02.11.2020, 19.07 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Corona-Regeln: Bayerns Innenminister kündigt konsequente Kontrolle an

Angela Merkel spricht zur aktuellen Corona-Lage.

Angela Merkel spricht zur aktuellen Corona-Lage. Bild: dpa

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 12097 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 8685 gelegen.

Coronavirus-News aktuell: RKI meldet 10.481 Corona-Tote

Insgesamt haben sich dem RKIzufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 532.930 Menschen mit dem Virus infiziert(Stand: 01.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 29 auf insgesamt 10.481. Das RKI schätzt, dass rund 355.900 Menschen inzwischen genesen sind.

Reproduktionszahl R-Wert laut RKI bei 1,13, Sieben-Tage-R bei 1,13

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,13 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag ebenfalls bei 1,13 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

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+++ Corona-Regeln: Bayerns Innenminister kündigt konsequente Kontrolle an +++

Nach einer zum Gottesdienst erklärten Protestversammlung gegen die verschärften Corona-Vorschriften hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) strenge Kontrollen angekündigt. "In Zukunft werden Polizei und Versammlungsbehörden solche Ablenkungsmanöver von Beginn an unterbinden", sagte Herrmann der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Die Einhaltung der Infektionsschutz-Verordnung habe "oberste Priorität und wird durch die Polizei zusammen mit den weiteren zuständigen Behörden konsequent überwacht".

Auf der Münchner Theresienwiese hatten am Sonntag fast 2000 Menschen gegen den neuen Teil-Lockdown protestiert. Der Veranstalter hatte die Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. Die Polizei brach die Veranstaltung ab, "als sich die Veranstaltung immer stärker in die Zielrichtung eines Konzerts entwickelte". Herrmann sagte, der Einsatz auf der Theresienwiese werde behördenintern eingehend nachbereitet.

+++ Merkel: Mehrwertsteuersenkung läuft zum Jahresende aus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einer Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung über das Jahresende hinaus eine Absage erteilt. Die Mehrwertsteuersenkung laufe automatisch aus, sagte Merkel am Montag in Berlin. Seit Juli gelten für ein halbes Jahr niedrigere Steuersätze: 16 statt 19 Prozent beziehungsweise 5 statt 7 Prozent. Damit wollte die Bundesregierung in der Corona-Krise den Konsum ankurbeln.

+++ Merkel rechtfertigt Gottesdienst-Erlaubnis trotz Corona-Krise +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Entscheidung verteidigt, im Teil-Lockdown zwar Gastronomie und Kultur zu schließen, aber Gottesdienste weiterhin zu erlauben. "Wenn wir Kitas und Schulen offen lassen, dann ist die Ausübung der Religionsfreiheit nach Einschätzung aller Verfassungsjuristen auch zwingend geboten", sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Nur, wenn diese auch geschlossen worden wären wie im März, hätte man überlegen können, Gottesdienste zu unterbinden. Aber Kitas und Schulen halte man diesmal ebenso offen wie Läden. Das Recht auf Religionsausübung sei ein "sehr hochstehendes Recht".

+++ Merkel: "Sparen viel Geld, wenn wir vernünftig sind" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger auch aus finanziellen Gründen dazu aufgerufen, sich an die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus zu halten. Die Politik mute einigen sehr viel zu, sagte Merkel am Montag in Berlin mit Blick auf die Schließung etwa der Gastronomie. Die Bundesregierung sei auch finanziell in der Lage, dies zu kompensieren. Merkel sagte aber zugleich: "Wir alle sparen viel Geld, wenn wir vernünftig sind." Ein gutes Durchkommen durch die Pandemie sei das Beste für die Wirtschaft.

Um die Folgen der Krise abzufedern und Jobs und Firmen zu erhalten, hat die Bundesregierung bereits milliardenschwere Hilfsprogramme beschlossen. Der Bund hat dafür immense Schulden aufgenommen.

+++ Vernunft im November erlaubt Freiheiten zu Weihnachten +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Familienbesuche zu Weihnachten in der Corona-Krise für möglich, wenn in den kommenden vier Wochen Kontakte und Ansteckungen reduziert werden. "Wenn wir im November alle sehr vernünftig sind, dann werden wir uns mehr Freiheiten zu Weihnachten erlauben können", sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. "Dass es die großen, rauschenden Silvesterpartys gibt, das glaube ich nicht", fügte sie hinzu. Für Treffen von "Kernfamilien" gebe es Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen wie eine Vor-Quarantäne, das müsse man dann sehen. "Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein", sagte Merkel.

+++ Merkel über Lockdown: Einschränkungen können "ein Wellenbrecher" sein +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands appelliert, die nun greifenden Kontaktbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie zu befolgen. "Ob diese große gemeinsame Kraftanstrengung etwas bringt im Monat November, das hängt nicht nur von den Regeln ab, sondern auch davon, ob diese Regeln befolgt werden", sagte Merkel am Montag vor Journalisten in Berlin. Jede und jeder habe es in der Hand, ob es einen Wendepunkt in der Pandemie gebe.

Deutschlandweit habe es zuletzt im Schnitt 127,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben. "Wie müssen in die Region von 50 kommen", sagte Merkel. "Das ist das Ziel." Dann könnten die Beschränkungen in dieser zweiten Welle ein "Wellenbrecher" sein. Derzeit könnten die Gesundheitsämter die Kontakte der Infizierten nicht nachverfolgen. Dies solle aber wieder möglich sein. Sehr viel mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner könnten die Gesundheitsämter nicht schaffen.

Die Kontakte zu minimieren, wo immer möglich, sei daher nötig. "Zu Hause sollen sich so wenige Menschen wie möglich treffen", betonte Merkel. Im öffentlichen Raum sollten sich Angehörige von nur zwei Hausständen treffen, bekräftigte Merkel. Mit Blick darauf, dass es im November keine Kulturveranstaltungen und Gastronomie-Besuche geben soll, räumte Merkel ein, dies bedeute Verzicht auf vieles, "was das Leben schön macht".

Sehr viele Menschen reagierten mit Verständnis, sagte Merkel. "Aber es gibt auch Zweifel, Skepsis, Ablehnung." Sie verstehe, dass viele Menschen enttäuscht seien, dass die Pandemie so lange anhalte. "Der Herbst ist jetzt mit großer Wucht gekommen." Das Licht am Ende des Tunnels sei noch ziemlich weit entfernt.

+++ Merkel strebt im November gemeinsamen Corona-"Wendepunkt" an +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger dazu aufgerufen, die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen zu unterstützen. "Jeder und jede hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen - zu einem Wendepunkt wieder zurück zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie", sagte sie am Montag in Berlin. Wenn es in den kommenden vier Wochen gelingen würde, die Virus-Ausbreitung in Deutschland zu bremsen, schaffte dies die Voraussetzungen für einen "erträglichen Dezember" weiter mit Corona-Regeln, aber wieder mit mehr Freiräumen.

Merkel betonte mit Blick auf die am Montag gestarteten erneuten weitreichenden Beschränkungen, es sei nicht mehr der Zeitpunkt, mit dieser oder jener Variante gegenzusteuern. Dies wäre halbherzig. "Das Virus bestraft Halbherzigkeit".

+++ Kanzlerin: Positiv Getestete sollen Kontakte über Corona-App informieren +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Nutzer der Corona-Warn-App aufgefordert, im Fall eines positiven Testergebnisses ihre Kontaktpersonen mit Hilfe der App anonym zu informieren. 2,57 Millionen Testergebnisse seien über die App bereits übermittelt worden, 38.000 Nutzer hätten ihre positiven Testergebnisse dann weitervermittelt, sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. "Leider sind wir allerdings bislang nur bei 60 Prozent der positiv Getesteten, die ihre Kontakte auch weitergeben, da liegt noch eine große Aufgabe." Sie wolle Menschen ermutigen, Kontaktpersonen zu informieren.

Im Vergleich zum Frühjahr gebe es derzeit auch "einige Lichtblicke", sagte Merkel. Sie nannte mehr und besseres Schutzmaterial, Schnelltests für den Schutz von Menschen mit besonderem Risiko, bessere Medikamente und die "positive Aussicht" auf Impfstoffe, die in den nächsten Monaten zugelassen werden könnten. "Aber es bleibt dabei: Solange das alles nur im Ansatz da ist, wie der Impfstoff noch in der Entwicklung sich befindet, auch keine durchschlagenden Medikamente da sind, müssen wir die nächsten vier Monate mit dieser Pandemie leben", mahnte die Kanzlerin.

+++ Bundeskanzlerin Merkel verteidigt Schließung der Gastronomie +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Schließung der Gastronomie im November verteidigt und den Firmen erneut eine schnelle Hilfe zugesagt - wie auch der Kulturszene. Die Betroffenen mit Einnahmeausfällen würden nicht alleine gelassen, sagte Merkel am Montag in Berlin. Die Bundesregierung hatte bereits Nothilfen von zehn Milliarden Euro beschlossen. Die Hilfen sollten auch die Kultur erreichen, sagte Merkel.

Zur umstrittenen Schließung von Gastronomiebetrieben sagte Merkel, erarbeitete Hygienekonzepte würden noch sehr wertvoll sein. Um die schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, komme es nun aber vor allem darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern. Den Betroffenen solle nun sehr schnell und unbürokratisch geholfen werden. Wirtschafts- und Finanzministerium arbeiten derzeit an der konkreten Umsetzung der Nothilfen. Damit sollen Umsatzausfälle ersetzt werden.

+++ Merkel: Steuern auf akute Notlage in den Krankenhäusern zu +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der steigenden Zahlen der Corona-Infektionen und schwer Erkrankten vor einer "akuten Notlage" in den Krankenhäusern gewarnt. "Das ist exponentielles Wachstum, das uns mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine akute Notlage in unseren Krankenhäusern zulaufen lässt", sagte die CDU-Politikerin nach der Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Man betrachte die Lage mit Sorge. Bei kälteren Temperaturen wie in den kommenden Monaten reagiere das Virus "anders und noch aggressiver".

+++ Drosten erklärt Corona-Maßnahmen mit Vermeiden der Triage +++

In der Debatte über die Corona-Maßnahmen hat der Virologe Christian Drosten an die schwierigen Entscheidungen von Ärzten im Fall einer Überlastung der Intensivstationen erinnert. In einem Vortrag erläuterte er das Vorgehen namens Triage, bei dem Patienten im Extremfall sortiert werden. Man habe zum Beispiel einen alten Covid-19-Patienten, der seit einer Woche auf der Intensivstation beatmet werde, mit einer Überlebenschance zwischen 30 und 60 Prozent. Und dann komme ein 35-jähriger Vater dreier Kinder mit einem schweren Covid-19-Verlauf. Der jüngere Patient müsse dringend an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, sonst sei er übermorgen tot - das wisse man als Intensivmediziner, sagte Drosten bei einer Veranstaltung in Meppen am Freitagabend.

"Was machen Sie? Sie müssen einen der älteren Patienten abmachen. Das ist, was Triage bedeutet", sagte Drosten. "Und aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, in diese Maßnahmen einzutreten, die wir jetzt haben." In unserem Kulturkreis gebe es ein anderes Ethikverständnis als in anderen Kulturkreisen: "Bei uns zählen alle Menschenleben." Drosten erläuterte, wie schnell sich zuletzt die 400 Intensivbetten der Charité mit Covid-19-Patienten füllten. Ein Teil der geplanten Operationen werde bereits abgesagt. Laut dem Lagebericht der Berliner Gesundheitsverwaltung vom Sonntag hat sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in der Hauptstadt innerhalb von elf Tagen verdoppelt.

Das Wort Triage stammt vom französischen Verb "trier", was "sortieren" oder "aussuchen" bedeutet. Das System kommt aus der Militärmedizin: Ende des 18. Jahrhunderts fanden sich im "Königlich-Preußischen Feldlazareth-Reglement" erste Angaben, wie Verwundete nach Schweregraden eingeteilt werden sollten. Die Politik hofft, mit einem seit Montag geltenden Teil-Lockdown die rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen und den wachsenden Druck auf das Gesundheitswesen wieder in den Griff zu bekommen.

+++ Kramp-Karrenbauer geht vorsorglich in Corona-Quarantäne +++

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich nach Kontakt zu einem Corona-Infizierten im privaten Umfeld vorsorglich für sechs Tage in Quarantäne begeben. Ein Test habe aber bereits ein negatives Ergebnis erbracht, teilte das Verteidigungsministerium am Montag weiter mit. Der Kontakt habe vor acht Tagen stattgefunden. "Auch die Corona-Warn-App zeigte am Sonntag ein rotes Warnsignal an", so das Ministerium. Kramp-Karrenbauer ist auch CDU-Vorsitzende.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geht vorsorglich in Corona-Quarantäne.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geht vorsorglich in Corona-Quarantäne. Bild: dpa

+++ Braun: Teil-Lockdown soll möglichst am Monatsende gelockert werden +++

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat den Willen bekräftigt, die am Montag in Kraft getreten neuen Corona-Einschränkungen nach rund vier Wochen wieder zu lockern. "Unser erklärtes Ziel ist, dass wir Ende November die Maßnahmen in dieser Strenge beenden wollen", sagte Braun am Montagmorgen im RBB-Inforadio. Es gehe auch darum, der deutschen Wirtschaft das Weihnachtsgeschäft und der Bevölkerung die Weihnachtsfeier im Familienkreis zu ermöglichen. In zwei Wochen sollen die strengen Maßnahmen erneut besprochen und unter Umständen angepasst werden.

"Solange die Zahlen nicht sinken, wird es immer Beschränkungen geben", sagte Vizekanzler Olaf Scholz im "Frühstart" von RTL/ntv. Da man nicht wisse, wo die Ansteckungen stattfänden, sei das drastische Vorgehen richtig. Zudem sprach Scholz davon, dass man sich auf eine neue Normalität einrichten müsse. "Das wird dieses und auch das nächste Jahr noch so sein", sagte Scholz.

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), geht nach eigenen Worten davon aus, dass die neuen Regeln juristisch Bestand haben werden. Sie seien notwendig und verhältnismäßig, sagte er dem Radiosender Bayern 2. Deutschland habe keinen Lockdown - die Wirtschaft sei in wesentlichen Bereichen offen, Schulen und Kitas blieben geöffnet. Außerdem gebe es in Deutschland, anders als in vielen anderen Ländern, keine Ausgangssperren.

+++ Bundespolizei kontrolliert in Berlin Einhaltung von Corona-Regeln +++

Zu Beginn des Teil-Lockdowns hat die Bundespolizei am Montagmorgen verstärkt auf Umsteigebahnhöfen in Berlin und Potsdam kontrolliert. Damit solle die Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzverordnungen überwacht werden, teilte die Bundespolizei auf Twitter mit. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in ganz Deutschland seit diesem Montag für vier Wochen teilweise heruntergefahren.

Weitreichende Beschränkungen gelten für die Bürger, für Gastronomie, Kultur und Sport. Gastronomiebetriebe, Theater, Opern, Museen, Konzerthäuser, Fitnessstudios, Kosmetiksalons, Freizeit- und Sportstätten müssen schließen. Die Bürger müssen sich an Kontaktbeschränkungen halten, die ebenfalls an die Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr erinnern.

+++ Merkel stellt sich den Fragen zu Corona-Maßnahmen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat kurzfristig zu einer Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen eingeladen. Nach der Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung will sie sich am frühen Montagnachmittag (14.00 Uhr) in der Bundespressekonferenz in Berlin den Fragen dazu stellen. Die turnusmäßige Regierungspressekonferenz mit den Sprechern der Ministerien entfällt dafür. Die Kanzlerin tritt live im TV auf. Unter anderem überträgt der Sender Phönix die heutige Pressekonferenz.

Seit Montag gilt in ganz Deutschland ein - vorerst auf vier Wochen beschränkter - Teil-Lockdown. Bundesweit ist Gastronomen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen die Öffnung nun weitestgehend untersagt. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln. Die um Mitternacht in Kraft getretenen Regelungen stehen nach wie vor in der Kritik.

+++ Autor Kutscher fürchtet geringere Akzeptanz der Corona-Maßnahmen +++

Der Krimi-Autor Volker Kutscher ist besorgt, dass die neuen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus von der Bevölkerung nicht mehr so sehr akzeptiert werden könnten. "Unterm Strich war die Entscheidung wahrscheinlich richtig, jetzt wieder das öffentliche Leben herunterzufahren, aber ich befürchte, dass die Akzeptanz für die Maßnahmen geringer ist als im Frühjahr», sagte Kutscher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). Kutschers Gereon-Rath-Krimis dienen als Vorlage für die international bekannte Fernsehserie "Babylon Berlin".

Der 57 Jahre alte Schriftsteller, der aus Lindlar in Nordrhein-Westfalen stammt, hatte eigentlich im November eine Lesereise geplant, die er nun absagen musste. Andere Kulturschaffende litten aber viel mehr, sagte Kutscher. "Wie Musiker, Schauspieler, DJs, aber auch Techniker, Veranstalter, Kinobetreiber." Viele hätten einen enormen Aufwand betrieben, um mit Hygienekonzepten den Betrieb einigermaßen aufrecht halten zu können.

Wenn von diesem Montag an bundesweit das öffentliche Leben wieder eingeschränkt wird, um die Ausweitung der Corona-Pandemie einzudämmen, ist auch die Kulturszene massiv betroffen. Erst am Wochenende gab es in mehreren Bundesländern Proteste gegen die wiederholte Schließung von Theatern, Opern, Konzerthäusern oder Kinos. Auch Direktoren namhafter Kunstmuseen in Deutschland protestierten in einem Brief.

+++ Jens Spahn will 290 Millionen Masken an Pflegeheime schicken +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will laut einem Medienbericht 290 Millionen Masken aus Bundesbeständen an Pflegeheime und ambulante Pflegedienste schicken. Die Einrichtungen sollen demnach jeweils 1000 hochwertige FFP2-Masken und 2000 einfache OP-Masken erhalten, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Die Masken seien in der ersten Phase der Pandemie angeschafft worden. "Die erfolgreichen Beschaffungsanstrengungen eröffnen Spielräume, die ich nutzen möchte, um Pflegeeinrichtungen gezielt und zusätzlich bei der Versorgung mit Schutzmasken zu unterstützen", zitieren die Zeitungen aus einem Brief von Spahn an die Pflegeeinrichtungen.

Allerdings machte Spahn klar, dass sich die Heime und Dienste daneben weiterhin frühzeitig und vorausschauend um die Beschaffung kümmern müssten.

+++ Braun: Nicht wahrscheinlich, dass wir in zwei Wochen lockern können +++

Kanzleramtsminister Helge Braun hat wenig Hoffnung, dass schon in kurzer Zeit wieder Maßnahmen des ab diesem Montag geltenden Teil-Lockdowns zurückgenommen werden können. "Ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass wir in zwei Wochen schon Maßnahmen lockern können", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Doch gehe er insgesamt fest davon aus, "dass sich das Infektionsgeschehen mit den Maßnahmen, die wir jetzt beschlossen haben, wirklich deutlich bremst". Der Gesamterfolg hänge aber vom Willen jedes Einzelnen ab. Den Geist, der im März geherrscht habe, brauche man auch in diesem Winter wieder.

+++ Jens Spahn: Es kommen "Monate der Einschränkungen und des Verzichts" +++

Unmittelbar vor dem Teil-Lockdown im November hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Deutschen auf "Monate der Einschränkungen und des Verzichts" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingeschworen. Selbst wenn das öffentliche Leben in einigen Wochen wieder hochfahre, könnten danach erneut strenge Beschränkungen drohen. "Niemand kann ausschließen, dass es nicht irgendwann in der Folge wieder dazu kommt", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute-journal". Deutschland befinde sich wegen der Corona-Krise in einer "Jahrhundert-Situation".

Von diesem Montag an müssen bundesweit Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen, und zwar für mindestens vier Wochen. Auch für persönliche Treffen gelten deutlich strengere Regeln.

Spahn sagte, der Kampf gegen die Pandemie erfordere im November eine "nationale Kraftanstrengung". Es stehe ein Monat der Entschleunigung an, um Kontakte zu reduzieren und einander vor einer Ansteckung zu schützen. "Ja, ich weiß: Das ist echt hart", sagte er. Aber angesichts rapide steigender Infektionszahlen gehe es nicht ohne zusätzliche staatliche Maßnahmen. Zu Kritik aus Gastronomie sowie der Kultur- und Hotelbranche sagte er, auch das beste Hygienekonzept reduziere das Risiko eben nicht auf null.

Spahn, selbst an Covid-19 erkrankt, sagte, ihm persönlich gehe es gut; er sei seit Tagen symptomfrei. Er wisse nicht, wo er sich angesteckt habe. So wie er seien Hunderttausende in Deutschland zurzeit in Quarantäne. Er dankte allen, die zu Hause blieben, um andere zu schützen.

Ob die Infektionszahlen nach dem Teil-Lockdown wieder hochgehen, "liegt an uns allen", betonte er. Wenn die Regeln nach dem November auslaufen, heiße das nicht, dass "alle wieder feiern" könnten.

+++ Söder: Alternative wäre nur, es laufen zu lassen +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die ab diesem Montag geltenden strengeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verteidigt. "Die Alternative wäre, es laufen zu lassen", sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Das würde aber einen enormen Anstieg der Infektionen bedeuten. Die Folge seien das Volllaufen der Krankenhäuser und am Ende auch hohe Todeszahlen.

"Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren», so Söder. "Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden." Hinzukomme, dass der jetzige Lockdown milder sei als im Frühjahr und in anderen europäischen Ländern.

Von diesem Montag an sind in allen Bundesländern entsprechende Verordnungen in Kraft. Bundesweit müssen Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitestgehend schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Das Herunterfahren der Kontakte soll verhindern, dass Gesundheitsämter und das Gesundheitssystem überlastet werden, insbesondere die Intensivstationen.

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bos/news.de/dpa