20.03.2020, 18.17 Uhr

Rente aktuell: Corona-Panik! Bekommen Sie im Alter weniger Geld?

Wirkt sich die Corona-Krise negativ auf die Rentenentwicklung aus? (Symbolbild)

Wirkt sich die Corona-Krise negativ auf die Rentenentwicklung aus? (Symbolbild) Bild: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Corona-Krise schürt derzeit bei vielen Arbeitnehmern Existenzängste. Wegen Kurzarbeit und möglicher Jobverluste denken viele bereits daran, sinkt mein Rentenanspruch im Alter durch die Pandemie? Was bedeutet das für alle Rentner: Hat die Situation auch Auswirkungen auf ihre staatlichen Zahlungen aus dem Rententopf

Coronavirus aktuell: Hat Kurzarbeit Auswirkungen auf die Rentenzahlung?

Um die Jobs zu halten, will die Regierung durch Kurzarbeitergeld den Jobabbau verhindern. Trotzdem wirkt sich das in Zukunft auf die Rente aus. Denn beziehen Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, sind sie weiter in der Rentenversicherung versichert. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden während der Kurzarbeit auf der Basis des tatsächlich gezahlten – also des reduzierten – Verdienstes des Beschäftigten gezahlt, erklärt die Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Gezahlt werden die Beiträge gemeinsam vom Versicherten und dem Arbeitgeber.

Die Beiträge werden vom Arbeitgeber aufgestockt. Zusätzlich vom Arbeitgeber gezahlt werden Beiträge auf der Basis von 80 Prozent des Verdienstes, der wegen Kurzarbeit ausgefallen ist. Die Aufstockung der Beiträge durch den Arbeitgeber ist gesetzlich vorgesehen und muss nicht extra vom Arbeitnehmer beantragt werden.

Die Kurzarbeit wirkt sich damit auch auf die spätere Rente aus. Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat bisher einen monatlichen Verdienst in Höhe von 3000 Euro brutto gehabt. Während der Kurzarbeit reduziert sich sein Verdienst auf 1500 Euro brutto monatlich. Ein Jahr Beschäftigung ohne Kurzarbeit ergäbe hier einen Rentenanspruch von knapp 29,40 Euro monatlich. Bei einem Jahr Kurzarbeit sind es aktuell nur rund 26,40 Euro. Der Unterschied beträgt also 3 Euro im Monat.

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Rentner in Ost und West dürfen sich auf ein Renten-Plus freuen

Für alle aktuellen Rentner gibt es aber in der ungewissen Corona-Zeit einen Hoffnungsschimmer. Die rund 21 Millionen Rentner können sich im Sommer auf spürbare Rentensteigerungen freuen. In Westdeutschland steigt die Rente um 3,45 Prozent, in den neuen Ländern um 4,20 Prozent. Das teilte das Bundessozialministerium am Freitag in Berlin mit. Damit wachsen die Renten am 1. Juli noch etwas stärker als zunächst vorhergesagt. Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, erhöht sich dadurch um 34,50 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 42,00 Euro.

Die Renten in Ostdeutschland nähern sich weiter an die West-Bezüge an. Der aktuelle Rentenwert im Osten steigt auf 97,2 Prozent des Rentenwerts West. Bis zum Jahr 2024 soll er aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise auf 100 Prozent klettern. Der Rentenwert gibt konkret in Euro an, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist; ein Entgeltpunkt - berechnet anhand einer komplizierten Formel - ist maßgeblich für die Höhe der Rente.

Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 3,28 Prozent in den alten Ländern und 3,83 Prozent in den neuen Ländern. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte dazu in "Bild": "Die Lage war gut. Die Mittel sind da". Auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern spielen eine Rolle. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sind in den Festlegungen noch nicht berücksichtigt. Auf die Rentenerhöhung im Sommer hat sie demnach keine Auswirkungen.

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bos/news.de/dpa
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