02.06.2020, 13.00 Uhr

Benedikt Held: So gelingt die Kommunikation trotz Maske

Die Maskenpflicht erschwert die zwischenmenschliche Kommunikation.

Die Maskenpflicht erschwert die zwischenmenschliche Kommunikation. Bild: Fedosenko Daryna / Shutterstock.com/spot on news

Die landesweite Maskenpflicht sorgt nicht nur für einen ungewohnten Anblick. Sie "verändert unsere zwischenmenschliche Kommunikation stark", weiß Kommunikationscoach Benedikt Held, Autor von "Meisterkurs Rhetorik: Der Weg zum Kommunikationsprofi". Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt der Experte, inwieweit uns der Mund-Nasen-Schutz beim Sprechen einschränkt und worauf es jetzt beim Kommunizieren ankommt.

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Auf stärkere Mimik achten

Laut Held schränke die Maske besonders unsere Aussprache ein. "Wir alle wissen, dass man nicht mit der Hand vor dem Mund sprechen soll, weil wir dann schlechter zu verstehen sind - doch das passiert durch die Maske. Zudem fühlt man sich unwohl und führt weniger Smalltalk, was sich auch negativ auf unsere Kommunikation und Beziehungen zu anderen auswirken kann", erklärt er.

Auch die Mimik sei beim Sprechen enorm wichtig. "Studien zeigen, dass wir Emotionen bei unserem Gegenüber zu einem großen Teil durch die Mimik feststellen. Die nonverbalen Anteile der Kommunikation tragen generell dazu bei, ob wir eine Aussage beispielsweise ernst oder ironisch, traurig oder wütend interpretieren", so Held. Hinzu komme, dass sich die Mimik auch auf die Stimme auswirke.

Hilfsmittel Körpersprache

Deshalb sei es jetzt wichtig, auf nonverbale Signale zu achten. "So zeigt sich die Mimik beispielsweise auch oberhalb der Maske. Ein ehrliches Lächeln erkennt man an den Fältchen neben den Augen, Stirnrunzeln kann für Überlegen und die angespannte Zornesfalte in der Stirnmitte für Widerspruch stehen. Auch die Stimme und die Körpersprache können zeigen, ob die Person uns eher zu- oder abgewandt ist und wie sie auf die Aussage emotional reagiert." Wer dennoch unsicher sei, könne die Person auch direkt mit Fragen wie "Siehst du das denn nicht so?" oder "Darüber hast du dich bestimmt gefreut, oder?" ansprechen, sagt Held.

Um Missverständnisse zu vermeiden, rät der Kommunikationscoach dazu, deutlicher zu sprechen und die eigene Mimik zu verstärken. "Denn selbst wenn Ihr Gegenüber Sie nicht sehen kann, wirkt die Mimik auf die Stimme." Zudem komme es nun darauf an, seinem Gesprächspartner zugewandt zu sein. "Die Situation ist für uns alle ungewohnt und unangenehm. [...] Zeigen Sie Mitmenschlichkeit, Verständnis und Zusammenhalt. Halten Sie guten Kontakt und signalisieren Sie damit, dass wir zusammen diese außergewöhnliche Situation meistern."

spot on news