20.04.2020, 11.13 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Ladenöffnung und Kontaktverbot! Diese Regeln ändern sich JETZT

Ladenöffnung und Kontaktverbot: Das ändert sich ab heute. (Symbolfoto)

Ladenöffnung und Kontaktverbot: Das ändert sich ab heute. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Handelsketten, Läden und Buchhändler stehen in den Startlöchern: Nach wochenlanger Zwangspause in der Corona-Krise greifen von diesem Montag an erste Lockerungen. Kleine und mittlere Läden dürfen erstmals seit der angeordneten Schließung wieder öffnen. Ausgenommen sind Geschäfte mit einer Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern. Kfz- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen dürfen ungeachtet ihrer Größe öffnen.

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Coronavirus-News: Keine einheitliche Linie bei den Ladenöffnungen

Zum Start nach der gut einmonatigen Schließung können Verbraucher aber nicht in allen Bundesländern sofort shoppen gehen. In Bayern, Berlin, Thüringen und Brandenburg dürfen Geschäfte erst später öffnen. Das Einkaufserlebnis wird vielerorts auch ein anderes sein: Wie schon im Lebensmittelhandel werden beim Textil- oder Bücherkauf Schutzmasken, Abstandsmarkierungen und Einlass-Kontrollen üblich sein. Teils gilt eine Maskenpflicht. So sollen die Ansteckungsgefahr verringert und der Kundenstrom reguliert werden. Einen Run auf Innenstädte und Geschäfte erwartet der Deutsche Städtetag nicht.

Bund und Länder hatten sich zwar am vergangenen Mittwoch auf erste Lockerungen der Auflagen zur Eindämmung der Pandemie verständigt. Eine bundesweit einheitliche Strategie im Kampf gegen das Virus ist aber nicht absehbar. Letztlich entscheiden die einzelnen Bundesländer, wie sie die Lockerungen konkret gestalten. Kritiker sprechen von einem Flickenteppich. Diese Regeln gelten in den Bundesländern.

Geschäfte öffnen in Bayern erst ab dem 27. April

Bayern lockert die Ausgangsbeschränkungen ab dem 20. April. Anders als bislang, ist ab Montag auch erlaubt, sich mit einer anderen Person, die nicht im eigenen Hausstand lebt zu treffen. Geschäfte mit einer Ladenfläche von 800 Quadratmetern öffnen erst ab 27. April, anders als im Rest der Bundesrepublik. Bau- und Gartenmärkte dürfen aber schon ab dem 20. April wieder öffnen.Friseurläden sollen bundesweit ab dem 4. Mai wieder öffnen.

Coronavirus aktuell: In Berlin gilt das Kontaktverbot bis zum 26. April

In Berlin gelten die Ausgangsbeschränkungen erst einmal bis zum 26. April. Laut § 1 Abs. 1 der Berliner Corona-Verordnung (Ber-CV) dürfen sich nur Personen, die in einem Haushalt leben in der Wohnung zusammen aufhalten. Versammlungen von mehr als zwei Personen sind weiterhin verboten. Die Regelung verbietet auch in den eigenen vier Wänden alle "Zusammenkünfte". Wenn ein triftiger Grund vorliegt, wie ein Arztbesuch oder wenn jemand zur Arbeit muss, dürfen Personen die Wohnung verlassen. Geschäfte öffnen in der Bundeshauptstadt aber erst am Mittwoch, den 22. April. 

In Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalte, Thüringen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gilt das Kontaktverbot bis zum 3. Mai. Die baden-württembergische Corona-Verordnung (BW-CV) gestattet "Ansammlungen" von bis zu fünf Personen in Privaträumen. Bei Verwandten, die in gerader Linie miteinander verwandt sind, ist es sogar möglich, dass sich mehr Personen treffen können.

Baden-Württemberg lockert Ausgangsbeschränkungen: Familientreffen möglich?

Außerhalb des öffentlichen Raums sind in Baden-Württemberg „Ansammlungen" von bis zu fünf Personen gestattet (§ 3 Abs. 2 Satz 1 der baden-württembergischen Corona-Verordnung (BW-CV)). Ausnahmen gibt es für Personen, die in gerader Linie miteinander verwandt sind – beispielsweise Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder –, die in einer Wohngemeinschaft leben und deren Ehegatten und Lebenspartner. Heißt, in diesen Fällen wäre es sogar erlaubt, dass sich mehr als fünf Personen bei jemandem zu Hause treffen.

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In Saarland, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz öffnen Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmeter Fläche

In Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Niedersachsen etwa dürfen auch größere Läden aufmachen, wenn sie die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen. Dazu gehören auch Bibliotheken oder Archive. Außerdem dürfen Eisdielen wieder öffnen, unter der Bedingung nur das Eis auf der Straße zu verkaufen und keine Sitzplätze anzubieten. Ebenso in Hessen. In Brandenburg dürfen auch Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern öffnen, die in Einkaufszentren liegen. In Sachsen gilt beim Einkaufen Maskenpflicht - wie auch im öffentlichen Nahverkehr. Sachsen ist das erste Bundesland mit einer derartigen Regelung. Jetzt haben die Stadt Hanau und der Freistaat Bayern nachgezogen und im Einzelhandel eine Maskenpflicht eingeführt.

In Sachsen beispielsweise wurden die Ausgangsbeschränkungen gelockert. Personen dürfen jetzt auch ohne triftigen Grund die Wohnung verlassen. Außerdem dürfen sie sich jetzt auch weiter von ihrem Zuhause entfernen. 

Städtetag begrüßt Corona-Lockerungen

Der Städtetag begrüßte die Lockerungen. "Menschen brauchen lebendige Innenstädte. Wenn jetzt wieder mehr Geschäfte im Einzelhandel öffnen werden, wird das allen gut tun: den Menschen, die einkaufen möchten, den Einzelhändlern, ihren Beschäftigten und den Städten", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Wiedereröffnung rechnet der Städtetag mit Zurückhaltung der Kunden. Es sei davon auszugehen, dass die wiedergewonnenen Möglichkeiten gerne genutzt werden: "Aber wir erwarten jetzt auch nicht den riesigen Ansturm: Die Geschäfte, die jetzt wieder öffnen, sind eine Woche später noch genauso erreichbar", sagte Dedy.

 

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bos/sig/news.de/dpa