04.05.2020, 07.45 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Experten schlagen Alarm! Steigen jetzt die Krankenkassenbeiträge?

Experten warnen: Durch die Coronakrise können die Krankenkassenbeiträge steigen. (Symbolfoto)

Experten warnen: Durch die Coronakrise können die Krankenkassenbeiträge steigen. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Corona-Lockdown hat die Wirtschaft in Deutschland hart getroffen. Experten rechnen mit Verlusten in Milliardenhöhe. Von dieser Talfahrt ist auch das Gesundheitssystem nachhaltig betroffen. Die Kliniken schreiben wegen leer stehender Betten rote Zahlen. Dadurch schrumpfen die Einnahmen, was sich wiederum sogar auf die Krankenkassenbeiträge auswirken kann.

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Coronavirus-News aktuell: Spahn-Berater warnt vor steigenden Krankenkassenbeiträgen

Bislang fließen jährlich 400 Millionen Euro in das Gesundheitssystem, davon 250 Millionen Euro über die Krankenkassenbeiträge. Durch die derzeitige Situation werden die Einnahmen abnehmen.Prof. Wolfgang Greiner, der Gesundheitsökonom, der das Gesundheitsministerium und Jens Spahn (39, CDU) berät, malt gegenüber "Bild" ein düsteres Szenario für alle Mitglieder der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

"Wenn die Wirtschaft schrumpft, schrumpfen auch die privaten Einkommen und damit die Einnahmen der Kassen. Wir werden über höhere Beiträge sprechen müssen, wenn die Krise vorbei ist. Da sprechenwir von deutlich über 16 Prozent statt der bisherigen durchschnittlich 15,7 Prozent", sagt Greiner.

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Krankenkassen: Steuerzuschüsse statt höherer Beiträge 

 

Auch Erwin Rüddel (64, CSU) verdeutlicht, dass höhere Ausgaben und sinkende Einnahmen auf das Gesundheitssystem in Deutschland zukommen. Gleichzeitig warnt er eindrücklich vor steigenden Krankenkassenbeiträgen: "Steigende Krankenkassenbeiträge und damit steigende Lohnnebenkosten würden in einer Rezession genau die falschen Impulse setzen." Er spricht sich in "Bild" für Steuerzuschüsse aus. 

Zudem spricht er einen wichtigen Punkt an, der seiner Meinung nach geändert werden sollte. „Leistungsausweitungen wie in den letzten Jahren kann es meiner Meinung nach so schnell nicht wieder geben." Auch Greiner verfolgt eine ähnliche Sichtweise: "Unsere Gesundheitspolitiker sind Spardebatten gar nicht mehr gewohnt. Jahrelang ist das System um drei bis vier Prozent im Jahr gewachsen – aber diese Party ist jetzt vorbei."

Wie schätzen Krankenkassen die finanzielle Lage des Gesundheitssystems ein?

Wie schätzen die Krankenkassen die Situation ein? Eine Sprecherin vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen kann derzeit noch keine Angaben zur finanziellen Situation machen. So können ihrer Meinung nach die Versorgungskosten für Patienten erst später eingeschätzt werden. Klar ist aber auch: Spätestens im Herbst brauchen wir selbstverständlich einen Kassensturz."

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bos/news.de