15.10.2020, 07.35 Uhr

Unwetter im Oktober 2020: Sturmflut an der Ostsee! Meteorologen warnen vor Hochwasser

Tief Gisela bringt extremes Wetter nach Deutschland.

Tief Gisela bringt extremes Wetter nach Deutschland. Bild: AdobeStock / mpix-foto

Tief Gisela fegte von Osten in Richtung Deutschland. Der Mittwoch war bereits extrem ungemütlich. Auch am Donnerstag besteht in einigen Regionen noch Unwetterwarnung. Vor allem an der Ostsee sorgt die Unwetterfront weiterhin fürSturmböen.

Unwetter im Oktober aktuell: Flutet Tief Gisela Deutschland?

Bei Gisela handelt es sich um ein VB-Tief. Das Tiefdruckgebiet hat sich über dem Mittelmeer vollgesogen und zog vom Balkan nach Polen und erreicht nun Deutschland. 2002 sorgte ein VB-Tief für das Jahrhunderthochwasser.

+++ Aufräumen und Schadensbegutachtung nach Sturmtief Gisela +++

 

Nach dem Hochwasser an der Ostseeküste wegen Sturmtief Gisela stehen an diesem Donnerstag die Schäden im Fokus. Besonders betroffen war in Mecklenburg-Vorpommern der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dort wurde am Mittwoch wegen der steigenden Wasserstände die Alarmstufe 2 ausgelöst. Bei der zweiten von vier Alarmstufen sollten die Deiche auf Schäden kontrolliert werden, teilte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) mit. Zudem warf der Sturm im gesamten Landkreis zahlreiche Bäume um. Feuerwehrleute holten die Stämme von Straßen und Schienen.

Medienberichten zufolge rechnet Lubmins Bürgermeister Axel Vogt mit Flutschäden am neu aufgeschütteten Strand. Am Donnerstagvormittag soll es eine Bauberatung geben.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verlängerte die Sturmflutwarnung an der Ostsee bis zum Donnerstag. Demnach ist an der gesamten deutschen Ostseeküste mit Wasserständen von 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand zu rechnen. In der Lübecker und Wismarer Bucht sowie im Greifswalder Bodden sind Wasserstände bis 1,40 Meter über dem mittleren Wasserstand möglich. Im Verlauf des Tages werden weiter Wasserstände von einem Meter bis 1,30 Meter über Normal erwartet, wie es hieß. Für den Meteorologen Stefan Kreibohm vom Wetterstudio auf Hiddensee ist das Sturmtief ein ganz normaler Herbststurm.

Viele Reedereien hatten am Mittwoch ihren Fährbetrieb eingestellt. Die Reederei FRS Königslinjen, die die Schweden-Schnellfähre zwischen Sassnitz-Mukran und Ystad betreibt, hat die Abfahrten für Donnerstag bereits abgesagt.

+++ Sturm lässt Wasserstände in Lübeck und Travemünde steigen +++

Die Bewohner der Lübecker Innenstadt und des Ostseebades Travemünde müssen am Mittwochnachmittag (14.10.2020) mit der Überschwemmung von Straßen und Parkplätzen rechnen. Das Hochwasser werde voraussichtlich eine Höhe von 6,20 Metern erreichen. Der normale Wasserstand liegt laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bei fünf Metern. Die Stadt rief am Morgen dazu auf, Autos aus den gefährdeten Bereichen zu entfernen.

Auch in Kiel sorgt der Oststurm für Hochwasser. Die Fährlinie zwischen Kiel und Holtenau habe ihren Betrieb bereits eingestellt, sagte eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft am Mittwoch. Auch die Fördetörn genannte Hafenrundfahrt falle wegen des Hochwassers am Mittwoch aus.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat für die gesamte deutsche Ostseeküste ab Mittwochmittag eine Sturmflut mit Wasserständen zwischen 1,10 Metern und 1,30 Metern über dem mittleren Wasserstand vorhergesagt.

+++ Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmböen und Dauerregen +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Osten des Landes mehrere Wetterwarnungen für Mittwoch herausgegeben. So drohen an der Nordseeküste, in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen Windböen mit Geschwindigkeiten bis zu 55 Stundenkilometern. In exponierten Lagen und der Ostsee seien auch Sturmböen bis zu 70 Stundenkilometer möglich.

Im Süden Brandenburgs, Sachsen und Thüringen droht zudem Dauerregen. Der DWD erwartet Niederschlagsmengen zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter.

Alle aktuellen Wetterwarnungen finden Sie hier im Überblick.

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bua/sig/news.de/dpa