17.09.2020, 13.39 Uhr

Zwangskastration in Afrika: "Barbarisch!" Nigeria führt Kastration als Strafe für Vergewaltigung ein

In Nigeria wurde ein Gesetz verabschiedet, das Kastration als Strafe für Vergewaltigungen vorsieht.

In Nigeria wurde ein Gesetz verabschiedet, das Kastration als Strafe für Vergewaltigungen vorsieht. Bild: (Symbolbild) Darren Baker/AdobeStock

In einem Bundesstaat von Nigeria können verurteilte Vergewaltiger künftig mit Kastration bestraft werden. Die Gesetzesänderung sehe zudem vor, dass Täterinnen bei Verurteilung die Entfernung derEileiter drohe.

Gouverneur eines Bundesstaates von Nigeria gab Kastrationsgesetz bekannt

Das gab der Gouverneur des Bundesstaates Kaduna, Nasir el-Rufai, amMittwochabend in einer Mitteilung auf Twitter bekannt. Bei Opfern jünger als 14 Jahren drohe zudem die Todesstrafe, bei Opfern älter als 14 Jahren lebenslange Haft. Das Gesetz wurde demnach vergangene Woche verabschiedet.

Diese "drastischen Strafen sind notwendig, um Kinder mehr vor schlimmen Verbrechen zu schützen", teilte der Gouverneur mit. In dem konservativen Bundesstaat Kaduna im Norden Nigerias haben einige Bürger härtere Strafen für Vergewaltiger gefordert.

In dem Land in Westafrika erlebt laut einem Unicef-Bericht von 2015 jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge vor dem 18. Lebensjahr sexuelle Gewalt.

Kastrations-Ankündigung als Strafe für Vergewaltiger polarisiert

Der Tweet erhielt viel Zuspruch von den Twitter-Usern. "Well-done sir Daumen hoch, You Done a great job OK-Hand. I wish All the Nigerian Governors will copy from you" ("Gut gemacht, Sir Daumen hoch, Sie haben großartige Arbeit geleistet. Ich wünschte, alle nigerianischen Gouverneure würden es Ihnen nachmachen"), lobte etwa dieser Nutzer.

Auch ein weiterer Nutzer findet: "Great job! Please be reminded that such convicts need more intense monitoring after receiving their deserved punishments." ("Großartige Arbeit! Bitte denken Sie daran, dass solche Sträflinge eine intensivere Überwachung benötigen, nachdem sie ihre verdienten Strafen erhalten haben.")

Doch es sind auch kritische Stimmen unter dem Tweet des Gouverneurs zu finden. So meint ein User: "This retribution is barbaric and has no place is a modern society. Whoever device this has a skewed mind and still living in Stone Age." ("Diese Vergeltung ist barbarisch und hat keinen Platz in einer modernen Gesellschaft. Wer auch immer das angeordnet hat, hat einen verdrehten Verstand und lebt immer noch in der Steinzeit.")

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sig/news.de/dpa