07.10.2020, 13.38 Uhr

Friedhof für Föten in Rom: Gebrandmarkt! HIER werden Frauen nach einer Abtreibung bloßgestellt

Auf einem Friedhof in Rom werden Frauen nach Abtreibungen bloßgestellt.

Auf einem Friedhof in Rom werden Frauen nach Abtreibungen bloßgestellt. Bild: AdobeStock/ Friedberg (Symbolbild)

Der "Cimitero Flaminio" ist ein ungewöhnlicher Ort. Auf dem Friedhof in Rom stehen Kreuze mit Namen von Lebenden. Es sind die Namen von Frauen, die eine Abtreibung haben vornehmen lassen. In den Gräbern unter den Kreuzen liegen ihre toten Föten.

Föten-Friedhof in Italien: Frauen nach Abtreibungen bloßgestellt

Die Frauen hatten bei den Abtreibungen angegeben, dass sie sich nicht selbst um die Entsorgung des Fötus kümmern wollen. Unklar ist allerdings, wie die Namen und Daten der Frauen auf den Friedhof gelangen konnten. Sie fühlen sich, dass berichtet aktuell "de.euronews.com" gebrandmarkt, weshalb dieFrauenrechtsorganisation "Differenza Donna" jetzt Klage eingereicht hat.

Friedhöfe für Föten gibt es in ganz Italien

"Die meisten Kreuze wurden zwischen 2017 und 2020 aufgestellt, aber es gibt betroffene Frauen, die sagen, dass einige schon länger hier stehen", so euronews-Korrespondentin Giorgia Orlandi. "Die Organisation, die die Frauen vertritt, will sich mit anderen Gruppen im Land vernetzen, denn auch in anderen Regionen gab es solche Aktionen." Es ist nicht der einzige Friedhof in Italien, auf dem es solche Kreuze gibt. Landesweite sind sie auf mehreren Friedhöfen zu finden.

Abtreibungs-Gegner stellen Frauen bloß - Verfahren wegen des Missbrauchs persönlicher Daten

Aufgestellt wurden die Kreuze oftmals von katholischen AbtreibungsgegnerInnen der Organisation "Das Leben mit Maria verteidigen", die Vereinbarungen mit Gemeinden und Krankenhäusern schloss, um Föten zu beerdigen. Doch die Frauen haben dazu niemals ihre Einwilligung erteilt, weshalb "Differenza Donna" nun ein Verfahren wegen des Missbrauchs persönlicher Daten anstrebt.

Praxis selbst unter Abtreibungsgegner umstritten

Die Frauen in Rom waren schockiert, als sie ihre Namen auf den Kreuzen entdeckten. "Sie haben uns gesagt, dass sie sich nicht respektiert fühlen. Sie finden, dass ihre Freiheiten und Rechte missachtet wurden, vor allem ihr Recht auf Abtreibung und die Freiheit des Denkens, aber auch die Religionsfreiheit. Einige haben uns gesagt, dass sie Atheistinnen sind oder nicht-katholisch." Die Praxis der Namensveröffentlichung ist auch unter Abtreibungsgegnern umstritten.

Lesen Sie auch: Sie hatte 2 Abtreibungen! Mann missbraucht Schülerin 5 Jahre lang

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fka/bua/news.de