26.09.2020, 13.06 Uhr

Messer-Attacke in Paris: Zwei Verletzte! Verdächtiger gesteht "islamistischen Terrorakt"

In der französischen Hauptstadt Paris sind mindestens zwei Menschen bei einer offenbar terroristisch motivierten Messer-Attacke verletzt worden.

In der französischen Hauptstadt Paris sind mindestens zwei Menschen bei einer offenbar terroristisch motivierten Messer-Attacke verletzt worden. Bild: Alain Jocard / AFP / picture alliance / dpa

Nach der Messerattacke in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit mindestens zwei Verletzten gibt es einen Terrorverdacht. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, dass sie ermittelt.

Medien: Zweite Festnahme nach Messerattacke in Paris

Nach der Pariser Messerattacke mit mindestens zwei Verletzten gab es Berichten zufolge eine zweite Festnahme. Die zweite Person wurde im Bereich der Metrostation Richard-Lenoir in Nähe des Tatorts festgenommen, wie mehrere französische Medien am Freitag übereinstimmend berichteten. Ein erster Verdächtiger war nahe des Place de la Bastille festgenommen worden. Anti-Terror-Fahnder haben die Ermittlungen übernommen. Bei der Attacke am Freitagmittag sind mindestens zwei Menschen verletzt worden. Frankreichs Premier Jean Castex hat eine Krisensitzung einberufen.

Medien: Verdächtiger gesteht Messerattacke von Paris

Der Hauptverdächtige hat Berichten zufolge die Messerattacke von Paris gestanden. Der 18-Jährige habe dabei auch die von dem Satiremagazin "Charlie Hebdo" veröffentlichten Mohammed-Karikaturen erwähnt, berichteten französische Medien am Samstag übereinstimmend. Bei der Attacke in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" waren am Freitagmittag in Paris zwei Menschen verletzt worden.

In Paris läuft seit Anfang Dezember der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015. Damals wurden über mehrere Tage insgesamt 17 Menschen getötet - alles begann mit einer mörderischen Attacke auf die Redaktion von "Charlie Hebdo". Sie ist danach an einen geheimen Ort umgezogen.

Ein Verdächtiger nach Messerattacke in Paris wieder frei

Nach der Messerattacke in Paris ist einer der in der Nähe des Tatorts festgenommen Verdächtigen wieder auf freiem Fuß. Das bestätigten Justizkreise am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, ohne weitere Details zu nennen. Der Hauptverdächtige ist weiterhin in Polizeigewahrsam - es wurden außerdem weitere Verdächtige festgenommen.

Bei der Attacke in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo" waren am Freitagmittag in Paris zwei Menschen verletzt worden. Sie waren Mitarbeiter einer Film-Produktionsfirma. Beide hätten den Operationssaal am Freitagabend verlassen und befänden sich nun in zwei verschiedenen Krankenhäusern, sagte einer der Chefs der Produktionsfirma, Luc Hermann, dem Sender Franceinfo.

"Sie wurden im Gesicht schwer verletzt. Der Angriff war unglaublich gewalttätig", sagte Hermann. "Es gab eine echte Bereitschaft zum Töten." Hermann kritisierte, dass das Gebäude während des seit Anfang September laufenden Prozesses gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015 nicht geschützt wurde.

Innenminister: Messerangriff in Paris ist "islamistischer Terrorakt"

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Messerattacke in der Nähe der ehemaligen "Charlie Hebdo"-Redaktion als "islamistischen Terrorakt" bezeichnet. Es gebe kaum Zweifel, dass es ein weiterer "blutiger Angriff auf unser Land ist", sagte er am Freitagabend im französischen Fernsehen. Er habe die Polizeipräfektur außerdem gebeten, zu überprüfen, warum die Bedrohung in dieser Straße unterschätzt worden sei - auch wenn die Redaktion dort seit mehreren Jahren nicht mehr ihren Sitz habe.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete außerdem unter Berufung auf Justizkreise von fünf weiteren Festnahmen. Die Männer seien bei der Durchsuchung einer Wohnung in Pantin bei Paris festgenommen worden. Damit befinden sich nun sieben Verdächtige in Polizeigewahrsam. Am Freitagmittag waren zwei Menschen in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit einem Messer attackiert und verletzt worden.

Regierungschef: Zwei Journalisten bei Messerattacke in Paris verletzt

Bei der Messerattacke im Pariser Osten sind nach den Worten des französischen Regierungschefs Jean Castex zwei Journalisten verletzt worden. Ihr Leben sei nicht in Gefahr, sagte Castex am Freitag in der Nähe des Tatorts. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hatte zuvor bestätigt, die Ermittlungen übernommen zu haben. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

Castex unterstrich den Willen der Regierung, "mit allen Mitteln gegen den Terrorismus zu kämpfen". Der Angriff ereignete sich in unmittelbarer Nähe der früheren Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo".

Castex sprach in diesem Zusammenhang von einem "symbolischen Ort". Er wies auch auf den laufenden Terrorismusprozess um die blutigen Attacke auf die Zeitschrift im Januar 2015 hin, bei dem seit Monatsbeginn elf Angeklagte in Paris vor Gericht stehen.

Die beiden Verletzten der Messerattacke sind nach ergänzenden Medieninformationen bei einer Produktionsfirma beschäftigt, die für das Fernsehen arbeitet.

Italien bekundet nach Attacke in Paris Solidarität

Nach der Messerattacke in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" hat Italiens Regierungschef Giuseppe Conte Solidarität mit Frankreich bekundet. Er bezeichnete die Tat auf Twitter am Freitag als "feigen Angriff". Weiter schrieb der Premier aus Rom: "Wir fühlen uns dem französischen Volk nahe und verfolgen die Entwicklung der Situation mit Besorgnis." Italien stehe an der Seite derer, die alle Formen der Gewalt bekämpften. Bei der Attacke am Freitagmittag hatte es Verletzte gegeben. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

Paris macht dicht nach blutiger Messer-Attacke mit Terror-Hintergrund

Berichten zufolge wurden im Zentrum der Stadt mehrere Schulen und Krippen vorsichtshalber geschlossen. Der Bereich um den Tatort wurde von den Einsatzkräften komplett abgesperrt, wie ein dpa-Reporter berichtete. Es gab demnach keine panikartigen Szenen, die Menschen beschwerten sich, dass sie nicht nach Hause konnten. "Merde, Merde", schimpfte eine alte Frau. Berichten zufolge untersuchten die Beamten auch ein verdächtiges Paket in der Gegend - dabei soll sich zunächst nichts ergeben haben.

Messer-Attacke in Paris am Rande des Terror-Prozess nach "Charlie Hebdo"-Anschlag von 2015

Der Terrorismusprozess um den blutigen islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo" läuft seit Monatsbeginn in Paris. Angeklagt sind 14 Menschen. Bei der mehrtägigen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo", sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. "Charlie Hebdo" hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

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loc/news.de/dpa