03.08.2020, 07.42 Uhr

Eid al-Adha 2020 bis 03.08.: Trotz Corona! Traditionelles Opferfest des Islam geht heute zu Ende

Das islamische Opferfest Eid al-Adha wird 2020 vom 30. Juli bis 3. August von Muslimen in aller Welt gefeiert.

Das islamische Opferfest Eid al-Adha wird 2020 vom 30. Juli bis 3. August von Muslimen in aller Welt gefeiert. Bild: Ahmad Kamal / XinHua / picture alliance / dpa

Gläubigen Muslimen steht Ende Juli 2020 das wichtigste Fest des Islam bevor: Das viertägige Opferfest Eid al-Adha beginnt am Abend des Donnerstag, dem 30. Juli 2020 und endet in den Abendstunden des 3. August. Neben traditionellen Gebeten und Besuchen bei Verwandten stehen auch andere Traditionen und Bräuche zu Eid al-Adha für Muslime in aller Welt auf dem Programm.

Welche religiösen Ursprünge hat das islamische Opferfest Eid al-Adha?

Das Opferfest der Muslime fällt der islamischen Tradition mit der Wallfahrt nach Mekka, auch Hadsch genannt, zusammen. Im Rahmen der 72 Stunden währenden Feierlichkeiten wird des Propheten Ibrahim gedacht, der bereit war, seinen eigenen Sohn Ismael zu opfern, um Allah zu gefallen. Das Menschenopfer wurde der Überlieferung im letzten Moment durch göttliche Fügung gestoppt, anstelle des Sohnes wurde ein Tieropfer dargebracht - eine Tradition, die sich bis zum heutigen Tage beim Fest Eid al-Adha finden lässt.

Traditionen und Bräuche zum islamischen Opferfest Eid al-Adha

In der Gegenwart opfern Muslime zu Eid al-Adha bisweilen Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Büffel, um das geschlachtete Tier anschließend im Familienkreis zu verzehren. Zudem gehören Gebete und Besuche im Familien- und Bekanntenkreis zu den Traditionen, die das islamische Opferfest auszeichnen. Gemeinsame Speisen und das Austauschen von Geschenken hat sich zu Eid al-Adha ebenfalls etabliert.

Der gesellige Charakter des islamischen Opferfestes Eid al-Adha dürfte im Jahr 2020 empfindliche Einschränkungen erfahren. Aufgrund der weltweit grassierenden Corona-Pandemie sind Gläubige angehalten, Abstandsgebote und Hygieneregeln einzuhalten - das gilt auch für Eid al-Adha oder die Hadsch genannte rituelle Pilgerreise nach Mekka.

Pakistan warnt vor neuen Corona-Infektionen durch Opferfest Eid al-Adha

Bereits eine Woche vor Beginn des islamischen Opferfests Eid al-Adha am 30. Juli 2020 haben Pakistans Behörden vor einem neuen Anstieg von Corona-Infektionen gewarnt. "Die nächsten zehn Tage bis zwei Wochen sind sehr, sehr kritisch", sagte der Leiter einer nationalen Behörde im Kampf gegen das Coronavirus, Asad Umar, in Quetta. Mit Blick auf das Fest befürchten auch pakistanische Ärzteverbände, dass sich das Virus weiter ausbreitet.

In dem südasiatischen Land bereiten sich derzeit mehr als 200 Millionen Muslime auf das viertägige Fest vor. Viele reisen in überfüllten Bussen und Zügen zu ihren Familien. Ein gemeinschaftliches Gebet in den Moscheen gehört neben Familienbesuchen zu den üblichen Höhepunkten. In Pakistan gibt es mehr als 270.000 nachgewiesene Infektionen mit Sars-Cov-2.

Taliban und Kabul beschließen Waffenruhe für islamisches Opferfest

Wenige Tage vor Beginn des islamischen Opferfests Eid al-Adha haben sich die militant-islamistischen Taliban mit der afghanischen Regierung auf eine dreitägige Waffenruhe verständigt. Diese beginne in der Nacht zu Freitag, dem 30. Juli 2020, und werde 72 Stunden dauern, sagte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Die Taliban wiesen ihre Kämpfer an, sich nur im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Den Taliban sei während der Phase nicht erlaubt, in "feindliche" Gebiete zu gehen.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani befahl daraufhin allen Sicherheitskräften im Land, der Waffenruhe zu folgen, wie sein Sprecher Sedik Sedikki auf Twitter schrieb. Ghani hatte die Taliban am Dienstag zu einer Feuerpause während des Opferfestes aufgefordert. "Die Ankündigung einer Feuerpause ist ein wichtiger Schritt", schrieb Sedikki. Die Menschen in Afghanistan verlangten jedoch eine dauerhafte Waffenruhe und Friedensgespräche.

Waffenruhe in Afghanistan zu hohen islamischen Feiertagen

Bereits Ende Mai gab es in Afghanistan während des Festes des Fastenbrechens eine dreitägige Waffenruhe. Danach war der Konflikt zwischen der afghanischen Regierung und der islamistischen Gruppe wieder aufgeflammt. Seit dem USA-Taliban-Abkommen Ende Februar seien 3.560 afghanische Soldaten getötet, weitere 6781 verwundet worden, sagte Ghani am Dienstag in Kabul.

Seit Wochen drängen Afghanistans Regierung und internationale Akteure auf einen Beginn der geplanten innerafghanischen Friedensgespräche, um den blutigen Konflikt mit den Taliban zu beenden. Doch im Streit um einen Gefangentausch war der Prozess ins Stocken gekommen. Der Konflikt geht weiter. Mehr als 1.200 Zivilisten wurden 2020 laut einem UN-Bericht in der ersten Jahreshälfte in Afghanistan getötet.

Die Taliban betonten unterdessen, keine Alleinherrschaft im Land anzustreben. "Unsere klare Botschaft lautet nach wie vor, dass wir kein Machtmonopol anstreben, weil all die verschiedenen afghanischen Stämme und Ethnien aufeinander angewiesen sind", sagte Talibanführer Haibatullah Achundsada in einer Mitteilung zum Opferfest. Gleichzeitig betonte er das Ziel einer rein islamischen Regierung, ohne darauf einzugehen, wie sich diese von der derzeitigen Islamischen Republik Afghanistans unterscheiden würde.

Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network sagte: "Die Taliban befinden sich vor allem wegen der Ungeduld Trumps, die US-Truppen abzuziehen, eventuell auch bevor es eine politische Lösung gibt, in einer komfortablen Situation. Der Zeitfaktor wirkt zu ihren Gunsten. Formal verletzen sie mit ihren Operationen und Anschlägen das Abkommen mit den USA nicht. Ein Abkommen mit der Kabuler Regierung gibt es ja noch nicht."

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Bis zu 5.000 Taliban sollen im Tausch gegen 1.000 Gefangene der Rebellen freikommen.

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loc/news.de/dpa