21.09.2020, 10.42 Uhr

Medicane über Griechenland 2020: Spur der Verwüstung! Monster-Sturm fordert mindestens 3 Tote

Griechenland, Kefalonia: Eine Segelyacht liegt nach einem Sturm neben einer Straße an Land.

Griechenland, Kefalonia: Eine Segelyacht liegt nach einem Sturm neben einer Straße an Land. Bild: dpa

Monstersturm erreicht Griechenland: Meteorologen warnen vor einem sogenannten Medicane, einem mediterranen Hurrikan. Es drohen neben schweren Gewittern und Starkregen auch schwere Sturmböen. Meteorologen haben dem Sturm den Namen "Ianos" gegeben. Mit einer Wetterbesserung rechneten die Meteorologen erst ab Sonntagnacht.

Medicane Ianos 2020: Monstersturm trifft Griechenland

Laut griechischem Wetterdienst HNMS herrscht in mehreren Regionen im Südwesten des Landes Alarmstufe Rot - unter anderem auf den bei Touristen beliebten Ionischen Inseln (Korfu,Lefkada,Zakynthos, Ithaka, Kefalonia, Kythira, Omfori, Paxos), der Halbinsel Peloponnes sowie Mittelgriechenlands. Der Bürgermeister der Insel Zakynthos, Nikitas Aretakis, sagte im Staatsradio: "Wir bereiten uns vor, wir sind besorgt." Der Zivilschutz warnte alle Einwohner, während des Sturms nicht auf die Straße zu gehen.

Medicane in Griechenland 2020: Alle aktuellen Informationen zum Wirbelsturm Ianos

+++ 20.09.2020 Bestandsaufnahme nach Sturm "Ianos": Schwere Schäden in Griechenland +++

Beim Wirbelsturm "Ianos" sind am Wochenende vielerorts in Griechenland schwere Schäden entstanden. Über die westgriechische Insel Kefalonia berichteten griechische Medien am Montag von einer "Katastrophe biblischen Ausmaßes". Bilder zeigten von Steinlawinen begrabene Autos, so stark waren die Wassermassen, die das Erdreich mitspülten. Straßen brachen weg, Boote sanken in den Häfen.

Auch in der Stadt Karditsa in Thessalien wurde zum Teil erst am Montag das Ausmaß der Schäden deutlich. In der Region hatte sich "Ianos" am Wochenende mit einem Sturmtief über der Nordägäis verbunden und gewütet. Das resultierende Unwetter forderte drei Tote, eine Frau wird weiterhin vermisst. Berichten zufolge sollen rund 15 Brücken beschädigt und mehr als 5000 Häuser überschwemmt sein, Tiere ertranken in den Ställen. Manche Häuser und Dörfer seien weiterhin abgeschlossen, weil Erdmassen oder Wasserströme den Zugang verhinderten, berichtete der griechische Fernsehsender Skai.

+++ 20.09.2020: Nach Stürmen in Griechenland weiteres Todesopfer entdeckt +++

Die schweren Stürme in Griechenland haben ein weiteres Opfer gefordert. Am Sonntagmorgen entdeckte die Feuerwehr in der Region Thessalien nahe der Stadt Karditsa einen 62-Jährigen in den Trümmern seines Hauses. Die Zahl der Toten beläuft sich damit auf drei, es werden immer noch Menschen vermisst oder sind in ihren Häusern eingeschlossen, wie die Feuerwehr mitteilte.

Der Wirbelsturm "Ianos" und ein weiteres Sturmtief über der Nordägäis hatten am Freitag und Samstag in weiten Teilen Griechenlands schwere Schäden verursacht. Mehr als 600 Menschen seien von Rettungskräften aus Wohnungen befreit oder anderweitig gerettet worden.

+++ 19.09.2020: Eine Tote und schwere Schäden in Griechenland +++

Der Wirbelsturm Ianos und ein weiteres Sturmtief über der Nordägäis haben in der Nacht zum Samstag in weiten Teilen Griechenlands schwere Schäden verursacht.In Mittelgriechenland kamen eine Frau und ein Mann ums Leben, eine weitere Frau wurde vermisst. Viele könnten ihre Häuser wegen Hochwassers nicht verlassen, teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Mehr als 600 Menschen seien von Rettungskräften aus Wohnungen befreit oder anderweitig gerettet worden. Wegen Schäden an der Bahnstrecke wurde die Zugverbindung Athen - Thessaloniki unterbrochen.

Bilder und Videos in sozialen Medien und in griechischen Medien zeigen die Spur der Verwüstung: Umgestürzte Bäume und Strommasten, weggeschwemmte Autos, Segelboote, die von Wind und Wellen an Land gespült oder gleich im Hafen versenkt wurden. Vielerorts stehen Straßen unter Wasser. Im Laufe des Samstag passiert Ianos die Westküste der Insel Kreta, während es in der Nordägäis stürmisch bleibt.

Griechenland wird in den vergangenen Jahren verstärkt von Stürmen und Starkregen heimgesucht, oft sind Verletzte und Tote zu beklagen. Ältere Griechen versichern, dass es solche schweren Stürme in dieser Regelmäßigkeit früher nicht gegeben habe. "Ich stand bis zu den Hüften im Wasser", sagte eine 86-Jährige am Samstag dem Fernsehsender Skai in der stark betroffenen Stadt Karditsa. "Wir hatten auch früher mal Stürme, aber nie so gewaltig."

+++ 18.09.2020: Dutzende Migranten in Westgriechenland in Seenot +++

Vor der westgriechischen Insel Zakynthos haben die Insassen eines Bootes ein Notsignal gesendet. An Bord seien nach ersten Informationen aus Kreisen der Küstenwache rund 50 Migranten. Das Boot sei am Freitag in den Wirbelsturm Ianos (Medicane) geraten und treibe dahin, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Wegen der stürmischen Winde werde die Rettungsaktion behindert. Man hoffe, dass das Boot - bevor es kentere - zum Festland der Halbinsel Peloponnes treibe, hieß es.

Im Ionischen Meer, das zwischen Italien und Griechenland liegt, werden fast täglich Migranten auf dem Weg nach Italien entdeckt. Eine Statistik über ihre Anzahl aus offiziellen Quellen gibt es jedoch nicht. Mit von Schlepperbanden organisierten Überfahrten aus Griechenland oder der Türkei direkt nach Italien versuchen Migranten, die weitgehend geschlossene Balkanroute zu umgehen und auf diesem Weg nach Westeuropa zu gelangen.

+++ 18.09.2020:Wirbelsturm Ianos zieht entlang der griechischen Küste +++

Der schwere Herbststurm Ianos mit den Merkmalen eines Hurrikans hat sich in der Nacht zum Freitag langsam entlang der Küste der griechischen Halbinsel Peloponnes bewegt. Schwere Schäden habe es zunächst nicht gegeben, berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Lediglich in der Stadt Argostoli auf der Insel Kefalonia fiel der Strom aus. Aus Sicherheitsgründen sollten am Freitag die Schulen in zahlreichen Regionen Westgriechenlands geschlossen bleiben. Auch die Fährverbindungen zu den Inseln Kefalonia, Zakynthos und Ithaka wurden unterbrochen. Der Zivilschutz und das meteorologische Amt warnten: In den nächsten Stunden könne der Medicane Ianos seinen Kurs ändern und schwere Schäden auf dem Festland anrichten. Mit einer Wetterbesserung rechnen die Meteorologen von Sonntagnacht an. Ein Medicane ist ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Sobald er das Festland erreicht, verliert er an Heftigkeit.

+++ 17.09.2020: Extremes Unwetter erwartet: Meteorologen warnen vor Gewittern, Starkregen und Sturmböen +++

Ein Medicane ist ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Sobald er das Festland erreicht, verliert er an Heftigkeit. Begleitet wird ein Medicane von starkem Wind und Niederschlägen. "Es war ein seltenes Phänomen im Mittelmeer. Jetzt mit dem Klimawandel wird es wohl öfter vorkommen", sagte der Chef des griechischen Wetteramtes, Kostas Lagouvardos, im Staatsfernsehen. Am Donnerstagmittag erreichten die Winde auf Zakynthos die Stärke zehn bis elf, wie das Wetteramt mitteilte. Meteorologen warnen vorbis zu zehn Meter hohe Wellen und Orkanböen bis 140 Kilometern pro Stunde.

Segler wurden vom Wetteramt dazu aufgerufen, sobald wie möglich den nächsten Hafen aufzusuchen. Betroffen waren zunächst die Inseln Zakynthos und Kefalonia sowie Ithaka. Die Fährverbindungen mit dem Festland brachen zusammen.

Unwetter im Inionischen Meer: DIESE Regionen sind betroffen

"Gehen Sie nicht auf die Straßen. Sichern Sie alles, was herumfliegen kann. Gehen Sie auf die höheren Stockwerke, wenn es Fluten gibt", sagte der Chef des Zivilschutzes, Nikos Chardalias, nach einer Krisensitzung in Athen im Staatsfernsehen (ERT). Segler wurden vom Wetteramt dazu aufgerufen, sobald wie möglich den nächsten Hafen aufzusuchen. Die Schulen in acht Regionen, über die der Medicane hinwegfegen soll, sollten am Freitag geschlossen bleiben, ordnete der Zivildienst an.

Die Regionen, die neben den Inseln im Ionischen Meer voraussichtlich am härtesten getroffen werden, sind die Halbinsel Peloponnes, Mittelgriechenland sowie teilweise auch die Insel Kreta. "Wir können aber nicht genau sagen, wie sich der Medicane bewegen wird", sagte Meteorologe Lagouvardos im Staatsfernsehen. Schwere Regenfälle und stürmische Winde sollten auch Athen am Freitag treffen, hieß es.

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bua/fka/news.de/dpa