10.11.2020, 10.28 Uhr

Hurrikan Eta 2020 aktuell: Meteorologen warnen: Tropensturm kracht ein zweites Mal auf US-Küste

Guatemala befürchtet etwa 150 Tote nach Erdrutsch wegen Unwetters.

Guatemala befürchtet etwa 150 Tote nach Erdrutsch wegen Unwetters. Bild: dpa

Nach seinem verheerenden Durchzug über Mittelamerika und Kuba hat Tropensturm "Eta" im Süden des US-Bundesstaates Florida für Überschwemmungen gesorgt. In der Metropolregion um Miami setzte er am Montag Stadtteile unter Wasser und entwurzelte Bäume, wie der Nachrichtensender NBC am späten Abend (Ortszeit) berichtete. Mehr als 11.000 Haushalte waren dem Bericht zufolge zeitweise ohne Strom. Auch das nördlich von Miami gelegene Fort Lauderdale war betroffen. Berichte über Verletzte oder Tote in Florida gab es laut NBC zunächst nicht.

Hurrikan Eta 2020: Meteorologen sicher: Tropensturm kracht ein zweites Mal auf Florida

Der Sturm bewegte sich nach Angaben des US-Hurrikanzentrums vom frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) langsam südwestwärts. Im Laufe der Woche werde sich "Eta" um den Golf von Mexiko bewegen und könnte dann am späten Freitag oder frühen Samstag an der nördlichen Golfküste Floridas erneut auf Land treffen, meldete NBC.

Die ursprüngliche Meldung vom 09.11.2002

Der Tropensturm "Eta" bedroht jetzt Teile des US-Bundestaates Florida. Das US-Hurrikanzentrum in Miami warnte vor schweren Regenfällen und lebensgefährlichen Überflutungen in Teilen des Südostens der Halbinsel. Gegen 4 Uhr (MEZ) lag das Zentrum des Sturms rund 60 Kilometer östlich von Marathon, einem Teil der Keys, der Inselkette an der Südspitze Floridas. Mit Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde zog er nordwestwärts Richtung Festland.

Tropensturm "Eta" fegt über Kuba und erreicht Florida

Am Sonntag war "Eta" mit heftigen Regenfällen über Kuba gezogen. Das genaue Ausmaß der Schäden in den am stärksten betroffenen Provinzen Sancti Spíritus, Ciego de Ávila und Granma war zunächst noch nicht bekannt. In Mittelamerika war "Eta" am Dienstag voriger Woche als Hurrikan auf die Küste Nicaraguas getroffen. Später schwächte er sich zu einem Tropensturm (weniger als 118 Kilometer pro Stunde) ab.

Tropensturm "Eta" gewinnt an Kraft und steuert auf Kuba zu

Wie zuvor in Mittelamerika und Mexiko bereitete der heftige Regen, den "Eta" mit sich brachte, auf der Karibikinsel Sorgen. Die Niederschläge dürften vielerorts weiter zunehmen, viele Böden waren bereits durchnässt und konnten kaum weiteres Wasser aufnehmen, die Gefahr von Erdrutschen nahm zu. Der Zivilschutz Kubas warnte vor Überschwemmungen. Der Zivilschutz rief Warn- und Alarmphasen für verschiedene Provinzen aus.

"Eta" war am Dienstag als Hurrikan auf die Küste Nicaraguas getroffen. Später schwächte sich "Eta" zu einem Tropensturm ab. Allerdings verursachten heftige Regenfälle in den vergangenen Tagen vielerorts Erdrutsche und Überschwemmungen, laut Schätzungen kamen in Mittelamerika und Mexiko in der Folge rund 200 Menschen ums Leben. Im besonders getroffenen Guatemala wurde ein Dorf von einem Erdrutsch erfasst, Präsident Alejandro Giammattei rechnete am Freitag mit "mehr oder weniger 150 Toten".

Unwetter in Mittelamerika: Tief "Eta" trifft als Hurrikan auf Nicaragua

Bei Erdrutschen und Überschwemmungen wurden in Honduras 13 Menschen, in Guatemala und Panama jeweils fünf sowie in Costa Rica und Nicaragua jeweils zwei Menschen getötet. Die Zahl der Opfer könnte allerdings noch deutlich steigen. In einem Dorf nahe San Cristóbal Verapaz im Zentrum von Guatemala wurden bei einem Erdrutsch 25 Häuser verschüttet, wie Präsident Alejandro Giammattei sagte.

Unwetter-Horror in Guatemala: 150 Tote nach Erdrutsch befürchtet

Es werden Dutzende Todesopfer befürchtet - darunter allein 100 in einem Dorf, das von einem Erdrutsch begraben wurde. "In diesem Moment rechnen wir (...) nach nicht offiziellen Zahlen damit, dass mehr oder weniger 150 Tote zu verzeichnen sind", sagte Giammattei in einer Pressekonferenz am Freitag.

Das Militär habe große Probleme gehabt, in einige abgeschnittene Gebiete des Landes vorzudringen. Dennoch seien schon Rettungskräfte in Quejá, einem Teil der Ortschaft San Cristóbal Verapaz, angekommen, um nach Opfern des Erdrutsches zu suchen. Das Militär schätzte, dass dort rund 150 Häuser verschüttet wurden. "Die Umstände in dieser Gegend sind schwierig", sagte Präsident Giammattei. Wegen zahlreiche abgerutschter Hänge auf dem Weg seien die ersten Helfer nur zu Fuß zu dem Dorf gelangt. Nach offiziellen Angaben der Nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenvorsorge in Guatemala sind wegen des heftigen Regens durch das Tiefdruckgebiet "Eta" bislang acht Menschen ums Leben gekommen, 18 werden vermisst, mehr als 80 000 sind von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

Unwetter in Mittelamerika mit Erdrutschen und Überschwemmungen

In Honduras rief die Regierung die Menschen in den tieferen Gebieten des Sula-Tals im Nordwesten des Landes dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Der Pegelstand des Flusses Ulúa hat 15 Meter überschritten", teilte das Präsidialamt mit. "Die Überschwemmungen werden katastrophal sein." Mit Schnellbooten und Helikoptern holten Soldaten und Polizisten die Menschen aus den besonders gefährdeten Gebieten.

Allerdings konnten die Einsatzkräfte offenbar nicht allen Opfern des Unwetter zügig helfen. "Niemand reagiert. Wir haben die Einsatzkräfte angerufen, aber niemand antwortet", sagte ein Mann aus dem Departement Cortés in einem im Internet veröffentlichten Video. "Das Wasser geht nicht zurück, wir sind alle auf den Dächern. Bitte schickt dringend ein Boot." Das Tiefdruckgebiet bewegt sich nur langsam fort und bringt viel Regen mit. Nach einer ergiebigen Regenzeit in den vergangenen Monaten sind viele Böden allerdings bereits durchnässt und können kaum weiteren Regen aufnehmen. Dadurch steigt die Gefahr von Erdrutschen.

Mindestens 19 Tote bei Unwetter im Süden Mexikos

Im mexikanischen Bundesstaat Chiapas sind bei dem Unwetter mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen und 900 Häuser beschädigt worden. Damit stieg die Zahl der Toten wegen starken Regens in Mexiko und Zentralamerika auf rund 200, wie Behörden am Freitag mitteilten. Die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage hätten Erdrutsche und Überschwemmungen von fünf Flüssen verursacht, teilte der Zivilschutz im Bundesstaat Chiapas mit. 13 Erdrutsche hätten zu blockierten Straßen geführt. Zehn Tote in Chiapas wurden in einem Fluss gefunden. Die anderen neun, unter ihnen drei Kinder, kamen in drei anderen Orten ums Leben.

Die Regenfälle im Süden Mexikos werden durch eine Kaltfront und das tropische Tiefdruckgebiet "Eta" ausgelöst, das in Mittelamerika schätzungsweise 180 Todesopfer forderte.

Mittelamerika von Tropensturm-Serie heimgesucht - Erinnerungen an Unwetter-Horror-Jahr 2005

"Eta" ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison. So viele Tropenstürme gab es bislang nur im Jahr 2005. Die Hurrikan-Saison in der Karibik dauert noch bis zum 30. November. "Eta" dürfte nach der Prognose des US-Hurrikanzentrums nun weiter über Honduras und dann erneut auf die Karibik hinausziehen. Am Wochenende könnte der Tropensturm dann auf Kuba und die Kaimaninseln treffen.

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fka/news.de/dpa