräch durch gefälschte Dokumente erschlichen. In der zweiteiligen Doku kommt auch erstmals Matt Wiessler, der damalige Grafikdesigner der BBC zu Wort, der ebenfalls in die Sache verwickelt gewesen war.

Demnach hatte Bashir ihn gebeten, Kontoauszüge zu "erstellen". Diese sollten nahelegen, Mitarbeiter der königlichen Familie hätten Geschichten über Diana verkauft und ihre Observation veranlasst - und als Druckmittel auf Prinzessin Diana dienen. Wiessler wusste davon angeblich nichts - er behauptet, ihm sei gesagt worden, dass die gefälschten Kontoauszüge nur als Requisiten verwendet werden würden. Allerdings verlor er als einziger danach seinen Job, wie interne Dokumente offenbaren sollen. Seiner Meinung nach musste er "als Sündenbock" herhalten.

Laut Charles Spencer (56), dem jüngeren Bruder Lady Dis, waren die gefälschten Dokumente der einzige Grund dafür, dass er Bashir seiner Schwester vorgestellt hatte. Er fordert von der BBC eine posthume Entschuldigung und die Spende eines Teils der Gewinne, die mit dem Interview generiert wurden, an einen guten Zweck. Der Vorfall war 1996 bereits untersucht worden. Bashir war damals von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen worden, da er die gefälschten Dokumente nicht in dem Interview verwendet hatte. Der Journalist selbst kann sich aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht zu der Sache äußern.

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Themen: BBC, Interview