08.06.2020, 08.21 Uhr

Madeleine McCann vermisst: Fatale Fehleinschätzung im Fall Maddie! SO haben die Ermittler versagt

Maddie McCann wird seit mehr als 13 Jahren vermisst.

Maddie McCann wird seit mehr als 13 Jahren vermisst. Bild: dpa

Es gab Schlagzeilen und viele Hinweise - aber auch drei Tage nach der Bekanntgabe der Mordermittlungen gegen einen Deutschen im Fall des seit 13 Jahren verschwundenen Mädchens Maddie sind weitere Details nicht bekannt. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zum Durchbruch führen. Die Verteidiger des Verdächtigen wollten sich zunächst nicht äußern. Bekannt wurde aber, dass Zusammenhänge zu dem Fall der vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt geprüft werden.

Vermisstenfall Madeleine McCann: Hoffnung auf Aufklärung nach 13 Jahren

Der aufsehenerregende Zeugenaufruf zur verschwundenen Maddie am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" nährt die Hoffnung, den Fall doch noch lösen zu können. Das damals dreijährige britische Mädchen Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Ferienort Praia da Luz verschwunden. Die Ermittler vermuten, dass ein 43-jähriger Deutscher das Mädchen entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen. "Für einen Haftbefehl oder eine Anklage reicht es noch nicht aus", sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Freitag.

Versagen im Fall Maddie: Warum wurde Berufsverbrecher Christian B. ignoriert?

Doch warum haben die Ermittler Christian B. so lange ignoriert? Er ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und sitzt derzeit in Kiel eine Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll 2011 gegen ihn verhängt hatte. Zu der Zeit, als Maddie in Portugal verschwand, wohnte der vorbestrafte Kinderschänder ganz in der Nähe des Tatorts. Den Behörden war er längst bekannt, hatte er doch 2005, rund eineinhalb Jahre vor dem Verschwinden Maddies, in Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt.

Besteht ein Zusammenhang zum Vermisstenfall Inga?

Laut "Bild"-Zeitung wurden bisher mehr als 600 Zeugen im Vermisstenfall Maddie befragt. Warum war Christian B. nicht einer von ihnen? Die Ermittler schließen weitere bislang unbekannte Straftaten des Mannes nicht aus. Die Staatsanwaltschaft Stendal prüft mögliche Parallelen zwischen dem Fall Maddie und einem Fall in Sachsen-Anhalt. Dort verschwand am 2. Mai 2015 das fünfjährige Mädchen Inga aus Schönebeck. Es werde nach Anhaltspunkten für Zusammenhänge zum Fall Inga gesucht, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Dutzende Polizeifehler im Fall der vermissten Madeleine McCann

Doch dass Christian B. von den Behörden ignoriert wurde, ist nicht das einzige Versagen, welches man den Ermittlern vorwerfen kann. Bereits am Abend des Verschwindens ging man zunächst nicht von einer Entführung aus. "Erst am Morgen darauf wurden Zufahrtsstraßen kontrolliert und Spürhunde eingesetzt", schreibt die "Bild"-Zeitung. Auch die Grenze nach Spanien wurde nicht kontrolliert. Die Liste der Polizei-Fehler ist erschreckend lang: Ein unversiegelter Tatort, Beamte ohne Handschuhe, nicht untersuchte Kuscheltiere, nicht befragte Zeugen.

Erst nach dem Auftritt von Maddies Eltern bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" im Jahr 2017 ergibt sich eine Spur zu dem heute Tatverdächtigen. Die Hoffnung ist groß, dass der Fall nun endlich aufgeklärt werden kann.

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fka/news.de/dpa