09.03.2020, 08.34 Uhr

Coronavirus-News 2020 aktuell: Todesopfer, Erkrankte, Verlauf: Grippe und Corona im Vergleich

Coronavirus und Influenza: Ein Vergleich.

Coronavirus und Influenza: Ein Vergleich. Bild: dpa

Bei der Diskussion um Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie wird oft die Grippe zum Vergleich herangezogen, an der allein in Deutschland in dieser Saison nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits mehr als 200 Menschen gestorben sind.

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Coronavirus aktuell in Deutschland:Influenza und Covid-19 im Vergleich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt nun wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Ähnlich ist demnach die Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Coronavirus und Influenza im Vergleich: Ansteckung, Inkubationszeit, Symptome

Unterschiede gibt es laut WHO bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit: Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa 5 bis 6 Tagen, bei Influenza bei 3 Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19.

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Ansteckung bei Influenza bereits ohne Symptome

Hinzu komme, dass bei Influenza oft schon vor der Ausprägung von Symptomen weitere Menschen angesteckt würden. Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle.

Hohe Ansteckungsrate! Coronavirus ansteckender als Influenza

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heißt es von der WHO.

Kinder erkranken eher an Influenza als am Coronavirus

Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: "Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft", so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

Vergleich Coronavirus und Influenza:Covid-19 verläuft schwerer bis lebensbedrohlicher

Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei 5 Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle - exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen.

Risikogruppen bei Corona und Influenza ähnlich

Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen.

Kein Impfstoff für Coronavirus, schützende Impfungen vor Influenza

Zu beachten ist auch der Unterschied bei den Möglichkeiten für Behandlung und Vorsorge. "Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19", so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente.

Todesopfer Coronavirus und Influenza aktuell

An der Grippe sind in dieser Saison in Deutschland nachweislich bereits rund 200 Menschen gestorben. Das geht aus den jüngsten Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) hervor. Seit Oktober 2019 wurden demnach insgesamt 119.280 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. Rund ein Sechstel (17 Prozent) dieser Erkrankungen verlief so schwer, dass Patienten ins Krankenhaus kamen.

Da nur ausgewählte Praxen Influenzaproben an das RKI schicken, dürften die realen Fallzahlen höher liegen. Sie werden erst nach dem Ende der Grippesaison auf Deutschland hochgerechnet. Bisher wurden 202 Todesfälle mit Influenzavirus-Infektion an das RKI übermittelt. Die große Mehrheit (87 Prozent) der gestorbenen Patienten war in der Altersgruppe ab 60 Jahren.

Coronavirus fordert aktuell weltweit mehr als 3.000 Todesopfer

In mehreren Ländern weltweit steigen die Covid-19-Zahlen rasant, rund 90.000 Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und mehr als 3.000 Todesfälle sind inzwischen erfasst. Binnen etwa eines Tages wurden Nachweise in mehreren zuvor nicht betroffenen Millionen-Metropolen gemeldet, darunter Berlin, Moskau, Delhi und New York. In Deutschland wurden inzwischen in 10 der 16 Bundesländer Infektionen nachgewiesen, lediglich im Saarland und den meisten neuen Bundesländern gab es zunächst keine Meldungen. Die Lage sei sehr dynamisch und müsse jeden Tag neu bewertet werden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Nach den derzeitigen Daten liege die Covid-19-Todesrate bei 0,3 bis 0,7 Prozent, sagte der renommierte Virologe Christian Drosten. Das bedeutet, dass von 1.000 Infizierten 3 bis 7 sterben. Wahrscheinlich liege die tatsächliche Rate sogar noch darunter, erklärte der Virologe von der Berliner Charité.

Symptome des Coronavirus - Männer und ältere Menschen besonders gefährdet

Das Virus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 verursachen. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, wie es vom RKI hieß. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. Vereinzelt kommt es zu Todesfällen.

Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land in Europa

In Europa ist Italien das am stärksten von der Covid-19-Epidemie betroffene Land. Es ist zudem eines der nach offizieller Statistik am stärksten von der Epidemie erfassten Länder der Welt - bei vielen Staaten gehen Experten allerdings von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus. Bis zum Sonntagmorgen, 08.03.2020, waren in Italien 5.883 Infektionen erfasst, darunter 233 Todesfälle.

Coronavirus News aktuell: Todesopfer und Erkrankte weltweit

Insgesamt wurden nach Angaben der EU-Kommission inzwischen deutlich fast 10.000 Sars-CoV-2-Infektionen in 18 EU-Staaten nachgewiesen. In Frankreich gab es etwa 949 Fälle, in Spanien über 500, in Großbritannien etwa 200. Auch aus Portugal gab es erste Meldungen zu eingeschleppten Infektionen. Weltweit ist neben dem Ursprungsland China weiterhin Südkorea am stärksten von Covid-19 betroffen. Dort stieg die Zahl nachgewiesener Infektionen auf mehr als 7.134, 50 Todesfälle sind inzwischen erfasst.

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fka/news.de/dpa
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