01.11.2020, 17.08 Uhr

Schusswaffenattacke in Lyon: Schüsse auf orthodoxen Priester - Verdächtiger wieder frei!

Ein orthodoxer Priester ist im französischen Lyon durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden.

Ein orthodoxer Priester ist im französischen Lyon durch Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Bild: Laurent Cipriani / AP / picture alliance / dpa

Nach den Schüssen auf einen orthodoxen Priester in Lyon haben französische Sicherheitskräfte einen Verdächtigen in Polizeigewahrsam genommen. Der Festgenommene könnte den Beschreibungen von Zeugen entsprechen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstag den Staatsanwalt von Lyon, Nicolas Jacquet, zitierte.

Verdächtiger nach Schüssen auf orthodoxen Priester frei gelassen

Der nach den lebensgefährlichen Schüssen auf einen orthodoxen Priester in Lyon festgenommene Mann ist wieder frei. Es gebe keine Gründe, ihn weiter in die Ermittlungen einzubeziehen, teilte die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Bezug auf Justizkreise mit. Außerdem sei der Gesundheitszustand des Mannes nicht mit einem Polizeigewahrsam vereinbar.

Schüsse auf orthodoxen Priester in Lyon: Opfer in Lebensgefahr

Bei dem Angriff am Samstag gegen 16.00 Uhr wurde der griechische Priester von zwei Schüssen vor seiner Kirche in der Stadt im Südosten Frankreichs lebensgefährlich verletzt. Nach ersten Informationen hatte der Täter ein Jagdgewehr bei sich. Der Verdächtige trug bei der Festnahme keine Waffe. Der 52-jährige Priester sei laut AFP an der Leber verletzt worden. Der Staatsanwalt von Lyon hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes eingeleitet. Bislang wurden die Ermittlungen nicht von den Anti-Terror-Fahndern der französischen Staatsanwaltschaft übernommen.Möglich ist, dass der Angreifer ein persönliches Motiv hatte.

Frankreich unter Schock: Erneut brutaler Angriff auf Geistlichen in Kirche

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Anwohner aufgefordert, sich vom Ort des Geschehens fern zu halten und die Anweisungen der Sicherheitskräfte zu befolgen. Ein Krisenstab wurde einberufen. In einem Tweet hat der EU-Ratschef Charles Michel den Angriff verurteilt. In Europa sei die Gewissensfreiheit für alle garantiert und müsse respektiert werden, Gewalt sei unerträglich und zu verurteilen, schrieb der Politiker.

Schüsse in Lyon setzen Schock-News nach Messerattacke von Nizza fort

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach der Messerattacke am Donnerstag in Nizza in einer Kirche, bei dem ein 21-jähriger mutmaßlicher Terrorist aus Tunesien in einer Kirche drei Menschen mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt hat. Frankreich hat nach dem Angriff in Nizza die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

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loc/news.de/dpa