10.11.2020, 18.26 Uhr

Coronavirus-News von Dienstag: Corona-Podcast! Das denkt Virologe Drosten über Biontech-Impfstoff

Christian Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz

Christian Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz Bild: dpa/picture alliance

Trotz des November-Lockdowns scheint sich die Corona-Lage in Deutschland noch lange nicht zu entspannen. In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.332 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 2000 Fälle mehr als am Montag, wie aus Angaben des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht.

Coronavirus-News aktuell: 15.332 Fälle! Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf Vorwochenstand

Im Vergleich zum Dienstag vergangener Woche ist der Wert nahezu identisch. Damals wurden 15 352 Neuinfektionen gemeldet. Der Höchststand war am Samstag mit 23 399 verzeichneten Fällen erreicht worden. Sonntags und montags sind die täglich vermeldeten Fallzahlen in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

687.200 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 687.200 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 inDeutschland (Stand: 10. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 154 auf insgesamt 11.506. Am Montag betrug dieseSteigerung 63 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 441.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Sieben-Tage-R laut RKI aktuell bei 0,98

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,98 (Vortag: 1,01). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 98 weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die aktuellen Corona-Nachrichten vom Dienstag, dem 10.11.2020, im News-Ticker

  • Maskenpflicht im Unterricht für alle gefordert
  • Immer mehr Bürger wehren sich gegen November-Lockdown
  • Covid-19-Impfstoffbald für jeden verfügbar?
  • Corona-Maßnahmen belasten Depressive

+++ Drosten sieht in ersten Impfstoffdaten beeindruckenden Schutz +++

Die ersten Daten zu dem Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus stimmen den Virologen Christian Drosten optimistisch. Man sehe in der Zwischenbilanz im Moment einen beeindruckenden Schutz gegen die Infektion. Das sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update" bei NDR-Info über den am Montag von den Firmen gemeldeten Schutz von 90 Prozent vor Covid-19.

"Wenn jetzt die Studie weiterläuft, kann sich diese Zahl natürlich auch korrigieren, auch durchaus nach unten korrigieren. Damit muss man rechnen", sagte Drosten. Aber prinzipiell habe der Impfstoff eine wirklich gute Schutzwirkung. Bei dieser Art von Impfstoffen, einer neuen Technik, habe man gar nicht gewusst, was man erwarten kann. "Das ist schon jetzt sehr ermutigend", sagte Drosten.

Der Virologe betonte aber auch, dass noch nicht mehr bekannt sei als eine Presseerklärung - auf wissenschaftlicher Ebene sei man auf weitere Veröffentlichungen gespannt. "Das, was wir jetzt in den Medien hatten, das ist eine Zwischenmeldung."

+++ Biontech: Liefervereinbarungen für 570 Millionen Corona-Impfdosen +++

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat nach eigenen Angaben mit seinem US-Partner Pfizer Liefervereinbarungen mit mehreren Ländern und der EU für insgesamt 570 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs für dieses und das nächste Jahr geschlossen. Darüber hinaus gebe es Kaufoptionen für weitere 600 Millionen Dosen, teilte Biontech am Dienstag mit. Alle Vereinbarungen sind den Angaben zufolge abhängig vom klinischen Erfolg und der Zulassung.

Das Unternehmen hatte zuvor ermutigende Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs vorgelegt und angekündigt, voraussichtlich schon ab der kommenden Woche mit Pfizer die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen.

Neben der EU gibt es laut Biontech auch Liefervereinbarungen unter anderem mit den USA, Kanada und Japan. Biontech-Vorstandschef und -Mitgründer Ugur Sahin sprach am Dienstag mit Blick auf das am Montag präsentierte Zwischenergebnis einer 90-prozentigen Wirksamkeit des Impfstoffs von einem "Wendepunkt, sowohl für unser Unternehmen als auch für die Innovation in der Wissenschaft. Diese Daten bringen uns einer möglichen Lösung für die aktuelle globale Pandemie einen Schritt näher."

Auf der Grundlage von Lieferprognosen geht Biontech davon aus, dass in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert und im nächsten Jahr bis zu 1,3 Milliarden Dosen hergestellt werden. Eine wichtige Rolle bei der Herstellung soll die Produktionsanlage im hessischen Marburg spielen. Die Übernahme des Werks von dem Schweizer Pharmariesen Novartis wurde laut Biontech im Oktober abgeschlossen.

+++ Zoff um Verschärfung der Corona-Regeln +++

Zwar wollen Bund und Länder erst am 16.11.2020 über mögliche Lockerungen oder Verschärfungen des "Lockdown Light" entscheiden, doch bereits jetzt soll es Zoff geben. Laut"Bild"-Zeitung soll es in einer Schalte von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Staatskanzleien der Bundesländer zu heftigen Debatten über die Rechtsgrundlage für die Corona-Maßnahmen gekommen sein. Im Infektionsschutzgesetz soll der neue Paragraf 28a geschaffen werden, um die aktuellen Schutzmaßnahmen zu regeln. Die Maßnahmen sollen sich demnach ausschließlich an Inzidenzwerten orientieren. Einigen Bundesländern gehe dies aber nicht weit genug. Sie wollen weitere Faktoren wie Auslastung der Krankenhäuser und Gesundheitsämter. Damit soll die Regelung ausgewogener und rechtssicherer werden. 

+++ Karliczek: Für Corona-Impfstoff gelten übliche hohe Standards +++

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat Bedenken widersprochen, ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte vorschnell genehmigt werden. "Wir halten uns an unsere hohen Qualitätsstandards im Zulassungsverfahren", versicherte sie am Dienstag. «Darauf sollen die Menschen sich verlassen können." Ein Corona-Impfstoff müsse die gleichen hohen Standards erfüllen wie andere Impfstoffe auch. "Deshalb wäre auch eine Zulassung in diesem Jahr ein ganz, ganz, ganz enormer Erfolg", sagte die Ministerin.

+++ EU-Kommission: Vertrag über Biontech-Impfstoff fertig +++

Die EU-Kommission hat einen Vertrag zur Lieferung des vielversprechenden Impfstoffs der Pharmafirmen Biontech und Pfizer fertig ausgehandelt. "Die Verhandlungen mit der Pharmaindustrie sind abgeschlossen", bestätigten Kommissionskreise am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Der Vertrag ist in trockenen Tüchern." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

+++ Spahn erwartet 100 Millionen Biontech-Impfdosen für Deutschland +++

Für Deutschland sollen nach einer Zulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech bis zu 100 Millionen Dosen des Serums zur Verfügung stehen. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Er erwarte einen schnellen Vertragsabschluss der EU-Kommission mit Biontech und seinem Partner Pfizer, sagte Spahn. "Seien Sie versichert, wir werden das jetzt zügig zu einem Abschluss bringen."

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sagte am Dienstag dem Fernsehsender Phoenix, dass die EU-Kommission kurz vor dem Abschluss eines Liefervertrags stehe. "Ich kann Entwarnung geben: Die Verträge werden in den nächsten Stunden unterschrieben und dann auch durch die Kommissionsbeschlüsse morgen rechtlich verankert werden", sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei.

Die EU-Kommission verhandelt seit Monaten mit Biontech und Pfizer. Nach Vorgesprächen hatte die Behörde schon im September erklärt, sie wolle bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen der Hersteller beziehen.

Die Unternehmen hatten am Montag bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Eine Zulassung zunächst in den USA soll frühestens kommende Woche beantragt werden.

+++ Karliczek fordert Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen +++

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek spricht sich aktuell für eine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen aus. Bislang mussten Schüler*innen nur in einigen Bundesländern an weiterführenden Schulen einen MNS im Unterricht tragen. "Regelmäßiges Stoßlüften hilft, auch wenn es mal kalt wird in den Räumen. Das war auch das Resultat eines Gesprächs der Kultusministerkonferenz mit Experten des Umweltbundesamtes. Es ist in der momentanen Lage den Schülern zuzumuten, einen dickeren Pullover anzuziehen. Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist. Das Maskentragen ist aber für mich das effektivste Mittel, um Unterricht zu ermöglichen", sagt die CDU-Politikerin gegenüber der "Rheinischen Post".

Zudem könnten Schulen auch andere Räume wie Museen oder Pfarrzentren nutzen, um Abstandsregeln einzuhalten. "Natürlich sind solche Räume nicht immer für Unterricht geeignet. Hier ist insgesamt viel Kreativität und auch Toleranz von allen Seiten gefragt", sagte Karliczek weiter. 

+++ Schülerin scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen +++

Eine Brandenburger Schülerin ist vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit dem Versuch gescheitert, gegen die Maskenpflicht an Schulen vorzugehen. Die Richter wiesen einen Eilantrag ab, die nach der Corona-Eindämmungsverordnung für Schüler der gymnasialen Oberstufe geltende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb der Schulgebäude vorläufig außer Vollzug zu setzen (OVG 11 S 114/20).

Der 11. Senat argumentierte am Montagabend, dass bei ungehindertem Fortgang des Infektionsgeschehens das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit einer Vielzahl von Menschen in massiver Weise gefährdet sei. Die angegriffene Vorschrift sei voraussichtlich rechtmäßig, insbesondere verhältnismäßig.

Die Schülerin, die vor am Dienstag abgehaltenen Abiturprüfungen stand, hatte argumentiert, dass sie während der Prüfzeit mit Maske keine Möglichkeit habe, etwas zu essen und zu trinken. Das Tragen einer Maske während der gesamten Klausurbearbeitung, die bis zu 270 Minuten betragen könne, sei arbeitsschutzrechtlich unzulässig. Dem war der Senat nicht gefolgt.

+++ Bericht: Schon mehr als 500 Eilanträge gegen November-Lockdown +++

Zahlreiche Bürger und Unternehmen wehren sich gerichtlich gegen die Anfang November verschärften Corona-Auflagen in Deutschland. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) unter Berufung auf den Deutschen Richterbund berichten, sind bereits in der ersten Woche des neuerlichen Teil-Lockdowns mehr als 500 Eilanträge bei den Verwaltungsgerichten eingegangen.

Unter den Antragstellern sind demnach vor allem Unternehmen aus den von den Einschränkungen betroffenen Branchen, etwa gastronomische Betriebe, Fitnessstudios, Konzertveranstalter oder Hotels. Auch die Betreiber von Schwimmbädern, Spielhallen, Wettbüros, Tattoo-, Sonnen- und Kosmetikstudios gehen juristisch gegen die Corona-Maßnahmen vor.

Eilanträge bei den 51 Verwaltungsgerichten sowie den 15 Oberverwaltungsgerichten und Verwaltungsgerichtshöfen in Deutschland hätten zudem Bürger gestellt, die Besuchsverbote in Kliniken oder die Maskenpflicht auf Straßen und Plätzen nicht akzeptieren wollen, heißt es in dem Bericht. Allein in Berlin hätten sich im November über 90 Kläger an die Verwaltungsgerichte gewandt - mehr als in jedem anderen Bundesland.

Der Geschäftsführer des Richterbundes, Sven Rebehn, rechnet damit, dass die Klagewelle weiter wächst. "Die Gerichte tun alles dafür, den Betroffenen möglichst schnell und effektiv Rechtsschutz zu gewähren", sagte Rebehn den Funke-Zeitungen. Die Möglichkeit, Grundrechtseingriffe zeitnah überprüfen zu lassen, trage maßgeblich zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Corona-Beschränkungen bei.

Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr haben die Justiz nach Angaben des Richterbundes mehr als 5000 Klagen und Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz gegen Corona-Beschränkungen erreicht. So haben die Verwaltungsgerichte über Kontaktverbote und Maskenpflicht, Geschäfts- und Schulschließungen, Versammlungsverbote oder Ausgangsbeschränkungen entschieden. Zuletzt ging es verstärkt auch um Beherbergungs- und Bewirtungsverbote, Sperrstunden und Reisebeschränkungen.

"Nach einer ruhigeren Phase in den Sommermonaten ziehen die Verfahrenszahlen bei den meisten Gerichten seit Anfang Oktober wieder deutlich an", so ein Sprecher. Die Erfolgsaussichten sind allerdings überschaubar. Bisher haben die Gerichte die Corona-Beschränkungen ganz überwiegend bestätigt. Im Bundesdurchschnitt hat der Richterbund den Angaben zufolge eine Erfolgsquote der Eilverfahren gegen staatliche Schutzmaßnahmen von rund zehn Prozent ermittelt.

+++ Umfrage: Corona-Maßnahmen belasten Depressive stärker +++

In Deutschland sind Menschen mit Depressionen nach einer neuen Studie stärker von den Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen als die Allgemeinbevölkerung. So haben sie zum Beispiel den Lockdown im Frühjahr als deutlich belastender erlebt, heißt es im neuen "Deutschland-Barometer Depression", das am Dienstagvormittag vorgestellt werden soll. Für diese Untersuchung lässt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe jährlich rund 5000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten repräsentativ online befragen, zuletzt im Juni und Juli.

Danach empfanden rund drei Viertel der Menschen mit Depressionen (74 Prozent) den Lockdown im Frühjahr als bedrückend. In der Allgemeinbevölkerung seien es 59 Prozent gewesen, heißt es in der Analyse. Menschen mit Depressionen hätten zum Beispiel fast doppelt so häufig unter einer fehlenden Tagesstruktur und Grübelei gelitten. Im Vergleich zur Bevölkerung insgesamt vermissten sie auch noch häufiger den Kontakt zu anderen. Nach Angaben der Stiftung sind in Deutschland rund fünf Millionen Menschen depressiv erkrankt.

+++ Kurz vor Antrag für Corona-Impfstoff: Biontech legt Zahlen vor +++

Kurz nach der Veröffentlichung ermutigender Zwischenergebnisse zu seinem Corona-Impfstoff legt das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech an diesem Dienstag Zahlen zum dritten Quartal vor. Zudem will Biontech um 14.00 Uhr in einer Telefonkonferenz "Informationen zum operativen Fortschritt" geben.

Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer hatten am Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Impfstoff-Studie veröffentlicht. Ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19, erklärten die beiden Unternehmen. Schwere Nebenwirkungen seien nicht festgestellt worden.

Biontech und Pfizer wollen nach eigenen Angaben voraussichtlich schon ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA rückt damit in greifbare Nähe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, er gehe von einer parallelen Beantragung der Zulassung bei FDA und der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Mediziner zeigten sich überrascht von den Forschungsergebnissen von Biontech und Pfizer, Finanzanalysten sprachen von einem möglichen Durchbruch im Kampf gegen die Corona-Pandemie. An der Börse schossen die Aktien der beiden Unternehmen hoch.

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+++ Scholz: Corona-Folgen werden im Etat lange zu spüren sein +++

Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie werden nach Einschätzung von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) noch über Jahre spürbar sein. "Die Bundeshaushalte 2020 und 2021 stehen im Zeichen des Kampfes gegen die Corona-Pandemie", sagte Scholz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Er bekräftigte: "Die gesundheitlichen Folgen der Pandemie haben wir hoffentlich im nächsten Jahr überstanden, doch die wirtschaftlichen Folgen werden viel länger zu spüren sein - das muss die Finanzplanung beachten."

Der Wert eines guten Gesundheitswesen, eines starken Sozialstaats und eines leistungsfähigen Gemeinwesens sei allen gerade sehr bewusst geworden. "All das muss nachhaltig finanziert sein", sagte er auch mit Blick auf Rufe nach höheren deutschen Verteidigungsausgaben.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Krise kommt der Arbeitskreis Steuerschätzungen von Dienstag an zu digitalen Beratungen zusammen. Am Donnerstag gibt Scholz die Ergebnisse bekannt. Ausschläge nach oben oder unten im Vergleich zu den bisherigen Annahmen könnten Einfluss haben auf die laufenden parlamentarischen Beratungen über den Haushalt 2021.

+++ Karliczek setzt auf Impfstoffproduktion in großem Stil +++

Nach dem ersten Erfolg des Mainzer Unternehmens Biontech bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs setzt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) auf eine Produktion in großem Stil. "Es wird darauf ankommen, den Impfstoff nun möglichst rasch und in großen Mengen zu produzieren", sagte Karliczek der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Nachricht von Biontech und Pfizer sei ein Grund zum Optimismus.

Karliczek sagte: "Ich hoffe sehr, dass das Unternehmen jetzt auch noch die letzten Schritte zur Zulassung zügig schafft." Es müssten bis dahin noch einige Fragen geklärt werden, unter anderem zur Verträglichkeit und Wirksamkeit für die verschiedenen Altersgruppen. Bei aller Geschwindigkeit würden die üblichen Qualitätsstandards im Zulassungsverfahren gelten. Die Politikerin verwies darauf, dass Biontech von ihrem Haus gefördert werde. Auch eine Impfstoffproduktion werde gefördert.

+++  Covid-19-Impfstoff: Spahn will schnellen Vertrag mit Biontech-Pfizer +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verlangt, dass die EU so schnell wie möglich einen Vertrag über die Lieferung eines Corona-Impfstoffs mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und dem Pharmakonzern Pfizer abschließt. Es gebe bisher einen Vorvertrag, aber keinen Abschluss, kritisierte Spahn am Montagabend im "heute journal" des ZDF. Auch wenn viele rechtliche Fragen zu klären seien - es gehe auch um Geschwindigkeit.

"Ich möchte vor allem, dass wir in den nächsten Tagen zu einem Abschluss kommen als Europäische Union. Ich könnte es als deutscher Gesundheitsminister jedenfalls schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller verimpft würde als in Deutschland selbst", betonte der Minister. Deshalb dringe er "sehr sehr stark darauf", dass man jetzt endlich zu einem Ergebnis komme.

Die EU-Kommission verhandelt bereits seit einiger Zeit mit Biontech/Pfizer über einen Rahmenvertrag zur Lieferung des Impfstoffs an alle EU-Staaten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb am Montagnachmittag auf Twitter, man werde bald einen Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfdosen abschließen. Von der EU-Kommission unterzeichnet sind bisher Rahmenverträge mit den Pharmafirmen Johnson&Johnson, Astrazeneca und Sanofi-GSK.

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sba/news.de/dpa