30.03.2020, 11.06 Uhr

Coronavirus-News im Ticker: Fast 60.000 Infizierte in Deutschland - bereits 472 Tote

Das neuartige Coronavirus hält mittlerweile die ganze Welt in Atem.

Das neuartige Coronavirus hält mittlerweile die ganze Welt in Atem. Bild: dpa

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer stärker aus: Insgesamt steigt die Zahl der bestätigten Infektionen weiter rasant an. Behalten Sie hier alle Schlagzeilen im Überblick.

Coronavirus in Deutschland 2020 - Alle aktuellen Informationen zur Entwicklung

Den weltweiten Stand und die Anzahl der Corona-Infizierten können Sie auf dieser Live-Karte der John-Hopkins Universität verfolgen

+++ 30.03.2020:Fast 60.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 472 Tote +++

In Deutschland sind bis Montagvormittag 59.268 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.219 nachgewiesenen Fällen und 125 Toten und Bayern mit 13.263 Fällen und 110 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 112,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 71,3.

Mindestens 472 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

  • Baden-Württemberg: 11536 (128 Tote)
  • Bayern: 13263 (110Tote)
  • Berlin: 2462 (11 Tote)
  • Brandenburg: 833 (4 Tote)
  • Bremen: 290 (2 Tote) 
  • Hamburg: 2078 (4 Tote)
  • Hessen: 2943 (11 Tote)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 356 (1 Tote)
  • Niedersachsen: 3823 (27 Tote)
  • Nordrhein-Westfalen: 14219 (125 Tote)
  • Rheinland-Pfalz: 2545 (18 Tote)
  • Saarland: 726 (7 Tote)
  • Sachsen: 1816 (10 Tote)
  • Sachsen-Anhalt: 635 (2 Tote)
  • Schleswig-Holstein: 1007 (7 Tote)
  • Thüringen: 736 (5 Tote)
  • Gesamt 59268 (472 Tote)

(Stand: 30.03.2029, 10.00 Uhr)

+++ 30.03.2020: 40 Menschen in Altenheim in Wildeshausen mit Coronavirus infiziert +++

Nach dem Tod von 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion in einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg kämpft ein weiteres niedersächsisches Pflegeheim mit Infektionen. Tests hätten bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis mit. Das Gesundheitsamt habe alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Das Ausmaß der Erkrankungen deute darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem in das Heim eingeschleppt worden sei, teilte der Landkreis mit. Die infizierten Bewohner bleiben den Angaben zufolge für zwei Wochen in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt - strikt getrennt von negativ getesteten Bewohnern, die in Einzelzimmern untergebracht seien und von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt würden. Das Gesundheitsamt ermittele die Kontaktpersonen der Infizierten.

In einem Altenheim in Wolfsburg waren 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion gestorben. Auch in dem Haus, in dem überwiegend Demenzkranke leben, sollten Infizierte strikt von negativ getesteten Bewohnern getrennt werden. Im Hanns-Lilje-Heim leben 165 Menschen.

"Es ist eine fürchterliche Entwicklung", betonte Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg. Dies zeige, "auf brutale Weise", wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote seien.

+++ 30.03.2020: Corona-Maßnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis +++

Der Deutsche Städtetag hat verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Corona-Krise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde. Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können." Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Maßnahmen akzeptieren können."

+++ 30.03.2020: Regierung ringt in Corona-Krise um Eindämmmung der Lockerungsdebatte +++

Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Diskussion Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, das gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) wies darauf hin, dass einige Bundesländer ihre Maßnahmen bereits auf den 20. April, also das Ende der Osterferien, terminiert haben. Der Bund werde mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erneut beraten. Die Dauer der Kontaktbeschränkungen richtet sich nach seinen Worten nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Der "essenziellste Maßstab" sei es, dass jeder stationär behandelt werden könne, für den dies nötig sei, erklärte er in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Dazu müsse die Verdopplung der Infektionszahlen von derzeit alle sechs Tage auf zehn oder mehr Tage verlangsamt werden.

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) riet im ZDF bei Maybrit Illner: "Die Wirkungen solcher Maßnahmen kommt eben erst mit einer bestimmten Verzögerung. Deswegen muss man jetzt wirklich die Nerven behalten." Und seine Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), regte in den ARD-"Tagesthemen" gar, "dass wir das Kontaktverbot Richtung Osterferien noch einmal uns anschauen müssen und in meinen Augen eher noch konkretisieren und verschärfen müssen".

+++ 29.03.2020: Novartis prüft Malaria-Mittel gegen das Coronavirus +++

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "SonntagsZeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei "sehr vielversprechend", sagte der Novartis-Chef. Außerdem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, auf einen möglichen Einsatz geprüft.

++++ 29.03.2020: 54.212, 397 Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Infizierten in Deutschland ist auf über 54.000 gestiegen. Hier die Zahlen

Baden-Württemberg: 10.819 (118 gestorben)

Bayern: 11.862 (85 gestorben)

Berlin: 2337 (9 gestorben)

Brandenburg: 721 (4 gestorben)

Bremen: 278 (2 gestorben)

Hamburg: 1935 (4 gestorben)

Hessen: 2776 (10 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 348 (1 gestorben)

Niedersachsen: 3483 (21 gestorben)

Nordrhein-Westfalen: 12.744 (105 gestorben)

Rheinland-Pfalz: 2357 (12 gestorben)

Saarland: 669 (6 gestorben)

Sachsen: 1700 (9 gestorben)

Sachsen-Anhalt: 594 (2 gestorben)

Schleswig-Holstein: 917 (5 gestorben)

Thüringen: 672 (5 gestorben)

Gesamt: Stand 28.03., 19.15 Uhr: 54.212 (397 gestorben)

Stand vom Vortag: 27.03., 20.15 Uhr: 48.354 (306 gestorben)

+++ 28.03.2020: Zwölf Tote - Pflegeheim in Wolfsburg im dramatischen Kampf gegen Corona +++

Nach dem Tod von zwölf Corona-Patienten eines Wolfsburger Pflegeheims werden dort Infizierte von negativ getesteten Bewohnern getrennt. Von etwa 165 Bewohnern seien derzeit 72 infiziert, sagte der Leiter des Wolfsburger Gesundheitsamts, Friedrich Habermann, am Samstag. Die zwölf Bewohner waren innerhalb von nur wenigen Tagen gestorben. "Den ersten Toten hatten wir am Montag zu beklagen", sagte der Leiter des Alters- und Pflegeheims für Demente, Lothar Laubert.

Überraschend viele seien verstorben, ohne dass sie Symptome von Corona hatten, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Für das kirchliche Heim mit oft hochgradig dementen Menschen sei die Situation extrem schwierig, sagte der SPD-Politiker. "Wir stehen aber erst am Anfang der Entwicklung. Das wird für uns alle noch eine sehr, sehr harte Zeit".

"Es tut uns unendlich leid, und wir versuchen alles, um die anderen Menschen noch zu schützen", sagte Mohrs. Alle in dem Heim lebenden Menschen seien mit einem Abstrich getestet worden. Bei negativem Ergebnis werde der Test alle drei Tage wiederholt. In den nächsten Wochen sollen die Infizierten und die negativ Getesteten auf unterschiedlichen Stockwerken leben.

Mohrs kündigte umfassende Hygienemaßnahmen für die Pflegeeinrichtung an. Schleusen sollen verhindern, dass Menschen aus den getrennten Bereichen aufeinander treffen. Er glaube, dass Deutschland noch viele unschöne Situationen ertragen werden müsse. Kurzzeitig sei darüber nachgedacht worden, ein Wolfsburger Hotel für die Pflegepatienten umzurüsten. Vorerst werde dies aber nicht umgesetzt.

+++ 28.03.2020: Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an +++

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

+++ 28.03.2020:Schon mehr als 100 000 Corona-Hilfsanträge im Südwesten +++

Die Zahl der Anträge auf Corona-Soforthilfe hat in Baden-Württemberg am Samstag nach nicht einmal drei Tagen 100 000 übertroffen. "Stand Samstagmorgen sind es 101 418 Anträge", sagte Wolfgang Grenke, Präsident des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Die digitale Bearbeitung sei der richtige Weg für die Soforthilfe, so könnten alle Beteiligten zügig arbeiten, erklärte er. Allerdings belege die Flut der Anträge auch in brutaler Nüchternheit, was das Coronavirus dem Südwesten und der ganzen Welt abverlange.

Die große Aufgabe der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern sei, die Anträge zu prüfen und an die staatliche Förderbank L-Bank weiterzuleiten - im Mehrschichtbetrieb und selbstverständlich auch am Wochenende, sagte Grenke. "Bei der L-Bank liegen bereits Tausende Anträge zur endgültigen Bearbeitung und Auszahlung vor." Neben der Bearbeitung der Anträge hätten die Kammern auch zahlreiche Mitarbeiter für Corona-Soforthilfehotlines und die E-Mail-Bearbeitung abgestellt.

+++ 28.03.2020: Zwei Deutsche auf Zypern und auf Kreta gestorben +++

Ein 67-Jähriger Deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter Deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben.

+++ 28.03.2020: Merkel bittet die Bürger um Geduld in der Corona-Krise +++

Mit einer persönlichen Nachricht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten. Der Mensch sei "nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder", sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem am Samstag veröffentlichten Wochenend-Podcast. "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte Merkel. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig." Noch gäben die Neuinfektionen keinen Grund, die Regeln zu lockern.

+++ 28.03.2020: Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen +++

Kanzleramtschef Helge Braun betonte, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 20. April bestehen bleiben."Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt", erklärte Braun gegenüber dem Tagsespiegel.

+++ 27.03.2020: "Trooping the Colour": Geburtstagsparade der Queen abgesagt +++

Die traditionelle Geburtstagsparade der britischen Königin Elizabeth II. (93), Trooping the Colour, wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag mit. Das Event mit Hunderten Gardesoldaten im Zentrum Londons hätte am 13. Juni stattfinden sollen. Nun würden "eine Reihe von Optionen geprüft", hieß es in der Mitteilung.

Höhepunkt der Parade ist, wenn sich die Royals auf dem Balkon des Buckingham-Palasts der jubelnden Menge zeigen und Flugzeuge der Royal Air Force über das Schloss donnern. Das Spektakel findet wegen des besseren Wetters traditionell im Juni statt. Ihren eigentlichen Geburtstag hat die Queen bereits am 21. April.

Elizabeth II. und Prinz Philip (98) hatten sich wegen der Coronavirus-Pandemie bereits vergangene Woche zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor zurückgezogen. Die Queen und ihr Mann gelten aufgrund ihres hohen Alters als besonders durch die Lungenkrankheit Covid-19 gefährdet, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird. Berichten zufolge will sich die Queen in den kommenden Wochen wegen der Coronavirus-Pandemie mit einer Ansprache an ihr Volk wenden.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich Thronfolger Prinz Charles mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat. Seine Symptome sollen mild sein. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko.

+++ 27.03.2020: Hamburg nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf +++

Zwei Krankenhäuser in Hamburg wollen in den kommenden Tagen bis zu zwölf schwerkranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufnehmen, die auf Beatmung angewiesen sind. Das bestätigte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitagnachmittag. «Es handelt sich um bis zu zehn Patientinnen und Patienten aus Italien, die am AK Harburg (Asklepios-Klinikum) behandelt werden sollen. (...) Und es handelt sich um zwei Patientinnen und Patienten aus Frankreich, die am UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) behandelt werden», sagte Prüfer-Storcks bei der Landespressekonferenz.

Die Patienten würden nicht alle gleichzeitig kommen, und es stehe auch noch nicht fest, wann sie kommen. "Im Moment sind wir in einer Situation in Hamburg, dass wir diese Kapazitäten haben, dass wir diese Solidarität auch üben können. (...) Aber natürlich können wir das nicht garantieren über die gesamte Strecke."

+++ 27.03.2020: WHO warnt vor unkontrollierten Medikamenteneinsatz gegen Coronavirus +++

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, Medikamente gegen das neuartige Coronavirus einzusetzen, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist. "Die Geschichte der Medizin ist voller Beispiele von Mitteln, die auf dem Papier und im Reagenzglas funktionierten, aber nicht im Menschen, oder die sogar schädlich waren", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Zudem könnten unkontrollierte Versuche Engpässe bei Medikamenten kreieren, die Patienten mit anderen Diagnosen dringend bräuchten.

Unter anderem hatte US-Präsident Donald Trump das Malariamittel Chloroquin ins Gespräch gebracht, und getwittert, es könne vielleicht bahnbrechende Ergebnisse bringen. Prompt versuchten Tausende in den USA, sich das Medikament zu besorgen.

Weltweit starteten am Freitag in mehr als 45 Ländern Tests mit vier Medikamenten oder Kombinationen von Medikamenten, sagte Tedros. Die ersten Patienten wurden in Norwegen und Spanien in die Studie aufgenommen. Es handelt sich um die "Solidaritätsstudie", die durch große Beteiligung schneller Ergebnisse bringen soll als herkömmliche klinische Studien.

+++ 27.03.2020: Mehr als eine halbe Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen +++

Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Das sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf. Mehr als 20 000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann, gestorben. "Dies sind tragische Zahlen, aber wir müssen uns auch daran erinnern, dass es weltweit Hunderttausende Überlebende gibt", sagte Tedros.

Die renommierte amerikanische Johns-Hopkins-Universität hatte in ihrer weltweit beachteten Datenanalyse am Freitag bereits fast 560 000 nachweislich Infizierte. Die wahre Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen, glauben Experten. Es gibt in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.

+++ 27.03.2020:Bei GZSZ und "Unter Uns" laufen ab Montag wieder Dreharbeiten +++

Die täglichen Seifenopern sind ein zuverlässiger Quotenmagnet und brauchen wegen der dichten Taktung ständig Nachschub. Das Coronavirus drohte die Dreharbeiten lahmzulegen. Doch manche Sender wollen nun weiter machen. Vieles ändert sich, Stars schminken sich jetzt selbst.

+++ 27.03.2020: NRW und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen +++

Die angehenden Abiturienten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bekommen mehr Zeit zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. Die Hauptprüfungen für das Abitur sollen in NRW erst am 12. Mai beginnen und damit drei Wochen später, teilte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf mit. Die Schüler erhielten damit jetzt Planungssicherheit, damit sie sich bestmöglich auf ihre Prüfungen vorbereiten könnten. "Die Prüfungen werden selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden. Die Gesundheit unserer Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität."

Die Abiprüfungen an Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorfschulen sowie an den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs beginnen laut dem Zeitplan am Dienstag, 12. Mai. Letzter Prüfungstermin sei Montag, der 25. Mai. Für Schülerinnen und Schüler, die den Haupttermin nicht wahrnehmen könnten, werde es im Anschluss einen zentralen Nachschreibetermin geben. Durch einen stark verkürzten Korrekturzeitraum können die Abiturzeugnisse dann, wie vorgesehen, spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Allerdings müsse auch der Brückentag nach Christi Himmelfahrt für die Prüfungen genutzt werden, hieß es weiter. Auch die Termine der Abschlussprüfungen an anderen Schulformen und in anderen Jahrgangsstufen seien angepasst worden.

+++ 27.03.2020: Malu Dreyer warnt vor verfrühter Lockerung der Maßnahmen +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor einer zu frühen Debatte über eine Lockerung der wegen der Corona-Krise verhängten Kontaktbeschränkungen gewarnt. "Ich wage im Moment überhaupt keine Prognose, weil klar ist, dass diese drastischen Maßnahmen ja wirklich auch aus Vorsorge getroffen wurden", sagte sie am Freitag dem Radioprogramm SWR Aktuell. Sie verwies auf die "schreckliche" Entwicklung der Krise im französischen Elsass. "Wir sind gut beraten, dass wir weiterhin etwas Ausdauer haben, dass wir diese Maßnahmen auch durchhalten."

Ähnlich äußerte sich die Ministerpräsidentin auch in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist zu früh und kontraproduktiv, schon jetzt über einen konkreten Zeitpunkt zu diskutieren, wann die Maßnahmen gelockert oder sogar ganz aufgehoben werden können", sagte Dreyer. "Wir sollten erst Klarheit darüber haben, ob die Maßnahmen greifen." Es brauche auch eine Strategie, wie das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden könne. Das wichtigste Ziel sei derzeit, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. "Ich bin der Bevölkerung sehr dankbar, dass sie sich verantwortungsvoll an die Kontaktbeschränkungen hält und bitte, weiterhin durchzuhalten."

+++ 27.03.2020: Wissenschaftler empfehlen Tests wie in Südkorea +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Wissenschaftler untersuchen lassen, wie sich die Corona-Epidemie in Deutschland ausbreiten könnte. In dem Arbeitspapier sei festgehalten, wie sich die aktuelle Situation auf die innere Sicherheit auswirken könnte, "welche unterschiedlichen Verläufe sind hier denkbar», sagte Ministeriumssprecher Steve Alter am Freitag in Berlin.

Laut "Spiegel", NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" empfehlen die Experten im dem vertraulichen Papier mit dem Titel "Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen", das Virus nach dem Vorbild Südkoreas mit massiv ausgeweiteten Tests und dem konsequenten Isolieren infizierter Menschen einzudämmen. Demnach spielen sie ein Szenario durch, in dem vom 6. April an 50 000 Tests pro Tag möglich sind, vom 13. April an 100 000 und Ende April dann 200 000. Die bisherige Methode nach dem Motto "Wir testen, um die Lage zu bestätigen" müsse abgelöst werden durch den Ansatz "Wir testen, um vor die Lage zu kommen".

Die Wissenschaftler gehen den Berichten zufolge in diesem positivsten Szenario davon aus, dass sich rund eine Million Menschen infizieren und etwa 12 000 sterben würden. Das strenge Vorgehen müsste zwei Monate durchgehalten werden. Danach "müsste weiterhin kontinuierlich hohe Wachsamkeit bestehen bleiben", weil die Bevölkerung nur zu einem geringen Teil gegen das Virus immunisiert wäre.

Minister Seehofer sagte dem "Spiegel", er sei "entschiedener Anhänger der Suppression", also von strikten Maßnahmen, "auch wenn dieser Weg deutlich teurer ist". "Aber er rettet am meisten Leben."

Im schlimmsten Fall, wenn der Staat nur wenig unternimmt, rechnen die Wissenschaftler damit, dass bald 70 Prozent der Bevölkerung infiziert wären. Mehr als 80 Prozent der Menschen, die intensivmedizinische Behandlung bräuchten, müssten dann von den Krankenhäusern abgewiesen werden. Die Todeszahlen würden die Millionengrenze übersteigen.

Die Fachleute empfehlen, den Deutschen diese Gefahr mit einer Aufklärungskampagne vor Augen zu führen, wie es weiter hieß. "Um die gesellschaftlichen Durchhaltekräfte zu mobilisieren, ist das Verschweigen des Worst Case keine Option", steht den Berichten zufolge im Papier.

+++ 27.03.2020: Reisebranche fordert Aussetzung der Erstattungspflicht +++

Die deutsche Reise- und Luftverkehrsbranche fordert angesichts der Coronavirus-Krise eine vorübergehende Aussetzung der Erstattung von stornierten Pauschalreisen und Flügen. Den erheblichen Fixkosten der Unternehmen stünden praktisch keine Einnahmen mehr gegenüber, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Deutschen Reiseverbands (DRV), des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Wegen der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 seien Tourismus und Luftverkehr fast vollständig zum Erliegen gekommen. "Wenn Unternehmen in dieser prekären Situation gezwungen sind, ihren Kunden die für Reisen, die nicht mehr angetreten werden konnten, gezahlten Reisepreise innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen, werden viele in die Knie gehen", sagte Norbert Fiebig, Präsident des DRV. Rückzahlungspflichten aus der europäischen Pauschalreiserichtlinie sowie der Fluggastrechte-Verordnung sollten deshalb zeitweise ausgesetzt werden.

Außerdem fordern die Verbände in dem Schreiben, die momentan in Deutschland diskutierte Gutscheinlösung auf europäischer Ebene einzuführen. Nach Vorschlägen aus der Bundesregierung sollen Verbraucher künftig Gutscheine erhalten anstelle von Erstattungen. So soll die Zahlungsfähigkeit von Reiseveranstaltern, Reisevertrieb und Fluggesellschaften gesichert werden.

+++ 27.03.2020: Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket +++

Der Bundesrat hat das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise beschlossen. Es enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

+++ 27.03.2020:Bundeswehr setzt 15.000 Soldaten zur Corona-Unterstützung ein +++

Die Bundeswehr setzt zur Unterstützung von Bundesländern und Kommunen in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Diese Männer und Frauen seien nicht in Verpflichtungen wie die laufenden Auslandseinsätze eingebunden und stünden nun "in abgestufter Verfügungsbereitschaft", sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den militärischen Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Bundesweit werde es vier regionale Führungsstäbe geben. Volle Einsatzbereitschaft sei in der kommenden Woche geplant. Die Bundeswehr sei auf eventuelle Lageverschärfungen vorbereitet.

Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag, sagte Schelleis. Er ist Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr. Gefragt seien vor allem Unterstützungsleistungen des Sanitätswesens. Er nannte auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen. Allerdings seien Ressourcen auch bei der Bundeswehr begrenzt. Weniger als ein Prozent der deutschen Ärzte seien in der Bundeswehr.

+++ 27.03.2020: Infineon liefert Chips für Beatmungsgeräte +++

Zum Auftraggeber hieß es von Infineon nur, dass es sich um einen weltweit führenden Produzenten von Beatmungsgeräten handle. Dessen normales Bestellvolumen habe sich mit der Order verachzigfacht. Wie viele Geräte sich mit den Chips bauen lassen, sagte die Sprecherin nicht. Es werden aber mehrere pro Gerät verwendet.

Der aktuelle Auftrag dürfte nicht der einzige bleiben: "Wir erleben derzeit eine Hinwendung hin zu medizintechnischen Geräten", sagte Vorstandsmitglied Helmut Gassel. "Zahlreiche Hersteller erweitern oder verändern ihren Produktfokus und fragen bei uns die notwendigen Komponenten an, um schnell der besonderen Nachfrage nachzukommen." Namen nannte Infineon nicht. Der Konzern sieht sich als Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern. Man sei froh, damit "zur Bewältigung der Krise beitragen zu können", sagte Gassel.

+++ 27.03.2020: Christian Lindner begrüßt die Debatte über Lockerungen der Maßnahmen +++

FDP-Chef Christian Lindner hat die Debatte über Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen begrüßt. Das sei ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei, müssten aber die Gesundheitsexperten entscheiden. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Auf Dauer seien die Beschränkungen «untragbar» auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Land.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung angesichts erster Insolvenzen ihre Strategie wechseln sollte, erwiderte Lindner: "Auch als Oppositionspolitiker sage ich nein." Dafür seien die Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung weist indes nach Lindners Ansicht Lücken auf. Der Mittelstand brauche schnellere Hilfen. Die könnten etwa die Finanzämter leisten, indem sie Steuervorauszahlungen zurücküberwiesen, sagte der FDP-Chef.

+++ 27.03.2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft zu Geduld auf +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. "Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43 000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am vergangenen Sonntag vereinbart worden. Zuletzt hatte bereits die Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.

+++ 27.03.2020: Zahlen der Infizierten in Deutschland steigen noch immer zu schnell +++

43.071, 266 Todesfälle in Deutschland

Nordrhein-Westfalen: 10872 (82gestorben)

Baden-Württemberg: 8441 (76 gestorben)

Bayern: 8842 (52gestorben)

Brandenburg: 579 (1 gestorben)

Berlin: 1937 (8gestorben)

Bremen: 244 (1 gestorben)

Hamburg: 1614 (1 gestorben)

Hessen: 2170 (6 gestorben)

Niedersachsen: 2726 (gestorben)

Rheinland-Pfalz: 1873 (8 gestorben)

Saarland: 540 (3 gestorben)

Sachsen: 1275 (8 gestorben)

Schleswig-Holstein: 685 (5gestorben)

Thüringen: 512 (3gestorben)

Sachsen-Anhalt: 500 (2 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 261 (gestorben)

+++ 27.03.2020: Einreisebeschränkungen gelten auch für Asylbewerber +++

Seehofer dehnte die Einreisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus auch auf Asylbewerber aus. Sie müssen in der Coronakrise damit rechnen, an den Grenzen nicht ins Land gelassen zu werden.

+++ 27.03.2020: War einer der ersten Corona-Hotspots das österreichische Ischgl? +++

Die Gesundheitsbehörden in Tirol haben Berichte vehement zurückgewiesen, sie hätten im Fall der folgenreichen Erkrankung eines Barkeepers in Ischgl an der Lungenkrankheit Covid-19 zu spät und halbherzig gehandelt. "Das Gegenteil ist richtig. Wir haben immer genau zu dem Zeitpunkt, wo gesicherte Informationen vorlagen, Schritte gesetzt", sagte ein Sprecher der Landesregierung am Montag. Nur durch die vorsorgliche Eigen-Initiative der Behörden sei es überhaupt gelungen, die Bar, in der der 36-jährige Deutsche gearbeitet habe, als möglichen Verbreitungsort zu identifizieren. In Medienberichten war die Rede davon, dass Informationen aus Island über nach ihrer Heimkehr positiv getestete Touristen aus Ischgl verhängnisvoll lange ignoriert worden seien.

In der Stellungnahme des Tiroler Gesundheitsministers Bernhard Tilg vom Montag heißt es, dass am 6. März, als konkrete Informationen über die 15 Namen der isländischen Gäste und ihrer Unterkunftsadressen in Ischgl vorlagen, sofort alle Mitarbeiter der betreffenden Hotels - mit jeweils negativen Ergebnis - getestet worden seien.

+++ 26.03.2020: Deutschland nimmt 47 Corona-Patienten aus Italien auf +++

Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: "Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde." Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Solidarität ist das Gebot der Stunde."

+++ 26.03.2020: Laschet: Einschränkungen wegen Corona-Epidemie bald überprüfen +++

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt darauf, die Einschränkungen von Grundrechten wegen der Corona-Epidemie so bald wie möglich wieder zu überprüfen. "Wir können nicht ein halbes oder dreiviertel Jahr mit einer solchen Art Notstandsgesetzgebung leben", sagte Laschet am Donnerstagabend im Youtube-Livestream "Breaking LAB". "Irgendwann wird man abwägen müssen, wann kommt man wieder ins normale Leben zurück." Das sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum jetzigen Zeitpunkt halte er aber das geltende Kontaktverbot für verhältnismäßig.

Die Hoffnung von Schülern, dass die Osterferien verlängert würden und womöglich direkt in die Sommerferien übergehen könnten, sei wohl nicht realistisch. "Wenn es wieder verantwortbar ist, werden die Schulen wieder geöffnet." Mitte April würden dazu die Daten zu der Epidemie zusammen mit dem Robert Koch-Institut ausgewertet.

+++ 26.03.2020:Niederländisches Königspaar sagt Staatsbesuch in Deutschland ab +++

Das niederländische Königspaar hat wegen der Coronavirus-Krise den für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Der Besuch sei bis auf Weiteres verschoben worden, teilte der Hof am Donnerstag in Den Haag mit. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima sollten vom 2. bis 4. Juni Berlin besuchen. Es sollte der Abschluss einer Reihe von Besuchen des Paares in verschiedenen Bundesländern sein.

Wegen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie könne der Besuch zur Zeit nicht gut vorbereitet werden, teilte der Hof mit. Der Beschluss sei "in gutem Einvernehmen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier" gefasst worden.

+++ 26.03.2020: Abi-Prüfungen sollen in allen Bundesländern stattfinden +++

Die Schulabschlussprüfungen sollen nach derzeitigem Stand trotz Corona-Krise doch in ganz Deutschland stattfinden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz verständigt, nachdem Schleswig-Holstein zuvor angekündigt hatte, die Prüfungen abzusagen.

"Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist", heißt es in einem gemeinsamen Beschluss. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen.

Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden, teilte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) in Mainz mit. Auch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) habe zugestimmt.

+++ 26.03.2020: Junge-Union-Chef: Sommerferien notfalls verschieben +++

Wegen der unsicheren Lage an den Schulen bei den Prüfungsterminen kann sich der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, auch einen späteren Beginn der Sommerferien vorstellen. Dem "Focus" sagte Kuban: "Die Sommerferien müssen wir notfalls aufschieben, damit alle Schulabsolventen die gleichen Chancen haben." Die Kultusminister der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, nach derzeitigem Stand die Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Zuvor hatte es vereinzelt Gedankenspiele gebeben, diese ausfallen zu lassen.

Da man nicht damit rechnen könne, dass die Prüfungen vor dem Frühsommer stattfänden, könne ein Aufschub der Ferien für die Abiturienten und Abschlussjahrgänge in einigen Bundesländern eine logische Konsequenz sein, sagte Kuban. Ebenso müssten Einschreibefristen für Studiengänge im kommenden Wintersemester auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. "Der 15. Juli ist definitiv zu früh." Niemand wisse, ob die Schüler bis dahin überhaupt ein Ergebnis hätten, sagte der JU-Chef. Realistisch sei eine Fristende im Frühherbst.

+++ 26.03.2020:Folge der Coronakrise: Kurzarbeit auch beim VfL Wolfsburg +++

Der VfL Wolfsburg hat in der Corona-Krise bei einigen Mitarbeitern auf Kurzarbeit umgestellt. Betroffen sind Mitarbeiter der Niedersachsen unter anderem im kaufmännischen und administrativen Bereich, wie der Fußball-Bundesligist der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. Die Maßnahme läuft bereits seit Dienstag.

Der VfL Wolfsburg ist eine 100-prozentige Tochter des VW-Konzerns. Volkswagen hat für mehrere zehntausend Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit beantragt. Beim erweiterten Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Auch andere Bundesligisten denken über das Thema nach. Bislang machen vor allem Dritt- und Viertligisten von der Regelung Gebrauch.

+++ 26.03.2020:Autohäuser schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit +++

Im deutschen Autohandel gibt es wegen der Coronavirus-Krise nahezu flächendeckend Kurzarbeit. Rund 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe hätten bereits Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, berichtete der Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Für die Mitarbeiter im Verkauf hätten sogar 90 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt. Das habe eine Umfrage ergeben, an der sich mehr als 1000 Betriebe beteiligt hätten.

In Deutschland ist zur Eindämmung der Pandemie auch der stationäre Autohandel untersagt worden. Das sei für viele Autohändler eine Katastrophe, weil das Verbot die verkaufsstarke Frühjahrssaison treffe. Die dadurch verursachten Umsatzausfälle könnten, abhängig von der Dauer der Krise, für viele Unternehmen existenzbedrohend werden, beklagt der Verband.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski forderte eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Ein Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts werde bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kfz-Gewerbe zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Das Kurzarbeitergeld müsse deshalb auf 80 beziehungsweise 87 Prozent erhöht werden. "Da die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe meist nicht über die notwendigen wirtschaftlichen Rücklagen verfügen, um diese Lücke zu schließen, sollte dies auf dem Weg staatlicher Ausgleichszahlungen erfolgen" forderte Karpinski.

+++ 26.03.2020: Jens Spahn spricht von Ruhe vor dem Sturm +++

Spahn bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen beginnen konnte. Die Kapazität liege mit 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden.

Es gehe für die Politik zugleich um Konzepte dafür, dass es "eine Zeit nach Corona" geben werde, in der man weiter gegen das Virus kämpfe, das öffentliche Leben aber schrittweise normalisiere. Dies solle auch bei Beratungen nach Ostern zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten Thema sein. Dabei solle auch darüber diskutiert werden, wie Handydaten im Krisenfall für die Klärung von Infektionsketten zu nutzen seien, machte Spahn deutlich.

+++ 26.03.2020: Steinmeier ruft zu Solidarität auf +++

Angesichts der weltweiten Corona-Epidemie hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesbürger und die Staatengemeinschaft zum Zusammenstehen aufgerufen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft würdigte er zugleich die "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise" wie Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen.

Das Gebot der Stunde laute jetzt "Abstand halten" und dies wiederum bedeute Verzicht, sagte Steinmeier. Man müsse darauf verzichten, Eltern und Großeltern zu sehen, sich mit Freunden zu treffen, mit ihnen essen zu gehen, zu feiern oder einfach auch nur nach einem langen Winter gemeinsam in der Sonne zu sitzen. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir. Doch nur der Verzicht verhindert, dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben."

Die überwältigende Mehrheit der Menschen habe das verstanden und handele danach, sagte Steinmeier weiter. "Wir spüren miteinander: Unser Einstehen füreinander, unsere Solidarität ist jetzt existenziell wichtig." Solidarität bedeute jetzt, für jene da zu sein, die von den Folgen der Epidemie besonders hart getroffen seien.

Solidarität heiße aber auch, dass der Blick weiter als bis zum nächsten Grenzzaun reichen müsse, sagte der Bundespräsident. Es sei gut, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwerkranke Patienten aus Italien und Frankreich behandelten. Er wünsche sich mehr solche konkrete Solidarität im europäischen Geist. "Nein, das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun!"

+++ 26.03.2020: Christian Drosten gibt Pressekonferenz +++

Star-Virologe Christian Drosten äußerte sich zu den vergleichsweise niedrigen Corona-Sterberaten in Deutschland. "Warum wir in Deutschland so wenige Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten haben, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen", erklärte der Charité-Arzt bei der heutigen Pressekonferenz. Eine halbe Million Test seien in Deutschlad durchgeführt worden. "Die Labormedizin in Deutschland hat eine sehr große Nähe zum Handwerk." Lokale Labore können schnelle Tests für die Umgebung entwickeln und herstellen.

+++ 26.03.2020: Unikliniken sollen sich stärker vernetzen +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sollen sich die deutschen Unikliniken zusammenschließen und eng über Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie Patientendaten austauschen. Das ist das Ziel einer Initiative, die am Donnerstag von der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium gestartet wurde. Das Ministerium unterstütze den Aufbau des Netzwerks mit 150 Millionen Euro, wie Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Kliniken sollen demnach in einen Erfahrungsaustausch über ihre Maßnahmenpläne im Umgang mit der Pandemie treten. Zudem wird eine Zusammenstellung der Daten aller Covid-19-Patienten angestrebt, um einen Gesamtüberblick über Krankengeschichte und Konstitution der Patienten zu bekommen. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren - der Charité-Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer und der Direktor der Virologie, Christian Drosten - Erkenntnisse für das Pandemiemanagement und die Impfstoff- und Therapieentwicklung.

Die Charité soll das Forschungsnetzwerk der Universitäten koordinieren. "Ich bin überzeugt: Dieses einmalige wissenschaftliche Projekt, dieses Zusammenwirken der Kräfte wird uns in der Behandlung und Erforschung von COVID-19 einen großen Schritt voranbringen", sagte Karliczek. Ziel sei es, voneinander und miteinander zu lernen.

 

+++ 26.03.2020: Prognose von Stephan Weil: Ist Rückkehr zu Normalzustand möglich? +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil macht den Niedersachsen angesichts der Corona-Krise wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins normale Leben. Paare sollten beispielsweise damit rechnen, große Hochzeitsfeiern zu verschieben, eventuell sogar auf das kommende Jahr, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagmorgen im Interview dem Radiosender Antenne Niedersachsen. Mit Blick auf mögliche Flugreisen in den Sommerurlaub sagte Weil: "Im Moment würde ich nicht besonders intensiv planen."

Auch wenn sich die Situation in Deutschland und Niedersachsen bald beruhige, bedeute das ja nicht automatisch, dass das überall auf der Welt so sein werde. Der Regierungschef riet auch dazu, beispielsweise anstehende Umzüge wenn möglich zu verschieben. Nach Ostern werde die Lage erneut analysiert. Erst dann könne über mögliche Lockerungen der Einschränkungen nachgedacht werden, sagte Weil.

Der SPD-Politiker rechnet insgesamt nicht mit einem raschen Ende der aktuellen Maßnahmen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) sagte er: "Eine schlagartige Rückkehr zum normalen Zustand ist kaum vorstellbar, allenfalls ein stufenweises Vorgehen, das auch immer wieder überprüft werden müsste."

+++ 26.03.2020: Mehr als 4.000 Neuinfektionen in Deutschland, 207 Corona-Tote +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist laut "Focus Online" auf 37.179 gestiegen. Insgesamt gab es in Deutschland bisher 207 Corona-Tote.

Die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder:

Baden-Württemberg: 7252 (56 Todesfälle)

Bayern: 7289 (41 Todesfälle)

Berlin: 1645 (4 Todesfälle)

Brandenburg: 505 (1 Todesfall)

Bremen: 202 (1 Todesfall)

Hamburg: 1450 (2 Todesfälle)

Hessen: 1909 (6 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 245 (kein Todesfall)

Niedersachsen: 2313 (8 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9686 (66 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1637 (6 Todesfälle)

Saarland: 466 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1128 (6 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 420 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 609 (4 Todesfälle)

Thüringen: 423 (2 Todesfälle)

+++ 26.03.2020: Ärzte schlagen Alarm: schon bald Mangel an Intensivbetten +++

Wegen der Corona-Krise wird es nach Einschätzung von Ärzten wahrscheinlich auch in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. In einem Schreiben von sieben medizinischen Fachgesellschaften heißt es nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), trotz Erhöhung der Kapazitäten stünden wahrscheinlich in kurzer Zeit "nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen" zur Verfügung. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

+++ 26.03.2020: Zwei Ortsteile in Sachsen-Anhalt wegen Coronavirus unter Quarantäne +++

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten sind zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt von der Außenwelt abgeschirmt: Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne. Seit diesem Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr, kontrollieren Feuerwehrleute und Polizisten die Zufahrtsstraßen, wie der Sprecher des Landkreises Wittenberg bestätigte. Die Quarantäne ist bis zum 10. April angekündigt.

Dem Sprecher zufolge sind rund 8000 Einwohner betroffen. Anlass für die Maßnahmen ist ein Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim. Von 16 Infizierten mussten bereits drei ins Krankenhaus gebracht werden.

+++ 25.03.2020: WHO-Chef warnt für zu früher Aufhebung von Corona-Restriktionen +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. "Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

+++ 25.03.2020: Kanzleramtschef Braun: Junge dürfen als erste wieder raus +++

Die Bundesregierung will die strengen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Krise nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun später einmal zunächst für junge und gesunde Menschen wieder lockern. Der CDU-Politiker sagte am Mittwoch in der Social-Media-App Jodel: "Die nächste Phase lautet natürlich: Junge Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, dürfen wieder mehr auf die Straße."

Aktuell hänge viel davon ab, ob die Infektionskurve mit den beschlossenen Maßnahmen flach gehalten werden könne. "Das zeigt sich in den nächsten zwei Wochen", sagte Braun. Dann könne man hoffentlich auch die Frage nach einem Ende der Einschränkungen beantworten.

+++ 25.03.2020: Deutz fährt Produktion herunter und setzt Prognose aus +++

Der Motorenhersteller Deutz hat wegen der Corona-Krise die Prognose ausgesetzt und die Produktion gekappt. Der SDax-Konzern fahre bis zum 17. April den Großteil seiner Produktion herunter, teilte Deutz am Mittwochabend mit. Das liege zum einen an der mangelnden Nachfrage, zum anderen daran, dass der erforderliche Mindestabstand keine effiziente Produktion zulasse.

Die Prognose setzte Deutz aus. Es sei noch nicht klar, wie stark der Coronavirus das Geschäft beeinträchtigen werde. Anfang März hatte Deutz einen Erlösrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und einen Rückgang der Rendite auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Prozentbereich ausgegeben.

+++ 25.03.2020:Tschechien lässt Gesundheitsmitarbeiter nach Deutschland pendeln +++

Tschechien lenkt bei der strittigen Frage der grenznahen Berufspendler teilweise ein. Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie der sozialen Dienste, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, aber in Tschechien leben, dürfen die Grenze nun doch weiter täglich überschreiten. Das habe Innenminister Jan Hamacek auf Grundlage entsprechender Wünsche aus den beiden Nachbarstaaten entschieden, teilte seine Sprecherin am Mittwochabend in Prag mit.

Diesen Berufen komme eine Schlüsselaufgabe bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zu, hieß es zur Begründung. Für alle anderen tschechischen Berufspendler gilt, dass sie ab Donnerstag in den jeweiligen Nachbarländern für einen längeren - empfohlen wird ein dreiwöchiger - Zeitraum arbeiten müssen. Nach ihrer Rückkehr nach Tschechien kommen sie in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

+++ 25.03.2020: Auch zweiter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ +++

Auch beim zweiten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin mit. "Die Bundeskanzlerin arbeitet weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und wird sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen."

+++ 25.03.2020: Historisches Hilfspaket in Corona-Krise beschlossen +++

Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundesrat muss am Freitag noch zustimmen.

+++ 25.03.2020: Bundestag beschließt Nachtragshaushalt - 156 Milliarden neue Schulden +++

Der Bundestag hat einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete in der Corona-Krise beschlossen. Vorgesehen sind darin neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Der Bundesrat muss den Plänen am Freitag noch zustimmen.

+++ 25.03.2020: Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden +++

In der Kultusministerkonferenz der Länder wurde beschlossen, dass alle Abiturprüfungen trotz Corona-Krise wie geplant stattfinden sollen. Hintergrund für die Gespräche war der Vorstoß aus Schleswig-Holstein, die Abiturprüfungen abzusagen.

+++ 25.03.2020: Schleswig-Holstein zieht Absage von Abschlussprüfungen zurück +++

Schleswig-Holstein will dem Vernehmen nach seine Abschlussprüfungen an den Schulen wegen der Corona-Krise nun doch nicht absagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Es seien bei der Besprechung "sehr deutliche Worte" Richtung Schleswig-Holstein gefallen.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Corona-Krise alle Schulabschlussprüfungen ausfallen lassen zu wollen. Fast alle Länder hätten das in dem Gespräch kritisiert. Es gebe die Tendenz, dass die Länder ihre Prüfungen abhalten wollten.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wollte sich am Nachmittag (15.30 Uhr) in Mainz zu den Ergebnissen des Gesprächs äußern.

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben. Lehrerverbände und Bundeselternrat kritisieren das unterschiedliche Vorgehen der Länder. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, sagte, anstatt - wie zugesagt - eine gemeinschaftliche Vorgehensweise anzustreben, koche jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Das verunsichere Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle darüber hinaus im Bildungssystem tätigen Menschen.

+++ 25.03.2020: Corona-Krise: Union und SPD für steuerfreie Prämien an Mitarbeiter +++

Union und SPD im Bundestag haben sich in der Corona-Krise für steuerfreie Prämienzahlungen an Beschäftigte ausgesprochen. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Wir sollten besondere Leistungen in der Corona-Krise steuerlich unterstützen. Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Bonus für ihren Einsatz bezahlt, sollte dieser von der Steuer frei gestellt werden."

SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte der dpa, es gehe darum, außerordentlichen Einsatz etwa von Krankenschwestern, Pflegern oder Kassiererinnen anzuerkennen und zusätzlich zu unterstützen. "Dafür gibt es meiner Einschätzung nach auch eine breite Unterstützung in den Koalitionsfraktionen", sagte Post. «Diejenigen, die unser Gemeinwesen jetzt am Laufen halten, brauchen unsere volle Solidarität.

Zuvor hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" von einer entsprechenden Initiative von Politikern der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag berichtet, zu der auch Jung zählt.

Der Handelsverband Deutschland hatte eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Dienstag bei "Bild live" gesagt, sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

+++ 25.03.2020: Bundesregierung: Vorerst keine Lockerung von Corona-Krisenmaßnahmen +++

Die Bundesregierung sieht vorerst keinen Anlass für Lockerungen der umfassenden Corona-Krisenmaßnahmen. "Wir befinden uns immer noch am Anfang einer Epidemie", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Auch wenn sich ein leichtes Abflachen der Kurve andeute, gebe es weiterhin eine hohe Zahl an Neuinfektionen und keinen Grund für Entwarnung. Es sei daher davor zu warnen, jetzt bereits von einer "Exitstrategie" zu sprechen.

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass es auf allen staatlichen Ebenen darum gehe, die Virus-Ausbreitung zu verlangsamen und Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, die Wirtschaft und jeden einzelnen Bürger abzufedern. Dies stehe jetzt im Mittelpunkt. Bund und Länder hatten zu Wochenbeginn weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen, zugleich sind milliardenschwere Hilfsprogramme auf dem Weg.

+++ 25.03.2020: RKI: Zu früh für Bewertung der Eindämmungsmaßnahmen +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält sich mit einer Bewertung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland zurück. "Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen", sagte Institutschef Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Im Moment sei es zu früh, um diese Aussagen belastbar treffen zu können. Deutschland stehe erst am Anfang der Epidemie, bekräftigte Wieler. Wie sie sich weiter entwickle, sei völlig offen. Die Zahl der gemeldeten Fälle steige weiter an. Am Montag hatte er von dem ersichtlichen Trend gesprochen, dass die exponentielle Wachstumskurve etwas abflache, dies aber noch nicht bewerten wollen.

+++ 25.03.2020: Alle Bewohner und Mitarbeiter in Würzburger Altenheim werden getestet +++

In der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus, wo inzwischen zehn Heimbewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, werden alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet. Die Testkapazitäten seien am Dienstag eingetroffen, es sei sofort mit den Tests begonnen worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Schuchardt ist auch Stiftungsratsvorsitzender des Würzburger Bürgerspitals, zu dem das St.-Nikolaus-Heim gehört.

+++ 25.03.2020: RKI will jetzt auch Menschen die nicht zur Risikogruppe gehören testen lassen +++

Wie "n-tv" berichtet will das Robert-Koch-Institut zukünftig nicht mehr nur Menschen aus Corona-Risikogebieten oder Risikopatienten testen lassen, sondern auch Personen die nicht zu diesen Gruppen zählen. Sie müssen jedoch für einen Test unter "akut respiratorischen Symptomen" leiden.

+++ 25.03.2020: Scholz ruft zu Solidarität in Coronavirus-Krise auf +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Bürgerinnen und Bürgern in der Coronavirus-Krise Mut zugesprochen. "Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind", sagte Scholz am Mittwoch im Bundestag zur Debatte um das Hilfspaket der Regierung. "Es braucht mehr als die Regierung», sagte der Finanzminister. "Wir alle müssen uns umeinander kümmern. Dann kommen wir da durch."

Scholz dankte Menschen wie Ärzten, Verkäufern und Busfahrern, die das öffentliche Leben am Laufen halten. "Sie leisten Großes in diesen Tagen."

Die nun nötigen Ausgaben könnten Bund und Länder nicht aus dem laufenden Haushalt oder aus Rücklagen stemmen, betonte der Finanzminister. Deshalb brauche es einen Nachtragshaushalt. Es gehe um eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro. "Das ist eine gigantische Summe." Sie umfasse beinahe die Hälfte eines regulären jährlichen Bundeshaushalts.

Deshalb sei es wichtig, dass der Bundestag eine Ausnahme von der Schuldenbremse genehmige, sagte Scholz. Die Schuldenbremse ist seit 2009 im Grundgesetz verankert. Sie sieht vor, dass Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich ohne neue Kredite auszugleichen sind.

"Wir können uns das leisten. Deutschland genießt höchste Bonität an den Finanzmärkten", sagte Scholz. Das liege daran, dass Deutschland in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet habe.

+++ 25.03.2020: Organisationen aus Gesundheitsbereich besorgt über Versorgungslücken +++

Dutzende Organisationen aus dem Gesundheitsbereich haben von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gefordert, um das Ausmaß der Corona-Epidemie abzumildern. In einem offenen Brief drückten die Unterzeichner ihre tiefe Besorgnis darüber aus, dass Hunderttausende in Deutschland keine ausreichende Möglichkeit haben, sich testen und behandeln zu lassen oder in Quarantäne zu gehen.

Auch zu Informationen über das Coronavirus und die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 hätten zu viele Menschen kaum Zugang. Zu den Unterzeichnern des am Mittwoch veröffentlichten Schreibens zählen unter anderem der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Diakonie Deutschland.

Ihre Zielgruppen seien einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken, so die Organisationen. Darunter seien zum Beispiel Menschen, die obdachlos sind oder in beengten Wohnverhältnissen leben müssen. Sie könnten oft nicht die notwendigen Hygiene- und Selbstisolationsmaßnahmen treffen. Prekäre oder illegale Arbeitsverhältnisse führten dazu, dass sie auch mit für Covid-19 typischen Symptomen noch arbeiten gehen müssten.

+++ 25.03.2020: Bundestag will Boni-Bremse für Firmen bei Corona-Hilfe +++

Der Bundestag will für Firmen, die in der Corona-Krise Staatshilfen erhalten, eine sogenannte Boni-Bremse einführen. Damit solle verhindert werden, dass Manager dieser Firmen Boni, Dividenden oder Aktienpakete erhalten, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine ihnen vorliegende Beschlussvorlage für die Sitzung des Haushaltsausschusses an diesem Mittwoch. Bei Unternehmen, die Eigenkapital oder Garantien aus dem 600 Milliarden Euro starken Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Anspruch nehmen, müsse die Bundesregierung sicherstellen, dass diese «für die Dauer der Maßnahmen keine Dividenden, Boni, Sonderzahlungen in Form von Aktienpaketen oder andere gesonderte Vergütungen (Gratifikationen) neben dem Festgehalt für ihre Organe ausgeben dürfen", heißt es.

Beteiligt sich der Bund demnächst an in Schwierigkeiten steckenden Konzernen wie etwa der Lufthansa oder dem Reisekonzern TUI, erwartet der Bundestag nach Informationen der Funke-Zeitungen, dass der Staat «spätestens nach zehn Jahren" die Anteile wieder verkauft, "außer es sprechen dringende ökonomische oder für die deutsche Wirtschaft bedeutsame Gründe dagegen", lautet eine Vorgabe der Haushaltsexperten von CDU, CSU, SPD und Grünen. Änderungen seien in der Sitzung des Ausschusses am Mittwochvormittag noch möglich.

Der Bundestag entscheidet an diesem Mittwoch über ein milliardenschweres historisches Hilfspaket für Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise. Es soll in bisher kaum vorstellbarem Tempo beschlossen werden. Der Bund will mit mehreren Rettungsschirmen und umfangreichen Rechtsänderungen Familien, Mieter, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise schützen.

+++ 25.03.2020: Grüne: Boni in Einzelhandel und Gesundheitswesen steuerfrei machen +++

Um Beschäftigte im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich in der Corona-Krise zu stützen, sollten sie aus Sicht der Grünen steuerfreie Prämienzahlungen bekommen können. "Die Menschen im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich machen gerade eine für die ganze Gesellschaft wichtigen Job", sagte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der Deutschen Presse-Agentur. "Ihre harte und derzeit auch riskante Arbeit verdient mehr Anerkennung." Die Bundesregierung solle Bonuszahlungen im Einzelhandel und im Gesundheitswesen unterstützen und solche Prämienzahlungen während Corona-Krise von der Steuer befreien.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte ebenfalls eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Dienstag bei "Bild live", sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

Göring-Eckardt appellierte aber auch auf den Handel, mit der Zahlung von Prämien nicht auf Finanzminister Scholz zu warten. «Die Supermarktketten machen gerade einen großen Umsatz», sagte sie. «Bei all den richtigen Rettungspaketen für Wirtschaft und Unternehmen dürfen wir auch die Menschen nicht vergessen, die jeden Tag in dieser Krise ganz persönlich an vorderster Front stehen."

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil forderte höhere Löhne für Kassierer und Pfleger. "Wir sehen gerade unglaublich viele Heldinnen und Helden des Alltags. Die haben nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch bessere Löhne verdient», sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). "Wo das möglich ist, sollten jetzt schon höhere Löhne für Kassiererinnen oder Pfleger gezahlt werden. Aber das kann man nicht staatlich verordnen."

+++ 25.03.2020: Richterbund: Vorschriften wegen Corona dürfen nicht Normalität werden +++

Der Deutsche Richterbund hat davor gewarnt, dass Sondervorschriften in der Corona-Krise zur Normalität werden. "Wichtig ist, dass alle Sonderregeln anlässlich der Corona-Krise nur befristet gelten und ein Enddatum haben", sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Damit sei sichergestellt, dass Ausnahmevorschriften nicht schleichend zur Normalität werden.

Das Justizministerium arbeitet momentan an einer gesetzlichen Regelung, die eine längere Unterbrechung von Hauptverhandlungen von Strafgerichten für maximal drei Monate und zehn Tage erlaubt. Diese flexibleren Vorschriften ermöglichten, sich im Notbetrieb auf Haftsachen und andere Eilfälle konzentrieren zu können, sagte Rehbehn. Sie dürften aber nur befristet gelten. "Die von der Verfassung gebotene Verhältnismäßigkeit muss bei allen Maßnahmen auch in Krisenzeiten der Kompass politischen Handelns sein."

+++ 25.03.2020: Corona-Krise: 20-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm der Aktion Mensch

Die Aktion Mensch legt wegen der Folgen der Corona-Pandemie ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro auf. Ziel sei schnelle und unbürokratische Unterstützung etwa von Menschen mit Behinderung, deren Assistenzkräfte ausfallen, oder von sozial schlechter gestellten Betroffenen, die etwa wegen der Schließung von Tafeln nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können, teilte die Förderorganisation am Mittwoch mit.

Förderung beantragen können freie gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Deutschland. Sie erhalten bis zu 50 000 Euro für Personal-, Honorar- und Sachkosten. Ambulante Assistenzdienste werden etwa beim Gewinnen von Betreuungs- und Assistenzpersonal unterstützt. Organisationen wie die Tafeln und Archen können Mittel für die Lebensmittelbeschaffung, den Aufbau von Lieferdiensten oder die Rekrutierung neuer Unterstützer und Helfer beantragen.

+++ 25.03.2020: Müller: Berlin will Corona-Patienten aus Italien aufnehmen +++

Berlin will so wie andere Bundesländer schwer kranke Corona-Patienten aus Italien zur Behandlung aufnehmen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstagabend an. "Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt", sagte Müller in der RBB-Sendung «Wir müssen reden!". "Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen."

Müller folgte damit dem Beispiel anderer Länderchefs. Bayern will ebenfalls Covid-19-Patienten aus Italien aufnehmen, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag: "Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen.» Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte die Aufnahme von zehn Patienten aus dem besonders leidenden Norditalien zu. «Wir wollen signalisieren: Ihr seid nicht allein." In Baden-Württemberg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind bereits erste Corona-Notfälle aus dem Ausland in Kliniken untergebracht.

+++ 24.03.2020:Länder beschließen milliardenschwere Corona-Rettungsschirme +++

Mit Rettungsprogrammen in Milliardenhöhe wollen mehrere Bundesländer gegen die Auswirkungen der Corona-Krise vorgehen. So spannt etwa Bayern den größten Schutzschirm seiner Geschichte auf: In Summe werde die Staatsregierung ein 40 Milliarden Euro schweres Hilfspaket auf den Weg bringen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Zum einen sollen zehn Milliarden Euro mehr in den Haushalt gepumpt werden. Zweitens soll ein Bayernfonds bei Bedarf vorübergehende Beteiligungen des Freistaats an Unternehmen ermöglichen. Eine dritte Säule sieht schnelle Kreditbürgschaften für Unternehmen vor.

In Nordrhein-Westfalen beschloss der Landtag am Dienstag einstimmig ein immenses Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Euro. Mit dem Geld sollen Bürgschaften, Steuerstundungen sowie Soforthilfen für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige finanziert werden. In Hessen umfasst der Corona-Schutzschirm Hilfen in Höhe von insgesamt mindestens 8,5 Milliarden Euro. Die Landtagsabgeordneten verabschiedeten in Wiesbaden einstimmig den dafür nötigen Nachtragshaushalt und beschlossen, die Schuldenbremse zu lockern.

In Baden-Württemberg sollen mit dem Programm "Soforthilfe Corona" Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen gestützt werden, die durch die Krise in Existenznot geraten. Von den fünf Milliarden Euro, die im Südwesten für Wirtschaftshilfen bereitstehen, sind vier Milliarden für die Soforthilfe verfügbar.

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz beschloss am Dienstag einen Nachtragshaushalt über 3,3 Milliarden Euro, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzutreten. Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung legte einen Schutzfonds im Umfang von 1,1 Milliarden Euro auf, um Unternehmen durch die Krise zu helfen. In Brandenburg verdoppelte sich die Höhe eines geplanten Schutzschirms innerhalb einer Woche von 500 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro.

+++ 24.03.2020:Unternehmen können Sozialbeiträge wegen Corona-Krise später zahlen +++

Die Arbeitgeber in Deutschland müssen im Fall einer finanziellen Notlage wegen der Corona-Krise zunächst keine Sozialversicherungsbeiträge abführen. Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge stattdessen bis Mai gestundet werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Kreisen der Sozialversicherungsträger erfuhr.

+++ 24.03.2020: Kurzarbeit für rund 80.000 VW-Beschäftigte in Deutschland +++

Bei Volkswagen sollen wegen der Lieferprobleme und Absatzschwäche in der Corona-Krise rund 80 000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit gehen. Dies verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen. Das Unternehmen hat die deutschen und europäischen Werke sowie weitere Standorte in Amerika und Russland derzeit vorübergehend geschlossen. Als Grund für die beantragte Kurzarbeit hatten die Wolfsburger bereits in der vergangenen Woche die beträchtlichen Arbeitsausfälle in der Produktion sowie in den angrenzenden Bereichen genannt.

+++ 24.03.2020: Schleswig-Holsteins Ministerin plant Absage der Abiturprüfungen +++

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant wegen der Corona-Pandemie eine Absage der Abiturprüfungen im Land. Sie werde dem Kabinett am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen, sagte Prien am Dienstag. Auch die Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sollen in diesem Schuljahr nicht abgenommen werden.

+++ 24.03.2020: Rewe plant Bonuszahlungen für Mitarbeiter +++

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe will die Beschäftigten bei Rewe, aber auch bei der konzerneigenen Discounttochter Penny für ihren Einsatz in der Coronavirus-Krise mit einem Bonus belohnen. Dafür werde der Konzern über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte ein Rewe-Sprecher am Dienstag auf Nachfrage.

"Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", betonte der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird.

Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

Auch bei Aldi Süd können sich die Beschäftigten vielleicht schon bald über eine Prämie freuen. "Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können", sagte ein Unternehmenssprecher.

+++ 24.03.2020: Kurzarbeiter können mit anderen Jobs hinzuverdienen +++

Beschäftigte in Kurzarbeit können in der Corona-Krise leichter mit einer anderen Tätigkeit Geld hinzuverdienen. "Wer jetzt in Kurzarbeit muss (...), für den haben wir die Zuverdienstgrenzen angehoben", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag bei RTL/ntv. Es gebe den merkwürdigen Effekt, "dass in einzelnen Bereichen tatsächlich kurzgearbeitet wird, weil die Aufträge weg sind, in anderen Bereichen werden dringend Leute gebraucht".

Als Beispiel nannte Heil: "Da ist eine Wäscherei, die jetzt keine Aufträge hat, aber wir brauchen Leute in der Wäscherei im Krankenhaus."

Man könne nun bis zu 100 Prozent des vorherigen Lohns dazuverdienen, ohne dass das Kurzarbeitergeld gekürzt werde. Heil sagte: "Das ist ein komplexer Gedanke, aber ich finde das ganz wichtig, weil wir jetzt Leute brauchen in der Logistik, in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, damit unsere Versorgung auch gesichert ist in Deutschland."

Unternehmen können ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schicken, wenn ihnen die Arbeit ausgeht. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60 Prozent des Lohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent. Sozialbeiträge werden den Unternehmen voll erstattet.

Heil rief die Arbeitgeber auf, «wo es geht, Kurzarbeit finanziell aufzustocken". In der Metall- und Elektrobranche und der Systemgastronomie ist dies bereits vereinbart. Ergänzend fließe Grundsicherung in Fällen, in denen das Kurzarbeitergeld nicht reiche, sagte Heil.

+++ 24.03.2020: Spahn will Verschärfung beim Seuchenschutz auf ein Jahr begrenzen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes auf ein Jahr begrenzen. "Wir sind mit den Fraktionen im Deutschen Bundestag übereingekommen, die zusätzlichen Befugnisse des Bundes im Infektionsschutzgesetz nun erstmal zeitlich auf ein Jahr zu begrenzen", sagte Spahn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Direkt nach der Krise werden wir dem Bundestag einen umfassenden Bericht vorlegen, was gesetzlich und organisatorisch dauerhaft für künftige Krisen dieser Art geändert werden muss."

Eine entsprechende Forderung hatte FDP-Fraktionschef Christian Lindner aufgestellt. "Damit konnten zunächst einmal unsere Bedenken ausgeräumt werden, dass das Parlament ausgehebelt werden könnte", sagte Lindner nun der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dem Gesetzentwurf von Spahn soll der Bund bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" mehr Eingriffsmöglichkeiten im ganzen Land erhalten.

+++ 24.03.2020: Wegen Corona-Krise werden in Berlin vorerst keine Wohnungen geräumt +++

In Berlin werden wegen der Corona-Krise nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt derzeit keine Wohnungen geräumt. Auch Sperren wegen nicht gezahlter Rechnungen für Gas, Wasser oder Strom seien ausgesetzt, teilte der Grünen-Politiker am Dienstag mit.

Wenn Menschen in der jetzigen Krisensituation auf der Straße landen würden oder ohne Heizung leben müssten, wäre das eine unzumutbare Härte, so Behrendt. Zudem wären Räumungen oder Sperrungen für Gerichtsvollzieher aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Sie müssten den persönlichen Kontakt zu Betroffenen herstellen.

Wie mit Vollstreckungen umgegangen wird, entscheiden laut Justizverwaltung aber letztendlich die Amtsgerichte. Sie können entweder Empfehlungen geben oder Anordnungen erlassen.

Das Amtsgericht Spandau hat beispielsweise den Gerichtsvollziehern in seinem Bereich empfohlen, nicht in den Außendienst zu gehen. Die Sperrung von Zählern sowie Räumungen sollen demnach vorerst bis zum 19. April nicht umgesetzt werden.

+++ 24.03.2020: Laschet erläutert Ziele der Pandemie-Bekämpfung im Landtag +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Kampf gegen das Coronavirus als die schwerste Bewährungsprobe in der Geschichte des Landes bezeichnet. Der Blick nach Italien zeige «unermessliche Tragödien», sagte Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags in Düsseldorf. «Es geht um Leben und Tod.» Die drei wichtigsten Ziele seien, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, das Gesundheitssystem massiv auszubauen und die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abzufedern.

Im Einvernehmen mit den Landtagsfraktionen sollte bis zum Nachmittag im Schnellverfahren ein Nachtragshaushalt in Höhe von 25 Milliarden Euro zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen werden. Damit sollen Unternehmen und Arbeitsplätze geschützt werden.

Wegen der Infektionsgefahr hatten sich im Vorfeld alle fünf Landtagsfraktionen darauf verständigt, nur mit einem Drittel ihrer Abgeordneten ins Plenum zu gehen.

+++ 24.03.2020: Altmaier hofft auf Corona-Hilfszahlungen für Firmen noch diese Woche +++

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen könnten laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier noch diese Woche erste Hilfsgelder bekommen. «Es soll so unbürokratisch wie möglich gehen - wo immer möglich, auch elektronisch», sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Einige Bundesländer könnten schon diese Woche zur Auszahlung der Mittel bereit sein. Spätestens Mitte kommender Woche solle dann in allen Ländern klar sein, welche Stellen die Gelder auszahlen.

Die für das Hilfspaket nötige Neuverschuldung verteidigte Altmaier indes. Die Situation sei existenziell für viele Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen. «Innerhalb von wenigen Wochen entscheidet sich, ob diese Arbeitsplätze erhalten bleiben können oder nicht», sagte der Minister. Wenn es außergewöhnliche Herausforderungen gebe, müsse der Staat auch zu außergewöhnlichen Mitteln greifen. Altmaier hofft nach eigener Aussage, dass die Krise in einigen Monaten überwunden ist. "Dann werden wir zurückkehren zur Politik der Sparsamkeit", sagte er.

Dass Deutschland Unternehmen mit Steuergeld aufkaufen könnte, sei indes nur als «allerletzter Ausweg» denkbar, sagte Altmaier - etwa wenn «Firmen so in Schwierigkeiten kommen, dass dadurch auch deutsche vitale Interessen gefährdet sind». Führende deutsche Unternehmen sollten vor Spekulanten oder einer Übernahme durch Konkurrenten geschützt werden.

Der Bundestag soll am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

+++ 24.03.2020: NRW erlässt Bußgeld-Katalog für Verstöße gegen Corona-Regeln +++

Nordrhein-Westfalen hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5000 Euro erlassen. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25 000 Euro fällig. Der Erlass, der nach dpa-Informationen am Montagabend an die zuständigen Behörden geschickt wurde, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden danach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Verbotenes Picknicken kostet 250 Euro pro Teilnehmer. Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro. Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro. Zusätzliche Bußgelder seien möglich gegen Unternehmen, die von Verstößen profitieren. Teuer werden auch Hygieneverstöße oder Verstöße gegen das Besuchsverbot in Einrichtungen wie etwa Altenheimen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung, die zuerst über den Entwurf des Erlasses berichtet hatte: "Die Lage ist ernst. Es geht um Leben und Tod. Das strenge Kontaktverbot wird sicher helfen, das Ansteckungsrisiko schnell zu reduzieren." So hart, wie man Clan-Kriminalität in NRW bekämpft habe, widme man sich nun der Seuchenbekämpfung: "Null Toleranz gilt auch gegenüber Rechts-Brechern im Kampf gegen das Corona-Virus."

+++ 24.03.2020: FDP will Rettungsfonds auch für Startup-Unternehmen +++

Zum Schutz wichtiger zukunftsfähiger Geschäftsmodelle in der Corona-Krise kommt aus der FDP-Bundestagsfraktion der Ruf nach einem speziellen Rettungsfonds für Startup-Unternehmen. Dieser müsste einen Umfang im einstelligen Milliardenbereich haben, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Bettina Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Der Rettungsfonds würde unmittelbar Liquidität für Startups bereitstellen, indem er 75 Prozent der Investitionssumme übernimmt. Die restlichen 25 Prozent kommen von privaten Gesellschaftern, die sich entscheiden, weiter in das Startup-Unternehmen zu investieren."

Die dramatischen ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise erforderten schnelle, maßgeschneiderte und unbürokratische Hilfen auch für Gründer. «Auch Startup-Unternehmen leiden unter akuten Liquiditätsengpässen", sagte die FDP-Finanzpolitikerin. "Umsatzeinbrüche, Finanzinvestoren, die abspringen, und nur eingeschränkte Möglichkeiten Kosten zu reduzieren, sind ein zerstörerisches Umfeld, das die wachsende, selbstbewusste Gründerszene in Deutschland ausbremst."

Die bisher geplanten Hilfen der Bundesregierung kämen für Startups nicht in Betracht, da sie sich nicht über Bankkredite finanzierten, sondern Investoren Eigenkapital bereitstellten. «Die Regierung vergisst, die Zukunft möglich zu machen. Dabei sind finanzielle Hilfen für Innovationen jetzt wichtiger denn je, um nach der Krise für Wachstum zu sorgen», sagte die FDP-Politikerin. 

+++ 24.03.2020: Philologenverband: Zur Not Abitur ohne Abschlussprüfungen möglich +++

Die Vorsitzende des Philologenverbandes hat wegen der möglichen Folgen der Corona-Krise ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich sehe sie das Abitur nicht in Gefahr, sagte Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). "Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, können die Prüfungen ja auch einfach etwas später durchgeführt werden", sagte die Vorsitzende der Interessenvertretung der Gymnasiallehrer. Sollte das nicht möglich sein, gebe es Alternativen.

Zwei Drittel der Abiturnote seien bereits durch die Leistungen in den Kursen erbracht. Das letzte Drittel der Note solle eine Prüfungssituation abbilden. «Dafür brauchen wir die Abiturprüfungen aber nicht zwingend. Wir könnten diese Note nämlich auch aus vorherigen Klausurleistungen in den Prüfungsfächern berechnen", sagte Lin-Klitzing und betonte: "Wir können, wenn es notwendig sein sollte, auch ein Abitur ohne eigene Abiturprüfungen hinbekommen."

Dass das Schuljahr wegen Unterrichtsausfalls annulliert werde, schließt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig aus. "Das Schuljahr 2019/2020 wird auf jeden Fall gewertet", sagte die SPD-Politikerin dem RND. Auch sie betrachtet das diesjährige Abitur als gesichert. "Für den Fall, dass Abschlussprüfungen gar nicht durchgeführt werden können, wird es eine entsprechende Regelung geben, bei der die gegenseitige Anerkennung auch gesichert ist", sagte Hubig. Darauf hätten sich die Kultusminister auf ihrer letzten Sitzung geeinigt. Die Schüler sollten durch die besondere Situation keine Nachteile haben.

+++ 24.03.2020: Corona-Patienten aus Italien in Sachsen gelandet +++

Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht zu Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Zwei Rettungsfahrzeuge standen auf dem Flugplatz für den Transport der Patienten ins Krankenhaus bereit.

Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. «Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können», sagte Kretschmer. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Die Patienten waren mit einem Flugzeug der italienischen Luftwaffe nach Deutschland geflogen worden und um etwa 0100 Uhr in der Nacht gelandet, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig. Bislang gab es im Freistaat drei Todesfälle durch das neuartige Virus.

+++ 24.03.2020: Altmaier: Hilfsgelder sollen schon kommende Woche bereitstehen +++

Die geplanten Hilfen für die Unternehmen sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sehr schnell fließen. Er hoffe, dass die Gelder in der nächsten Woche zur Verfügung stehen, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass Anfang April für viele wieder Mietzahlungen fällig werden.

Nach dem Kabinettsbeschluss vom Montag soll der Bundestag schon am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

Der Bund arbeite mit den Ländern unter Hochdruck an einer Vereinbarung über die Umsetzung, sagte Altmaier. Nicht in jedem Bundesland werde die gleiche Behörde zuständig sein. Er hoffe aber, dass man Mitte der Woche sagen könne, wohin man sich in welchem Bundesland mit der Bitte um Hilfen wenden könne. Der Bund setze auf ein unbürokratisches Verfahren und Anträge auf elektronischem Wege. "Wir werden vieles, was an Voraussetzungen notwendig ist, gar nicht sofort überprüfen können und wollen, damit es schneller geht", betonte der Wirtschaftsminister.

+++ 23.03.2020: Erster Corona-Test bei Kanzlerin Angela Merkel negativ +++

Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. "Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt."

+++ 23.03.2020: Sachsen nimmt Corona-Opfer aus Italien auf +++

Sachsen will sechs Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig.

+++ 23.03.2020: Bundeskabinett sagt Kliniken Milliardenhilfe zu +++

Die deutschen Kliniken sollen mit Milliardenhilfen für besondere Belastungen in der Corona-Krise gewappnet werden. Das sehen Gesetzespläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die das Kabinett am Montag auf den Weg gebracht hat. So soll es für jedes nun frei gehaltene Bett eine Tagespauschale von 560 Euro geben. Für jede neue intensivmedizinische Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung sollen Kliniken 50 000 Euro Bonus bekommen. Um Mehrkosten etwa bei Schutzausrüstung aufzufangen, soll es - für die Zeit von April bis Ende Juni - außerdem einen Zuschlag von zunächst 50 Euro für jeden Patienten geben.

Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser planbare Operationen und Neuaufnahmen, wenn medizinisch vertretbar, vorerst aussetzen sollen. Dies soll Kapazitäten freimachen, um für viele Corona-Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen vorbereitet zu sein. Außerdem soll die Zahl von bisher 28 000 Intensivbetten verdoppelt werden. Die Hilfen sollen Einnahmeausfälle abfedern und vermeiden, das Kliniken Defizite machen. Der Bund kalkuliert allein für den Ausgleich der Verschiebung planbarer OPs mit möglichen Mehrausgaben von 2,8 Milliarden Euro.

+++ 23.03.2020: Bundeskabinett beschließt beispielloses Hilfspaket +++

Mit einem beispiellosen Hilfspaket unterstützt der Bund Familien, Mieter, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise. Das Kabinett beschloss am Montag gleich mehrere große Schutzschirme und umfangreiche Rechtsänderungen. Damit die Hilfen rasch ankommen, soll im Schnellverfahren der Bundestag bereits am Mittwoch und der Bundesrat am Freitag den Maßnahmen zustimmen. Für die umfangreichen Hilfen fällt nach sechs Jahren ohne neue Schulden die schwarze Null im Bundeshaushalt - das Kabinett beschloss einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro. Dafür soll der Bundestag am Mittwoch eine Notfallregelung in der Schuldenbremse in Kraft setzen.

Das Hilfspaket umfasst viele Bereiche: Kleine Firmen und Solo-Selbstständige wie Künstler und Pfleger sollen über drei Monate direkte Zuschüsse von bis zu 15 000 Euro bekommen. Über einen Stabilisierungsfonds sollen Großunternehmen mit Kapital gestärkt werden können, der Staat soll sich notfalls auch an den Firmen beteiligen können. Außerdem sollen Vermieter ihren Mietern nicht mehr kündigen dürfen, wenn diese wegen der Corona-Krise ihre Miete nicht zahlen können. Mit erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit sollen Unternehmen zudem Beschäftigte leichter halten können, statt sie in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

+++ 23.03.2020: Bundesbank rechnet mit ausgeprägter Rezession +++

Die Bundesbank rechnet wegen der Coronavirus-Krise mit einer "ausgeprägten" Rezession in Deutschland. Die Maßnahmen zu Eindämmung der Infektionszahlen hätten massive wirtschaftliche Auswirkungen, hieß es im am Montag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. "Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern." Eine wirtschaftliche Erholung werde erst einsetzen, wenn die Pandemiegefahr wirksam eingedämmt sei.

"Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen", hieß es im Bericht. Am stärksten betroffen seien eher binnenwirtschaftlich orientierte, konsumnahe Dienstleistungen, die bislang die Konjunktur gestützt haben. Dazu zählt die Notenbank das Gastgewerbe, die Unterhaltungsbranche, aber auch Messebetriebe und Luftfahrtunternehmen. Hinzu kämen auch bei anderen Unternehmen mögliche Arbeits- und Umsatzausfälle infolge von Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen. Zudem dürfte die Nachfrage nach deutschen Exporten in den von der Pandemie besonders betroffenen Ländern erheblich zurückgehen.

+++ 23.03.2020: Bundeswehr kommt im Kampf gegen Corona zum Einsatz +++

Die Bundeswehr hilft bei der Bewältigung der Corona-Krise im Saarland: Drei im Zuge der Amtshilfe genehmigte Abstrich-Stationen sollen wohl am Mittwoch ihren Betrieb aufnehmen, sagte der Sprecher des Landeskommandos Saarland, Oberstleutnant Thomas Dillschneider, am Montag. Die Entnahmestellen werden eingerichtet in Merzig in einer Kaserne, in St. Wendel auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik und in Saarbrücken im öffentlichen Raum. "Über den Ort laufen Abstimmungsgespräche."

+++ 23.03.2020: Sonderkreditprogramm der KfW startet +++

Die Kreditbedingungen seien nochmals verbessert worden. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Millionen Euro sollten weitere Erleichterung für die Wirtschaft schaffen. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen sollten Banken und Sparkassen die Kreditvergabe erleichtern. Nach Angaben einer KfW-Sprecherin sind die ersten Anträge bei der Förderbank eingegangen und wurden bei Krediten von bis zu 3 Millionen Euro auch bereits automatisiert zugesagt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte: "Wir schützen unser Land, die Beschäftigten und die Unternehmen mit einem beispiellosen Hilfsprogramm. Zusammen mit der KfW sorgen wir dafür, dass die Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben."

Die Bundesregierung hatte die unbegrenzten Kreditprogramme bereits angekündigt. Allerdings fordern Wirtschaftsverbände Nachbesserungen. Der am Sonntag bekannt gewordene Schritt der Bundesregierung, bei Kreditsonderprogrammen das Kreditrisiko von 80 auf 90 Prozent zu erhöhen, reiche nicht aus, hieß es etwa von DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Er fordert, dass die Bundesregierung die Hilfskredite zu 100 Prozent absichern müsse. Der Staat sei in der Krise weiterhin kreditwürdig, alle privaten Akteure seien es nicht.

+++ 23.03.2020: Robert-Koch-Institut vorsichtig optimistisch +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich.

"Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden", sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken.

+++ 23.03.2020: Merkel nimmt per Telefonschalte an Kabinettssitzung teil +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aus der häuslichen Quarantäne heraus per Telefonschalte an der Sitzung des Bundeskabinetts an diesem Montag teilnehmen. Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Wie zuletzt tagen die Ministerinnen und Minister demnach wegen der Corona-Krise nicht wie üblich im Kabinettssaal des Kanzleramts in Berlin, sondern im viel größeren Internationalen Konferenzsaal - so können sie den notwendigen Abstand voneinander einhalten, um Ansteckungen zu verhindern. Merkel hatte sich am Sonntagabend selbst in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem Arzt hatte, der mittlerweile selbst infiziert ist.

Bei der Kabinettssitzung ab 11.00 Uhr sollten umfangreiche Notpakete für Unternehmen, Beschäftigte und Kliniken beschlossen werden, zudem ein Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Corona-Krise finanzielle Probleme bekommen.

+++ 23.03.2020: Ifo-Institut schätzt Corona-Kosten für Deutschland auf halbe Billion Euro +++

Die Coronavirus-Krise könnte Deutschland nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. "Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro." "Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen", betont Fuest. "Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten." Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.

+++ 23.03.2020: Söder verteidigt Bayerns Alleingang bei Kontaktverbot +++

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktverboten im Kampf gegen das Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ausscheren seines Landes verteidigt. Das sei eine "sehr kleine Sache", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er habe bereits am Freitag über Ausgangsbeschränkungen entschieden, die Regelung sei "eins zu eins mit Österreich umgesetzt" worden und eine angemessene und notwendige Entscheidung gewesen. Die Betroffenheit der Bundesländer sei unterschiedlich, sagte der CSU-Chef. "Wir haben viel mehr Tote, wir haben höhere Infektionen", sagte er, deshalb müsse er als Ministerpräsident «ein Stück weit schneller reagieren".

Auch bei Schulschließungen sei Bayern "in Stück weit vorangegangen", sagte Söder. "Ich glaube, dass allein die Tatsache, dass wir es am Freitag in Bayern beschlossen haben, über das Wochenende viele, viele Infektionen, die jetzt gekommen wären, verhindert hat." Mit Blick auf mögliche noch strengere Beschränkungen sagte Söder, er hoffe, dass man nun rechtzeitig reagiert habe, aber das könne niemand garantieren. Wichtig sei, gleichzeitig das deutsche Gesundheitssystem hochzufahren. "Wir haben vielleicht das beste der Welt, aber auch das wird überfordert sein, wenn wir jetzt nicht schnell reagieren."

+++ 23.03.2020: Virologin erwartet bald schnellere Coronavirus-Tests +++

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek erwartet noch in diesem Monat einfachere und schnellere Tests auf das Coronavirus. "Was die Tests angeht wird sich die Lage bald entspannen", sagte Ciesek. Ciesek ist eine der führenden Forscherinnen für Sars-CoV-2 in Deutschland und arbeitet am Klinikum der Frankfurter Goethe-Universität. Sie sei sehr hoffnungsvoll, dass es in den kommenden Wochen Tests geben werde, die nicht so anspruchsvolle Laborarbeit erfordern. Verschiedene Firmen hätten schnellere Tests entwickelt, die vielleicht noch im März oder April auf den Markt kämen - zum Beispiel ein System, "mit dem man zum Beispiel in der Notaufnahme in etwa 90 Minuten ein Testergebnis bekommt".

In den USA wurde bereits ein neuer Schnelltest auf Sars-CoV-2 zugelassen. Er soll laut Hersteller Cepheid innerhalb von 45 Minuten eine Infektion nachweisen. In einer Mitteilung der Arzneimittelbehörde FDA hieß es, der Test ermögliche es, "innerhalb von Stunden" Ergebnisse zu bekommen. Cepheid will die Tests ab kommender Woche ausliefern. Er ist für ein Diagnostik-Gerät desselben Herstellers konzipiert.

+++ 22.03.2020: Merkel muss wegen Kontakt zu Corona-Infiziertem in Quarantäne +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

+++22.03.2020: Merkel: Grundgerüst der Corona-Maßnahmen stimmt weitgehend überein +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Einigung mit den Ländern über massive Einschränkungen der sozialen Kontakte im Kampf gegen die Corona-Epidemie weitgehende Einmütigkeit. Das "Grundgerüst" der Maßnahmen der einzelnen Länder ähnele sich sehr, sagte Merkel am Sonntag in Berlin nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer. Manches werde in den Ländern eben noch spezifisch für die jeweilige Situation geregelt, sagte sie und verwies darauf, dass Länder wie das Saarland Grenzen zu Hochrisikoregionen in Nachbarländern haben. Die Vereinbarung vom Sonntag hätten jedenfalls alle mitgetragen, sagte Merkel weiter.

+++22.03.2020: Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um +++

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei.

Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten, sagte ein Regierungssprecher der dpa in München. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört.

Bundesweit schließen müssen jetzt alle Restaurants und Friseure. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. "Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet", heißt es in dem Beschluss. Diese Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

+++22.03.2020: Rund 500 Beanstandungen wegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern +++

Die meisten Menschen in Bayern haben sich nach einer ersten Bilanz des Landesinnenministeriums an die neuen Vorgaben in der Corona-Krise gehalten. Bis Sonntagnachmittag habe die Polizei landesweit rund 25 000 Kontrollen durchgeführt wegen der Ausgangsbeschränkungen, sagte ein Ministeriumssprecher. Dabei habe es etwa 500 Beanstandungen gegeben.

Seit der Nacht zum Samstag zunächst bis 3. April gelten im gesamten Freistaat weitreichende Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Das Verlassen der Wohnung ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt.

+++22.03.2020: Laschet: "Null-Toleranz" bei Verstößen gegen Kontaktverbot +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat drastische Bußgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in der Öffentlichkeit zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. Es könnten Strafen bis zu 25 000 Euro verhängt werden. Es gelte eine "Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher", sagte Laschet am Sonntag: "Unvernünftige bestrafen - hart und klar."

Der CDU-Vize äußerte sich zugleich skeptisch zum Sinn von Ausgangssperren wie in Bayern. Er halte Kontaktverbote, wie sie mit Bund und Ländern gemeinsam beschlossen worden seien, für zielführender als Ausgangssperren, sagte er in Düsseldorf. Nicht das Verlassen der Wohnung sei die unmittelbare Gefahr, sondern der nahe Kontakt. "Das Ziel, dass Bund und Ländern gemeinsam agieren, ist heute erreicht worden - mit unterschiedlichen Akzenten."

+++22.03.2020: Bund und Länder für Kontaktverbot gegen Coronakrise für mindestens zwei Wochen+++

Die von Bund und Ländern beabsichtigte umfassende Reduzierung sozialer Kontakte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll mindestens zwei Wochen gelten. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vorlag. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten verständigten sich bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als 2 Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

+++22.03.2020: Bund und Länder wollen Friseure schließen +++

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Sonntag vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

 

+++22.03.2020: Bund und Länder wollen Restaurants unverzüglich schließen +++

Bund und Länder wollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall ist. Darauf einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in ihrer Telefonkonferenz. "Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause", heißt in dem Beschluss.

+++22.03.2020: Sachsen verfügt Ausgangsbeschränkung für den gesamten Freistaat +++

Das Land Sachsen verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt.

+++22.03.2020: Kommunen wollen "Hamsterkäufe" unterbinden - "Muss ein Ende haben" +++

Vielen deutschen Supermärkten gehen in der Coronavirus-Krise immer mal wieder vorübergehend Produkte wie Klopapier oder Nudeln aus - die Stadt Hanau sagt jetzt sogenannten "Hamsterkäufen" den Kampf an. Von Montag an dürfen Waren nur noch in haushaltsüblicher Menge an die Kunden abgegeben werden, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Sonntag mitteilte. "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage", erläuterte der Rathauschef. Hanau orientiere sich dabei am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der eine entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht habe. "Sogenannte Hamsterkäufe sind verboten", heißt es in einer Mitteilung des Kreises Marburg-Biedenkopf vom Samstag.

Er habe am Wochenende mehrere Rückmeldungen bekommen, dass das Kassenpersonal angefeindet werde, wenn es "Hamsterkäufer" um Rücksichtnahme bitte. "Das ist unerträglich und muss ein Ende haben", sagte Kaminsky laut Mitteilung. "Das führt dann auch dazu, dass jene, die sich tagsüber zum Beispiel um Kranke oder unsere Versorgung kümmern, nach Feierabend kein Klopapier mehr bekommen." Hanau begrenzt auch die Zahl von Menschen, die sich gleichzeitig in einem Geschäft aufhalten dürfen.

+++22.03.2020: Laschet und Söder streiten bei Beratungen über Corona-Maßnahmen +++

Bei den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise hat es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen CSU-Chef Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) gegeben. Laschet habe Söder demnach massiv attackiert, weil dieser bereits am Freitag "ohne Absprache" mit dem Bund und den anderen Ländern eigene Maßnahmen mit Ausgangsbeschränkungen für Bayern verordnet hatte. Söder habe daraufhin damit gedroht, die Schalte zu verlassen. Dies berichtete auch die "Bild"-Zeitung.

Bayern sei über den Verlauf "irritiert", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. Laschet habe sich bisher in der Debatte immer sehr zurückgehalten und gezögert, auch als es jüngst um die Schließung von Schulen und Kindergärten gegangen sei. Man vermute daher ein anderes Motiv, es gehe Laschet wohl mehr um seine persönlichen Ambitionen als um die Corona-Krise, hieß es.

Darüber hinaus soll Laschet, so berichten Teilnehmer, in der Telefonkonferenz gemeinsam mit weiteren Bundesländern ein Maßnahmenpapier vorgelegt haben. Dies wurde aber in den Beratungen dem Vernehmen nach nicht weiter verfolgt, da Merkel ihrerseits ein eigenes Papier zur Grundlage machte.

+++22.03.2020: Coronavirus-Infizierte in Unfall verwickelt - Quarantäne-Verstoß +++

Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 87 in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

+++22.03.2020: Merkel berät mit Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Maßnahmen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten haben am Sonntag ihre Beratungen über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie begonnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Teilnehmerkreisen. In der Telefonkonferenz soll es vor allem darum gehen, ob es bundesweite Ausgangsbeschränkungen gibt. Neben Merkel nehmen auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung und die Folgen des Coronavirus wichtigsten Minister teil.

So sollen neben Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch Innenminister Horst Seehofer (CSU), Außenminister Heiko Maas (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dabei sein.

Einige Bundesländer - allen voran Bayern - haben ihre Bestimmungen bereits verschärft. Wie lange die Beratungen Merkels mit den Regierungschefs der Länder dauern werden, war unklar. Gegen 17.30 Uhr wollte sich Merkel im Kanzleramt zu den Ergebnissen äußern.

+++22.03.2020: Tschechische Grenzen bleiben monatelang dicht +++

Die tschechischen Grenzen sollen wegen der Corona-Gefahr "viele Monate" für Ein- und Ausreisende geschlossen bleiben, mindestens aber ein halbes Jahr. Das sagte der Leiter des tschechischen Coronavirus-Krisenstabs, der Epidemiologe Roman Prymula, am Sonntag im Fernsehsender "Prima". Ausländer dürfen ausreisen, aber nicht wieder einreisen.

+++22.03.2020: Mehr als 28 500 Corona-Infizierte und 1720 Tote in Spanien +++

Im von der Corona-Krise besonders schwer betroffenen Spanien steigt die Zahl der Fälle weiter rasant an. Die Zahl der Infizierten sei auf mehr als 28 500 geklettert, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntagmittag in seiner täglichen Bilanz mit. Das sind 3500 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 1720. Am Samstag waren es in ganz Spanien noch 1326 gewesen. Das ist ein Anstieg der Todesopfer um fast 30 Prozent innerhalb von 24 Stunden.

Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo den amtlichen Angaben zufolge knapp 10 000 Fälle und bereits 1021 Todesopfer verzeichnet wurden. Die Region Madrid funktionierte das Messegelände Ifema am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt in ein provisorisches Krankenhaus mit 5500 Betten um. Dort sollen auch Intensivpatienten betreut werden können. Die ersten mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten wurden dort am Sonntag in Empfang genommen.

+++22.03.2020: Risiko-Patienten sollen sich in Großbritannien drei Monate isolieren +++

Bis zu 1,5 Millionen Briten mit Vorerkrankungen sollen sich wegen der Corona-Pandemie zu Hause in eine dreimonatige Isolation begeben. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Leukämie, schweren Atemwegserkrankungen wie COPD und Organtransplantierte. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) wird nach Regierungsangaben vom Sonntag die Betroffenen in den nächsten Tagen anschreiben. Wo nötig, könnten die Patienten auch bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützt werden.

+++22.03.2020: Polizeieinsätze in Thüringen wegen Menschenansammlungen +++

Die Polizei ist in Thüringen in mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen. Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Sonntag sagte. So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen. Der Verantwortliche für das Treffen sei belehrt worden, die Teilnehmer hätten den Raum wieder verlassen. Der Hinweis auf die Menschen in der Bar war anonym an die Polizei gegangen.

Auch in Gartenanlagen oder Garagenkomplexen in Thüringen seien private Treffen mit jeweils mehreren Menschen beendet worden. Die meisten Menschen hätten sich nach einer Belehrung einsichtig gezeigt, sagte ein Polizeisprecher. "Das hält sich im Rahmen." In Weimar allerdings handelten sich vier 16 bis 34 Jahre alte Männer wegen wiederholter Ansammlung im Freien Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein.

+++22.03.2020: Neun Tote in Pflegeheim - Uniklinik nimmt Einrichtung in Schutz +++

Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung vom Samstagabend. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen - «aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heimes seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. "Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheimes, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, laut Mitteilung.

+++22.03.2020: Landkreise stemmen sich gegen Spahn-Pläne für Infektionsschutz-Reform +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerät wegen seiner Pläne für eine Reform des Infektionsschutzgesetzes in die Kritik. Der Deutsche Landkreistag warf Spahn vor, sich im Zuge der Coronavirus-Krise weitgehende Kompetenzen im Bereich der Länder und Kommunen beim Infektionsschutz sichern zu wollen. Präsident Reinhard Sager sagte am Sonntag in Berlin, Landkreise und Länder gäben ihr Bestes, in der schwierigen Lage abgestimmt und konsequent zu handeln. Die dezentralen Strukturen funktionierten. "Eine Änderung von Zuständigkeiten würde in der Krisensituation eher verunsichern, weil sich neue Abläufe erst einspielen müssen."

Der Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite soll am Montag Teil der Krisenbeschlüsse des Bundeskabinetts sein. Unter anderem sollen dabei Befugnisse des Bundes zulasten von Ländern und Kommunen ausgeweitet werden. Den Gesundheitsbehörden soll nach Spahns Vorlage auch die Befugnis eingeräumt werden, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln.

+++22.03.2020: Bundesamt: Staatliche Nahrungsmittelreserven werden nicht angetastet +++

Trotz Hamsterkäufen wegen der Coronavirus-Krise ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland aus Sicht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nicht gefährdet. Es gebe im Moment auch "keine Planung, die staatlichen Nahrungsmittelreserven in irgendeiner Form anzutasten", sagte der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Auch die Wasser- und die Stromversorgung seien nicht gefährdet.

Unger riet von Hamsterkäufen ab. "Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig", sagte er der Zeitung - auch wenn es natürlich mal vorkommen könne, dass es keine Backhefe oder kein Mehl gebe.

+++22.03.2020: Corona-Krise: Regierung plant Nachbesserungen bei Kreditprogramm +++

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise Nachbesserungen bei Kredit-Sonderprogrammen für mittelständische und große Unternehmen. Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums erfuhr.

+++22.03.2020: Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung einsetzen +++

US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Maßnahmen.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Maßnahmen. Bild: dpa

+++22.03.2020: US-Experten: Jetzt schon mehr als 300 000 Corona-Fälle weltweit +++

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 300 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 13 000 Menschen seien an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, betonten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins. Insgesamt gab es demnach bis Samstagabend (Ortszeit) mehr als 303 000 mit dem Coronavirus Infizierte. Zwei Drittel der gemeldeten Covid-19-Fälle entfielen demnach auf nur sechs Länder: China, Italien, Spanien, die USA, Deutschland und den Iran.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte am Samstag noch von 266 000 Erkrankungen und mehr als 11 000 Toten gesprochen.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort Johns Hopkins zufolge mehr als 24 000 Fälle.

In Deutschland gab es bis Samstagnachmittag mehr als 21.600 bekannte Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Das ging aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigte.

+++22.03.2020: Italien schließt gesamte nicht lebensnotwendige Produktion +++

Die italienische Regierung lässt im Zuge der Coronavirus- Pandemie alle nicht lebensnotwendigen Produktionsaktivitäten schließen. Davon seien unter anderem Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgeschlossen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend. Er sprach von der "größten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg". "Wir haben beschlossen, jede produktive Tätigkeit zu schließen, die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren."

Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei, wo das Virus Ende Februar ausgebrochen war und die Krankenhäuser mittlerweile vor dem Kollaps stehen.

+++21.03.2020: Prüfungen bei Hartz IV sollen ausgesetzt werden +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in der Coronavirus-Krise bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. «Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt", sagte Heil der "Bild am Sonntag". "Außerdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben." Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. "Das hilft erst einmal, um nicht ins Bodenlose zu stürzen."

Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Krise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung. In einem Gesetzentwurf, der gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Gesetze in der kommenden Woche beschlossen werden soll, heißt es nach Angaben der Zeitung, allein bis zu 700 000 Solo-Selbstständige und bis zu 300 000 Selbstständige mit Angestellten kämen für eine Antragstellung in Frage. Für den Bundeshaushalt und die Kommunen bedeute das knapp 10 Milliarden Euro Mehrkosten.

+++21.03.2020: Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen +++

Baden-Württemberg will schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in Kliniken aufnehmen. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden, berichtete die "Schwäbische Zeitung" (Samstag). "Herr Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heißt es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, das der Zeitung vorliege. Ein Regierungssprecher bestätigte am Samstag auf Anfrage, das Gesundheitsministerium sei beauftragt worden, mit der Bitte auf die Krankenhäuser zuzugehen. Die Kliniken sollten durch die Versorgung der Menschen aber nicht in Nöte geraten. "In einer Krise ist Solidarität gefragt - aber im Rahmen des Möglichen."

+++21.03.2020: Scholz zu Ausgangssperren: Alle haben Bedürfnis nach frischer Luft +++

Vizekanzler Olaf Scholz hofft darauf, dass Ausgangssperren in der Corona-Krise nicht zwingend werden. "Gerade in der gegenwärtigen Situation haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Kampf gegen die Krise geht es jetzt ja nicht um Gesten. Sondern um Maßnahmen, die helfen. Ich zumindest hoffe, dass uns der Gang in die Natur nicht verwehrt wird - in einer Zeit, in der die meisten Freizeitbeschäftigungen wegfallen."

Die allermeisten Bürger hätten hoffentlich verstanden, worum es jetzt gehe, sagte Scholz. "Vielleicht können wir die Übrigen ein wenig anstupsen, sich zusammenzureißen, damit wir uns alle vor weiteren Einschränkungen der Freiheit schützen." Corona-Partys bezeichnete der Minister demnach als "schlechten Witz".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Sonntag mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Anti-Corona-Maßnahmen beraten. Dabei stehen auch Ausgangssperren im Raum. Einzelne Länder wie Bayern sind mit Beschränkungen bereits vorgeprescht.

+++21.03.2020: Über 6700 Corona-Infektionen in NRW - erneut deutlicher Anstieg +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag (Stand 11.30 Uhr) gab es in NRW 6740 nachgewiesene Fälle. Das ist im bevölkerungsreichsten Bundesland ein Zuwachs von mehr als 1000 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der erfassten Todesfälle in NRW stieg um 6 auf 23.

Weiterhin meldet der Kreis Heinsberg die meisten Infektionen: Die Zahl erhöhte sich innerhalb von 24 Stunden leicht von 874 auf jetzt 916. In Köln gab es 629 Fälle, am Vortag waren es 521. Coronavirus-Infektionen melden inzwischen alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Das Ministerium betonte, die Entwicklung sei dynamisch. Die Zahlen basierten auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erhalte.

+++21.03.2020: NRW-Ministerin kritisiert Söder für Vorpreschen in Corona-Krise +++

Mit scharfer Kritik hat Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf die nicht abgestimmten Entscheidungen in der Corona-Krise reagiert. "Wir haben uns verständigt mit 15 anderen Bundesländern, einschließlich Bayern, dass wir hier gemeinsam einen Weg gehen. Jetzt ist Bayern vorzeitig ausgeschert, wir wollten uns ja noch das Wochenende anschauen, den Samstag, und dann am Sonntag entscheiden, wie es weitergeht", sagte Gebauer im RTL-Nachtjournal in der Nacht auf Samstag. "Ich finde auch, wenn man Vereinbarungen getroffen hat, sollte man sich daran halten." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Freitag angekündigt, dass das Verlassen der eigenen Wohnung ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt sei.

+++21.03.2020: Corona-Zahlen in Spanien klettern: 25 000 Infizierte, 1300 Tote +++

In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter drastisch an. Bis zum Samstagmittag meldete das Gesundheitsministerium fast 25 000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach 1000 am Freitag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden. Das örtliche Verkehrsministerium kündigte an, ab sofort auch Linienbusse zum Transport der Kranken einzusetzen.

Die Intensivstationen einiger Krankenhäuser seien bereits am Limit, zitierte das spanische Fernsehen die Behörden. In Spanien herrscht seit einer Woche eine landesweite Ausgangssperre. Sie soll zunächst für 15 Tage gelten, könnte aber vom Parlament verlängert werden. Die Behörden hoffen, dass die Ansteckungswelle bald ihren Höhepunkt erreicht und sich die Entwicklung dann verlangsamt.

+++21.03.2020: Hermes führt kontaktlose Paketannahme ein +++

Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit. Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt. Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen.

+++21.03.2020:Abstand halten: Polizei kommuniziert über Lautsprecher +++

 

Abstand halten und Kontakt vermeiden, heißt es angesichts der Corona-Pandemie - das gilt auch für die Polizei. "Abstand ist Anstand", schreibt das Polizeipräsidium Mittelfranken am Samstag auf Twitter. Dadurch sollen die Beamten geschützt werden und weiterhin einsatzbereit bleiben. Deswegen würde man in Zukunft womöglich über die Außenlautsprecher kommunizieren und die Fenster oben lassen.

+++21.03.2020: Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung im Saarland +++

Die Polizei im Saarland hat erste Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt, die zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verfügt worden ist. In der Nacht zu Samstag habe es etwa 20 Verstöße gegeben, sagte ein Polizeisprecher in Saarbrücken. Es habe sich meist um Jugendliche gehandelt, die sich versammelt hätten. Sie seien größtenteils uneinsichtig gewesen. Die Grüppchen hätten dann aber aufgelöst werden können.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte das Saarland eine Ausgangsbeschränkung verfügt: Seit Samstag 0 Uhr dürfen die Saarländer demnach die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. Das hatte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag angekündigt. Zu den triftigen Gründen gehörten der Weg zu Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich.

+++21.03.2020:Mietern soll in Krise nicht gekündigt werden dürfen +++

Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

+++21.03.2020: Bundesregierung plant Neuverschuldung von 150 Milliarden Euro +++

Zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie plant die Bundesregierung in diesem Jahr eine Neuverschuldung von insgesamt 150 Milliarden Euro. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstagmorgen aus Koalitionskreisen. Zuvor hatte der Deutschlandfunk darüber berichtet.

Nach dpa-Informationen plant die Bundesregierung einen Nachtragshaushalt für 2020. Sie will auch die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen. So soll ermöglicht werden, dass sich der Bund in der Corona-Krise deutlich höher verschuldet als bisher erlaubt. Über die Höhe eines Nachtragshaushaltes war am Freitag noch nicht endgültig entschieden, im Gespräch war zunächst ein Volumen zwischen 60 und 100 Milliarden Euro.

+++21.03.2020: Landeskriminalamt warnt in Corona-Krise vor Betrügern +++

Niedersachsens Landeskriminalamt (LKA) warnt vor Kriminellen, die aus der Corona-Krise Profit schlagen wollen. Die Betrüger suchten nach Ängsten in der Bevölkerung, sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz der "Braunschweiger Zeitung" (Samstag). "Corona löst derzeit natürlich die größten Sorgen aus. Die Betrüger sind kreativ."

So habe das LKA einen Fakeshop im Internet im Blick, der angebliche Schutzmasken verkaufe. "Bisherige Kontaktaufnahmen zum Provider waren nicht erfolgreich", erklärte Gladitz. Ebenso warnt das LKA vor falschen Polizisten: "Die Täter geben vor, von der Polizei oder vom Gesundheitsamt zu sein. Man müsse angeblich einen Abstrich machen oder man werde angeblich unter Quarantäne gestellt", berichtete die LKA-Sprecherin. Echte Mitarbeiter der Gesundheitsämter und auch Polizisten würden sich ausweisen, stellte Gladitz klar.

Schon das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte vor Betrügern gewarnt, die Schutzanzüge und Mundschutz tragen und versuchen, sich Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen. Sie sollen unter anderem im Landkreis Nienburg unterwegs gewesen sein.

+++21.03.2020: Ausgangsbeschränkung: Polizei stellt in Bayern kaum Verstöße fest +++

Seit Samstag gelten in ganz Bayern zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Ab Mitternacht wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen durchgeführt - dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien vom Samstagmorgen nur wenige Verstöße festgestellt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstöße. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstöße fest: Fünf Jugendliche hätten in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert; drei weitere Personen fielen auf, die um ein Lagerfeuer saßen und tranken. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass ab Samstag Ausgangsbeschränkungen für Bayern gelten. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst bis zum 3. April.

+++21.03.2020: Mediziner: Immer mehr Jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation +++

Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. "Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. "Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. "Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält." Die Gefahr durch das neuartige Virus sei anfangs unterschätzt worden - von der Politik wie auch von der Wissenschaft, räumte der Mediziner ein.

+++20.03.2020: Corona-Krise: Sextoys und Kondome stark gefragt +++

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, halten sich die Menschen vor allem zuhause auf - und decken sich mit Sextoys und Kondomen ein. Der Kondomhersteller Ritex etwa teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat doppelt so viele Kondome gekauft wurden. "Besonders stark haben sich Großpackungen verkauft." Gleitgel werde ebenfalls mehr nachgefragt. Auch der Berliner Hersteller Einhorn teilte mit, dass deutlich mehr der fairen Kondome gekauft würden.

Auch Sexspielzeug wird seit dem Ausbruch der Pandemie beliebter. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop "Eis.de" steigen eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus. Besonders nachgefragt seien aktuell Druckwellen-Vibratoren. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagte eine Sprecherin.

+++20.03.2020: Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg +++

In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in einer Klinik in Hennigsdorf gestorben, teilte der Landkreis Oberhavel am späten Freitagabend mit. Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte.

Auch Thüringen, Sachsen und Berlin meldeten am Freitag den jeweils ersten toten Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in ihren Ländern.

+++ 20.03.2020: Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim +++

In einem Würzburger Pflegeheim sind nach Coronavirus-Infektionen neun Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Eine Evakuierung des Heims ist nach Angaben des Landesamts derzeit "aus fachlichen Gründen nicht angezeigt".

Seit dem ersten Todesfall gelten in dem Heim laut dem Landesamt besondere Schutzvorkehrungen. So gelte seit 12. März ein striktes Besuchsverbot. Die Bewohner würden isoliert und dürften ihre Zimmer nicht verlassen. Die Patientenräume würden von Pflegekräften nur in Schutzanzügen und mit Atemschutzmasken betreten.

Auch Reinigungskräfte trügen Schutzkleidung. Weil infiziertes Personal vorübergehend in Quarantäne zu Hause bleiben müsse, würden Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen des Heimträgers in dem Haus eingesetzt, sagte die Heimleiterin. Wie das Virus in die Einrichtung gekommen ist, lasse sich nicht mehr nachvollziehen.

+++ 20.03.2020: Auch kommunale Versorger verzichten in Corona-Krise auf Stromsperren +++

Viele Strom- und Gasanbieter in Deutschland verzichten in der Coronavirus-Krise darauf, säumigen Kunden die Energieversorgung abzustellen. Bei den kommunalen Unternehmen würden bei Zahlungsrückständen "fast ausnahmslos" keine Unterbrechungen der Strom-, Gas- und Wasserversorgung in Privathaushalten mehr vorgenommen, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels dem "Tagesspiegel". Das habe eine Abfrage bei den Mitgliedsunternehmen ergeben. Große Versorger wie Eon und die Tochter Innogy sowie EnBW hatten bereits am Mittwoch angekündigt, Strom- und Gasanschlüsse auch bei Zahlungsrückständen nicht mehr abzudrehen.

 

+++ 20.03.2020: Müller: Berlin plant härtere Einschränkungen für öffentliches Leben +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird. Der Senat solle vorbereiten, dass es zu Restaurantschließungen komme, sagte er in der rbb-"Abendschau" am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann nur noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten untersagt werden, kündigte Müller an.

Einige Bürger hätten immer noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer Krisensituation sei, kritisierte der Regierungschef. Auch Berlin werde deshalb zu härteren Maßnahmen kommen. Müller betonte zugleich, er hoffe, dass Ausgangssperren über Monate hinweg vermieden werden können. Die Maßnahmen sollten in enger Abstimmung mit Brandenburg erfolgen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränken mehrere Bundesländer das öffentliche Leben bereits noch einmal drastisch ein. Am weitesten gehen dabei Bayern und das Saarland: Dort treten an diesem Samstag Ausgangsbeschränkungen in Kraft, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

+++ 20.03.2020: WHO will auch bei WhatsApp über Coronavirus informieren +++

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will auch den Chatdienst WhatsApp nutzen, um Zugang zu Informationen über das neuartige Coronavirus zu ermöglichen. In dem Messenger soll es unter anderem aktuelle Nachrichten, Hinweise zu Symptomen und Schutzmaßnahmen sowie Lageberichte geben, wie die WHO und die WhatsApp-Mutter Facebook am Freitag mitteilten. Den Service soll man über einen Link erreichen, der einen WhatsApp-Chat öffnet. WhatsApp ist ein führender Chatdienst mit mehr als zwei Milliarden Nutzern.

+++ 20.03.2020: Bis zu 800 Mitarbeiter für Corona-Klinik auf Berliner Messe nötig +++


Für das in einer Berliner Messehalle geplante Corona-Behandlungszentrum werden Hunderte Mitarbeiter benötigt. Er rechne damit, dass 600 bis 800 Kräfte mit verschiedenen Qualifikationen, darunter Ärzte und Pflegekräfte, für den Schichtdienst erforderlich seien, sagte Projektleiter Albrecht Broemme am Freitag. Bisher gebe es 30 bis 40 freiwillige Meldungen etwa von Menschen im Ruhestand, obwohl bisher kein öffentlicher Aufruf gestartet wurde. Dies soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. In der nächsten Woche soll Broemme zufolge der Innenausbau beginnen, um die Messehalle zum Krankenhaus mit bis zu 1000 Betten umzufunktionieren. Zu den Kosten konnte der Ex-Chef des Technischen Hilfswerks noch keine Angaben machen.

+++ 20.03.2020: Hamburg erlässt weitere Beschränkungen im Kampf gegen Corona-Pandemie +++

Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

+++ 20.03.2020: Niedersachsen schließt Restaurants und Cafés +++

Niedersachsen schließt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover an. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll allerdings weiter möglich bleiben. Ähnliche Maßnahmen wurden zuvor auch in anderen Bundesländern beschlossen.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen +++

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München. Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

+++ 20.03.2020: Rheinland-Pfalz untersagt Versammlungen von mehr als fünf Menschen +++

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Sie ordnete am Freitag die Schließung von Gaststätten an und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

+++ 20.03.2020: Baden-Württemberg schränkt öffentliches Leben weiter ein +++

Baden-Württemberg schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus weiter ein. Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen sind nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare.

+++ 20.03.2020: Frau flüchtet mit gestohlenem Toilettenpapier aus Drogerie +++

Mit über 30 Packungen feuchtem Toilettenpapier, Desinfektionstüchern und -spray ist eine Frau aus einer Drogerie in Rheinland-Pfalz geflüchtet. Zuvor habe eine Mitarbeiterin des Marktes in Oppenheim (Landkreis Mainz-Bingen) der Kundin erklärt, dass ihr nur eine geringere Menge verkauft werden dürfe, teilte die Polizei am Freitag mit. Ohne zu bezahlen lief die 37-Jährige daraufhin am Donnerstagnachmittag davon. Am Abend meldete sie sich freiwillig bei der Polizei und gab die Sachen ab.

+++ 20.03.2020: Lebensmittelhändler planen keine Öffnung am Sonntag +++

Trotz des durch die Coronavirus-Krise ausgelösten großen Kundenansturms wollen die führenden deutschen Lebensmittelhändler ihre Geschäfte vorläufig nicht am Sonntag öffnen. Bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bekräftigten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl am Freitag, dass vorläufig keine Ausweitung der Geschäftszeiten geplant sei.

Sollte sich die Versorgungssituation unerwartet verschärfen, sind die Handelsketten aber offensichtlich bereit, ihre Position zu überdenken. Mehr zum Thema Sonntagsöffnungen während der Corona-Krise erfahren Sie hier!

+++ 20.03.2020: Bremen schränkt Gaststättenbetrieb ein - Keine Speisen im Lokal +++

Bremen folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und untersagt wegen der Corona-Krise von Samstag an die Einnahme von Speisen in Gaststätten. Das kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bremen an. Dies bedeute nicht, dass die Betriebe schließen müssten. "Es gibt nur keine Möglichkeit mehr, in den Lokalen zu speisen." Bislang war dies noch bis 18.00 Uhr möglich. Die Restaurants könnten weiter Speisen verkaufen und ausgeben.

Zurückhaltend äußerte sich Mäurer zu einem Vorstoß Bayerns für weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Er halte es für notwendig, dass derartige Entscheidungen im Konzert aller Länder organisiert würden und nicht ein einzelnes Land vorangehe.

+++ 20.03.2020: EU-Kommission lockert wegen Corona-Krise Haushaltsregeln +++

Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie lockert die EU-Kommission die Haushaltsregeln. "Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Nationale Regierungen dürften nun unbegrenzt in die Wirtschaft investieren.

+++ 20.03.2020: Medien-Bericht: Mehr als 120 Corona-Fälle bei Landespolizeien +++

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft einem Medienbericht zufolge die Polizeien der Bundesländer. Mehr als 120 Beamte sind infiziert, wie die "Welt" (Freitag) auf Basis einer Umfrage unter den Ländern berichtet. Insgesamt befinden sich der Auswertung zufolge mindestens 1500 Polizistinnen und Polizisten aktuell in häuslicher Quarantäne. Aus Sachsen-Anhalt lagen zunächst keine Zahlen vor.

Demnach ist vor allem die Polizei in Baden-Württemberg mit 30 positiv getesteten Beamten betroffen. Knapp 1000 Polizisten befinden sich dort in Quarantäne. Rheinland-Pfalz meldete 23 Corona-Fälle, Bayern 22. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen wollten dem Bericht zufolge zunächst keine genauen Zahlen nennen, bestätigten aber "eine zweistellige Zahl" infizierter Beamter. Mehrere Länder gaben an, dass sie in den kommenden Tagen weitere Personalausfälle erwarten.

In der Folge sorgt die Corona-Krise in einigen Bundesländern für Einschränkungen im Polizeidienst. Im Saarland etwa seien "einige kleinere Polizeiposten" geschlossen worden, in Thüringen würden "verkehrslenkende Maßnahmen" reduziert, heißt es in dem Bericht. In mehreren Bundesländern wurden zudem Aus- und Fortbildungen vorerst ausgesetzt. Zuvor hatte bereits auch die Bundespolizei angekündigt, dass in ihren Ausbildungszentren kein Unterricht mehr stattfindet.

+++ 20.03.2020: Auch Rheinland-Pfalz berät über neue Einschränkungen in Corona-Krise +++

Auch die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat am Freitag Beratungen über eine Verschärfung der Bestimmungen in der Corona-Krise aufgenommen. "Die Erfahrungen der vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Appelle allein nicht die notwendige Wirkung erzielt haben", teilte die Staatskanzlei in Mainz mit. Daher seien weitergehende Maßnahmen geplant. "Das scharfe Schwert einer allgemeinen Ausgangssperre" werde zunächst aber noch nicht eingesetzt.

Die Staatskanzlei lud zunächst zu einer Pressekonferenz vor Ort ein, teilte später aber mit, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Öffentlichkeit nur über Internet und live im SWR über die zusätzlichen Maßnahmen unterrichten wollten (14.00 Uhr). Dreyer habe "möglicherweise mittelbaren Kontakt mit einer infizierten Person" gehabt, erklärte die Staatskanzlei. Daher müssten ab sofort alle Menschen Mundschutz tragen, wenn sie in näheren Kontakt zu ihr träten.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Saarland will Ausgangsbeschränkung erlassen +++

Das Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Gaststätten schließen und eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das werde Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit.

+++ 20.03.2020: Bei Verstößen gegen Corona-Maßnahmen: Bußgelder bis zu 25.000 Euro möglich +++

Was passiert, wenn Bürger gegen die von Söder verkündeten Corona-Maßnahmen verstößt? "Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Bußgelder bis zu 25.000 Euro möglich." Das erklärte Innenminister Joachim Herrmann am Freitag.

+++ 20.03.2020: Ausgangsbeschränkungen! Söder verkündet neue Corona-Maßnahmen +++

Ab 0 Uhr heute wird es grundsätzliche Ausgangsbeschränkungen geben, das öffentlice Leben wird in Bayern weitestgehend runtergefahren. Jeder kann weiterhin zum Arzt gehen, mit Einschränkungen in bestimmten Bereichen. Das teilte Söder am Freitag mit. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Erstmals gibt es einen bestätigten Fall einer Corona-Infektion im Deutschen Bundestag.

Erstmals gibt es einen bestätigten Fall einer Corona-Infektion im Deutschen Bundestag. Bild: dpa

+++ 20.03.2020: Anstieg um 36 Prozent: Zahl der Corona-Infizierten in Bayern steigt um 825 +++

Dramatischer Anstieg der Corona-Infizierten in Bayern. Hier haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Das ist ein Anstieg von 36 Prozent. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

+++ 20.03.2020: WHO: Verdoppelung der Coronavirus-Fälle weltweit in nur zwölf Tagen +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie können weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nach UN-Angaben nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Millionen Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle. Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen.

Das WFP versucht nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: 860 Millionen Kinder verpassen Schule +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie können weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nach UN-Angaben nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Millionen Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle. Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen.

Das WFP versucht nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

+++ 20.03.2020: Kreise: Auch Restaurants in Bayern müssen schließen +++

Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen, auch die "Nürnberger Nachrichten" berichteten darüber. Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Zehn Bürgermeisterwahlen in Rheinland-Pfalz verschoben +++

Angesichts der Corona-Pandemie verschieben sich in Rheinland-Pfalz zehn vom 5. April bis 7. Juni geplante Bürgermeisterwahlen. Das Innenministerium habe die zuständigen Aufsichtsbehörden entsprechend angewiesen, teilte die Landeswahlleitung in Bad Ems am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit solle die Gesundheit von Bürgern, Wahlhelfern und kommunalen Mitarbeitern geschützt sowie ein landeseinheitliches Vorgehen gewährleistet werden.

Neue Wahltermine stünden noch nicht fest, da die Entwicklungen der Corona-Pandemie so unübersichtlich seien. Möglicherweise würden Termine nach den Sommerferien gewählt, womöglich sogar ein Einheitstermin für alle verschobenen Bürgermeisterwahlen.

+++ 20.03.2020: Dortmund verbietet Ansammlungen von mehr als vier Personen +++

In Dortmund werden wegen der Coronavirus-Pandemie Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als vier Personen verboten. Das kündigte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen am Freitag an. "Oberstes Ziel ist hier, weitere Infektionsketten zu vermeiden", sagte er. Mit dem Verbot wolle man die Grundlage schaffen, um zum Beispiel Partys, wie man sie zuletzt am Dortmunder Phoenix-See gesehen habe, sanktionieren zu können. Es gebe allerdings Ausnahmeregelungen, etwa bei "häuslichen Gemeinschaften". "Die Familie mit drei Kindern darf im öffentlichen Raum noch gemeinsam gehen", sagte Dahmen.

Das Verbot für die ganze Stadt soll in der Nacht zu Samstag beginnen. Bereits am Freitag sollen beliebte Plätze in der Stadt entsprechend kontrolliert werden.

+++ 20.03.2020: Coronavirus-Krise: Knapp 100 nächtliche Verstöße in Berlin +++

Die Berliner Polizei stellt weiterhin zahlreiche Verstöße gegen das Corona-Infektionsschutzgesetz fest. Am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag überprüften Beamte 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierende Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen. Die Berliner Polizei will die Kontrollen in der Coronavirus-Krise mit Spezialstreifen fortsetzen. Dazu kämen noch die üblichen Streifenwagen, die sich in ihrem normalen Dienst ebenfalls um das Problem kümmern würden. In Berlin sind Kneipen und Clubs seit dem 14. März geschlossen. Seit dem 18. März mussten auch zahlreiche Geschäfte schließen, Restaurants dürfen noch bis 18.00 Uhr öffnen.

+++ 20.03.2020: AfD-Spitze trifft sich trotz Corona - Beratungen über "Flügel" +++

Ungeachtet der Ausbreitung des Coronavirus hat sich der Bundesvorstand der AfD am Freitag in Berlin versammelt, um über die Folgen der Einstufung des "Flügels" als rechtsextremistische Gruppierung durch den Verfassungsschutz zu sprechen. Zuvor hatten mehrere Spitzenfunktionäre der Partei aus den westlichen Landesverbänden in internen Schreiben an die Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Tino Chrupalla Maßnahmen gegen den "Flügel"-Gründer und Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gefordert.

+++ 20.03.2020: Bundesregierung erwägt Rettungsfonds mit möglicher Firmenbeteiligung +++

Die Bundesregierung erwägt in der Corona-Krise als zusätzliche Maßnahme einen Rettungsfonds, der auch eine Beteiligung an in Not geratene Firmen vorsehen könnte. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, wird derzeit in der Bundesregierung ein solcher Fonds beraten, der ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro haben könnte. Damit könnten Unternehmen vor der Pleite gerettet werden - auch mit Kapitalzuschüssen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Beschlüsse gebe es noch nicht, es seien noch verschiedene Punkte offen, hieß es in Regierungskreisen.

+++ 20.03.2020: Ernst der Lage begreifen: RKI mahnt eindringlich zum Abstandhalten +++

Das Robert Koch-Institut hat die Bundesbürger eindringlich zum Abstandhalten und zu deutlich mehr Rücksichtnahme gegenüber Mitmenschen aufgefordert. "Die Jüngeren verhalten sich am unvernünftigsten", sagt Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Wir können diese Pandemie nur verlangsamen, wenn wir uns alle an die Spielregeln halten." Viele Menschen seien immer noch nicht bereit, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. "Diese Krise hat ein Ausmaß, das ich mir nie hätte vorstellen können", sagte Wieler als Wissenschaftler.

Nach Umfragen meine noch immer jeder Vierte, das alles sei Panikmache, sagte Wieler. Deutschland habe zwar Zeit gewonnen. Aber es stehe bei den Infektionszahlen vor einer ähnlich exponentiellen Entwicklung wie andere europäische Länder. "Ich möchte, dass alle den Ernst der Lage begreifen", betonte Wieler.

Bundesweit gebe es weiterhin große Unterschiede, sagte Wieler. So seien in Hamburg aktuell etwa 32 Fälle pro 100 000 Einwohner gemeldet, in Thüringen nur 7. Deswegen könnten verschiedene Regionen auch unterschiedliche Maßnahmen fahren. Nach RKI-Schätzungen haben mehr als 1000 Menschen die Infektion schon überstanden. "Es wird aber weiter Schwerkranke geben", betonte Wieler. "Bitte halten Sie Abstand. Und wenn Sie krank sind, bitte bleiben Sie zu Hause!" Solch eine Epidemie habe es noch nicht gegeben. Sie habe eine ganz andere Dimension als eine Grippewelle.

+++ 20.03.2020: Ausgangsbeschränkungen in Österreich bis Ostermontag verlängert +++

In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, den 13. April, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

+++ 20.03.2020: Zahnärzte sagen Versorgung trotz Virus-Ausbreitung zu +++

Deutschlands Zahnärzte wollen die Versorgung der Patienten auch bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sicherstellen. Patienten, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben und solche, die unter häuslicher Quarantäne stehen, würden über ein bundesweites Klinik-Netz behandelt, teilten die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) am Freitag in Berlin mit. Dabei handele es ich um Uni-Zahnkliniken, Kliniken mit Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder mit zahnmedizinischem Fachbereich. Mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder (KZVen) sei ein Maßnahmenpaket geschnürt worden.

KZBV-Chef Wolfgang Eßer sagte, Patienten mit Symptomen einer akuten Erkrankung der Atemwege sollten sich - soweit kein akuter Notfall vorliege - erst nach Abklingen der Erkrankung um einen Behandlungstermin bemühen.

Infizierte oder unter Quarantäne gestellte Patienten, die unter Zahnschmerzen oder einem akuten zahnärztlichen Notfall leiden, sollen sich zunächst mit ihrem Hauszahnarzt oder speziellen Hotlines bei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder oder den Landeszahnärztekammern in Verbindung setzen. Diese würden dann die notfallmäßige Behandlung veranlassen.

Vor einer Behandlung im Normalfall sollten Patienten noch einmal mit ihrer Zahnarztpraxis abklären, ob der geplante Termin tatsächlich wahrgenommen werden soll, hieß es auch.

+++ 20.03.2020: SPD-Chefin Esken hält Ausgangssperren für "problematisch" +++

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Einführung von Ausgangssperren angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus skeptisch. "Ich finde die Idee problematisch, weil dann womöglich der Lagerkoller droht - vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind", sagte Esken dem "Handelsblatt". Sie hoffe, dass Appelle, etwa wie der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch, Menschen zur Vernunft bringe. So lange das Virus grassiere, dürfe es keine größeren Menschenansammlungen mehr geben.

Den Vorschlag ihres Parteikollegen und niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius, wonach der Staat härter gegen die Verbreitung von Falschnachrichten in der Coronakrise vorgehen soll, sieht Esken ebenfalls kritisch. "Von Staats wegen Vorschriften zu machen und die Verbreitung von Desinformation unter Strafe zu stellen - da bin ich vorsichtig", sagte die SPD-Politikerin. Pistorius hatte zuvor die Einführung von Bußgeldern oder Strafandrohungen gegen die Verbreiter von Falschnachrichten ins Spiel gebracht.

Der Gedanke, dass der Staat bestimme, was wahr und was unwahr ist, wecke bei ihr ungute Fantasien. Für Esken stehen stattdessen zunächst "die Internetunternehmen in der Pflicht, die Verbreitung von Fake News einzudämmen und bei Richtigstellungen dafür zu sorgen, dass auch sie eine bessere Reichweite haben."

+++ 20.03.2020: Polizei löst sogenannte Corona-Party von Jugendlichen auf +++

Die Polizei hat am Donnerstagabend eine sogenannte Corona-Party von Jugendlichen in Staßfurt in Sachsen-Anhalt aufgelöst. Die Jugendlichen seien zwischen 14 und 20 Jahre gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei Salzlandkreis am Freitag. Anwohner hätten die Beamten gerufen, weil ihnen eine größere Gruppe feiernder Jugendlicher auf einem Platz aufgefallen sei. Nach Polizeiangaben sangen die Jugendlichen sichtlich gut gelaunt "Corona, Corona". Als die Polizei eintraf, seien noch acht junge Menschen vor Ort gewesen. Nach Feststellung der Personalien und einer Belehrung hätten sich die Jugendlichen einsichtig gezeigt, so der Polizeisprecher.

+++ 20.03.2020: Weitere Beschränkungen in Bayern? - Söder lädt zu Pressekonferenz +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei in München lud am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr ein, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - die Pressekonferenz wird im Internet gestreamt.

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen.

Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten.

+++ 20.03.2020: Offizielle Statistiken: Nun mehr als 10.000 Coronavirus-Tote weltweit +++

Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken nun weltweit mehr als 10 000 Menschen den Tod gebracht. Die private Johns Hopkins University im US-Staat Maryland führte in ihrer Liste auf ihrer Homepage am Freitagmorgen 10.031 Tote. Die tatsächliche Zahl abseits der offiziellen Statistiken dürfte deutlich höher liegen, schätzen Experten. Mehr als 244 000 Menschen infizierten sich den von der Universität berücksichtigten offiziellen Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die tatsächliche Fallzahl dürfte auch hier weitaus höher liegen. Ein großer Teil der in den letzten Monaten erfassten Betroffenen ist längst wieder gesund oder hatte von vornherein kaum oder keine Symptome.

Die Zählung des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Forschungszentrums der Johns Hopkins University wird in der Coronavirus-Krise weltweit als Datengrundlage genutzt.

+++ 20.03.2020: Baden-Württemberg plant Niederlassungsverbot für Gruppen +++

Baden-Württemberg bereitet wegen des Coronavirus ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen.

+++ 20.03.2020: Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag entscheidender Tag +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag bei der Entscheidung über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen."

Man setze darauf, "dass die Bevölkerung die Maßnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken. Und wenn wir in Nachbarländer blicken, die schon Ausgangssperren verhängt haben, dann wird klar: Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung".

+++ 20.03.2020: Zweiter Corona-Toter in Rheinland-Pfalz +++

In Rheinland-Pfalz ist am Donnerstag ein 80-jähriger Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz am Coronavirus gestorben. Das berichtet der SWR unter Berufung auf eine Pressemitteilung von Landrat Alexander Saftig.

+++ 20.03.2020: Kretschmer sieht Ausgangssperren als letztes Mittel +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht Ausgangssperren als letztes Mittel, um eine Ausbreitung des Corona-Virus in Sachsen zu verlangsamen. Dies geht aus einem Interview hervor, das er der "Sächsischen Zeitung" in Dresden gab (Freitagsausgabe). Eine Ausgangssperre wolle niemand, da sie das Leben massiv einschränken würde, sagte er der Zeitung. "Deshalb setzen wir auf die laufenden Maßnahmen und schauen, ob diese in den nächsten 14 Tagen auch die erhoffte Wirkung zeigen", so Kretschmer.

Schon jetzt werde es aber deutlich mehr Kontrollen und Ansprachen durch die Polizei geben. Individuelle Strafen für Uneinsichtige seien "unumgänglich". Kretschmer zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich viele Menschen nicht an die bereits beschlossenen Infektionsschutzmaßnahmen hielten und etwa Biergärten besuchten.

+++ 19.03.2020: Bericht: Kanzlerin und Länder beraten über Ausgangssperren am Sonntag +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen nach einem Medienbericht an diesem Sonntag über Ausgangssperren in der Corona-Krise beraten. Dies berichtete der SWR am Donnerstag unter Berufung auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht. "Es hängt von der Bevölkerung ab, ob wir schärfere Maßnahmen ergreifen müssen2, sagte Kretschmann dem SWR. Hintergrund ist, dass viele Bundesbürger den Aufrufen, Abstand zu Mitmenschen zu halten, nicht nachkommen.

+++ 19.03.2020: Thüringen und Bayern verschieben wegen Coronavirus Abschlussprüfungen +++

Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verschiebt als drittes Bundesland nun auch Thüringen wegen der Corona-Krise die Prüfungen für das Abitur. Ein neuer Termin stehe aber noch nicht fest, teilte das Thüringer Bildungsministerium am Donnerstag mit. Man wolle dies in Abhängigkeit der Lage entscheiden, hieß es. Der Start für die Abiturprüfungen war zuvor für den 30. April angesetzt.

Am Dienstag hatte bereits Mecklenburg-Vorpommern eine Verschiebung beschlossen und mitgeteilt, dass es im März und April keine Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur geben werde.

Bayern hatte ebenfalls angekündigt, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Am Donnerstag gab der Freistaat zudem bekannt, auch Abschlussprüfungen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen neu anzusetzen. "Wir wollen genügend Zeit für die Vorbereitung auf die Prüfungen geben", begründete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Entscheidung. Der mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abgestimmte Plan sieht vor, den Start der Prüfungen um 14 Tage nach hinten zu verschieben.

+++ 19.03.2020: Produktionsengpässe bei Corona-Tests +++

Die zur Zeit vorhandene Zahl der Coronavirus-Tests reicht nach Angaben der Pharmaindustrie nicht aus, um wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen weitreichende Tests durchzuführen. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem", sagte der Chef der Schweizer Pharmafirma Roche, Severin Schwan, am Donnerstag in einer virtuellen Pressekonferenz des Dachverbands der Pharmafirmen, IFPMA. "Es ist wichtig, dass die Tests zunächst für Risikopatienten und solche mit Krankheitssymptomen sind. Breites Testen ist einfach nicht möglich."

Roche hatte als eine der ersten Firmen Mitte März eine US-Zulassung für einen hochautomatisierten Coronavirustest bekommen. Damit können innerhalb von 24 Stunden bis zu 4000 Proben auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden. Andere Firmen sind nachgezogen. Die Kapazitäten würden stündlich hochgefahren, sagte Severin. Auf Monatsbasis stünden inzwischen Tests im zweistelligen Millionenbereich zur Verfügung.

Medikamente gegen Covid-19 gibt es nach Angaben der Pharmafirmen bislang nicht, obwohl etliche bereits vorhandene Substanzen getestet werden. "Wir haben keine belastbaren Hinweise, dass irgendetwas außer der Standardbehandlung auf Intensivstationen hilft", sagte der Impfstoffchef von Takeda, Rajeev Venkayya.

Bislang sei ein Impfstoff in klinischen Tests, mehrere weitere in der Pipeline, sagte David Loew, Executive Vice President bei Sanofi Pasteur. Venkayya dämpfte aber die Erwartungen: "Die Begeisterung ist immer groß, wenn klinischen Studien beginnen. Aber ein Teil solcher Test, oder die meisten, werden danebengehen." Die Pharmaunternehmen rechnen frühestens in zwölf bis 18 Monaten mit einem Impfstoff.

Der Chef von Eli Lilly and Company, David ARicks, kritisierte das Horden von Medikamenten, sei es bei Patienten zu Hause, Apothekenketten oder auf nationaler Ebene. Die Industrie setze alles daran, Medikamente und Impfstoffe für alle zu produzieren. Die Pharmachefs betonten, dass es keine Profitinteressen gebe. "Dies ist eine Krise der Menschheit, keine nationale Krise", sagte Ricks. Auch die Produktion von Wirkstoffen innerhalb nationaler Grenzen zu gewährleisten sei illusorisch, meinte Schwan. "Man kann nicht die globale Lieferkette in ein Land holen, es wäre schädlich, jetzt die Grenzen zu schließen", sagte er.

+++ 19.03.2020: Coronavirus: Berliner Senatorin plant Rettungsschirm für Obdachlose +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen Obdachlose in Berlin mehr Hilfe bekommen. Die Sozialsenatorin der Hauptstadt, Elke Breitenbach, will dafür nach dem Auslaufen der Kältehilfe neue Unterkunftsangebote machen. "Wir brauchen auch für obdachlose Menschen einen Rettungsschirm", sagte die Linken-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wohnangebote sollten allein schon aus Infektionsschutzgründen deutlich über eine Notübernachtung hinausgehen, betonte Breitenbach. "Wir brauchen hier dauerhafte Plätze in Zimmern, hauptamtliche Sozialarbeitende, ein Catering, Security, Drogenhilfe und auch eine extra Betreuung für psychisch kranke Menschen", ergänzte die Senatorin.

Insbesondere die Suchtproblematik müsse dabei mit im Blick bleiben. "Ohne eine kontrollierte Drogenabgabe fliegt uns solch ein Haus um die Ohren. Oder die Leute sind ständig unterwegs. Und wir wollen ja den Infektionsschutz erhöhen." Bisher sei ihr noch keine Coronavirus-Infektion aus einer Obdachlosenunterkunft in der Hauptstadt bekannt.

+++ 19.03.2020: Covid-19: Flixbus stellt Betrieb bis auf weiteres ein +++

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. Flixbus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020, 24 Uhr, aussetzen, teilte das Unternehmen mit.

Das Unternehmen verwies auf die von Bund und Ländern beschlossenen "Leitlinien zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich in Deutschland". Diese beträfen auch den Busreiseverkehr. "Flixbus folgt den Anweisungen der Bundesregierung selbstverständlich." Betroffene Fahrgäste würden informiert und erhielten einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis ohne Stornierungsgebühr an die bei der Buchung angegebene Email Adresse.

Außerdem fahren voraussichtlich bis Ende April fahren wegen der Coronakrise keine Züge des Anbieters Flixtrain mehr. Betroffene Kunden könnten ihre Tickets "in dieser Ausnahmesituation" in der 2. Klasse der ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn nutzen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag in München und Berlin mit. "Wir informieren, sobald wir den Betrieb von Flixtrain wieder aufnehmen können", erklärte ein Sprecher der Flixbus Dach GmbH.

Das Unternehmen, das zunächst mit grünen Fernbussen an den Markt gegangen war, bietet seit 2018 auch Zugreisen. Verbindungen gab es zuletzt zwischen Berlin und Stuttgart, Hamburg und Köln sowie Berlin und Köln inklusive Zwischenstopps.

+++ 19.03.2020: WHO-Rückzieher: keine Warnung vor Ibuprofen bei Covid-19-Verdacht +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Warnung vor der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zurückgenommen. Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Die WHO-Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe. "Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab", teilte die WHO mit. Das hatte sie am Dienstag noch getan, und statt Ibuprofen Paracetamol empfohlen.

+++ 19.03.2020: Covid-19: Flughafen Innsbruck stellt ab Montag Betrieb ein +++

Der Flughafen Innsbruck stellt aufgrund der Coronavirus-Krise von Montag an seinen Betrieb ein. Das teilte der Flughafen am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Für Notfälle sei man aber jederzeit einsatzbereit, hieß es laut der Agentur. Für die Mitarbeiter sei vom 1. April an Kurzarbeit geplant.

+++ 19.03.2020: Gesundheitsminister Spahn ruft in Coronakrise zu Vernunft auf +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben in Deutschland die Menschen zum Mitmachen und zur Vernunft aufgerufen. "Mein Eindruck ist, dass viele mithelfen wollen und auch zu Hause bleiben", sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Aber man sehe auch, dass es nicht bei jedem angekommen sei. «Ich setze auch einfach auf Vernunft", sagte Spahn. "Wenn wir miteinander verstehen, worum es geht, dass dann möglichst alle es mal zwei, drei, vier Wochen aushalten, auf bestimmte Dinge im Alltag zu verzichten." Partys im Park seien nicht sein Verständnis von Solidarität.

Was die Dauer der Maßnahmen angeht, verwies Spahn darauf, dass zum Beispiel die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften gerade erst wenige Tage in Kraft seien. "Bis sich das in den Statistiken überhaupt bemerkbar machen kann, braucht es eher 10, 14 Tage, als weniger." Mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer sei abgesprochen, dass nach Ostern gemeinsam geschaut werde, wie es mit den Einschränkungen weitergehe. "Das Virus ist da, und das Virus wird für immer bleiben." Es gehe darum, die Ausbreitung zu verlangsamen.

Jens Spahn fordert die Absage von Großveranstaltungen.

Jens Spahn fordert die Absage von Großveranstaltungen. Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Alle 16 Minuten ein Coronavirus-Toter in Madrid +++

 

In der besonders heftig von der Coronakrise betroffenen Region rund um die spanische Hauptstadt Madrid ist allein am vergangenen Montag alle 16 Minuten ein Mensch an dem Virus gestorben. Innerhalb von 24 Stunden habe es 88 Todesfälle rund um die Millionenmetropole gegeben, rechnete die Zeitung "El País" unter Berufung auf die Behörden vor. Die Region Madrid ist ganz besonders von dem Virus betroffen.

Bis zum Donnerstag kletterte die Zahl der landesweit Infizierten weiter um 25 Prozent auf mehr als 17 000, rund 6700 davon in Madrid. 767 Patienten sind mittlerweile im ganzen Land an Covid-19 gestorben. Seit dem Wochenende herrscht eine Ausgangssperre.

+++ 19.03.2020: Epidemiologen fordern: Einschnitte müssen über Monate gelten +++

Die starken Einschränkungen durch die Corona-Pandemie müssen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) über mehrere Monate kontrolliert und unter Umständen auch innerhalb der kommenden beiden Wochen verschärft werden. Ziel müsse es sein, die Kapazitäten der Intensivstationen nicht zu überschreiten, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft (Ulm). Das gelinge nur, in dem das Tempo der Ansteckungen gedrosselt werde.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt nach den Erfahrungen der Forscher nicht linear, weil ein Infizierter im Durchschnitt Analysen zufolge mehr als zwei weitere Menschen ansteckt. Bei einem exponentiellen Wachstum verdoppelt sich deren Zahl also mit jeder Ansteckungsrunde. Dieses Tempo soll gebremst werden, indem neue Ansteckungen so gut wie möglich unterbunden werden. Bereits kleine Veränderungen dieser sogenannten Reproduktionszahl können erheblich sein. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

"Um die Ausbreitung des Virus völlig in den Griff zu bekommen, ist es auch entscheidend, wie die Gesellschaft die Regeln befolgt und sich einschränkt", sagte Rafael Mikolajczyk, Direktor des Instituts für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik in Halle/Saale am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Je mehr das verstanden wird, um so weniger müssen die Maßnahmen verschärft werden."

+++ 19.03.2020: Coronavirus: Gewerkschaft der Polizei warnt vor Sorglosigkeit +++

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt Nachlässigkeit der Menschen im Umgang mit dem Coronavirus. Man setze auf die Vernunft und das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für die getroffenen Maßnahmen zur Verlangsamung der Coronavirus-Epidemie, betonte die GdP am Donnerstag.

"Großes Unverständnis herrscht jedoch derzeit bei unseren Kolleginnen und Kollegen wegen der zu beobachtenden viel zu großen Sorglosigkeit eines Teils der Bevölkerung", erklärte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek in Berlin. "Unsere Kontrollen zeigen, dass sich noch viele Menschen versammeln und offensichtlich nicht die Gefährlichkeit der Pandemie erkannt haben. Das Ansteckungsrisiko für alle Beteiligten wird so nicht reduziert."

Radek betonte, die Verordnungen der vergangenen Tage würden mit Augenmaß, aber aller Konsequenz durchgesetzt. "Wer dabei den Dialog nicht versteht, muss auch mit empfindlichen Strafen rechnen." Die Polizei helfe nach Kräften mit, eine schnelle Weiterverbreitung des Coronavirus zu verhindern.

+++ 19.03.2020: Strenge Rangfolge bei Coronavirus-Tests empfohlen +++

Coronavirus-Tests sollten nach einer Empfehlung der EU-Kommission nach einer strikten Rangfolge vorgenommen werden und zu allererst für Patienten mit schweren Symptomen in Krankenhäusern zur Verfügung stehen. Die Empfehlung für ein in der Europäischen Union einheitliches Vorgehen bei den Tests lag der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor. Drive-In-Teststationen wertete die Kommission grundsätzlich positiv.

+++ 19.03.2020: Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg +++

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eindringlich an die Bürger appelliert, sich an die Einschränkungen zur Eindämmung des grassierenden Coronavirus zu halten - und schärfere Maßnahmen bei Zuwiderhandlung in Aussicht gestellt. "An die Vorgaben muss sich jeder halten", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Landtags. Ob man in Zukunft ein Ausgangsverbot erteile, wisse man nicht. Man wolle ein solches Verbot vermeiden. Aber wenn sich die Bürger nicht an die neuen Regelungen hielten, werde es wohl kommen. "Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen", sagte Kretschmann. "Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum."

Markus Söder hält Regierungserklärung zu Coronakrise.

Markus Söder hält Regierungserklärung zu Coronakrise. Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Kitas in Hamburg bleiben wegen Coronavirus länger geschlossen +++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bleiben die Kitas in Hamburg bis zum 19. April geschlossen. Diese Entscheidung teilte ein Sprecher der Sozialbehörde am Donnerstag mit. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Für den Zeitraum, für den der Senat die Einschränkungen der Kita-Regelversorgung ausgesprochen habe, würden die Elternbeiträge für die Betreuung vollständig entfallen. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Am Mittwoch war bereits die Schließung der Schulen bis zum 19. April beschlossen worden. Ursprünglich sollten die Hamburger Schulen und Kitas nur bis zum 29. März geschlossen bleiben.

+++ 19.03.2020: Regierung plant milliardenschweres Hilfspaket für Solo-Selbstständige +++

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

+++ 19.03.2020: Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung sofort einsetzen.

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung sofort einsetzen. Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Test negativ: Vizekanzler Scholz nicht mit Coronavirus infiziert +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Er werde am Donnerstag nicht mehr aus dem Homeoffice arbeiten, sondern schon am Vormittag zu Beratungen ins Kanzleramt gehen, schrieb der Finanzminister auf Twitter. Am Mittwoch hatte er sich dort mit starken Erkältungssymptomen gemeldet und berichtet, er werde sich testen lassen. "Die Stimme ist noch ziemlich mitgenommen, die Erkältung geht etwas zurück - und der Test war negativ", schrieb Scholz am Donnerstagmorgen.

+++ 19.03.2020: Drei weitere Corona-Tote im Kreis Heinsberg +++

Im Kreis Heinsberg (NRW) sind drei weitere Menschen am Coronavirus gestorben. Das meldet das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg am Donnerstagmorgen. In allen drei Fällen war die Todesursache eine Lungenentzündung – bedingt durch die Coronavirusinfektion. Bei den Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um zwei Männer und eine Frau im Alter von 83 bis 87 Jahren, die unter Vorerkrankungen litten.

+++ 19.03.2020: Corona-Appell von Promis, Polizisten und Ärzten: "Bleibt Zuhause!"+++

Winfried Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg.

Winfried Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg. Bild: dpa

"Bleibt Zuhause!" Mit diesem eindringlichen Appell wenden sich Prominente, Ärzte und Polizisten an die Bevölkerung, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Moderator Joko Winterscheidt etwa wirbt mit einem Video für das Bundesgesundheitsministerium unter dem Hashtag #WirBleibenZuhause. "Es gibt eine einzige Aufgabe, die wir alle in diesem Land haben: Wenn wir zuhause bleiben können, bleiben wir Zuhause", sagt Winterscheidt. Dadurch soll das Virus eingedämmt und das deutsche Gesundheitssystem nicht überlastet werden. Auch Musiker Clueso, Model Sara Nuru und die Schauspielerin Jeanette Biedermann haben Videos unter diesem Motto hochgeladen.

Aber nicht nur Prominente, auch Polizisten und Ärzte appellieren an die Bevölkerung: Die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Mittwoch ein Foto von zwei Polizisten, die Schilder hochhalten: "Wir bleiben für euch da" - "Bleibt ihr bitte für uns daheim". Auch aus verschiedenen Kliniken wie zum Beispiel dem Universitätsklinikum Schlewsig-Holstein gibt es solche Aufrufe. Bis zum Donnerstagmorgen gab es 12.327 Covid-19-Infektionen in Deutschland.

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+++ 18.03.2020: Deutschland weitet Einreisebeschränkungen für EU-Bürger aus +++

Deutschland weitet die bereits an fünf Landesgrenzen geltenden Einreisebeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus nun auch auf Flüge und den Schiffsverkehr aus. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwochabend mitteilte, dürfen auch EU-Bürger künftig nicht mehr per Flugzeug oder Schiff aus Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nach Deutschland reisen. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf aber noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist.

+++ 18.03.2020: Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenze zu Deutschland +++

Österreich kontrolliert ab Donnerstag, 00.00 Uhr, aufgrund der Ausbreitung des neuen Coronavirus die Grenze zu Deutschland. Das bestätigte das österreichische Innenministerium am Mittwoch in Wien.

+++ 18.03.2020: Kanzlerin Merkel appelliert in Coronakrise an Disziplin der Bürger +++

Mit einem eindringlichen Appell hat Bundeskanzlerin Angela Merkel alle Bürgerinnen und Bürger zu Solidarität und Disziplin im Kampf gegen das Coronavirus gemahnt. "Das ist eine historische Aufgabe, und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen", sagte Merkel am Mittwoch in einer Fernsehansprache zur Coronakrise. "Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an", machte die Kanzlerin den überaus großen Ernst der Lage deutlich. Es sei dringend notwendig, dass die sozialen Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren werden, damit sich das Virus nicht zu schnell ausbreite.

Diese Situation erfordere ein hohes Maß an Disziplin jedes Einzelnen. Die Lage "ist ernst, und sie ist offen. Das heißt: Es wird nicht nur, aber auch davon abhängen, wie diszipliniert jeder und jede die Regeln befolgt und umsetzt", sagte die Kanzlerin nach einem vorab verbreiteten Redetext der Ansprache, die am Abend von mehreren Sendern ausgestrahlt werden sollte.

Zusätzliche, noch drastischere Maßnahmen wie eine allgemeine Ausgangssperre verkündete die Kanzlerin nicht. Sie sagte aber auch: "Halten Sie sich an die Regeln. ... Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist."

+++ 18.03.2020: Polizei warnt vor angeblichen Corona-Testern +++

In der Nähe von Leipzig sind nach Angaben der Polizei angebliche Corona-Tester aufgetaucht. Ein 58-jähriger Mann sei am Montagabend von einer unterdrückten Nummer aus angerufen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ihm sei mitgeteilt worden, dass ein Bekannter von ihm mit einer Coronaerkrankung im Krankenhaus liege. Man würde nun so schnell wie möglich ein Team zu ihm nach Hause schicken, um ihn auf eine eventuelle Coronainfektion hin zu testen.

Am frühen Dienstagmorgen hätten zwei dem 58-Jährigen unbekannte Männer in Schutzanzügen und mit Schutzmasken geklingelt und scheinbar einen Rachenabstrich gemacht, dessen Auswertung etwa fünf Stunden dauern werde. Später erhielt er einen Anruf mit der Nachricht, dass der Test negativ ausgefallen sei. Als sich der Mann beim Gesundheitsamt in Leipzig erkundigte, ob der Test von dort angeordnet worden sei, wurde dies verneint. Die Polizei nimmt an, dass die unbekannten "Corona-Tester" vorhatten, Wertgegenstände zu stehlen.

Polizei und Gesundheitsamt des Landkreises Leipzig wiesen darauf hin, dass das Gesundheitsamt in Ausnahmefällen die Möglichkeit anbietet, zum Test bei körperlich beeinträchtigten Personen nach Hause zu kommen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes würden sich bei jedem Betroffenen ausweisen und nicht zu nächtlicher Stunde zu Hause auftauchen.

+++ 18.03.2020: Versorger verzichten wegen Coronakrise auf Stromsperren +++

Die großen Energieversorger in Deutschland verzichten wegen der Coronakrise auf die Sperrung von Strom- und Gasanschlüssen säumiger Kunden. "Wir haben die Sperrungen ausgesetzt", sagte am Mittwoch ein Sprecher von Innogy. Auch beim neuen Innogy-Mutterkonzern Eon soll es vorerst keine Unterbrechung der Versorgung geben. Man werde "auf die Sperrung von betroffenen Haushalten weitmöglich verzichten", sagte ein Sprecher der Eon Energie Deutschland der "Welt". Der Energiekonzern EnBW will dem Bericht zufolge bestehende Strom- und Gassperren aufheben.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte die Energieversorger aufgefordert, während der Corona-Krise auf Strom- und Gassperren zu verzichten. Das sei «in Zeiten, in denen der Einzelne aufgefordert ist, überwiegend zuhause zu bleiben" unverhältnismäßig.

Jedes Jahr drohen die Versorger Millionen Haushalten in Deutschland wegen unbezahlter Strom- und Gasrechnungen die Einstellung der Belieferung an. Im Jahr 2018 gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur allein beim Strom 4,9 Millionen Sperrandrohungen. Tatsächlich abgestellt wurde der Strom dann 296 000 Haushalten.

+++ 18.03.2020: Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt +++

Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus für die Stadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte.

+++ 18.03.2020: Für Tests auf Coronavirus und Ergebnisse müssen Bürger lange warten +++

Bürger, die sich auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen, müssen in Deutschland mancherorts Geduld mitbringen. An einigen Orten sind die Labore überlastet, was zu langen Wartezeiten bis zum Vorliegen des Testergebnisses führt, wie es aus verschiedenen Bundesländern hieß. So müssen etwa getestete Menschen in Hannover der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zufolge bis zu zwei Tage auf ein Ergebnis warten. In Bayern sind es laut der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) fünf bis sieben Tage.

Gleichzeitig berichten Menschen unter anderem bei Twitter von teilweise langen Schlangen vor Testzentren in verschiedenen Städten. Eine Frau erzählt von chaotischen Zuständen und langen Wartezeiten in der Teststation eines Berliner Krankenhauses.

In Bayern nimmt der mobile Fahrdienst der KVB derzeit nach eigenen Angaben täglich bei etwa 1700 Menschen Abstriche für Tests auf das Coronavirus. Sie würden in Labore gebracht, die jedoch völlig überlastet seien. "Die Kapazitäten sind erschöpft", hieß es.

In niedersächsischen Laboren werde Material für Coronavirus-Tests knapp, sagte ein Sprecher der KVN. Nachschub zu bestellen sei angesichts der weltweiten Nachfrage schwierig.

In Sachsen können nach Angaben von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) derzeit 1400 Corona-Tests am Tag durchgeführt werden. Das seien 500 mehr als in der letzten Woche. In den nächsten Tagen sollen die Kapazitäten demnach verdoppelt werden. In Berlin haben laut Gesundheitsverwaltung derzeit sieben Labore eine Kapazität von 2000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet.

Bundesweit liegen die Testkapazitäten laut dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei etwa 160 000 pro Woche. Sie seien noch weiter zu steigern, zum Beispiel unbürokratisch mit Hilfe des Bereichs Tiermedizin. Das sei möglich, da solche Labore etwa durch die Blauzungenkrankheit auf die Testmethode eingestellt seien.

Getestet werden sollen nach Kriterien des RKI nur Patienten, die Symptome haben und in einem der Risikogebiete waren oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten. Bei diesen Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert sind.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag um Geduld und Verständnis für Wartezeiten bei Info-Hotlines und Testergebnissen gebeten.

+++ 18.03.2020: Lohnlücken bei Kurzarbeitergeld sollen abgefedert werden +++

In der Corona-Krise wollen Politik und Sozialpartner Lohnlücken beim Kurzarbeitergeld gemeinsam abfedern. Das sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch in Berlin. Außerdem sollten "unverhältnismäßige Lohneinbrüche" bei einem Arbeitsausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung vermieden werden.

+++ 18.03.2020: Zahl der Corona-Infizierten ist auf über 10.000 gestiegen +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist auf über 10.000 gestiegen. Nach Angaben der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität erhöhte sich die Zahl der registrierten Infizierten in Deutschland bis Mittwochmittag auf 10.069 Fälle. Insgesamt 26 Menschen starben demnach in der Bundesrepublik bisher am Coronavirus. Die "Bild"-Zeitung hatte am Mittwoch zuerst über die schockierenden Zahlen berichtet.

+++ 18.03.2020: Coronavirus-Pandemie: Stadt Halle bittet Bundeswehr um Hilfe +++

Die Stadt Halle will wegen der Corona-Pandemie die Bundeswehr zur Hilfe rufen. Zudem werde eine Hundertschaft der Polizei angefordert, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand am Mittwoch mit. Am Dienstagabend hatte die Stadt Halle bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Damit könnten wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung getroffen werden, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) mit.

Am Mittwochmorgen seien Meldungen zudem zu elf weiteren bestätigten Coronavirus-Fällen eingegangen. Damit sind in Halle nunmehr 38 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Schon am Dienstag hatte es einen sprunghaften Anstieg der Fälle von 8 auf 27 gegeben. Mittlerweile musste ein Coronavirus-Patient stationär eingewiesen werden. Er müsse intensivmedizinisch versorgt werden, sagte Amtsärztin Christine Gröger.

Einer der neu bestätigten Fälle betreffe das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau. Eine Mitarbeiterin der Klinik habe sich mit dem Virus infiziert. Eine Station des Krankenhauses sei deswegen unter Quarantäne gestellt worden.

+++ 18.03.2020: RKI: Impfstoff gegen Coronavirus im Frühjahr 2021 realistisch +++

Das Robert Koch-Institut hat Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus gedämpft. "Ich persönlich schätze es als realistisch ein, dass es im Frühjahr 2021 sein wird", sagte Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Alles, was bürokratisch machbar sei, müsse getan werden. Klinische Testphasen aber könne man nicht verkürzen. "Wir müssen ein Sicherheitsprofil haben. Impfstoffe können ja Nebenwirkungen haben."

Zuvor hatte Dietmar Hopp, Miteigentümer des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac, davon gesprochen, möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern zu können. "Jeder wird genauso glücklich sein wie ich, wenn es den Impfstoff früher gibt", sagte Wieler. Die Epidemie werde noch viele Wochen und Monate im Land unterwegs sein.

+++ 18.03.2020: Fast 10.000 Corona-Infizierte in Deutschland +++

Das Coronavirus hält Deutschland fest im Griff: In einzelnen Bundesländern sind Tausende Menschen infiziert. Aktuellen Zahlen zufolge haben sich fast 10.000 Menschen mit Covid-19 infiziert. Nach wie vor wurden die meisten Fälle in Nordrhein-Westfalen gemeldet: 3838 (Stand 18. März, 11.30 Uhr), gefolgt von Baden-Württemberg mit 1641 und Bayern mit 1352 Fällen.

+++ 18.03.2020: RKI bekam von Deutscher Telekom anonymisierte Bewegungsdaten +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat von der Deutschen Telekom kostenlos anonymisierte Bewegungsdaten von Handy-Nutzern erhalten, damit es den Erfolg von Maßnahmen gegen die Coronavirus-Ausbreitung einschätzen kann. "Die Daten zeigen uns, ob insgesamt die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen hat", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Es sind aggregierte, anonymisierte Daten und keine individuellen Daten", betonte er.

Das Robert Koch-Institut müsse beurteilen können, warum es Rückgänge oder Anstiege bei Infektionszahlen gibt. "Wenn wir sehen, dass die Menschen die Maßnahmen gar nicht umsetzen - und das sehen wir anhand dieser aggregierten Daten - dann sehen wir den Grund dafür, dass die Intervention, die wir wünschen, nicht erfolgreich ist", erläuterte Wieler. Die Daten könne man sowieso kaufen, "wir kriegen sie nur diesmal umsonst". Wieler ging davon aus, dass es wiederholte Lieferungen solcher Bewegungsdaten ans RKI geben wird.

Mit den Daten ließen sich "Bewegungsströme modellieren - bundesweit, auf Bundesland-Ebene sowie bis auf die Kreis-Gemeinde-Ebene heruntergebrochen", sagte eine Telekom-Sprecherin dem "Tagesspiegel", der zuerst über den Schritt berichtete.

+++ 18.03.2020: Promis und Grüne fordern Schutz von Flüchtlingen vor Corona +++

Prominente und Politiker der Grünen fordern in der Coronakrise, Flüchtlinge aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln zu holen. "Alleine im Camp Moria auf Lesbos leben derzeit über 20 000 Menschen, obwohl nur Platz für 3000 ist", heißt es in der Petition auf der Plattform Change.org, die etwa Schauspieler Lars Eidinger, Moderator Joko Winterscheidt, Regisseur Volker Schlöndorff und Autorin Sibylle Berg unterstützen. "Quarantäne, Hände-Waschen oder Social-Distancing sind wichtig, aber nicht möglich, wenn man in Moria leben muss." Breche die Epidemie in so einem Lager aus, sei es fast unmöglich, Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Die Unterzeichner fordern die Europäische Union und die einzelnen EU-Staaten auf, überfülle Lager zu evakuieren, notwendige Schutz- und Quarantänemaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus' auch in den Lagern umzusetzen, betroffenen Gebieten vor allem in Griechenland mehr zu helfen und den Menschen Zugang zu Asylverfahren zu geben. Die Petition wird von vielen Politikern der Grünen mitgetragen, darunter Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Auch der frühere CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der EU-Abgeordnete Nico Semsrott von der Satirepartei Die Partei sind dabei.

"Die Corona-Krise lässt das Leid von Schutzsuchenden, die Gewalt und die humanitäre Katastrophe in den Hintergrund treten", heißt es in der Position. Dabei sei es gerade jetzt wichtig, zusammen zu halten. "Die Zivilgesellschaft wird zeigen, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wenn wir niemanden zurücklassen."

+++ 18.03.2020: Tübinger Mediziner wollen Medikament gegen Covid-19 testen +++

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will das Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Mittwoch mitteilte, soll in der kommenden Woche mit einer Studie an Menschen begonnen werden. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Laut Kremsner ist Chloroquin schon sehr lange als Mittel gegen Malaria auf dem Markt. Es wirke aber auch gegen viele Viren - auch gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamente bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

Die Tübinger Tropenmediziner wollen mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Der Antrag für die Studie sollte am Mittwoch bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht werden. Medikamente sind immer nur für bestimmte Krankheiten zugelassen, zuständig dafür ist das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm).

+++ 18.03.2020: Bayern ruft Medizinstudenten zum Corona-Einsatz auf ++++

Die bayerische Staatsregierung ruft Medizinstudenten zum freiwilligen Einsatz in der Corona-Krise auf. "Gerade im medizinischen Bereich werden wir in den kommenden Wochen jede Unterstützung brauchen können, um unsere Bevölkerung zu beraten und zu schützen sowie bereits infizierte Erkrankte bestmöglich zu versorgen", teilte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) mit.

"Daher bitte ich unsere Studentinnen und Studenten der medizinischen Fächer, dort anzupacken, wo es nötig ist." Angehende Ärztinnen und Ärzte könnten zum Beispiel bei der Versorgung der Patienten unterstützen oder bei der Beratung der Bevölkerung mitarbeiten - beispielsweise an Telefonhotlines, hieß es in dem gemeinsamen Aufruf von Sibler und den sechs bayerischen Unikliniken. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft", sagte Sibler.

+++ 18.03.2020: Söder: Mindestabstände in Supermärkten sollen sichergestellt werden +++

um Schutz vor möglicher Ansteckung mit dem Coronavirus in Supermärkten fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Sicherstellung von Mindestabständen zwischen den Kunden. Er verwies auf Dänemark, wo Klebeetiketten auf dem Boden dabei helfen sollen, dass Kunden an den Kassen ausreichend Abstand zueinander halten. Eine derartige Lösung sei wichtig, sagte Söder am Mittwoch bei einem Besuch eines Supermarkt-Logistikzentrums in Eitting bei München. Abgesehen davon betonte Söder, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sei gesichert. In den vergangenen Tagen hatte er deshalb wiederholt vor Hamsterkäufen gewarnt.

+++ 18.03.2020: RKI: Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen +++

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie." Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1000 mehr als am Vortag.

+++ 18.03.2020: Angela Merkel wendet sich in Fernsehansprache an Bevölkerung +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Bevölkerung am Abend in einer Fernsehansprache über die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Coronakrise informieren. Die aufgezeichnete Ansprache werde im ZDF nach der heute-Sendung und in der ARD nach der Tagesschau gegen 20.15 Uhr ausgestrahlt, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Fernsehansprache berichtet. Die Kanzlerin werde dabei keine Ausgangssperre oder neue Maßnahmen verkünden, sondern über den aktuellen Stand informieren.

+++ 18.03.2020:BMW stoppt Betrieb in europäischen Werken +++

BMW stoppt wegen wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Autoproduktion in Europa für vier Wochen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

+++ 18.03.2020: Bayern verschiebt Start der Abitur-Prüfungen wegen Coronavirus +++

Wegen des Coronavirus wird in Bayern der Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in München mit.

+++ 18.03.2020: Von der Leyen: "Wir haben das Virus unterschätzt" +++

Joko Winterscheidt appelliert an die Bevölkerung. Menschen sollen zuhause bleiben.

Joko Winterscheidt appelliert an die Bevölkerung. Menschen sollen zuhause bleiben. Bild: dpa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist. "Ich glaube, wir alle, die wir nicht die Experten sind, haben am Anfang das Coronavirus unterschätzt", sagte sie in der Sendung "Bild live", die in der Nacht zu Mittwoch veröffentlicht wurde. Aber inzwischen zeige sich auch, dass das Virus uns noch lange beschäftigen werde. "All diese Maßnahmen, die sich für unsere Ohren noch vor vierzehn Tagen oder drei Wochen drastisch, drakonisch angehört haben - wir haben verstanden, dass das jetzt sein muss." Das sei sehr schwer. "Aber ich glaube, die Bevölkerung macht da gut mit."

Von der Leyen sagte über die Vorgehensweise des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der den Kampf gegen das Virus als Krieg bezeichnet hatte: "Ich persönlich würde das Wort Krieg nicht nutzen, aber ich verstehe die Motivation des französischen Präsidenten." Denn das Coronavirus sei ein unheimlicher Gegner. "Wir sehen es nicht, es hat keine Farbe, es schmeckt nicht. Wir merken aber, dass es sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Wir wissen auch nicht, wie hart es den einzelnen Menschen betrifft." Es gebe Menschen, die überhaupt keine Symptome hätten, andere milde, dann schwere. Und es gebe Menschen, die innerhalb kurzer Zeit stürben

+++ 18.03.2020: Europa macht die Grenzen dicht - Weitere Rückholflüge starten +++

Nach der Ankündigung der Europäischen Union, keine Einreisen von Nicht-EU-Bürgern mehr zu erlauben, sind erste Reisende abgewiesen worden. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main war am Dienstagabend laut Bundespolizei ein Flug aus der Türkei betroffen. Wie viele Flüge es am Mittwoch sein werden, war noch unklar, wie ein Sprecher erklärte. Die Europäische Union will mit sofortiger Wirkung für 30 Tage ein Einreiseverbot umsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel am Dienstagabend geeinigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte daraufhin ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger angeordnet.

Die Bundesregierung will am Mittwoch auch ihre Rückholaktion für Zehntausende deutsche Touristen fortsetzen, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Die erste von der Bundesregierung dafür gemietete Chartermaschine der Lufthansa war bereits am Dienstagnachmittag nach Manila gestartet. Insgesamt will die Regierung so schnell wie möglich 30 bis 40 Maschinen auf den Weg in die Urlaubsgebiete bringen. Es ist die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Betroffen sind vor allem Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, auf den Philippinen, in Ägypten, auf den Malediven, Malta und in Argentinien. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind noch weit mehr als 100 000 Deutsche im Ausland unterwegs. Die "Luftbrücke" soll bis weit in die nächste Woche dauern. Für die Flüge will die Regierung bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

+++ 18.03.2020: Experten: Coronavirus verändert Einkaufsgewohnheiten auf Dauer +++

Die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland werden sich durch die Coronavirus-Krise nachhaltig verändern. Der größte Gewinner dürfte dabei der Online-Handel sein. Davon gehen der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Kai Hudetz, und der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein aus.

Die Krise gebe dem Online-Handel noch einmal einen kräftigen Schub, sagte Hudetz. Zwar bekomme auch der Internethandel derzeit die generelle Verunsicherung der Verbraucher zu spüren. Aber wenn noch etwas gekauft werde, dann besonders gerne im Internet. "Es ist damit zu rechnen, dass der Online-Handel auch langfristig von dieser Krise profitieren wird. Auch wenn das Thema Coronavirus vorbei ist, wird weiterhin mehr online eingekauft werden als vor der Krise", prognostizierte Hudetz. Verlierer würden die kleinen stationären Läden ohne Internetangebot sein. "Wer jetzt kein Online-Angebot hat steht ohne funktionierenden Vertriebsweg da und kann die Versäumnisse der Vergangenheit auch kaum nachholen", so Hudetz.

"Die Coronavirus-Krise wird nicht das Ende des stationären Einzelhandels sein. Aber sie wird wie ein Katalysator wirken und das Ende vieler kleiner lokaler Händler ohne Internet-Standbein beschleunigen", ist auch der E-Commerce-Experte Heinemann überzeugt.

+++ 18.03.2020: Experte: Mundschutz selbst nähen ist keine abwegige Idee +++

Mundschutz ist vielerorts knapp, also nähen manche Menschen selbst: Völlig abwegig ist das aus Expertensicht nicht. Wenn jemand beim Tragen eines solchen Mundschutzes ein gutes Gefühl habe, könne man das ruhig machen, sagte der Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, am Dienstag im NDR-Podcast.

Er räumte jedoch mit einem häufigen Irrtum auf: "Man denkt immer, man schützt sich selbst mit der Maske, in Wirklichkeit schützt man aber andere." Bei feuchter Aussprache etwa könne auch ein einfacher Mundschutz grobe Tröpfchen des Mundschutz-Trägers abhalten. Das Einatmen eines mittelgroßen Aerosols, das gerade in der Luft stehe, werde aber wahrscheinlich nicht dadurch abgehalten.

Müsste aus gesellschaftlichem Druck heraus jeder eine Maske tragen, dann fange die Maßnahme an sehr viel Sinn zu machen: Dann sei zu erwarten, dass eine Infektionsausbreitung, allerdings nur im Nahbereich, etwas verringert werde, so Drosten. Wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Europa und Asien glaube er aber nicht daran, dass das Maskentragen in der westlichen Gesellschaft Standard wird.

In Tschechien nähen sich derzeit die Bürger diese Masken selbst. Die Regierung in Prag hat sogar beschlossen, dass Läden, die textile Stoffe verkaufen, von den angeordneten Geschäftsschließungen ausgenommen werden, wie ein Sprecher am Montag bei Twitter mitteilte. Die Verkehrsbetriebe in Prag haben angeordnet, dass ab Dienstag nur noch Menschen mit einer Mund- und Nasenbedeckung in Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen einsteigen dürfen. "Benutzen Sie bitte einen Mundschutz, einen Schal oder ein Tuch", hieß es.

+++ 17.03.2020: Polizei beendet Schulunterricht und kontrolliert Verbote für Lokale +++

Die Polizei hat in Berlin die Schließung von Bars und Kneipen wegen der Coronavirus-Krise kontrolliert. Auch Unterricht an Schulen beendeten die Einsatzkräfte.

In einem Tweet schrieb die Polizei am Dienstag: "Wenn Sie eine Bar betreiben, die Scheiben abkleben und Einlass nur über Klopfen oder nach Voranmeldung gewähren, dann sind das nicht nur Zustände wie im Chicago der 20er des letzten Jahrhunderts - sondern es löst auch einen Polizeieinsatz aus."

Zudem sei im Wedding an einer Berufsschule noch Unterricht erteilt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach der Aufklärung über die Rechtsverordnung zur Eindämmung des Coronavirus hätten "300 Lernende und Lehrende" die Räume verlassen. Auch an einer Berufsschule in Charlottenburg fand Unterricht statt. Das fiel der Polizei bei ihren Kontrollen auf, wie sie bei Twitter schrieb.

Sie können den Tweet der Berliner Polizei nicht sehen? Dann hier entlang

Clubs und Bars in Berlin müssen seit dem Wochenende geschlossen bleiben. Seit Dienstag sind auch alle Schulen und Kitas dicht.

+++ 17.03.2020: Coronavirus - Sechster Todesfall in Baden-Württemberg +++

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend um eine über 80-jährige stationär behandelte Patientin aus dem Ortenaukreis, die bereits am Montag starb. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf sechs.

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Dienstagabend außerdem 536 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf 1641 an; 916 von ihnen sind männlich (56 Prozent).

+++ 17.03.2020: Halle ruft wegen Coronavirus Katastrophenfall aus +++

Die Stadt Halle hat wegen der Coronavirus-Pandemie den Katastrophenfall ausgerufen. Damit könnten wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 getroffen werden, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Dienstagabend mit. In Halle habe sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle deutlich erhöht. Einer der neu bestätigten Fälle betreffe die Mitarbeiterin eines Krankenhauses. Eine Station sei unter Quarantäne gestellt worden.

Laut Katastrophenschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt gelten besondere Regeln, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird. So können etwa Sperrgebiete eingerichtet werden. Menschen in einem Katastrophengebiet sind aber auch unter anderem dazu verpflichtet, Anweisungen von Einsatzleitern zu befolgen, Fahrzeuge und andere Geräte zur Katastrophenabwehr zur Verfügung zu stellen oder bestimmte Gebiete zu verlassen.

+++ 17.03.2020: Bund und Länder wollen Zahl der Intensivbetten verdoppeln +++

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus die Zahl der Intensivbetten verdoppeln. Die Länder sollten mit den Kliniken nun Pläne erarbeiten, "um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern vom Dienstag. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten, von denen 25 000 Beatmungsmöglichkeiten haben.

+++ 17.03.2020: Bund und Länder beschließen Krankenhaus-Notfallplan +++

Bund und Länder haben am Dienstag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland beschlossen. In dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss heißt es, durch das "Auf-, Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden". Zuerst hatte "Der Spiegel" über den Plan berichtet.

+++ 17.03.2020: Von der Leyen hofft auf Covid-19-Impfstoff vor Herbst +++

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hofft EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen noch vor Herbst auf einen wirksamen Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19. Die EU werde die Tübinger Firma CureVac bei der Entwicklung mit bis zu 80 Millionen Euro unterstützen, bestätigte die CDU-Politikerin in einem am Dienstag auf Twitter verbreiteten Video. "Und ich hoffe sehr, dass wir so vor Herbst Impfstoffe auf dem Markt haben." Diese könnten viele Leben in Europa und dem Rest der Welt retten.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und weitere Experten rechnen mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens nächsten Frühling.

+++ 17.03.2020: Amazon räumt Medikamenten und Haushaltsgütern Vorrang ein +++

Der weltgrößte Online-Händler Amazon priorisiert aufgrund der Coronavirus-Krise vorübergehend Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern. Um die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte sicherzustellen, würden sie anderen Artikeln gegenüber bis zum 5. April mit Vorrang in der Liefer- und Lagerlogistik behandelt, teilte der Konzern am Dienstag mit. Durch die erhöhte Nachfrage seien derzeit einige Produkte zur Grundversorgung nicht erhältlich, begründete Amazon den Schritt. Auch Deutschland ist laut einem Sprecher von der Entscheidung betroffen, so dass es hier vorübergehend zu längeren Lieferzeiten kommen könnte.

+++ 17.03.2020: Ab Donnerstag Schließungen in deutschen VW-Werken wegen Coronakrise +++

Die geplanten Produktionsstopps in den deutschen VW-Werken wegen der Corona-Pandemie beginnen an diesem Donnerstag. Die Standorte sollen mit dem Ende der Spätschicht dann vorübergehend die Fertigung für voraussichtlich zunächst zwei Wochen aussetzen. Dies teilte der Konzern am Dienstag mit. Ziel ist es, Mitarbeiter vor möglichen Ansteckungen mit dem Virus zu schützen. VW erklärte zudem, dass die Fabriken so "dem sich abzeichnenden Einbruch der Nachfrage auf den Automobilmärkten" begegnen wollen. Es gebe zunehmende Risiken auch bei Zulieferern durch die beschleunigte Infektionsrate.

Volkswagen hatte den Schritt schon grundsätzlich angekündigt, Details mussten aber noch beraten werden. Zunächst hatte es aus dem Konzernbetriebsrat geheißen, die letzte Schicht solle in den meisten Fabriken am Freitag (20.03.) laufen. Die Mitarbeitervertretung bat den Vorstand jedoch dringend darum, einen früheren Beginn zu prüfen - unter anderem, weil Sicherheitsabstände zwischen einzelnen Arbeitsstationen an den Bändern oft nicht einzuhalten seien.

+++ 17.03.2020: Niedrige Coronavirus-Todesrate in Deutschland: Gründe unklar +++

Warum ist die Todesrate unter Corona-Infizierten in Deutschland deutlich tiefer als in den meisten anderen Ländern? Die Experten wissen es nicht, ist die Antwort der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der in der WHO-Region Europa für das Management ansteckender Krankheiten zuständige Arzt Richard Pebody sagte am Dienstag, es könne etwa darin liegen, dass die einzelnen Staaten der Erde die Fälle mehr oder weniger genau zählen oder tatsächlich an der Qualität der Behandlung. "Wir müssen natürlich untersuchen, ob diese Unterschiede real sind", sagte Pebody.

Die europäischen Länder sollten stärker zusammenarbeiten, vor allem etwa bei der Beschaffung von Schutzmaterial für medizinisches Personal im Gesundheitsdienst, forderte der WHO-Regionaldirektor Europa, Hans Kluge. "Wir sehen aber eine positive Dynamik", meinte er. Es sei normal, dazu zunächst jedes Land allein vorpresche, im Laufe der Zeit wachse aber die Einigkeit über den richtigen Weg vorwärts. Die Länder verfolgten gemeinsame Prinzipien zur Eindämmung des Virus Sars-CoV-2, jedes Land bestimme aber individuell, wie es diese Prinzipien am besten umsetzen könne. "Der Schutz der Bevölkerung, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen und die Menschenrechte müssen im Einklang gehalten werden", sagte er.

Das in Großbritannien und den Niederlanden diskutierte Konzept das Virus mehr durch die Herdenimmunität und weniger durch strikte Isolation zu bekämpfen, sehen die WHO-Experten skeptisch. Gemeint ist damit, dass sich eine gewisse Immunität in der Gesellschaft aufgebaut hat, wenn grob 60 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Man wisse noch zu wenig über das Virus, sagte Dorit Nitzan, WHO-Koordinatorin für Notlagen. Sich auf das Konzept der Herdenimmunität zu verlassen, sei nicht ratsam.

Zur WHO-Europa-Region gehören 53 Länder, darunter neben der EU etwa auch Russland, die Türkei, Israel, Usbekistan und Aserbaidschan.

+++ 17.03.2020: Zahlreiche Kinos ab sofort geschlossen +++

Immer mehr Kinos in Deutschland bleiben wegen der aktuellen Situation ab sofort geschlossen. So teilten unter anderem die Ketten Cinemaxx und Cinestar am Dienstag mit, dass alle ihre Kinos von der sofortigen Schließung betroffen sind. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kino, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Möglicherweise gibt es einige Kinos, die noch geöffnet haben. Aber ich gehe davon aus, dass in ein bis zwei Tagen bundesweit wirklich alle geschlossen sind."

Wie lange die neue Regelung in Kraft bleiben soll, ist nicht einheitlich geregelt. Einige Städte kündigten demnach an, dass die Kinos bis Mitte April geschlossen bleiben - in anderen ist sogar die Rede von Schließungen bis Mitte Juni. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 4000 Leinwände in mehr als 700 Kinos.

 

+++ 17.03.2020: Auch VW-Tochter Skoda stoppt vorübergehend Produktion +++

Nach der Konzernmutter Volkswagen hat auch das tschechische Tochterunternehmen Skoda einen vorübergehenden Produktionsstopp beschlossen. Die Werke Mlada Boleslav, Kvasiny und Vrchlabi werden am Mittwoch um 22.00 Uhr heruntergefahren, wie aus einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter vom Dienstag hervorgeht. Die Maßnahme gilt zunächst für rund zwei Wochen. Die Beschäftigten erhalten zu Beginn des Produktionsstopps 70 Prozent ihres Durchschnittseinkommens, in der zweiten Woche 75 Prozent. Skoda finanziert dies zunächst aus eigenen Mitteln.

Grund sind die Sorgen wegen einer möglichen weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und den wirtschaftlichen Folgen für die Absatzmärkte. In den tschechischen Skoda-Fabriken arbeiten rund 37 000 Beschäftigte. Damit ist der Autobauer der größte Arbeitgeber in dem EU-Mitgliedstaat. In Tschechien gibt es nach Behördenangaben 396 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

Wegen der Coronavirus-Gefahr hatte die Regierung in Prag den Notstand ausgerufen und die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt, aber von behördlich angeordneten Betriebsschließungen abgesehen. "Skoda-Auto ist ein Schlüsselbetrieb für unsere Wirtschaft und hat den größten Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt", sagte Regierungschef Andrej Babis. Im vorigen Jahr liefen erstmals mehr als 900 000 Autos von den Fließbändern der tschechischen Skoda-Werke. Weltweit wurden 2019 mehr als 1,2 Millionen Autos ausgeliefert.

+++ 17.03.2020: Berliner Senat plant Covid-19-Krankenhaus +++

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, plant der Berliner Senat ein Covid-19-Krankenhaus mit der Bundeswehr und anderen Partnern auf der Messe Berlin für bis zu 1.000 Patienten zu eröffnen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Aussage von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci:"Diese Maßnahme ist eine Ergänzung zu der gut aufgestellten Berliner Krankenhauslandschaft, um möglichen Engpässen zu begegnen."

+++ 17.03.2020: Weitere Einschnitte - In Berlin schließen viele Geschäfte +++

Auch in Berlin sollen Geschäfte wegen der Corona-Krise in großem Umfang schließen. Das hat der Berliner Senat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Supermärkte und andere Läden, die der Versorgung der Menschen dienen, Banken, Drogerien und Apotheken sollen allerdings offen bleiben.

+++ 17.03.2020: Klöckner: "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert" +++

Die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland ist in der Corona-Krise nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewährleistet. "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. "Ich will klar sagen: Die Supermärkte bleiben offen." Alles andere seien Falschmeldungen. Einerseits sei Deutschland mit heimischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Käse oder Schweinefleisch gut versorgt, andererseits gehe es bei Beschränkungen im Grenzverkehr nicht um Warentransporte.

Auch die Versorgung von Tieren sei gesichert, sagte Klöckner. Handelsketten seien bemüht, leere Regale schnell wieder aufzufüllen und die Lieferfrequenz zu erhöhen, wo es temporäre Engpässe gebe. In vielen Supermärkten waren in den vergangenen Tagen immer wieder Nudeln oder Toilettenpapier ausverkauft. Die Ministerin schlug vor, an Grenzübergängen Sonderspuren einzurichten, damit wichtige Warenlieferungen und Tiertransporte nicht stundenlang in Staus feststecken.

Klöckner betonte, dass die gesamte Ernährungsbranche von der Landwirtschaft bis zu den Kassierern im Supermarkt systemrelevant sei und zur sensiblen oder kritischen Infrastruktur gezählt werden müsse, um alle Lieferketten aufrecht zu erhalten.

+++ 17.03.2020: Coronavirus-Zahlen aus NRW: 12 Corona-Tote, Infizierten-Zahl hat sich verdoppelt +++

Die neuesten Corona-Zahlen aus NRW erschrecken: Bisher gibt es ingesamt 12 Corona-Tote in NRW. Die Zahl der Infizierten hat sich laut "Focus Online" in den vergangenen vier Tagen verdoppelt.Die Zahl der Infizierten in NRW liegt nun bei 3060.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: "Die Entwicklung der Infektionen in NRW ist dramatisch. Wir befinden uns in einer schweren Krise. Die Landesregierung arbeitet Tag und Nacht, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Wir werden das nur gemeinsam schaffen, das Virus zu bekämpfen, wenn jetzt alle mitmachen und helfen, Menschenleben zu retten. Es geht um Leben und Tod."

+++ 17.03.2020: Flixbus stellt um Mitternacht Betrieb bis auf weiteres ein +++

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. FlixBus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020 24 Uhr aussetzen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

+++ 17.03.2020: Polizei beendet zwei "Corona-Partys" in Franken +++

Zwei sogenannte Corona-Partys hat die Polizei in Franken beendet. Rund 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen und dazu eine mit Generatoren betriebene Musik- und Lichtanlage laufen lassen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In Schwabach trafen sich den Angaben zufolge 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten ebenfalls lautstark mit einer Musikanlage. Sie hatten sich offenbar über soziale Medien zu der Feier verabredet.

Hier wie dort stellten Beamte die Anlage sicher und erteilten Platzverweise. Die Polizei appelliere eindringlich, derartige Zusammenkünfte zu unterlassen. Es liege in der Verantwortung jedes Bürgers, die Coronavirus-Infektionsrate so gering wie möglich zu halten und damit lebensbedrohliche Erkrankungen vor allem in Risikogruppen zu vermeiden. Eltern sollten ihre Kinder entsprechend sensibilisieren. Wegen des Coronavirus sind in Bayern bis einschließlich 19. April öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen landesweit untersagt.

+++ 17.03.2020: Bayern schränkt Hotelbetrieb ein: für Touristen geschlossen +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern nun auch den Betrieb von Hotels ein: Diese dürfen nur noch notwendige Übernachtungen anbieten und keine Touristen mehr beherbergen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mitteilte. Damit setzt der Freistaat in diesem Punkt eine Verabredung von Bund und Ländern vom Montagabend um.

+++ 17.03.2020: Fahrradwerkstätten sollen offen bleiben - Verkauf aber nicht +++

Die neuen Corona-Richtlinien, die eine Schließung zahlreicher Geschäfte vorsehen, betreffen auch den Fahrradhandel - aber das Reparieren von Fahrrädern soll weiterhin möglich sein. Die Verbände der Fahrradwirtschaft versicherten am Dienstag in einem gemeinsamen Statement, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus begrüßt würden. "Wir gehen in der Umsetzung davon aus, dass Fahrradwerkstätten ihre Dienstleistungen weiter anbieten können", heißt es in der Erklärung. "Schließlich wird das Fahrrad in den nächsten Wochen neben dem Auto das wichtigste Verkehrsmittel sein, da es infektionssicher von jedermann genutzt werden kann."

Am Vortag hatten Bund und Länder vereinbart, dass eine Vielzahl von Geschäften geschlossen werden muss. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, dürfen allerdings offen bleiben. Außerdem heißt es, dass Dienstleister und Handwerker ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen können. Nach Angaben des Verbands des Deutschen Zweiradhandels gibt es in Deutschland etwa 3.800 Verkaufsstellen von Fachhändlern - darunter seien rund 3.000 eingetragene Handwerksbetriebe, die Reparaturen anbieten.

+++ 17.03.2020:#StayTheFuckHome - Frankfurter mobilisiert zur Corona-Quarantäne +++ 

Mit der millionenfach abgerufenen Webseite #StayTheFuckHome (auf Deutsch: Bleib(t) verdammt nochmal zuhause) ruft Florian Reifschneider (29) Nutzer zur Selbstdisziplin in der Coronavirus-Krise auf. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu sensibilisieren und so die Sars-CoV-2 Ausbreitung zu verlangsamen", sagte der Unternehmer aus Frankfurt/Main. "Jeder soll entsprechend seiner Möglichkeiten die Anzahl der physischen Kontakte zu Anderen minimieren."

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus habe ihm in den vergangenen Wochen große Sorgen bereitet, erklärte Reifschneider. So habe er begonnen, Informationen auf der Webseite #StayTheFuckHome zusammenzutragen. Bis Dienstagvormittag wurde die Seite mehr als 2,7 Millionen Mal aufgerufen. Dort sind beispielsweise praktische Maßnahmen zu lesen, wie jeder Einzelne seinen Beitrag zur Verlangsamung der Coronavirus-Verbreitung leisten kann.

Reifschneider ist Mitgründer des Software-Unternehmens Rocketloop. Auf die Initiative hätten er und seine Mitarbeiter bislang fast ausschließlich positive Reaktionen bekommen. "Dabei hat uns die Bereitschaft Freiwilliger, die Seite in weitere Sprachen zu übersetzen, am positivsten überrascht." Aktuell gebe es das Internet-Angebot bereits in 20 Sprachen.

+++ 17.03.2020: Europa-Park bleibt wegen Coronavirus mehrere Wochen geschlossen +++

Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, verschiebt wegen des Coronavirus den Start in die diesjährige Saison. Der Vergnügungspark werde die kommenden Wochen geschlossen bleiben und nicht wie geplant am 28. März öffnen, teilte er am Dienstag mit. Als Grund nannte er die von Behörden angeordneten Zwangsschließungen von Freizeiteinrichtungen.

Der Park werde nun frühestens am 19. April öffnen. Dies hänge jedoch von der weiteren Corona-Entwicklung ab. Auch die zum Park gehörende Indoor-Wasserwelt "Rulantica" bleibt den Angaben zufolge bis dahin geschlossen. Sie hatte wegen der Coronavirus-Gefahr am Montag den Betrieb vorerst eingestellt.

Neben Rust blieben nach Angaben des Verbandes Deutscher Freizeitparks in Berlin auch andere Vergnügungsparks und Einrichtungen vorübergehend geschlossen. Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney hatte bereits am Freitag angekündigt, alle seine Freizeitparks für mehrere Wochen zu schließen. Betroffen von der Zwangspause seien die Vergnügungsparks Disneyland in Kalifornien, Walt Disney World im US-Bundesstaat Florida und Disneyland in Paris. Disney-Freizeitparks in Tokio, Hongkong und Schanghai sind schon seit mehreren Wochen zu.

+++ 17.03.2020: Audi stoppt Produktion in Ingolstadt und Neckarsulm +++

Nach Volkswagen hat nun auch Audi auf die Coronokrise reagiert. Das Unternehmen wird laut Nachrichtenagentur Reutersseine Produktion in Ingolstadt und Neckarsulm unterbrechen."Die Produktion in den Audi-Werken wird bis zum Ende der Woche kontrolliert runtergefahren", teilte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch der Agentur mit.

+++ 17.03.2020: RKI stuft Coronavirus-Gefahr für Bevölkerung ab heute als HOCH ein +++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Gefahr für die Bevölkerung durch das Coronavirus ab heute als hoch eingestuft. "Hintergrund sind die steigenden Fallzahlen und die Alarmsignale aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst", sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. Nun müsse alles dafür getan werden, die Infektionskette zu unterbrechen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektionszahlen sehr viel höher sind, als uns übermittelt", so Wieler.

+++ 17.03.2020: Ikea schließt alle Märkte in Deutschland +++

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

+++ 17.03.2020:Volkswagen will Produktion wegen Coronavirus aussetzen +++

Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

+++ 17.03.2020: Peter Altmaier bei "Hart aber Fair": Kein einziger Arbeitsplatz geht wegen Corona verloren +++

Frank Plasberg stellte am Montagabend bei "Hart aber Fair" die Frage "Die Corona-Krise - Wo stehen wir, was kommt noch?". AuchWirtschaftsminister Peter Altmaier war im ARD-Talk zu Gast und versicherte hier: "Kein einziger Arbeitsplatz geht wegen Corona verloren". Er selbst hat seine Auslandsreisen bis Mitte Mai abgesagt. "Wir werden diese Ausnahmesituation fünf bis sechs Wochen lang haben!", erklärte Altmaier.

+++ 17.03.2020: Deutsche Kliniken rechnen mit drastischem Anstieg der Corona-Patienten +++

Das Coronavirus stellt die Gesundheitssysteme vieler Länder auf den Prüfstand. Krankenhäuser im Norden Italiens arbeiten an den Grenzen ihrer Kapazität. Was bedeutet die Pandemie für deutsche Kliniken?Gerald Gaß,Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), erklärte gegenüber der Funke Mediengruppe, dass er damit rechne, dass die Zahl der Corona-Patienten in den kommenden Tagen und Wochen drastisch ansteigen werde.

Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, so müssen wir laut Gaß damit rechnen, dass in den deutschen Krankenhäusern bis zu 1.500 Patienten behandelt werden müssten. Dies wäre eine Verdreifachung zur aktuellen Zahl. Noch wären die Krankenhäuser damit nicht überfordert, doch nun ging es darum, die Kapazitäten der Intensivstationen von Tag zu Tag auszudehnen.

+++ 17.03.2020: Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo in Deutschland +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Montagabend im ZDF. "Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. "Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."

+++ 16.03.2020:Amazon schreibt 100.000 Stellen wegen Coronavirus-Krise aus +++

Der weltgrößte Online-Händler Amazon will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen kündigte am Montag an, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen. Dafür will der Konzern über 350 Millionen Dollar aufwenden.

In einem Firmenblog stellt das Unternehmen die Stellenausschreibungen wie eine Art Hilfsaktion in der Coronavirus-Krise dar. Während die Pandemie anhalte, helfe Amazon mit seinem Partnernetzwerk Gemeinden weltweit "wie wenige andere es können" - durch die Versorgung mit wichtigen Lieferungen bis an die Haustüren bedürftiger Menschen. Dies sei in Zeiten sozialer Abgrenzung aufgrund des Virus besonders für Ältere und Schwache wichtig. Dass die vielen Bestellungen Amazon gute Geschäfte bescheren dürften, wird in dem Blog nicht thematisiert.

+++ 16.03.2020: Coronakrise: Macron erlässt Ausgangssperre für ganz Frankreich +++

 

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. Auch Sport sei unter bestimmten Bedingungen möglich.

Die Einschränkungen sollen von Dienstagmittag an gelten und für mindestens 15 Tage aufrechterhalten werden. "Wir sind im Krieg", sagte Macron. "Wir kämpfen weder gegen Armeen noch gegen eine andere Nation. Aber der Feind ist da, unsichtbar - und er rückt vor." Zuvor hatten bereits Italien und Spanien eine Ausgangssperre verhängt, auch in Österreich ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt worden.  Frankreich hatte bereits ab Sonntag alle Restaurants und Bars geschlossen. Auch Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen, Museen und Bibliotheken bleiben derzeit zu.

Macron rief die Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten. "Selbst wenn Sie keine Symptome haben, können Sie infiziert sein und andere anstecken." Es drohten Strafen, falls gegen die neuen Regeln verstoßen werde.

Am Sonntag waren die Parks und Märkte in der französischen Hauptstadt noch gut besucht. Auch die erste Runde der Kommunalwahlen, bei denen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im ganzen Land gewählt werden, fand statt - jedoch mit einem Rekordtief bei der Wahlbeteiligung. Die für Sonntag geplante zweite Runde der Wahlen wird jetzt aber verschoben.

Die Hauptstadt Paris hatte bereits vor Macrons Rede angekündigt, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus öffentliche Parks und Gärten zu schließen. "Ab heute werden sich die Dienste der Stadt Paris auf die wesentlichen Aufgaben für die Pariserinnen und Pariser konzentrieren, insbesondere: Müllabfuhr, Sicherheit, Unterstützung der älteren Menschen ...", teilte die Stadt mit.

+++ 16.03.2020: Auch Hamburger Gerichte verschieben Verfahren und Haftantritte +++

Auch an den Hamburger Gerichten werden zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus zahlreiche Verhandlungen verschoben. Stattdessen sollen möglichst nur noch dringende Fälle von den Richtern bearbeitet werden, wie die Justizbehörde am Montag mitteilte. Ein Teil der Arbeiten, wie etwa eine Haftprüfung, sollen demnächst mithilfe von Tablets erledigt werden.

"Auch für die Gerichte gilt, dass wir die Gelegenheiten, in denen Menschen aufeinander treffen und einander anstecken können, vorübergehend minimieren müssen", sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen dazu. Welche Gerichtsverfahren stattfinden oder geschoben werden können, entscheiden die jeweiligen Richter. "Haftsachen und bereits länger andauernde Hauptverhandlungen stehen hier im Vordergrund, denn diese Verhandlungen dürfen nach der Strafprozessordnung nur begrenzt unterbrochen oder verschoben werden." Nicht zeitkritische Gerichtstermine werden dementsprechend verschoben oder zurückgestellt.

Die Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen, zum Beispiel wenn ein Schwarzfahrer seine Geldstrafe nicht zahlen kann, wird in den meisten Fällen zunächst befristet aufgeschoben. Davon sind etwa 90 Menschen betroffen. Auch der Jugendarrest soll vorübergehend nicht vollzogen werden. In den JVAs können Häftlinge zunächst bis Dienstag keinen Besuch empfangen; künftige Regelungen dazu werden geprüft.

+++ 16.03.2020: Coronavirus: Sachsen will weitere drastische Maßnahmen ergreifen +++

Sachsen will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weitere drastische Maßnahmen ergreifen. So sollen in den nächsten Tagen unter anderem Bars, Clubs, Diskotheken Sportstätten, Schwimmbäder sowie Spielplätze für den Publikumsverkehr gesperrt werden, erklärte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Montag in Dresden. Über die Maßnahmen hatten sich Bund und Länder in einem Katalog verständigt, am Dienstag will sich das Kabinett in Dresden damit befassen und entsprechende Regelungen beschließen.

Restaurants und Speisegaststätten sollen frühestens ab 6.00 Uhr öffnen und müssen spätestens um 18.00 Uhr schließen.

Nicht betroffen von Schließungen sind etwa Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - für diese Bereiche sollen zudem die Sonntagsverkaufsverbote bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Schreiber sprach von "gravierenden Einschränkungen", die aber notwendig seien, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Voraussichtlich "im Laufe der Woche" sollen die Regelungen für den Freistaat greifen.

+++ 16.03.2020: Die USA testen Corona-Impfstoff +++

Fortschritt im Kampf gegen das Coronavirus. In den USA hat erstmals ein Freiwilliger testweise einen möglichen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus injiziert bekommen. Das sei Teil der ersten Phase des klinischen Tests des Impfstoffs an einem Forschungsinstitut in der nordwestlichen Metropole Seattle, teilten die zum US-Gesundheitsministerium gehörenden National Institutes of Health (NIH) am Montag mit. 45 gesunde freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 55 sollen in den kommenden Wochen an dem Test in dem Forschungsinstitut teilnehmen.

Der Impfstoff namens "mRNA-1273" wird gemeinsam mit der privaten Biotechnologie-Firma Moderna entwickelt. Die erste Testphase habe in "Rekordzeit" gestartet werden können, sagte Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Der gesamte Prozess der Entwicklung eines Impfstoffes wird Fauci zufolge trotzdem voraussichtlich mindestens ein bis anderthalb Jahre dauern. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen Covid-19. Bislang ist noch unklar, wann die Test abgeschlossen sein werden.

+++ 16.03.2020: Schweiz erklärt Notstand wegen Coronavirus +++

Die Schweizer Regierung hat am Montag den Notstand wegen der Ausbreitung des Coronavirus erklärt. Ab Mitternacht müssten alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden, teilte die Regierung mit.

+++ 16.03.2020: Coronavirus: Deutlich weniger Betrieb an deutschen Flughäfen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist der Betrieb an deutschen Flughäfen eingebrochen. "Das Verkehrsaufkommen der aktuellen Woche bewegt sich unter 30 Prozent des Vorjahresniveaus", teilte der Düsseldorfer Airport am Montag mit.

"Wir spüren das deutlich", sagte auch eine Sprecherin der Flughafens Köln/Bonn. Allein durch die restriktiven Einreisebeschränkungen der Türkei würden täglich rund 20 Flüge ausfallen. Konkrete Zahlen könne man nicht nennen, da sich das Geschehen stündlich ändere, hieß es. Die baden-württembergische Landesregierung will den Betrieb an allen Flughäfen des Bundeslandes wegen des Coronavirus einstellen.

Auch am Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück wurden viele Flüge gestrichen. Zugleich habe die Zahl der Frachtflüge zugenommen, sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur. Weil weltweit so viele Passagierflüge mit Frachtbeiladungen gestrichen würden, ziehe das Frachtgeschäft am Airport Hahn an.

Am Flughafen München ging die Anzahl der Starts und Landungen in den ersten beiden Märzwochen um 16 Prozent zurück. Das Passagieraufkommen sank im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent.

+++ 16.03.2020: Vonovia will Mietern bei Finanzproblemen durch Corona entgegenkommen +++

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will Mietern, die wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten geraten, entgegenkommen. Vonovia-Chef Rolf Buch sagte am Montag, Ziel sei es, den Betroffenen ihre Sorgen um die Bezahlbarkeit ihrer Wohnung zu nehmen. "Wir werden eine gemeinsame Lösung finden", versprach Buch. Er bat gleichzeitig Mieter, die das Unternehmen deshalb kontaktieren um Verständnis, wenn die Antwort etwas länger auf sich warten lasse. Im Moment konzentriere sich das Unternehmen darauf, die für die Mieter wichtigsten Dienstleistungen sicherzustellen.

Rund 85 Prozent der inzwischen 416 000 Vonovia-Wohnungen liegen in Deutschland. Der Dax-Konzern vermietet auch Wohnungen in Österreich und Schweden.

+++ 16.03.2020: Bund und Länder verbieten Gottesdienste aller Religionen +++

Bund und Länder verbieten bis auf weiteres Gottesdienste, Treffen in Vereinen und Busreisen. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor. Dort heißt es unter anderem unter Punkt drei: Zu verbieten seien "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften".

+++ 16.03.2020: Bund und Länder: Übernachtungsangebote nicht mehr für Tourismus +++

Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen für den Tourismus in Deutschland die Verbreitung des Coronavirus bremsen. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag heißt es, es seien Regelungen zu erlassen, "dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können".

+++ 16.03.2020: Bund und Länder: Restaurants sollen spätestens um 18.00 Uhr schließen +++

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18.00 Uhr schließen und frühestens um 06.00 Uhr öffnen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

+++ 16.03.2020: Regierung schlägt Schließung von Läden vor - Supermärkte aber offen

Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Coronakrise aus Regierungskreisen erfuhr. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Aus den Regierungskreisen hieß es, natürlich würden auch Supermärkte geöffnet bleiben. Es handele sich gerade nicht um einen sogenannten "Shutdown", bei dem alle Läden geschlossen würden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat der Kabinettsausschuss den Bundesländern eine neue Liste mit Empfehlungen zukommen lassen, die die sozialen Kontakte im öffentlichen Bereich auf ein Minimum reduzieren sollen. Demnach sollen weiterhin Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen und Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons und der Großhandel geöffnet bleiben.

+++ 16.03.2020: Massive Einschränkungen! Regierung veröffentlicht Knallhart-Plan +++

Im Zuge der Corona-Krise schränkt die Bundesregierung das öffentliche Leben weiter ein. Laut "Bild"-Zeitung gibt es einen Knallhart-Plan, der die Schließung vonBars, Discos, Kirchen, Moscheen, Museen, Messen, Bordelle, Spielhallen, Indoor-Spielplätze, Sportclubs, Fitness-Studios, Bäder, Tierparks, Messen und Outlet-Centern vorsieht.

Offen bleiben sollen hingegen:Wochenmärkte, Lebensmittelmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Drogerien, Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons, Tankstellen, Geschäfte für Haustierbedarf und der Großhandel. Diese sollen in den kommenden Wochen auch am Sonntag öffnen dürfen.

+++ 16.03.2020:CDU-Innenpolitiker: Nur Abstand halten kann Ausgehverbot verhindern +++

Ausgehverbote wegen der Corona-Epidemie sind nach Ansicht des CDU-Innenpolitikers Mathias Middelberg in Deutschland nur zu verhindern, wenn sich alle Bürger extrem diszipliniert verhalten. "Wir sollten jetzt alle begreifen: Die Lage ist wirklich ernst. Den Anstieg der Coronavirus-Infektionen werden wir nur bremsen können, wenn jeder Einzelne von uns sein Verhalten radikal ändert", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Unnötige Sozialkontakte müssten unterbleiben, "ebenso wie Grüppchenbildungen, auch wenn der Frühling und Biergärten dazu einladen".

Er appellierte: "Gesunder Abstand ist jetzt für einige Wochen die beste Form, Aufmerksamkeit oder Zuneigung zu zeigen. Nur so werden wir noch einschneidendere Maßnahmen wie ein generelles Ausgehverbot verhindern können."

+++ 16.03.2020: Erstes Corona-Todesopfer in Hamburg registriert +++

Erstmals ist in Hamburg ein Todesfall infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben, man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

+++ 16.03.2020:Coronavirus-Todesfälle in NRW auf acht gestiegen +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle auf acht gestiegen. Nach den sechs bis Sonntagabend bekannten Fällen sind in der Nacht auf Montag im Kreis Heinsberg zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirusinfektion gestorben. Eine 94-jährige Heinsbergerin mit Vorerkrankungen sei an einer Lungenentzündung im Krankenhaus Heinsberg gestorben, berichtete der Kreis am Montag.

Im Krankenhaus Erkelenz verstarb eine 81-jährige Patientin aus Heinsberg, ebenfalls an einer Lungenentzündung durch eine Coronavirusinfektion. "Sie war ebenfalls durch Vorerkrankungen bereits gesundheitlich belastet", hieß es. Damit sind allein im Kreis Heinsberg insgesamt bereits sechs Coronatote zu beklagen. Außerdem starb in Essen und in Düsseldorf jeweils eine infizierte Person.

+++ 16.03.2020: RKI: Bitte keine Corona-Partys,Vizepräsident widerspricht Virologen-Aussage +++

Der Club hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin. "Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Clubs geschlossen wurden."

Dem Institut wurden inzwischen mehr als 4.800 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2 gemeldet. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern seien die Fallzahlen besonders hoch, sagte Schaade. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl seien aber auch andere Bundesländer stark betroffen: etwa die Stadtstaaten Hamburg und Berlin. Über die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus behandelt werden, habe man keinen systematischen Überblick, so Schaade.

Da die Zahlen weiter relativ stark anstiegen, sei es wichtig, die nun eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen. Inwieweit sich die Schließung etwa von Schulen und Clubs auf die Statistik auswirkt, zeige sich voraussichtlich nach zehn bis zwölf Tagen, erläuterte Schaade. Er verwies auf die Inkubationszeit sowie Verzug bei Diagnose und Meldung.

Medienberichte über Aussagen eines Wissenschaftlers, wonach ein acht Wochen lang unerkannt infiziertes Kind 3.000 andere Menschen ansteckt, wies Schaade als "völlig unrealistisch" zurück. Welche Rolle Kinder spielten, um die Infektion weiterzugeben, sei für Sars-CoV-2 noch nicht ganz beantwortet. Klar sei bisher, dass Kinder infiziert werden und das Virus weitergeben können, aber sie hätten weniger Symptome. Die Schulschließungen seien daher "plausibel".

+++ 16.03.2020: Baden-Württemberg stellt Flugverkehr ein +++

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne. Der Beschluss soll demnach im Lauf der Woche in Kraft treten.

Baden-Württemberg ist neben Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland. Bis zum Sonntag waren in Baden-Württemberg bei den Behörden 977 Infektionen bestätigt. Drei nachweislich infizierte Menschen sind bisher gestorben.

An den baden-württembergischen Grenzen zu Frankreich und zur Schweiz haben am Montagmorgen verschärfte Kontrollen begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Berufspendler und Fahrzeuge des Warenverkehrs dürfen weiter die Grenzen überqueren. Die Kontrolleure führen Befragungen durch und könnten bei Hinweisen auf eine Infektion oder auf Kontakt zu Infizierten - in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern - Reisende zurückweisen.

+++ 16.03.2020: Eingeschränkter Betrieb am Frankfurter Flughafen +++

Am Frankfurter Flughafen läuft der Betrieb in der Coronaviruskrise deutlich eingeschränkt. Für den Montag waren aber noch rund 1000 Starts und Landungen geplant, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport am Montag berichtete. Das wären nur rund 400 weniger als im Normalbetrieb. Allerdings sind die Flugzeuge deutlich leerer als sonst, denn statt 170 000 Passagieren wie üblich werden aktuell nur rund 90 000 erwartet. In den Terminals ist deutlich weniger los als üblich.

Grund für den Sparbetrieb am größten deutschen Flughafen sind immer neue Einreisebeschränkungen in verschiedenen Ländern und Flugabsagen der Gesellschaften wegen schlechter Auslastung. Auf dem aktuellen Flugplan stehen aber auch noch Verbindungen in ausgesprochene Krisengebiete wie Teheran oder Madrid.

Der Hauptkunde Lufthansa, der in Frankfurt für mehr als zwei Drittel aller Flugbewegungen steht, hat eine Reduzierung seines Angebots um bis zu 70 Prozent für die kommenden Tage angekündigt. Auch der Ferienflieger Condor streicht sein Angebot in wichtige Ferienziele wie die USA, Karibik und Türkei zusammen.

+++ 16.03.2020: Wegen Corona: Weiter lange Wartezeiten an deutsch-polnischer Grenze +++

Auch einen Tag nach der Schließung der Grenzen Polens zu Deutschland und anderen EU-Nachbarn wegen der Corona-Krise bilden sich an den deutsch-polnischen Grenzübergängen lange Staus. Vor dem Grenzübergang Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz gab es am Montagmorgen durch die Kontrollen fünfeinhalb Stunden Wartezeit, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes. In Swiecko an der A12 bei Frankfurt/Oder mussten Autofahrer vier Stunden warten, ebenso in Olszyna an der A15 in der Nähe von Cottbus.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen.

+++ 16.03.2020: Pressekonferenz mit Söder: Bayern ruft den Katastrophenfall aus +++

Zum Schutz der Wirtschaft vor den Folgen der Coronavirus-Krise stellt Bayern ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro bereit. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Um die Geldmittel bereitstellen zu können, werde die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse zeitlich begrenzt für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt. In Bayern gelte ab sofort der Katastrophenfall. Seit Montag sind alle Schulen und Kindergärten im Freistaat geschlossen.

Darüber hinaus weitet der Freistaat die Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus weiter aus. Auch Sportplätze und Spielplätze sollen gesperrt werden. Ab Dienstag werden Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen, ab Mittwoch auch ausgewählte Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung notwendig sind.

Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern aber die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen unter der Woche nun bis 22.00 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben. Speiselokale sollen zudem nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen dürfen. In Innenbereichen soll es Mindestabstände zwischen den Gästen geben.

Ausgangssperren soll es in Bayern zunächst nicht geben. "Das ist derzeit nicht geplant", sagte Söder. Er appellierte aber an alle Bürger, sich genau zu überlegen, welche Orte man besuchen wolle. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt in Bayern seit Tagen rasch zu. Bis Sonntagmittag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 886 Fälle.

+++ 16.03.2020: Ausnahmezustand! Bund erlässt Corona-Regeln +++

Das Coronavirus hat Deutschland weiter fest im Griff. Am Montag bleiben hierzulande erstmals flächendeckend Schulen und Kitas wegen des Coronavirus geschlossen. Auch der Grenzverkehr wird deutlich eingeschränkt. Um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen werden die Maßnahmen immer strenger. Welche Corona-Regeln aktuell für Deutschland gelten, das erfahren Sie hier im Überblick.

+++ 16.03.2020: Wangerooges Bürgermeister: Inselsperrung ist Super-Gau für Tourismus +++

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus dürfte den Tourismus auf den Inseln der Nord- und Ostsee massiv belasten. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hatten sich darauf verständigt, die Inseln für Gäste zu sperren. "Aus gesundheitlicher Sicht ist das die richtige Entscheidung, aus touristischer der Super-Gau", sagte Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Mit dem Ostergeschäft rechnet keiner mehr." Dennoch rief er dazu auf, das Beste aus der Lage zu machen, die Gesundheit gehe vor.

Auf Wangerooge gebe es nur einen beziehungsweise vom kommenden Monat an zwei Ärzte, sagte Fangohr. "Für 10.000 Gäste ist das zu wenig." Im Falle gehäufter Infektionen "werden wir das nicht stemmen können". Als Grund für die Abriegelung wurde zuvor genannt, dass die Gesundheitssysteme der Inseln nicht auf eine größere Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Menschen vorbereitet sind. Die Maßnahme dient damit sowohl dem Schutz der Inselbevölkerung als auch dem Schutz der Gäste.

Fangohr geht davon aus, dass die Abriegelung nicht nur zwei Wochen, sondern möglicherweise länger dauern wird. Er kündigte an, den Tourismusbetrieben solle vor allem in bürokratischer Hinsicht geholfen werden - "wir unterstützen im Antragswirrwarr".

+++ 16.03.2020: Touristen-Verbot auf Sylt durch Corona-Krise +++

Mitten in der Corona-Krise wurden nun auch die Nordsee- und Ostsee-Inseln abgeriegelt. Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am Sonntag. Seit Montag 8 Uhr gilt nun also eine Anreiseverbot auf Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und Nordstrand. "Nur noch Menschen mit Erstwohnsitz oder Arbeitsplatz auf den Inseln dürfen rauf", berichtet aktuell die "Bild"-Zeitung. Wer gerade auf einer der Inseln Urlaub gemacht hat, musste abreisen. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Maßnahmen laut "Bild" schrittweise eingeführt.

+++ 16.03.2020: Seehofer sicher: Höhepunkt der Corona-Krise noch nicht erreicht +++

Innenminister Horst Seehofer ist sich sicher, dass der "Höhepunkt der Entwicklung noch nicht erreicht" ist. Bereits am Sonntag hatten er, Angela Merkel und weitere Ministerpräsidenten die Schließung der Grenzen und Grenzkontrollen im Süden und Norden beschlossen. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Entwicklung noch nicht erreicht ist. Die Lage ist also sehr ernst", so Seehofer während einer Pressekonferenz. Wie lange die Grenzen geschlossen bleiben, ist aktuell noch unklar. "Wir müssen von Zeit zu Zeit immer wieder überlegen, was ist notwendig." Die Schließung der Grenzen gilt jedoch nicht für Deutsche im Ausland. "Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen."

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat in seinem Land rigoros durchgegriffen. "Es geht darum, dass wir die Ausbreitung verlangsamen. Dass der Höhepunkt der Ausbreitungen nicht mitten in der Grippesaison ausbricht. In Italien ist das Gesundheitssystem fast zusammengebrochen. Darum machen wir alles Menschenmögliche, fahren Österreich auf einen absoluten Notbetrieb runter, damit wir zumindest die Ausbreitung verlangsamen", so Kurz im "Bild"-Interview.

+++ 16.03.2020: Kontrollen an Grenzen im Süden und Norden begonnen +++

Deutschland hat an den Grenzen nach Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr mit den geplanten Kontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen daher nicht mehr nach Deutschland einreisen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Der Warenverkehr und Berufspendler seien davon aber nicht betroffen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Maßnahmen am Sonntagabend angekündigt. Sie waren zuvor von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Seehofer und mehrere Ministerpräsidenten vereinbart worden. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen. Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen zunächst aus.

An der Grenze zu Österreich blieb es kurz vor und zu Beginn der Kontrollen ruhig. Der Verkehr rollte zunächst normal weiter, der Rückstau nach Österreich war gering, wie dpa-Reporter vor Ort berichteten. Auch Raststätten und deren Parkplätze im Grenzgebiet seien auffällig leer.

+++ 15.03.2020: Bayern: Ab Dienstag Kinos zu, ab Mittwoch auch viele Geschäfte +++

Wegen des Coronavirus werden in Bayern ab Dienstag alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen, ab Mittwoch sollen dann auch ausgewählte Geschäfte ihre Pforten dicht machen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen in München.

Demnach bleiben aber trotz der weiteren Ausbreitung von Sars-CoV-2 alle Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen weiter geöffnet. Die Grundversorgung werde dadurch aufrechterhalten, hieß es. Gleichwohl bedeuten die Schließungen eine weitere Beschränkung des öffentlichen Lebens in Bayern.

+++ 15.03.2020: Dreyer: Einschränkung des Grenzverkehrs kann wichtiger Schritt sein +++

Einschränkungen im Grenzverkehr können nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus ein wichtiger Schritt sein. "Weltweit führt die Corona-Pandemie zu einschneidenden Maßnahmen, um die Bevölkerung am wirkungsvollsten zu schützen", sagte die SPD-Politikerin am Sonntag.

Bei Einschränkungen des Grenzverkehrs sei ein abgestimmtes Vorgehen der Länder und des Bundes notwendig. "Deswegen ist es wichtig, dass wir heute eine gemeinsame Lösung der Anrainerländer mit der Bundesregierung finden und dass diese Lösung mit unseren Nachbarstaaten abgestimmt ist", sagte Dreyer. Der Schutz der Menschen stehe im Vordergrund.

Wegen des Coronavirus führt Deutschland an diesem Montagmorgen strenge Regeln an seinen Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz ein. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. Die Grenze zu Dänemark soll geschlossen werden. Über Einzelheiten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Sonntagabend um 19.00 Uhr in Berlin informieren.

Dem Vernehmen nach haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Seehofer, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf die neuen Regeln an der Grenze verständigt. Demnach soll es sowohl verschärfte Kontrollen als auch Zurückweisungen geben.

+++ 15.03.2020: Sechster Coronavirus-Todesfall in NRW +++

In Nordrhein-Westfalen ist eine sechster mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Ein 81-Jähriger, der vor einer Woche positiv auf das Virus getestet wurde, sei am Sonntag gestorben, teilte die Stadt Düsseldorf mit, ohne weitere Details zu nennen.

Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen war in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, wie der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, zuvor am Sonntag mitgeteilt hatte. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt.

+++ 15.03.2020: Fünfter Coronavirus-Todesfall in NRW +++

In Nordrhein-Westfalen ist eine fünfte mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen sei in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, teilte der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, am Sonntag mit. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt. "Jede dieser Nachrichten betrübt mich zutiefst. Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie", erklärte der Landrat.

Zuvor war eine 78-Jährige am Donnerstagnachmittag an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Heinsberger Krankenhaus gestorben. Das erste Todesopfer in NRW und auch bundesweit war eine 89-Jährige aus Essen, das zweite ein 78-Jähriger aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Am Mittwoch starb dann ein 73-Jähriger in einem Heinsberger Krankenhaus.

+++ 15.03.2020: Kreise: Deutschland schließt wegen Coronavirus teilweise Grenzen +++

Wegen des Coronavirus schließt Deutschland ab Montagmorgen weitgehend seine Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen, zuvor hatte die "Bild Zeitung" dies berichtet. Die teilweise Grenzschließung soll ab Montagmorgen 08.00 Uhr gelten.

Dem Vernehmen nach haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) darauf verständigt. Demnach soll es sowohl verschärfte Kontrollen und auch Zurückweisungen geben.

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und den Nachbarstaaten soll nach dpa-Informationen aber weiter gesichert bleiben. Auch Pendler dürften den Plänen zufolge weiterhin die Grenzen passieren. Hintergrund ist nicht nur die Eindämmung des Coronavirus, sondern auch der Versuch, Hamsterkäufe von Ausländern zu unterbinden, die im grenznahen Raum bereits zu Versorgungsproblemen geführt haben, wie die "Bild-Zeitung" ebenfalls berichtete.

+++ 15.03.2020: 1.000 Schüler und 100 Lehrer müssen in Lüneburg in Quarantäne +++

Nach einer bestätigten Corona-Infektion bei einer Lehrkraft an einem Gymnasium in Lüneburg müssen über 1.000 Schüler und rund 100 Lehrer in Quarantäne. Die betroffene Lehrkraft sei zuvor mit einer Schulklasse in Tirol gewesen, teilte die Stadt Lüneburg am Sonntag mit. Aufgrund des großen Kreises von Menschen um die erkrankte Lehrkraft habe das Gesundheitsamt entschieden, die gesamte Belegschaft und alle Schülerinnen und Schüler häuslich zu isolieren. Die Quarantäne gilt - sofern keine Symptome festgestellt werden - bis voraussichtlich zum 25. März.

Unabhängig davon bleibt das Gymnasium wie alle Schulen in Niedersachsen bis zum 18. April 2020 geschlossen. Es könne keine Notbetreuung an der Schule stattfinden, so die Stadt.

+++ 15.03.2020: Bestätigte Corona-Fälle in NRW: Zahl steigt auf 2.100 +++

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Nordrhein-Westfalen über die Marke von 2000 gestiegen. Am Sonntag gab es (Stand 11.30 Uhr) 2.100 bestätigte Erkrankungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mitteilte. Am Samstag waren es zur selben Zeit 1.636 Fälle und damit 464 weniger.

Der Kreis Heinsberg bleibt mit 650 nachgewiesenen Infektionen mit großem Abstand am stärksten betroffen. In Aachen und der Städteregion Aachen gab es zusammen 140 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. In Köln, der größten Stadt des Bundeslandes, waren es 129 Fälle. In der zweitgrößten Stadt Düsseldorf waren 36 Fälle bekannt, in Dortmund 19 und in Essen 52.

+++ 15.03.2020: Bahn schränkt Regionalverkehr ein - Verzicht auf Kartenkontrolle +++

Die Deutsche Bahn wird in den nächsten Tagen ihren Regionalverkehr deutlich einschränken. Damit reagiert das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise, wie eine Sprecherin am Sonntag in Berlin sagte. Außerdem würden in den Regionalzügen bis auf weiteres die Fahrkarten nicht mehr kontrolliert. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte die Sprecherin. Zuvor hatte der "Spiegel" über die Maßnahmen der Bahn berichtet.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: Zweiter Todesfall in Bayern +++

In Bayern ist ein weiterer Mensch einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlegen. Es handele sich um eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim, die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das Gesundheitsamt Kempten habe das Heim darüber informiert, dass die Erkrankung und der Tod der Frau durch eine Infektion mit dem Virus verursacht wurde. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich zwei Menschen an Covid-19 gestorben. Am Donnerstag war ein Über-80-Jähriger im Klinikum Würzburg der Krankheit erlegen. Bundesweit sind somit neun Menschen an der Krankheit gestorben.

+++ 15.03.2020: Laschet appelliert an Gemeinsinn - "Hamstern unsolidarisch" +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen in Deutschland angesichts der Coronavirus-Krise zu Rücksichtnahme und Gemeinsinn aufgerufen. "Hamstern oder das Stehlen von Desinfektionsmitteln in Krankenhäusern sind unsolidarisch", sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Auch seinen eigenen Verwandten würde er von übertriebenen Vorratskäufen abraten, sagte Laschet. "Kauf was nötig ist, vielleicht auch etwas mehr, um Einkaufsgänge zu reduzieren. Aber keine panischen Hamsterkäufe." Denn Deutschlands Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sei sicher. "Wir erwarten keine Lieferengpässe bei Nahrungsmitteln oder Toilettenpapier", und Supermärkte blieben offen. "Das würde ich einem Angehörigen nahebringen."

Eindringlich warnte der NRW-Ministerpräsident auch davor, die Apotheken zu stürmen. "Wenn jeder anfängt, Medikamente zu horten, die er nicht braucht, bricht auch das beste System zusammen. Das System beruht auf Vertrauen, und jeder trägt dazu bei, dass dieses Vertrauen erhalten bleibt." Gerade jetzt dürfe es keinen "Rückzug in den Egoismus" geben. "Alle sollten sich jetzt auf den Gemeinschaftssinn besinnen, der unser Land stark gemacht hat", betonte Laschet.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: Südkorea meldet wieder weniger Neuinfektionen +++

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ist zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurückgegangen. Am Samstag seien 76 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die Gesamtzahl der Menschen in dem Land, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, erreichte damit 8.162. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um 3 auf 75.

Die aktuellen Fallzahlen bestätigten den Abwärtstrend bei den Neuerkrankungen in den vergangenen Tagen. Südkorea hatte am Freitag zum ersten Mal seit dem Beginn des Ausbruchs im Januar mehr Genesungen von dem Virus gemeldet als neue Infektionen.

Die Behörden warnten jedoch zuletzt mehrmals vor dem Risiko, dass weitere Virusfälle aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten. Sorgen bereiten ihnen auch weiter lokale Häufungen von Ansteckungen. Zuletzt wurden in der Hauptstadt Seoul mehr als 100 Infektionen unter Mitarbeitern eines Call-Centers und ihren Familienangehörigen festgestellt.

Die Mehrheit der neu erfassten Fälle konzentriert sich aber erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Mehr als 60 Prozent aller Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: China bestätigt neue 20 Infektionen - 10 Tote +++

In China ist die Zahl der Infektionen durch das neuartige Coronavirus laut offizieller Angaben erneut nur leicht gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, kamen landesweit 20 Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 hinzu. 16 der Fälle wurden demnach bei Menschen nachgewiesen, die aus dem Ausland nach China zurückkehrten. Die Kommission führt diese Patienten als importierte Fälle in der Statistik. Zehn weitere Menschen kamen durch das Coronavirus ums Leben, wie die Behörde ferner berichtete.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80 844 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65 000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3.199 Tote sind bislang in der Volksrepublik zu beklagen.

Die Gesundheitsbehörde hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass China den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten habe. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, ist jedoch unklar.

+++ 15.03.2020: Berliner Polizei schließt Kneipen +++

Die Berliner Polizei ist am Samstagabend die Kneipen der Hauptstadt abgefahren und hat sie wegen der Coronavirus-Epidemie geschlossen. In Neukölln gingen Polizisten von Bar zu Bar und baten die Kellner darum, alle Gäste hinauszubitten. Ebenso wurden in Wedding Eckkneipen nach und nach geschlossen. Über Twitter bat die Polizei um Verständnis und berichtete, dass es in fast allen Fällen keine Probleme gab: "Unsere Kolleg. melden gerade aus ihrem Einsatz, dass Sie alle volles Verständnis für die Verordnung und die Umsetzung haben. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, denn nur gemeinsam wir können #Covid19 eindämmen."

+++ 15.03.2020: Kulturrat für Absage aller Veranstaltungen - Sorge um freie Künstler +++

Zahlreiche Theater, Opern, Konzerthäuser und Clubs sind vorerst geschlossen. Die Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrats, Ulrike Liedtke, hält eine Absage aller Kulturveranstaltungen aus Vorsorge vor dem Coronavirus für sinnvoll. "Es sollte auch keine kleinen Veranstaltungen mehr geben", sagte Liedtke der Deutschen Presse-Agentur. "Kompromisse halte ich im Moment für falsch, wenn man die Kette der Ansteckungen unterbrechen will." Kulturelles Leben finde auch statt, wenn man ein Buch lese oder sich eine CD anhöre, es gebe auch Hauskonzerte im Internet. Sie hält finanzielle Hilfe vor allem für freie Künstler für notwendig.

Alle aktuellen kulturellen Veranstaltungsabsagen finden Sie hier.

+++ 14.03.2020: RKI: Bis Samstag fast 3800 Covid-19-Fälle in Deutschland - Acht Tote +++

In Deutschland sind bis zum Samstagnachmittag nach Zählungen des Robert Koch-Instituts 3.795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden - 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist. Aus Bayern wurden 681 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, aus Baden-Württemberg 569.

+++ 14.03.2020: Coronakrise: Berlin verschärft Verbote drastisch +++

Berlin verbietet wegen der Coronakrise ab sofort alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen. Das teilte ein Sprecher der Staatskanzlei am Samstagabend mit. Kneipen, Bars, Spielhallen und Clubs müssen demnach schließen. Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen nicht mehr öffnen. Auch der Sportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen ist verboten. Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen ihre Türen schließen. Darüber hinaus dürfen Patienten im Krankenhaus keinen Besuch mehr empfangen - Ausnahme seien solche unter 16 Jahren und Schwerstkranke.

Die gesetzliche Grundlage für die neuen Verordnungen sei das Infektionsschutzgesetz. Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich 19. April. Ausnahmen gibt es für Restaurants: Gaststätten, in denen vor Ort zubereitetes Essen verabreicht wird, dürfen öffnen, wenn die Tische mindestens einen Abstand von 1,5 Meter voneinander haben.

Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke dürften einmal am Tag für eine Stunde eine Person empfangen, sofern diese keine Erkrankung an den Atemwegen habe, hieß es weiter. Auch in Pflegeheimen dürfen Bewohner nur einmal am Tag Besuch empfangen, allerdings niemanden unter 16 Jahren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

+++ 14.03.2020: Kölner Dom ab Sonntag nur noch zum Gebet geöffnet +++

Der Kölner Dom ist ab Sonntag nur noch für Menschen geöffnet, die ihn zum Gebet aufsuchen möchten. Das teilte Domsprecher Markus Frädrich am Samstagabend mit Verweis auf das von der Stadt Köln in der Coronakrise erlassene Veranstaltungsverbot mit. Deshalb würden ab Sonntag nur noch einzelne Gottesdienste unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert und von Domradio.de übertragen. Den Dom besuchen normalerweise im Schnitt 16.000 bis 20.000 Menschen täglich. Er ist damit eines der meistbesuchten Gotteshäuser in Deutschland.

+++ 14.03.2020: Weitere Corona-Infektionen im Bundestag bei Grünen und FDP +++

Auch in der Bundestagsfraktion der Grünen gibt es nun einen Corona-Fall. "Einer unserer Abgeordneten wurde positiv auf Corona getestet. Alle erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet", sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Den Namen des Abgeordneten nannte sie nicht. "Die anderen Fraktionen wurden informiert", sagte sie.

Zudem gibt es in der FDP-Fraktion inzwischen einen dritten Fall, wie ein Fraktionssprecher bestätigte, ohne den Namen zu nennen. Allerdings machte der Abgeordnete Thomas Sattelberger seine Infektion selbst bekannt. Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: "Ich bin 70 geworden und weiß seit einer Stunde, dass ich Corona-positiv bin."

Zuvor hatte es in der FDP-Fraktion bereits zwei Infektionen gegeben. Als erstes war eine Ansteckung mit dem Coronavirus beim FDP-Abgeordneten Hagen Reinhold bestätigt worden. Außerdem hatte dann sein Fraktionskollege Alexander Graf Lambsdorff im "Spiegel" über seine eigene Infektion gesprochen.

+++ 14.03.2020: Umfrage: Corona-Pandemie treibt Deutsche um wie kein anderes Thema +++

Die Ausbreitung des Coronavirus bewegt die Deutschen stärker als jedes andere Thema. Für drei Viertel der Bürger (76 Prozent) ist die Pandemie nach dem neuen RTL/ntv-Trendbarometer das wichtigste Thema. Das sei im Themenradar der Forsa-Umfrage der Spitzenwert in diesem Jahr, berichtete RTL am Samstag. Daneben ist die Klimadebatte in den Hintergrund getreten, sie ist der Erhebung zufolge nur noch für drei Prozent der Bürger ein wichtiges Thema, das Flüchtlingsdrama in Syrien, Griechenland und der Türkei hingegen immerhin für 38 Prozent.

Die Corona-Krise schlägt sich auch auf die Wählermobilisierung nieder: So ist der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen der Umfrage zufolge im Vergleich zur Vorwoche von 27 auf 22 Prozent gesunken. Davon profitiert die Union: 29 Prozent der Wahlwilligen würden derzeit CDU/CSU wählen; das ist ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche in dieser Umfrage. Die Grünen kämen auf 22 Prozent (minus zwei Prozentpunkte), die SPD auf 14 Prozent (minus ein Prozentpunkt). Die Werte der übrigen Parteien bleiben unverändert. Die FDP erreicht demnach aktuell 6 Prozent, die Linke 10 und die AfD 11 Prozent.

+++ 14.03.2020: Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten +++

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise gewarnt. "Achtung Fake News", schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

Ein Sprecherin äußerte sich auch zur Aussage von Minister Jens Spahn, wonach sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst für zwei Wochen in Quarantäne begeben sollten. Dabei handele es sich um eine Empfehlung, erklärte eine Sprecherin.

"Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", hatten Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter geschrieben. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

+++ 14.03.2020: Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern auf 681 gestiegen +++

In Bayern steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter. Bislang sind im Freistaat 681 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mitteilte (Stand 13.00 Uhr). Das sind 123 Fälle mehr als am Vortag.

Mit 364 gibt es die meisten registrierten Infektionen in Oberbayern, davon in München 178 Fälle, in Freising 51 Fälle und in Starnberg 34 Fälle.

Zur Eindämmung des Coronavirus liegt das öffentliche Leben im Freistaat weitgehend lahm. Publikumsträchtige Veranstaltungen wurden abgesagt. Ab Montag bleiben bis 19. April landesweit alle Schulen, Kindertagesstätten und Krippen geschlossen. Zudem traten am Samstag von der Staatsregierung verhängte, weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen in Kraft.

+++ 14.03.2020:Auch Mecklenburg-Vorpommern entscheidet sich für Schulschließungen +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben von Montag an auch in Mecklenburg-Vorpommern Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen. Das verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts. Die Landesregierung in Schwerin folgt damit den Entscheidungen der meisten anderen Bundesländer.

Schwesig hatte als Reaktion auf die deutlich steigenden Infektionsfälle in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern ihre Minister zu einer Sondersitzung zusammengerufen, um über geeignete Maßnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu beraten.

Bis Freitagabend waren landesweit 33 nachgewiesene Infektionen bekannt geworden, 10 mehr als am Tag zuvor. Größere Sport- und Kulturveranstaltungen im Nordosten wurden abgesagt, die Hochschulen verlängerten vorsorglich die Semesterferien bis Mitte April.

Damit haben jetzt alle Länder ihre Linie vorerst festgelegt. Nächste Woche werden nunmehr in 13 Bundesländern flächendeckend die Schulen geschlossen: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen; Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Den genauen Zeitpunkt will die Landesregierung kommende Woche festlegen. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht von Mittwoch an vorerst aus. Der Schulbesuch ist damit weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend. Eine ähnliche Regelung gibt es in Hessen ab Montag.

+++ 13.03.2020: Robert-Koch-Institut: Jetzt mehr als 3000 Infizierte +++

Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag einen Anstieg der bestätigten Infektionen in Deutschland auf 3062.

+++ 13.03.2020: Berlin macht Bars, Clubs und Kneipen ab Dienstag dicht +++

Berlins regierender Oberbürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Freitagabend mit, dass nach den Schließungen von Theatern, Museen und Bibliotheken, ab Dienstag neben den Schulen und die Gastronomie-Betriebe geschlossen werden.Mit der temporären Schließung von Bars, Clubs und Restaurants will der Senat das Ansteckungsrisiko minimieren.Die Maßnahmen sollen zunächst bis Ende der Osterferien (19. April) andauern.

+++ 13.03.2020: Merkel sagt umfassenden Kampf gegen Virus auf allen Ebenen zu +++

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung für Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Ebenen zugesagt. Merkel (CDU) sagte am Freitag in Berlin: "Wir sind gewillt, die Bundesregierung, aber auch die Bundesländer, der Deutsche Bundestag, alles zu tun, was notwendig ist, alles zu tun, was Deutschland braucht, damit wir durch diese Krise möglichst gut hindurchkommen." Die beschlossenen flächendeckenden Schulschließungen, die angekündigten umfassenden Kreditzusagen für Unternehmen und das Kurzarbeitergeld seien bereits weitreichende Maßnahmen.

Die Krise sei umfassend. "Sie ist so, dass wir damit keine Erfahrungen haben." Sie erinnere an die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. "Aber hier haben wir es mit einem Gegner zu tun, wenn ich es einmal so sagen darf, einem Virus, den wir nicht kennen, wo wir nicht wissen, wie wir ihn bekämpfen können, durch Impfungen oder Medikamente, und deshalb müssen wir so agieren, wie wir es möglichst kraftvoll tun können."

Ihr Wunsch sei es, dass alle Bürger Solidarität zeigen, "indem sie Abstand zueinander halten". Dies sei "eine scheinbar paradoxe Sache". Doch den Schwächsten, Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen helfe man am besten, "wenn soziale Kontakte so weit wie möglich gemieden werden".

+++ 13.03.2020: Coronavirus: Fast alle Bundesländer schließen die Schulen +++

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus werden die meisten Schulen und Kitas in Deutschland ab der kommenden Woche geschlossen. Bis Freitagnachmittag kündigten 14 Bundesländer flächendeckende Schließungen an: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Landesregierungen dieser Entscheidung anschließen.

Die meisten Länder wollen die Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien geschlossen halten, also bis Mitte oder Ende April. Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen, Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Den genauen Zeitpunkt will die Landesregierung kommende Woche festlegen. In Mecklenburg-Vorpommern will das Kabinett am Samstag entscheiden, ob flächendeckende Schließungen notwendig sind.In Brandenburg soll der reguläre Schulunterricht aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ab Mittwoch vorerst ausgesetzt werden. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Potsdam mit. Der Schulbesuch sei weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend.

Mehr dazu: Dauer, Gehalt, Schul-Ersatz und Co. - DAS müssen Eltern jetzt wissen!

+++ 13.03.2020: Erste bestätigte Coronavirus-Infektion bei VW in Deutschland +++

Bei Volkswagen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion in Deutschland. Ein Mitarbeiter des Standorts Baunatal bei Kassel sei nach der Rückkehr von einer privaten Reise positiv auf den neuen Erreger getestet worden, hieß es am Freitag aus dem Konzern. Er sei nun in häuslicher Quarantäne. Dem Mann gehe es gut, nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. Fünf Kollegen, die Kontaktpersonen waren, seien vorsorglich ebenfalls nach Hause geschickt worden. Man stehe in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. Die schon länger geltenden Vorschriften zu Hygiene und Gesundheitsschutz an den einzelnen VW-Standorten seien weiterhin in Kraft.

+++ 13.03.2020: Kreise: Sachsen will Schulpflicht aussetzen - Schließungen in Sicht +++

Sachsen will ab kommenden Montag wegen des Coronavirus die Schulpflicht aussetzen. Die Kinder können demnach zu Hause bleiben, eine Betreuung an Schulen wird sichergestellt, war am Freitag aus Regierungskreisen zu erfahren. Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Der genaue Zeitpunkt von Schließungen soll im Laufe der kommenden Woche entschieden werden. Über die Aufhebung der Schulpflicht hatte am Freitag zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet. Mehrere Bundesländer kündigten am gleichen Tag an, den Schulbetrieb wegen Infektionsgefahr einstellen zu wollen.

+++ 13.03.2020: Laschet: NRW steht vor größter Bewährungsprobe der Landesgeschichte +++

Nordrhein-Westfalen steht wegen der Ausbreitung des Coronavirus nach Worten von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wahrscheinlich "vor der größten Bewährungsprobe" in der Landesgeschichte. "Wir haben es mit einem unsichtbaren Gegner zu tun, dessen Bekämpfung unser Land an den Rand seiner Kräfte führen wird", sagte Laschet am Freitag in Düsseldorf.

Nach Einschätzungen von Experten werde sich in den kommenden ein bis zwei Jahren "eine große Zahl der Bevölkerung" in NRW mit dem Coronavirus infizieren - "und das in mehreren Wellen", sagte Laschet. Bei den meisten Infizierten sei der Krankheitsverlauf nicht bedrohlich, aber es sei trotzdem mit einer sehr hohen Zahl von schweren Verläufen zu rechnen. Daher müssen jetzt die "Schwächsten in unserer Gesellschaft" geschützt werden.

+++ 13.03.2020: Baden-Württemberg will Grenzkontrollen wegen Coronavirus verstärken +++

Baden-Württemberg will die Grenze zu Frankreich wegen des grassierenden Coronavirus strenger überwachen. "Es gehört jetzt auch dazu, dass wir dort, wo es notwendig ist, den internationalen Grenzverkehr stärker kontrollieren", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart. "Insbesondere an der Grenze zu Frankreich werden die Bundespolizei und die Landespolizei Baden-Württemberg die Grenzkontrollen verstärkt intensivieren." Es werde Einschränkungen im Grenzverkehr geben - das sei eine "zwingend notwendige Maßnahme". Zuvor hatte Strobl in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) schärfere Grenzkontrollen gefordert.

Das Robert Koch-Institut hat die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen als Coronavirus-Risikogebiete eingestuft.

+++ 13.03.2020: Laschet: Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW +++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

+++ 13.03.2020: Übersicht der Schulschließungen wegen Covid-19 +++

Wegen des neuartigen Coronavirus haben inzwischen mehrere Bundesländer angekündigt, Schulen und Kitas vorübergehend ab Montag, 16.03.2020, zu schließen. Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen wollen damit die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Bundesländer dieser Entscheidung anschließen. In NRW sollen Schulen und Kitas ab kommender Woche Mittwoch geschlossen bleiben, in BaWü ab Dienstag. In Mecklenburg-Vorpommern betreffen die Schließungen zunächst nur Rostock und den Landkreis Ludwigslust-Parchim.

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt - einschließlich Berufsschulen - rund 43.000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und 820.000 Lehrern. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf die Probleme, die flächendeckende Schulschließungen mit sich bringen. Ein solcher Schritt würde Eltern betreffen, die dann in Kliniken, in der Pflege oder Arztpraxen fehlen würden, sagte die SPD-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung. "Häufig springen die Großeltern bei der Betreuung ein. Damit würden die Älteren gerade aber umso mehr gefährdet."

+++ 13.03.2020: Berlin und Niedersachsen schließen Schulen und Kitas ab Montag +++

Berlin will von nächster Woche an stufenweise Schulen und Kitas schließen und den öffentlichen Nahverkehr auf ein Mindestmaß reduzieren. Auch in Niedersachsen schließen die Schulen ab kommenden Montag.

+++ 13.03.2020: Bayern schließt wegen Coronavirus alle Schulen - Besuchsverbot in Altenheimen +++

Wegen der Coronavirus-Krise schließt Bayern ab Montag alle Schulen. Bis zum Beginn der Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Außerdem erklärte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder: "Wir schränken das Besuchsrecht in Pflege- und Altenheimen ein".

+++ 13.03.2020: Saarland schließt Schulen und Kitas +++

Als erstes Bundesland hat das Saarland in der Nacht zu Freitag bekanntgegeben, dass wegen des Coronavirus landesweit Schulen und Kindertagesstätten bis Ende der Osterferien geschlossen werden. Dies geschehe aufgrund der Situation des Saarlandes als Grenzland, teilte die Staatskanzlei in der Nacht zu Freitag mit. Eine Notbetreuung für Familien werde sichergestellt. Damit solle die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden.

Schulen und Kitas sollen ab kommendem Montag geschlossen bleiben. Am Freitag berät im Saarland die Ministerkonferenz über das weitere Vorgehen.

+++ 13.03.2020: Merkel mahnt in Coronakrise Verzicht auf soziale Kontakte an +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus aufgefordert, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten. Auch "alle nicht notwendigen" Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern sollten abgesagt werden, sagte die CDU-Politikerin nach Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder im Berliner Kanzleramt. "Das ist ein Aufruf an alle", sagte Merkel. Bisher galt die Aufforderung der Bundesregierung, Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern abzusagen.

+++ 13.03.2020: Bundesländer streiten über bundesweite Corona-Schulschließungen +++

Auch die vorübergehende Schließung von Kindergärten und Schulen etwa durch das Vorziehen der Osterferien sei eine weitere Option, sagte Merkel. Die Ausbreitung des Virus werde voraussichtlich vor keiner Region haltmachen. Dazu fanden die Länder in den Beratungen aber keine einheitliche Linie, bundesweite Schulschließungen sind in Deutschland vorerst weiterhin nicht geplant. Viele Länder und auch Bayern wollten am Freitag entscheiden, wann vor Ostern die Schulen geschlossen würden.

Gravierende Spuren werde die Epidemie auch im Wirtschaftssystem haben, sagte Merkel. "Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an." Die aktuelle Situation sei "außergewöhnlicher als zu der Zeit der Bankenkrise". Bund und Länder wollen nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Wirtschaftskrise in Deutschland als Folge des Coronavirus verhindern:

+++ 13.03.2020: Alarm-Plan für Krankenhäuser wegen Corona - Operationen werden verschoben +++

Um die Krankenhäuser für Coronapatienten frei zu halten, sollen alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden. Dies solle soweit medizinisch vertretbar ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschlusspapier. Söder sagte, man wolle einen "Schutzschirm für Krankenhäuser" spannen. Bund und Länder hätten vereinbart, dafür auch die entsprechenden finanziellen Grundlagen "jenseits des normalen Abrechnungssystems" zu legen. Krankenhäuser, die sich umstellen, müssten die Gewissheit haben, dass sie finanziell entschädigt werden. Der Beschluss legt fest, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden.

+++ 12.03.2020: Hessen stellt Abiturienten vorerst vom Unterricht frei +++

Hessen stellt seine Abiturienten wegen der Coronapandemie vom Unterricht frei. Die als Vorsichtsmaßnahme gedachte Regelung gilt vom kommenden Montag (16. März) an bis zum Beginn der Osterferien (6. April), wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag sagte. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe darüber berichtet. Am kommenden Donnerstag (19. März) beginnen in Hessen die schriftlichen Abiturprüfungen. Die Abiturienten sollen die Schule nur noch dazu betreten.

+++ 12.03.2020: Tschechische Bahn stellt Verkehr von und nach Deutschland ein +++

Die tschechische Staatsbahn Ceske Drahy (CD) stellt ab der Nacht zu Samstag den Verkehr von und nach Deutschland ein. "Die Züge werden bis zur Staatsgrenze fahren und dann umkehren", teilte der Konzern am Donnerstag bei Twitter mit. Man reagiere damit auf die Ausrufung des Notstands durch die Regierung in Prag, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern.

Die Deutsche Bahn warnte vor Einschränkungen im Bahnverkehr wegen der behördlichen Anordnungen im Nachbarland. Betroffen sind unter anderem die Eurocity-Verbindungen Hamburg-Berlin-Prag sowie die IC-Busse zwischen Leipzig und Prag sowie zwischen Nürnberg und Prag. Auch das tschechische Privatunternehmen RegioJet stellt seine Zug- und Fernbusverbindungen unter anderem nach Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz ab Samstag ein.

+++ 12.03.2020: Fünfter Coronavirus-Toter in Deutschland gemeldet - Mann in Bayern +++

In Bayern ist erstmals ein Patient nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der über 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und sei in der Nacht zum Donnerstag im Klinikum Würzburg gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in München mit.

+++ 12.03.2020: Baden-Württemberg entscheidet Freitag über Schulschließungen +++

Die baden-württembergische Landesregierung will angesichts der Coronavirus-Krise bei einer Sondersitzung des Kabinetts am Freitag über allgemeine Schulschließungen bis Ostern entscheiden. Das bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Sondersitzung findet demnach um 12.00 Uhr statt und soll eventuell per Videoschalte durchgeführt werden. Dort sollen Maßnahmen beschlossen werden, um das Virus einzudämmen und die Ausbreitung zu verlangsamen.

+++ 12.03.2020: Wolfgang Niersbach in Quarantäne - Sommermärchen-Prozess unterbrochen +++

Der in der Schweiz angeklagte Ex-Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Wolfgang Niersbach, ist wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls in seinem Umfeld in Quarantäne gegangen. Deshalb wurde der Prozess in Bellinzona im Kanton Tessin am Donnerstag bis auf Weiteres unterbrochen. An der Schule von Niersbachs Stiefsohn habe es den Verdachtsfall gegeben, sagten seine Anwälte. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, sagte die Richterin nicht. Ende April verjährt das Delikt.

Niersbach (69) steht im sogenannten Sommermärchen-Prozess um dubiose deutsche Millionenzahlungen im Rahmen der Fußball-WM 2006 vor Gericht. Angeklagt sind auch die früheren Funktionäre des Deutschen Fußballbundes Theo Zwanziger (74) und Horst R. Schmidt (78) sowie der Ex-Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes FIFA, Urs Linsi (70).

+++ 12.03.2020: Erster Corona-Toter in Bayern - 2400 Infizierte in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mehr als 2400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit mehr als 900, Bayern mit mindestens 500 und Baden-Württemberg mit mehr als 330 Fällen. Fünf mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Donnerstagnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden.

+++ 12.03.2020: Söder warnt vor Corona-Infarkt der Wirtschaft +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat in der Coronavirus-Krise ein "kluges Management" angemahnt und vor schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft gewarnt. "Die Sache ist wirklich sehr, sehr ernst und deswegen muss man vorurteilsfrei, ohne Scheuklappen, entscheidungsorientiert zu Ergebnissen kommen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer in Berlin. "Es darf nicht zu einem wirtschaftlichen Corona-Infarkt führen." Man müsse sich «ein kluges Management überlegen. Das sollte sich an der Finanz- und Eurokrise anlehnen", sagte Söder weiter.

+++ 12.03.2020: 1. Coronavirus-Todesfall in Baden-Württemberg +++

Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilt, ist in Baden-Württemberg erstmals ein positiv auf das neuartige Coronavirus getesteter Mensch gestorben. Es handle sich um einen 67 Jahre alten Mann.

+++ 12.03.2020: Großstadt Halle schließt alle Schulen und Kitas +++

Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt schließt von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen. Das gelte vorerst bis zum 27. März, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag in Halle.

+++ 12.03.2020: RKI ruft junge Menschen zu Solidarität auf +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat angesichts der Coronavirus-Pandemie auch jüngere Menschen zu Selbstschutz und Solidarität aufgerufen. Im Moment sei von einigen aus dieser Gruppe zu hören, dass sie sich von Covid-19 nicht betroffen sähen und die Erkrankung für sich als harmlos einstuften, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Zwar seien tatsächlich Ältere und Menschen mit Grunderkrankungen besonders gefährdet. "Aber auch wenn es selten vorkommt: Auch bei jüngeren und gesunden Menschen kann es schwere Verläufe geben, darunter sogar Todesfälle", betonte Schaade.

Alle müssten deshalb die Situation ernst nehmen und sich selbst und andere schützen. "Die Jüngeren sollten sich natürlich bitte auch solidarisch mit den Älteren zeigen, die ein höheres Risiko haben", so Schaade. Den Anstieg der Meldezahlen hierzulande bezeichnete er als "recht schnell", wie auch in anderen Ländern. Ziel der Maßnahmen sei, die Zahlen zu drücken. Man werde anhand der Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen sehen, ob die lokalen Behörden dabei nachsteuern müssten.

+++ 12.03.2020: Abgeordnete fordern zwei Wochen "Corona-Ferien" +++

Drei fraktionslose Bundestagsabgeordnete haben vorgeschlagen, wegen der Verbreitung des Coronavirus alle Schulkinder schon jetzt bundesweit für zwei Wochen in die Ferien zu schicken. Bis zu den Osterferien Ende März abzuwarten oder auf die ersten positiv getesteten Kinder zu warten, um dann nur punktuell Schulen zu schließen, sei "mindestens leichtfertig" und werde der aktuellen Situation in keiner Weise gerecht, erklärten die ehemaligen AfD-Politiker Frauke Petry, Uwe Kamann und Mario Mieruch. Schließlich seien Schulen und Kindergärten grundsätzlich Orte, an denen sich Infektionskrankheiten rasch verbreiteten.

Die Bundesregierung hält flächendeckende Schulschließungen bislang nicht für sinnvoll - auch weil ein Teil der Ärzte und Polizisten sowie andere dringend benötigte Kräfte dann wegen der Kinderbetreuung womöglich nicht zur Arbeit erscheinen könnte.

+++ 11.03.2020: Bund kann 800 Millionen zusätzlich für Kampf gegen Corona ausgeben +++

Die Bundesregierung kann rund 800 Millionen Euro zusätzlich im Kampf gegen die Corona-Epidemie ausgeben. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte dem Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin weitere 650 Millionen Euro für die Beschaffung von Schutzkleidung sowie Material für die Intensivpflege. 145 Millionen Euro bekommt das Forschungsministerium für die Impfstoffentwicklung und die Erprobung von Behandlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen des Ausschusses erfuhr.

Bereits bisher hatte der Haushaltsausschuss 348 Millionen Euro freigegeben, unter anderem für Schutzkleidung und die Weltgesundheitsorganisation. Damit belaufen sich die zusätzlichen Ausgaben für die Bekämpfung des Virus insgesamt auf mehr als 1,14 Milliarden Euro.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (SPD) sagte: "Ein wirkungsvoller Impfstoff ist das, auf was viele warten." Die internationale Impfstoffinitiative Cepi werde nun mit zusätzlichen 140 Millionen Euro unterstützt. Eine bereits gestartete zusätzliche Förderung der Medikamentenforschung werde um 5 auf 15 Millionen Euro erhöht. In Deutschland ist unter anderem die Tübinger Biotechfirma CureVac an der Impfstoffentwicklung beteiligt.

Sie hoffe, dass noch vor dem Sommer klinische Studien für einen Impfstoff starten könnte. Insgesamt werde es wohl ein bis eineinhalb Jahre bis zu einem Impfstoff dauern.

+++ 11.03.2020: Erster Abgeordneter hat Corona +++

Jetzt hat es auch einen Abgeordneten im Bundestag erwischt! Wie die "Bild" am Mittwochabend berichtet, gibt es nun den ersten offiziellen Corona-Fall im Deutschen Bundestag. Betroffen sei nach "Bild"-Informationen ein Abgeordneter der FDP. Seit Testergebnis sei positiv, heißt es.Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (77, CDU) hatte am Abend dieFraktionsgeschäftsführer in einer geheimen Sitzung darüber informiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Bild: dpa

+++ 11.03.2020: WHO bezeichnet Verbreitung des neuen Coronavirus als Pandemie +++

Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

+++ 11.03.2020: Mehr als 1800 Coronavirus-Nachweise in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mindestens 1850 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur dpa hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils weit mehr als hundert Fällen. Bislang sind bundesweit drei mit Sars-CoV-2-Infizierte gestorben, alle in Nordrhein-Westfalen.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Mittwochnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden. "Da gibt es immer etwas Zeitverzug, vor allem in solch dynamischen Lagen." Diese Fallzahlen will das RKI nun täglich gegen 18 Uhr veröffentlichen.

+++ 11.03.2020: Spahn: Corona-Krise "möglicherweise bis zum Jahreswechsel" +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für denkbar, dass die Corona-Krise das Leben in Deutschland bis zum Ende des Jahres beeinträchtigt. "Wir reden hier über Monate, möglicherweise bis zum Jahreswechsel", sagte Spahn am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Dort war der Minister nach weiteren Finanzhilfen gefragt worden, um wirtschaftliche Einbußen im Bereich Tourismus und Gastronomie abzufedern. Spahn räumte ein, dass zusätzliche Unterstützung notwendig werde, "wenn das länger als ein paar Wochen geht - und davon ist auszugehen".

+++ 11.03.2020: 1. Fußball-Profi mit Coronavirus infiziert +++

Der erste Fußballprofi wurde in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Dabei handelt es sich um Timo Hübers von Hannover 96. "Da der 23-Jährige seit der Ansteckung keinen Kontakt zu seinen Teamkollegen hatte, ist nicht davon auszugehen, dass sich Mitspieler bei ihm infiziert haben", schreibt der Club beim Kurznachrichtendienst Twitter. Hübers befinde sich in häuslicher Quarantäne.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist. Bild: dpa

+++ 11.03.2020: Spahn gegen flächendeckende Schulschließungen wegen Corona-Krise +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist weiter gegen generelle Schulschließungen im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Es ist leichter, auf Fußballspiele oder Clubkonzerte zu verzichten, als auf eine Betreuung der Kinder, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Geschlossene Schulen und Kitas hätten auch Folgen für Polizisten oder Angehörige des Gesundheitswesens. Es könne auch fatale Folgen haben, Kinder nun etwa von der Oma betreuen zu lassen, sagte Spahn mit Blick auf das erhöhte Krankheitsrisiko für Ältere. Regionale Schulschließungen wie im besonders betroffenen Kreis Heinsberg seien sinnvoll. "Flächendeckend bin ich sehr zurückhaltend."

+++ 11.03.2020: Merkel ruft Bürger zu Solidarität in Corona-Krise auf +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. Merkel sagte am Mittwoch in Berlin: "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen." In der Corona-Krise hat sie zudem ein abgestimmtes Handeln in Deutschland gefordert. "Föderalismus ist nicht dafür da, dass man Verantwortung wegschiebt, sondern Föderalismus ist dafür da, dass jeder an seiner Stelle Verantwortung wahrnimmt", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Alle Ebenen täten gut daran, Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nachzukommen. Merkel sagte, es müssten nun alle Kräfte eingesetzt werden.

Zuvor hatte Merkel es als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Verbreitung des Virus einzudämmen. "Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen", sagte die CDU-Politikerin. Es gebe noch keine Therapie und keinen Impfstoff. 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten nach Angaben von Experten infiziert werden, wenn das so bleibe.

Zentral sei nun, "dass wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten". Die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden. "Es ist eben nicht egal was wir tun, es ist nicht vergeblich, es ist nicht umsonst", sagte Merkel. "Es geht also um das Gewinnen von Zeit." Wichtig sei, dass alle staatlichen Ebenen arbeiten könnten. Es sei nicht das Schlimmste, wenn Fußballspiele nicht wie gewohnt stattfinden könnten.

+++ 11.03.2020: 3. Coronavirus-Todesfall in Deutschland +++

Wie eine Sprecherin des Kreis' Heinsberg der "Rheinischen Post" erklärte, ist dort eine zweite Person an den Folgen der Coronavirus-Erkrankung verstorben. Demnach gibt es das dritte Todesopfer in Deutschland.

+++ 11.03.2020: Wegen Coronavirus: Hamburg untersagt große Veranstaltungen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die Hamburger Gesundheitsbehörde Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch. Damit werden die nächsten Heimspiele der Fußball-Zweitligisten Hamburger SV und FC St. Pauli ohne Zuschauer ausgetragen. Zuvor hatte "bild.de" darüber berichtet.

+++ 11.03.2020: Robert-Koch-Institut meldet fast 1300 Corona-Infizierte +++

Während der täglichen Pressekonferenz zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland spricht das Robert-Koch-Institut aktuell von 1296 Infizierten und weiterhin zwei Todesfällen. RKI-Viz Prof. Schaade warnt zudem davor, Pflegeheime zu besuchen, auch wenn man nur Symptome einer Grippe aufweisen würde.

+++ 11.03.2020: Saarland + Thüringen verbieten Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern +++

Im Saarland wird es vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern geben. Das hatte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) im Landtag in ihrer Regierungserklärung verkündet. Auch in Thüringen sollen vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern mehr stattfinden. Eine entsprechende Weisung sei am Dienstag an alle Kommunen gegeben worden, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in Erfurt. Zudem sollten Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Teilnehmern nach Prüfung nur im Ausnahmefall erlaubt werden.

+++ 11.03.2020: Kultusminister beraten wegen Coronavirus über Abiturprüfungen +++

Die Kultusminister der Länder wollen sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 für die bevorstehenden Abiturprüfungen wappnen. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin würden sich die Kultusminister der Länder "intensiv zum Umgang mit den Coronavirus austauschen", sagte die KMK-Präsidentin, Stefanie Hubig (SPD), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, wie das Abitur 2020 unter diesen Bedingungen stattfinden könne. "Das betrifft die schriftlichen Prüfungen mit den zentralen Elementen sowie die Termine für das mündliche Abitur."

In den meisten Bundesländern stehen in den nächsten Wochen die schriftlichen Abiturprüfungen an. "Gleiche Überlegungen müssen selbstverständlich auch für die Prüfungen an beruflichen Schulen, für die Fristen zur Zulassung zum Studium sowie für anstehende Staatsexamina und zentrale Prüfungen an unseren Universitäten angestellt werden", sagte Hubig den Funke-Zeitungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Funke-Informationen bereits einen Notfallplan, der in dieser Woche an den Schulen in NRW verteilt werden soll. Dieser sieht demnach vor, dass Schüler, die wegen der Quarantäne-Regelungen die Abiturprüfung nicht schreiben können, die Klausuren an einem zentralen Nachschreibetermin nachholen. Außerdem sollen Lehrer Unterrichtsmaterial etwa digital oder per Post bereitstellen, um ein faires Prüfungsverfahren sicherzustellen.

+++ 10.03.2020: Merkel rechnet mit sehr hoher Zahl an Coronavirus-Infizierte +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken könnten. 60 bis 70 Prozent könnten sich infizieren, sagte sie nach Teilnehmerangaben in der Fraktionssitzung am Dienstag. Zuvor hatte "Bild.de" darüber berichtet. Die Zahlen hatten Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten bereits vor einiger Zeit genannt. Noch sei unbekannt, in welcher Zeit dieses Infektionsgeschehen verlaufe, betonte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger."

Problematisch werde es etwa für das Gesundheitssystem, wenn das Ganze in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. "Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen." Mediziner arbeiten zudem an Medikamenten und Impfstoffen. Mit einem Einsatz von Impfstoffen rechnen sie in ein bis eineinhalb Jahren.

+++ 10.03.2020: Merkel über Coronakrise: Unerschrocken das Notwendige machen +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen konsequenten Kampf der Bundesregierung gegen das neue Coronavirus angekündigt. Man werde unerschrocken das Notwendige gegen die Ausbreitung tun, sagte Merkel am Dienstag während der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Zugleich bedankte sich die frühere CDU-Chefin bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für dessen Arbeit. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Jens Spahn macht das ganz toll." Die Abgeordneten spendeten demnach daraufhin langen und lauten Applaus.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kündigte nach diesen Informationen an, seine Fraktion werde wegen des Coronavirus alle internen Veranstaltungen absagen, die nicht unbedingt notwendig seien. Dies gelte aber nicht für Fraktionssitzungen.

+++ 10.03.2020: 35.000 Coronavirus-Tests in Arztpraxen in vergangener Woche +++

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus sind in der vergangenen Woche in Arztpraxen 35 000 Tests auf den Erreger vorgenommen worden. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Dienstag auf Anfrage mit. Nicht in diesen Zahlen enthalten sind Tests in Kliniken. Die KBV hatte die Bürger bereits dazu aufgerufen, nicht unnötig aus Sorge vor dem Virus in Praxen zu gehen. Sinnvoll seien Tests nur, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege und Kontakt zu Infizierten gehabt hat. In den Laboren in Deutschland gibt es den Angaben zufolge Kapazitäten für rund 12.000 Tests pro Tag.

+++ 10.03.2020: Landesregierung: Großveranstaltungen in NRW grundsätzlich absagen +++

Timo Hübers von Hannover 96 hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Timo Hübers von Hannover 96 hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Bild: dpa

Wegen des Coronavirus sollen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich abgesagt werden - oder ohne Zuschauer stattfinden. Das sieht ein am Dienstag beschlossener Erlass der Landesregierung mit entsprechenden Weisungen an die Kommunen vor. "Die Lage ist ernst, aber kein Grund zur Panik oder für irrationales Verhalten", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Großveranstaltungen müssten nun in den Fokus genommen werden, auch wenn Absagen für Veranstalter teilweise schmerzhaft seien und zu Umsatzeinbußen führten.

Große Messen, Kongresse, Konzerte oder Sportveranstaltungen sollen nun zunächst abgesagt werden. Nach aktueller Erkenntnislage gebe es keine Schutzmaßnahmen, die einen geringeren Eingriff bei gleicher Wirksamkeit böten, erläuterte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Es müsse genau überlegt werden, was verzichtbar sei. Schulunterricht oder der Öffentliche Personennahverkehr seien unverzichtbar, um das gesellschaftliche Leben nicht lahmzulegen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Mehrere Bundesländer waren dem schon gefolgt.

+++ 10.03.2020: Brinkhaus: Bundestag gibt bis zu einer Milliarde für Corona-Abwehr +++

Der Bundestag stellt massive Finanzmittel zum Kampf gegen den neuartigen Coronavirus zur Verfügung. "Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro", kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) am Dienstag vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin an.

+++ 10.03.2020: Bayern untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus untersagt Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen empfiehlt die Staatsregierung die Absage, jeweils nach Rücksprache mit den Behörden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Rande einer Kabinettssitzung am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr.

+++ 10.03.2020: Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt - nun alle Bundesländer betroffen +++

Mit ersten Nachweisen in Sachsen-Anhalt sind nun alle Bundesländer in Deutschland vom Coronavirus betroffen. Bei einem Mann Mitte 20 aus Halle sei Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Magdeburg mit. Zuvor hatten mehrere Medien über den ersten Nachweis in Sachsen-Anhalt berichtet. Zudem wurde das Virus bei drei weiteren Männern nachgewiesen. Alle vier Betroffenen seien zuvor in Norditalien gewesen.

Sachsen-Anhalt war das letzte Bundesland ohne bestätigte Infektion mit dem Erreger gewesen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen hierzulande liegt nach den aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1139. Besonders stark betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montag waren hierzulande die ersten beiden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt geworden - beide Menschen stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge allerdings wesentlich höher.

Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet - oder gar keine Symptome.

+++ 10.03.2020: Appell an Blutspender: Keine Angst vor Coronavirus - Spenden wichtig +++

Das Deutsche Rote Kreuz hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, wie der medizinische Geschäftsführer, Prof. Torsten Tonn, erklärte. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen. Die Versorgungslage im Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein sei aber auf niedrigem Niveau stabil.

"Es ist wichtig, dass gerade jetzt in einer Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, wo die Durchseuchung noch auf Einzelfälle beschränkt ist, um einen Vorrat anlegen zu können, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können", erläuterte Tonn.

"Blutspenden ist weiter wichtig", betonte auch der Leiter der Transfusionsmedizin am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, Sven Peine, am Montag. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Spender um etwa 30 Prozent zurückgegangen, am Donnerstag und Freitag sogar um 50 Prozent. Peine vermutet, dass der Rückgang nicht nur mit den Hamburger Märzferien zusammenhängt, sondern auch mit der subjektiven Angst vor einer Ansteckung. Das Infektionsrisiko für Blutspender sei aber sehr gering.

Spenden könne nur jemand, der gesund sei und in den vier Wochen davor auch keine Erkältung oder andere Krankheit gehabt habe. Auch Rückkehrer aus Covid-19-Risikogebieten müssten vier Wochen bis zur nächsten Blutspende warten. Bei einer weiteren Ausbreitung des Virus könnte das die Zahl der potenziellen Spender verringern. Peine schloss nicht aus, dass es zu einer Mangelsituation kommt.

+++ 09.03.2020: Spahn zu Corona-Krise: "Wir werden diese Situation bewältigen" +++

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Deutschen zu solidarischem Handeln aufgefordert. "Wir werden diese Situation bewältigen. Wenn wir alle mithelfen, zusammenhalten und einander auch unter Stress vertrauen", schrieb er in einem am späten Montagabend veröffentlichten Gastbeitrag in der "Bild" und fügte hinzu: "Es geht. Und am besten geht es gemeinsam." Der Höhepunkt der Epidemie sei noch nicht erreicht. "Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Infektionen", schrieb Spahn: "Es wird weitere Einschränkungen unseres Alltags geben."

Spahn schrieb, das Coronavirus sei eine große Herausforderung "für uns als ganze Gesellschaft". Das Virus werde den Alltag verändern. "Je weniger Menschen sich gleichzeitig anstecken, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen", schrieb Spahn. Gerade Ältere und chronisch Kranke seien auf eine ausreichende Zahl verfügbarer Intensivbetten angewiesen. "Oberstes Ziel ist es daher, den Ausbruch zu verlangsamen." Klar sei: Die Sicherheit aller gehe vor - auch vor wirtschaftlichen Interessen. Doch das öffentliche Leben einzuschränken, sei keine einfache Entscheidung. Öffentlichkeit gehöre zur Demokratie. "Das soll so bleiben. Deshalb müssen wir behutsam und besonnen vorgehen."

Flächendeckende Schulschließungen sehe er skeptisch. "Weil Eltern dann ihre Kinder betreuen müssen und auch nicht mehr im Krankenhaus arbeiten können."

+++ 09.03.2020: Bundestag schließt Reichstagskuppel +++

Als Reaktion auf die Corona-Epidemie schließt der Bundestag von Dienstag an die Reichstagskuppel und die Dachterrasse für Besucher. Das teilte die Pressestelle des Bundestages am Montag nach Beratungen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit den Parlamentarischen Geschäftsführern der Fraktionen mit. Über weitere mögliche Maßnahmen soll im Rahmen einer fortlaufenden Risikobewertung entschieden werden. Die begehbare Kuppel des Architekten Sir Norman Foster auf dem historischen Reichstagsgebäude gilt als eine Touristenattraktion. Sie wird laut Bundestag von jährlich mehr als zwei Millionen Menschen besucht.

+++ 09.03.2020: Bayern will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen untersagen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen bis zunächst Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden. Zuvor hatte die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Davon betroffen wären nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele in den Bundesligen oder der Champions League. Nicht geklärt war zunächst, ob die Spiele abgesagt werden müssen. Möglich wäre, dass die Begegnungen ohne Publikum als sogenannte Geisterspiele ausgetragen werden.

+++ 09.03.2020: Heinsberger Landrat: Keine Kinder oder Jugendliche in Klinik +++

Wegen der Coronavirus-Infektion sind im besonders betroffenen Kreis Heinsberg 15 Menschen in stationärer Behandlung, darunter keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Fünf der Patienten würde auf der Intensivstation behandelt. Der Frau eines schwer erkrankten Mannes aus Gangelt gehe es besser, er selbst sei noch in einem kritischen Zustand. Insgesamt seien im Kreis bis zum Abend 323 Infektionen nachgewiesen worden.

+++ 09.03.2020: Coronavirus-Todesopfer aus NRW hatte Vorerkrankungen +++

Bei dem Coronavirus-Todesopfer aus dem Kreis Heinsberg handelt es sich nach Angaben von Landrat Stephan Pusch um einen 78-jährigen Mann aus Gangelt. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag um 14 Uhr an Herzversagen gestorben. Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten. Er habe vorher eine Karnevalssitzung besucht - wobei noch unklar sei, um welche es sich gehandelt habe, so Pusch.

+++ 09.03.2020: Bei Erkältung Krankschreibung ohne Arztbesuch für bis zu sieben Tage +++

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können sich nun nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen - zur Entlastung der Ärzte in der Coronavirus-Krise. Patienten müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am heutigen Montag in Berlin verständigt, wie beide Seiten mitteilten. Die Regelung gilt für Patienten, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder offizielle Kriterien für einen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus erfüllen. Diese Vereinbarung gelte ab sofort und zunächst für vier Wochen.

+++ 09.03.2020: Zwei Coronavirus-Patient in Deutschland gestorben +++

Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das eine Opfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte. Zu dem oder der anderen Toten wollte der Landrat von Heinsberg am Abend nähere Informationen geben. Am Sonntag war bereits ein Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.

Der erste bestätigte Fall in Nordrhein-Westfalen wurde am 25. Februar bekannt. Dann breitete sich das Virus weiter aus. Nachgewiesen wurde es zuerst bei einem 47-Jährigen Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46-jährigen Frau. Beide wurden in die Uniklinik Düsseldorf verlegt. Der Mann war zwischenzeitlich in einem sehr ernsten Zustand. Beide hatten zuvor eine Karnevalssitzung in ihrem Heimatort besucht. Die Ehefrau ist außerdem Erzieherin in einem örtlichen Kindergarten.

Um das Virus einzudämmen, standen Hunderte Karnevalisten und ihre Familien vorübergehend und vorsorglich unter häuslicher Quarantäne, außerdem Kinder und Personal des betroffenen Kindergartens - insgesamt waren es rund 1000 Menschen.

Zuletzt lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in NRW am Montag (Stand: 10.00 Uhr) bei 515. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus den Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums hervorging. Mit einem weiteren Anstieg wurde gerechnet.

+++ 09.03.2020: Erste Testimpfungen gegen Corona vielleicht schon nächstes Jahr +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus schließt der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, nicht aus, dass vielleicht schon im nächsten Jahr erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

Er rechne mit ersten klinischen Prüfungen in Deutschland im Sommer bis Herbst dieses Jahres und wolle nicht ausschließen, dass dann im kommenden Jahr größere klinische Prüfungen mit Tausenden oder vielleicht Zehntausenden Probanden beginnen könnten, sagte Cichutek am Montag in Berlin. "Man darf hier nichts zu sehr beschleunigen. Wir brauchen verträgliche, sichere Impfstoffe, die dann auch wirksam sind, aber trotzdem haben wir vielleicht die günstige Lage, dass wir hier schon besondere Bevölkerungsgruppen im Rahmen der klinischen Prüfungen auch schützen könnten."

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) rief am Montag mit Blick auf Medikamente und einen möglichen Impfstoff zu Geduld auf. "Die Forschung dauert und wir können an dieser Stelle keine Wunder erwarten", sagte die CDU-Politikerin. Weil es Zeit brauche, lege man so großen Wert darauf, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Die Entwicklung des Impfstoffes ist extrem aufwendig." Die Ministerin kündigte weitere 145 Millionen Euro Mittel zur Erforschung des Coronavirus an. Sie rechne damit, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch die Gelder bewilligen werde.

+++ 09.03.2020: Coronavirus-Verdacht: Bis zu 5000 Menschen in Brandenburg isoliert +++

Nach einem Coronavirus-Verdacht an einer Brandenburger Schule befinden sich 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte der Amtsdirektor der Kleinstadt Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, am Montag der dpa. Zuvor hatte der rbb berichtet.

Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse (Kreis Ostprignitz-Ruppin) hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt die häusliche Isolation an. Das betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen. An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Eine ganz konkrete Zahl von Menschen in häuslicher Isolation konnte Amtsdirektor Fuchs zunächst nicht nennen.

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5000 Menschen nicht bestätigen. Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Schule mit angegliederter Grund- und Förderschule wird von insgesamt 730 Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region besucht.

+++ 09.03.2020: Experte: Frühjahr dürfte Coronavirus kaum verlangsamen +++

Das Frühjahr und der Sommer mit wärmeren Temperaturen dürften die Ausbreitung des Coronavirus aus Expertensicht nicht sehr stark verlangsamen. Es sei wohl damit zu rechnen, "dass wir direkt in eine Epedemiewelle hineinlaufen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, Christian Drosten, am Montag in Berlin. Der saisonale Effekt auf diese Viren dürfte voraussichtlich nicht so groß sein wie auf einige andere Erkältungsviren. Drosten verwies auf entsprechende verfeinerte Modellrechnungen einer Studie aus den USA.

Deutschland habe das Virusgeschehen sehr früh erkannt und sich damit einen extremen Vorsprung in der Erkennung der Epidemie gesichert, erläuterte der Virologe. "Das hat dazu geführt, dass wir jetzt sehr hohe Fallzahlen in den Statistiken haben, ohne relevant große Zahlen von Todesfällen berichten zu müssen." Hintergrund sei, dass viele Labore in der Fläche hierzulande sehr früh aktiv geworden seien und dies kein nationales Institut Tests allein für sich reklamiere. Damit hätten andere Länder einen Monat oder mehr an Zeit verloren. Drosten machte mit Blick auf zu erwartende Todesfälle zugleich deutlich: "Auch bei uns wird sich das ändern, wir sind da keine Ausnahme."

+++ 09.03.2020: Spahn: Alle müssen an Verlangsamung der Corona-Epidemie mitwirken +++

Facebook will Fake-News über den Coronavirus löschen.

Facebook will Fake-News über den Coronavirus löschen. Bild: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Bürger dazu aufgerufen, daran mitzuwirken, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Ziel müsse es sein, "die Dynamik zu verlangsamen", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. "Wir müssen den Ausbruch verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann", betonte er. "Dazu brauchen wir die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin."

Es gehe um die gleichen Verhaltensweisen wie bei einer Erkältung oder Grippe. "Alles genauso machen, als würde man sich im Alltag vor Erkältung oder Grippe schützen wollen", sagte Spahn. Jeder solle jetzt zudem abschätzen und entscheiden, worauf er leichter und worauf er schwerer verzichten könne.

Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. In Deutschland stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf 1112. Das geht aus der Auflistung des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen hervor.

Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

+++ 09.03.2020:Erster deutscher Coronavirus-Toter ist Hamburger Feuerwehrmann +++

Der in Ägypten am Coronavirus gestorbene Deutsche ist ein in Hamburg arbeitender Feuerwehrmann mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein. Das sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde am Montag. Der 60-Jährige ist der erste Deutsche, der nachgewiesenermaßen an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben ist. Covid-19 wird vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" hatte der Mann eine Nilkreuzfahrt mit seiner Frau gemacht. Seine Frau sei bereits nach Hamburg zurückgekehrt.

Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums starb der Mann am Sonntag in einem Krankenhaus.

+++ 09.03.2020: Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt auf über 1.000 +++

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland auf 1112 gestiegen. Das geht aus der Auflistung des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen hervor. Am stärksten betroffen ist demnach weiterhin Nordrhein-Westfalen, dort vor allem der Landkreis Heinsberg.

Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100 000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

+++ 09.03.2020: GroKo beschließt umfangreiche Coronavirus-Hilfen für Unternehmen +++

Union und SPD haben sich auf ein umfangreiches Paket zur Abfederung von wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise geeinigt. Dazu sollen unter anderem die Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld deutlich gesenkt werden. Arbeitgeber sollen anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen, beschloss der Koalitionsausschuss in der Nacht zu Montag in Berlin bei seiner Sitzung im Kanzleramt.

Die große Koalition will zudem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren. "Wir werden die Investitionen des Bundes in den Jahren 2021 bis 2024 um jeweils 3,1 Milliarden Euro verstärken und so vereinbarte Investitionspfade ausbauen und neue Prioritäten in Höhe von insgesamt 12,4 Milliarden Euro ermöglichen", heißt es dem 14-seitigen Beschluss von Union und SPD.

An den Beratungen nahmen neben Merkel, Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und den Partei- und Fraktionschefs von CDU, CSU und SPD zeitweise auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) teil.

+++ 09.03.2020:Coronavirus: Augsburgs Trainer plädiert für Absage der Länderspiele +++

Trainer Martin Schmidt vom FC Augsburg plädiert wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus für einen Verzicht auf die Fußball-Länderspiele Ende des Monats. "Ich mache mir Sorgen um die Länderspielpause. Da finde ich es sinnhaft, wenn man die aussetzen würde. Weil da verteilen sich alle Nationalspieler in der ganzen Welt", sagte der Schweizer dem Bayerischen Rundfunk nach dem Bundesligaspiel der Augsburger am Sonntag beim FC Bayern München.

Die Bundesligavereine haben zahlreiche Profis, die in zwei Wochen zu ihren Nationalteams reisen würden. Die deutsche Nationalmannschaft soll in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg gegen Italien antreten. "Da habe ich Angst", sagte Schmidt für den Fall, dass Spieler von ihren Nationalteams erkrankt zurückkommen könnten. "Dann haben wir ein Riesenproblem. Ich weiß nicht, ob man da nicht besser sagt, bleiben wir in den zwei Wochen daheim und trainieren und konzentrieren uns auf die inländischen Ligen", sagte Schmidt.

+++ 08.03.2020: Erstmals Deutscher nachweislich an neuartigem Coronavirus gestorben +++

Erstmals ist ein deutscher Staatsbürger nachweislich an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es ist zugleich der erste Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 in Afrika. Aus welchem deutschen Bundesland der Mann stammte, blieb zunächst unklar.

Der Mann sei aus der bei Touristen beliebten Stadt Luxor im Süden Ägyptens in den Strandort Hurghada gereist, teilte Ministeriumssprecher Chalid Megahid mit. Nach seiner Ankunft habe er eine erhöhte Temperatur gehabt und sei im Krankenhaus positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Der Mann sei auf der Intensivstation behandelt worden und habe sich geweigert, in eine andere Klinik verlegt zu werden. Sein Zustand habe sich zunehmend verschlechtert, am Sonntag sei er verstorben.

Ägypten hatte im Vergleich zu anderen Ländern im arabischen Raum zunächst vergleichsweise wenige Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet. Vor allem der regionale Nachbar Iran, wo inzwischen nach offizieller Statistik rund 145 Menschen an der vom Virus verursachten Krankheit Covid-19 verstarben, sowie Kuwait, Bahrain und der Irak meldeten Dutzende nachgewiesene Infektionen.

Ägypten, mit 100 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas, meldete bisher 48 Nachweise. Darunter waren 45 Menschen von Bord eines Kreuzfahrtschiffs, das auf dem Nil in Oberägypten unterwegs war.

+++ 08.03.2020: BASF meldet Sars-CoV-2-Fall am Standort Ludwigshafen +++

Beim Chemiekonzern BASF ist ein Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Die unmittelbaren Kollegen des Mannes aus Neustadt/Weinstraße würden kontaktiert, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Sie sollen wie der Infizierte selbst zunächst in häuslicher Quarantäne bleiben. "Der werksärztliche Dienst der BASF arbeitet weiter eng mit den zuständigen Behörden zusammen und erwägt in Absprache mit den Behörden im Umfeld des betroffenen Mitarbeiters weitere Maßnahmen", heißt es in der Mitteilung.

Der BASF-Konzern besitzt seit der Sars-Epidemie 2003 einen stufenweisen Pandemieplan. Ein Krisenteam analysiert täglich die neuen Informationen über Sars-CoV-2. Wichtig sei, schrittweise und umsichtig zu reagieren, hatte BASF-Chef Martin Brudermüller unlängst betont.

+++ 08.03.2020: Bundesliga vor Geister-Spieltag +++

Wegen des Coronavirus steht die Bundesliga erstmals in ihrer Geschichte vor einem Geister-Spieltag. Nach dem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, erklärte die Deutsche Fußball Liga (DFL):

"Selbstverständlich werden sich die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga mit den zuständigen Behörden an den jeweiligen Standorten wie bisher eng hinsichtlich des Ablaufs weiterer Spieltage abstimmen.Gleichzeitig steht es außer Frage, dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln. Nur so erhalten Clubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Spielzeit Planungssicherheit. Das DFL-Präsidium wird sich hierzu kurzfristig erneut austauschen und zeitnah ein Treffen der Clubs ansetzen."

Damit könnte auch das bevorstehende Derby (14.03, 15.30 Uhr) zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 womöglich als Geisterspiel stattfinden, was nicht nur für die Fans, sondern auch für die Spieler eine herbe Enttäuschung wäre.

+++ 08.03.2020: Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen +++

Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. "Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein.

Spahn sagte, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. "Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen." Zum Thema Großveranstaltungen sagte Spahn: "Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen." Prinzipien für den Umgang mit kleineren Veranstaltungen habe das Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt.

Weiter sagte Spahn: "Ich bin mir bewusst, welche Folgen das für Bürgerinnen und Bürger oder Veranstalter hat. Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen, wie wir mit den wirtschaftlichen Folgen umgehen." Klar sei aber, dass die Gesundheit vorgehe.

Weiter sagte Spahn: "Ich ermuntere auch jeden Einzelnen: Wägen Sie ab, was Ihnen im eigenen Alltag so wichtig ist, dass Sie darauf in den nächsten zwei bis drei Monaten nicht verzichten wollen, sei es der Clubbesuch, die Geburtstagsfeier im familiären Kreis oder die Vereinssitzung. Ich vertraue darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger in diesen Zeiten kluge Entscheidungen für sich und ihre Liebsten treffen. Denn wir schützen mit dieser Vorsicht vor allem unsere älteren und chronisch kranken Mitbürger."

Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Beim RKI waren bis zum Sonntagmorgen 847 Infektionen erfasst. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und mehr als zehnmal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern. Laut Angaben der Live-Karte zum Coronavirus liegt die Zahl der Infektionen in Deutschland aktuell bereits bei 939 (Stand 15.28 Uhr).

+++ 08.03.2020: Kreis sperrt Krankenhaus in Sachsen-Anhalt wegen Arzt mit Coronavirus +++

Das Krankenhaus im sachsen-anhaltischen Zerbst ist für neue Patienten und Besucher gesperrt. Grund dafür ist, dass in der Einrichtung ein Arzt aus Sachsen arbeitet, der positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde, wie der Landkreis Anhalt-Bitterfeld am Sonntag mitteilte. Der Fall zählt statistisch nicht zu Sachsen-Anhalt, nach Angaben des Sozialministeriums wurde bis Sonntagmittag bei keinem Sachsen-Anhalter eine Infektion mit dem Erreger Sars-Cov-2 nachgewiesen. In allen anderen Bundesländern sind bereits Erkrankungen bekannt.

Der Mann sei zuvor im besonders vom Coronavirus betroffenen Südtirol gewesen und weise leichte Beschwerden auf. Derzeit laufe die Suche nach Menschen, die mit dem Arzt Kontakt hatten, teilte der Kreis weiter mit. Es seien bereits erste Abstriche genommen worden, um sie auf den Erreger zu testen. Mit Ergebnissen sei nicht vor Montag zu rechnen. Zunächst verfügte der Kreis nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, dass im Zerbster Krankenhaus weder neue Patienten aufgenommen werden noch Besucher ins Krankenhaus dürfen.

+++ 08.03.2020: Fast 850 Corona-Infektionen in Deutschland - 50 mehr als am Vortag +++

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. 847 Menschen haben sich mittlerweile bundesweit mit Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen mitteilte. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und mehr als zehnmal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet nach RKI-Angaben mit 392 weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg (182) und Bayern (148). Außer Sachsen-Anhalt sind mittlerweile alle Bundesländer betroffen.

+++ 08.03.2020: Schweiz empört über deutsches Ausfuhrverbot für Schutzmasken +++

Das deutsche Ausfuhrverbot für Schutzkleidung zum Kampf gegen das neue Coronavirus hat laut einem Medienbericht zu diplomatischen Spannungen mit der Schweiz geführt. Wie das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) der "NZZ am Sonntag" mitteilte, habe die Eidgenossenschaft den deutschen Botschafter vorgeladen und sei auch bei den zuständigen Ministerien in Berlin vorstellig geworden. "Bei diesen Kontakten wurden die deutschen Behörden mit Nachdruck aufgefordert, die blockierten Sendungen umgehend freizugeben", zitiert die Zeitung aus einer Antwort des Seco.

Laut "NZZ am Sonntag" wird derzeit ein Lastwagen eines Schweizer Unternehmens von deutschen Zollbehörden daran gehindert, in die Schweiz zu fahren. Der Lastwagen sei mit 240.000 Schutzmasken beladen. Laut dem Seco sei das kein Einzelfall. Die deutsche Bundesregierung hatte am Mittwoch ein Ausfuhrverbot für medizinische Schutzausrüstung erlassen. Da die Schweiz kaum medizinisches Verbrauchsmaterial produziert, wurde sie hart von der Maßnahme getroffen.

+++ 08.03.2020:Coronavirus-Krise: Italien weitet Sperrgebiet drastisch aus +++

Italien sperrt im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus größere Gebiete im Norden des Landes ab. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am frühen Sonntagmorgen an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Betroffen von den Maßnahmen sind die Region Lombardei und 14 Provinzen. Diese seien Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro und Urbino, Alessandria, Asti, Novara, Verbano Cusio Ossola, Vercelli, Padua, Treviso und Venedig, sagte Conte. Damit treffen die Ein- und Ausreiseverbote mehr als zehn Millionen Menschen bis in die Mitte des Landes.

Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählten die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben.

+++ 07.03.2020: Berliner Polizist mit Coronavirus infiziert +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in der Hauptstadt ist auf 28 gestiegen, wie die Gesundheitsverwaltung am Samstagmittag mitteilte. Unter den Infizierten ist auch ein Berliner Polizist. Das bestätigte die Berliner Polizei auf Twitter. Demnach gehört der Erkrankte zu einerEinsatzhundertschaft. Der Mann befindet sich aktuell in häuslicher Isolation.

+++ 07.03.2020: Zahl der Corona-Infizierten steigt auf 795 in Deutschland +++

Bei immer mehr Menschen in Deutschland wird das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte bis Samstagnachmittag 795 Infektionen erfasst - mehr als zehn Mal so viele wie noch eine Woche zuvor. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern.

Weltweit sind inzwischen mehr als 100 000 Infektionen und rund 3500 Todesfälle registriert - die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte Experten zufolge noch weit darüber liegen. Die meisten Infektionen verlaufen weiterhin mild, ein Großteil der Betroffenen hat kaum Symptome oder kann nach einigen Tagen bis Wochen wieder geheilt aus der Klinik entlassen werden.

+++ 07.03.2020: Corona-Quarantäne für aus Risikogebieten heimkehrende Kinder +++

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus an Schulen und Kindertagesstätten verschärft das bayerische Gesundheitsministerium die Regeln. Laut einer sogenannten Allgemeinverfügung dürfen Schüler und Kindergartenkinder nach einer Rückkehr aus Risikogebieten - wie zum Beispiel Südtirol - ab sofort für 14 Tage nicht in die Schule beziehungsweise in eine entsprechende Betreuungseinrichtung. Dies teilte das Ministerium am Samstag mit.

Südtirol war vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI "Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann". In Italien gehören dazu auch die Regionen Emilia-Romagna und Lombardei sowie die Stadt Vo in der Region Venetien.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass nach Abwägung aller Umstände eine solche allgemeingültige Anordnung erforderlich sei, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 in Schulen und bei der Kinderbetreuung zu unterbinden. "Die Anordnung ist nicht befristet." Bei einer neuen Risikoeinschätzung werde die Verfügung gegebenenfalls aufgehoben.

+++ 07.03.2020: Luftverkehrsbranche: Durch Corona-Krise "immenser" Schaden +++

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft sieht wegen der Auswirkungen der Corona-Epidemie einen immensen wirtschaftlichen Schaden für die Branche. Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei jetzt schon sichtbar, dass die Folgen der Coronakrise auf den Luftverkehr gravierender seien als bei vergleichbaren Krisen, wie etwa dem Nachfrageeinbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise oder in Folge des Sars-Virus. "Unsere Unternehmen passen mit großen Anstrengungen ihr Flugangebot an die einbrechenden Buchungen an, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und Arbeitsplätze zu sichern"

Trotz dieses Gegensteuerns aber sei der wirtschaftliche Schaden immens, sagte von Randow. Deswegen müsse die Politik die Unternehmen unterstützen, "damit diese ein für Deutschland wichtiges Mobilitätsangebot aufrecht erhalten und gravierende Strukturbrüche in der Luftverkehrswirtschaft vermieden werden können".

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition wollen am Sonntagabend über mögliche Maßnahmen sprechen, um wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus zu begrenzen. Im Gespräch sind etwa eine Ausweitung des Kurzarbeitgeldes sowie eine Aufstockung von Kreditprogrammen.

+++ 07.03.2020:Söder fordert Corona-Notfallkonzept zum Schutz der Wirtschaft +++

Angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus sollte die Bundesregierung aus Sicht von CSU-Chef Markus Söder ein Notfall-Konzept für betroffene Unternehmen erarbeiten. "Es darf aus dem Coronavirus keine zweite Finanzkrise entstehen. Wir wollen keinen Corona-Schock für die deutsche Wirtschaft", sagte der bayerische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in München. Zu möglichen Maßnahmen zählten Bürgschaften, Steuerstundungen und "ganz wichtig" Kurzarbeitergeld. "Das ist nötig damit es nicht zu erheblichen Schäden in der deutschen Wirtschaft kommt."

Am Sonntagabend will Söder sich deshalb im Kanzleramt beim Treffen der Spitzen von Union und SPD mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ein "kluges Konzept" einsetzen: "Die Bundesregierung darf die Wirtschaft und die Arbeitnehmer nicht alleine lassen."

+++ 07.03.2020: Corona-Wucher: Ebay verbietet Schutzmasken und Desinfektionsmittel +++

Die Online-Handelsplattform Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten. Das Unternehmen begründete den Schritt am Donnerstag (Ortszeit) den Nutzern gegenüber mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus. Das Unternehmen werde alle Angebote außer Bücher, deren Produktbeschreibung in Zusammenhang mit dem Virus steht, im Blick behalten und schnell entfernen. Immer wieder versuchen Verkäufer aus der Angst vor einer Ausbreitung der Seuche Profit zu schlagen. Auch Amazon war bereits dagegen vorgegangen.

+++ 06.03.2020: Coronavirus: Mehr als 600 Infizierte in Deutschland +++

Die Zahl der Coronavirus-Nachweise in Deutschland steigt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitagabend auf seiner Webseite von inzwischen 639 nachgewiesenen Fällen. Am Mittag war das Institut noch von mehr als 500 infizierten Menschen ausgegangen. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

+++ 06.03.2020: Lufthansa-Konzern streicht noch mehr Flüge +++

Wegen des Nachfrageeinbruchs infolge des Coronavirus streicht der Lufthansa-Konzern seinen Flugplan noch weiter zusammen. In den nächsten Wochen solle die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

+++ 06.03.2020:Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Südtirol ab +++

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus sollen Bundesbürger nun auch von nicht erforderlichen Reisen nach Südtirol absehen. Das Auswärtige Amt erweiterte entsprechende Reisehinweise für Italien, wie ein Sprecher am Freitag in Berlin bestätigte. Abgeraten wird nun von nicht nötigen Reisen in die Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie in die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Das Robert Koch-Institut habe nun auch Südtirol als Risikogebiet eingestuft, sagte der Sprecher. Im Krisenstab des Auswärtigen würden die RKI-Empfehlungen regelmäßig beraten.

+++ 06.03.2020: Mehrheit der Deutschen hält Maßnahmen gegen Coronavirus für ausreichend +++

Die Mehrheit der Deutschen hält laut einer aktuellen Umfrage die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus für ausreichend. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, hierzulande werde genug getan, wie aus dem ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Februar waren es demnach noch 80 Prozent. 26 Prozent halten die Vorkehrungen hingegen für zu gering.

39 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen meiden. 50 Prozent ändern ihr Verhalten den Angaben zufolge hingegen nicht.

+++ 06.03.2020: Spahn gegen Reisebeschränkungen in der EU wegen Coronavirus +++

Trotz der raschen Ausbreitung des Coronavirus ist Gesundheitsminister Jens Spahn gegen Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. "Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt, angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht für angemessen", sagte der CDU-Politiker am Freitag vor einem EU-Sondertreffen in Brüssel. "Und wenn wir da einen Konsens hätten heute, fände ich das ein wichtiges Signal."

Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten trafen sich bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen, um ihre Maßnahmen gegen die neue Krankheit Covid-19 abzustimmen. Die Lage habe sich seither dynamisch verändert, sagte Spahn. Damals sei es darum gegangen, die in China ausgebrochene Epidemie aus der EU fernzuhalten. Das sei auch einige Zeit gelungen. Nun sei die Krankheitswelle angekommen. "Jetzt geht es gemeinsam darum, das gemeinsam einzudämmen", sagte Spahn.

Doch ist der Umgang mit der neuen Krankheit sehr unterschiedlich. Italien etwa hat alle Schulen geschlossen, was in Deutschland als überzogen abgelehnt wird. Die EU selbst hat in der Gesundheitspolitik kaum Kompetenzen, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Als Felder gemeinsamen Handelns nannte Spahn die Forschung an antiviralen Medikamenten zur Behandlung der Krankheit sowie an Impfstoffen zur Prävention. Wichtig sei ihm zudem, dass man gemeinsam erkenne, in einer neuen Phase angekommen zu sein und alle Politiken entsprechend anzupassen.

Bis Donnerstag waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in der Europäischen Union rund 4.200 Infektionen registriert. In Deutschland waren es laut Robert Koch-Institut über 500 Fälle. In Deutschland wurde noch kein Todesfall dem Virus zugeschrieben, europaweit waren es 112.

+++ 06.03.2020: Virologe: Bundesligaspiele im Rheinland müssten abgesagt werden +++

Der Chef-Virologe der Berliner Charité ist wegen der vielen Coronavirus-Fälle im Kreis Heinsberg bei Mönchengladbach für die Absage von Bundesligaspielen in der Region. "Volle Stadien mit Zehntausenden von Fans - gerade in Gegenden wie dem vom Coronavirus jetzt stark betroffenen Rheinland - müssten aus medizinischer Sicht eigentlich gestoppt werden", sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Das Stadion von Borussia Mönchengladbach liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, der bundesweit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die Behörden hatten dennoch entschieden, dass das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) stattfinden kann.

Auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) äußerte sich in einer Videobotschaft am Freitagmorgen verwundert über diese Entscheidung in der Nachbarstadt. Während im Kreis Heinsberg noch mindestens bis zum Ende der kommenden Woche alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben müssten, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verhindern, finde wenige Kilometer weiter eine solche Großveranstaltung statt. "Ich würde mir natürlich wünschen, dass man das mal näher erklärt", sagte Pusch. "Beispielsweise, welche Risikoabwägung dem zugrunde liegt, warum man davon ausgeht, dass vielleicht die Ansteckungsgefahr geringer ist als üblich." Eine solche Erklärung der Behörden in Mönchengladbach vermisse er.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Mittwoch mitgeteilt, das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach sehe keinen Grund für eine Absage des Bundesliga-Spitzenspiels.

+++ 06.03.2020: Robert-Koch-Institut meldet 534 Coronavirus-Infiziert +++

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Freitag (Stand: 7 Uhr, 06.03.2020) 534 Sars-CoV-2-Infizierte in Deutschland. Doch die tatsächlichen Fälle dürften weit höher liegen. "Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen zwischen der RKI-Tabelle und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer, kommen", heißt es in einer RKI-Mitteilung.

+++ 06.03.2020: EU-Gesundheitsminister beraten über Virus - 400 Fälle bundesweit +++

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus kommen die EU-Gesundheitsminister zu einem weiteren Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ziel der Beratungen, an denen am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnimmt, ist eine enge Koordinierung. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in Europa rund 4.200 Infektionen registriert. Besonders betroffen ist Italien mit laut Zivilschutz 148 Toten und mehr als 3.800 Infizierten. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher Infektionen bei 400 Menschen nachgewiesen.

+++ 06.03.2020: DTM-Tests in Hockenheim vor leeren Rängen +++

Die Testfahrten der Motorsportserie DTM Mitte März auf dem Hockenheimring finden wegen des Coronavirus unter Ausschluss der Zuschauer statt. Das teilten die Organisatoren am Donnerstagabend mit. Die Tests vom 16. bis 19. März waren wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 bereits aus dem italienischen Monza nach Deutschland verlegt worden. Die Saison des Deutschen Tourenwagen-Masters startet am 24. April im belgischen Heusden-Zolder.

+++ 06.03.2020:Ex-Schalker Fußball-Profi Poulsen unter Coronavirus-"Hausarrest" +++

Der frühere Schalker Fußball-Profi und jetzige Co-Trainer von Ajax Amsterdam, Christian Poulsen, fehlt dem niederländischen Meister bis mindestens zum 13. März. Der Assistent von Erik ten Hag muss der Zeitung "Telegraaf" zufolge wie zwei weitere Clubmitarbeiter als Vorsichtsmaßnahme zu Hause bleiben. Der 40 Jahre alte Däne war am vergangenen Freitag bei einer Geburtstagsfeier und eine der anderen anwesenden Personen war am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Die drei haben keine Beschwerden. Wenn es bis Donnerstag so bleibt, können sie ihre Arbeit wieder aufnehmen", sagte Ajax-Sprecher Miel Brinkhuis am Donnerstag. Erst wenn bei ihnen Fieber auftreten sollte, werden sie sich einem Test unterziehen.

+++ 06.03.2020:Höhere Beiträge für Privatpatienten wegen Corona unwahrscheinlich +++

In den privaten Krankenversicherungen steht nach Einschätzung von Branchenexperten keine Prämienerhöhung wegen des Coronavirus an. "Eine Beitragsanpassung zum 1. Januar 2021 ausschließlich aufgrund des Virus halte ich für unwahrscheinlich", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. "Die Leistungen in der PKV für Fälle der neuartigen Lungenkrankheit sind bislang noch vergleichbar mit denen einer stärkeren Grippewelle", erläuterte der Versicherungsmathematiker.

Solche Entwicklungen seien bei den Prämien eingepreist und entsprechend mit Risikokapital unterlegt. Ob die Prämien möglicherweise aus anderen Gründen steigen, sei abhängig vom jeweiligen Tarif und derzeit nicht abzusehen. Auch für Lebensversicherungen sieht Bader keine großen Risiken durch möglicherweise steigende Todesfälle wegen der Lungenkrankheit. "Diese Risiken können Lebensversicherer problemlos abdecken", sagte Bader.

Sorgen bereitet der Branche vor allem die Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten infolge des neuartigen Coronavirus. "Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank und möglicherweise ähnliche Schritte der EZB tun uns in der Niedrigzinsphase zusätzlich weh", sagte Bader. "Der Anlagenotstand macht den Lebensversicherern wieder zunehmend zu schaffen." Dies belaste die Branche stärker als ein möglicher Anstieg von Todesfällen. In der nun schon seit Jahren anhaltenden Zinsflaute fällt es Lebensversicherern zunehmend schwer, die hohen Zusagen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

+++ 05.03.2020: Unterschiedliche Infektionszahlen! Behörden kommen nicht hinterher +++

Offenbar kommen die Behörden in Deutschland nicht hinterher. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) um 10 Uhr 349 Sars--CoV-2-Infizierte (davon 175 in NRW) meldet, berichtet das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen selbst bereits 230 Fälle, heißt es bei der "Bild". Das macht einen Unterschied von 55 Coronavirus-Patienten. Das RKI begründet den gravierenden Unterschied mit der "sehr dynamischen Situation". So komme es vor, "dass vor Ort bereits bestätigte Fälle bekannt sein können, bevor uns diese als offizielle Berichte erreicht haben", zitiert die "Bild" das Gesundheitsministerium in NRW.

+++ 05.03.2020: Deutsches Au-pair (20) sitzt wegen Coronavirus in China fest +++

Die 20-jährige Melody Unger ging nach dem Abitur als Au-pair nach Peking. Nun sitzt sie wegen des Coronavirus in China fest. Zum chinesischen Neujahrsfest reiste sie mit ihrer Gastfamilie auf die Insel Hainan. Zuvor gab sie jedoch ihren Pass in einer Behörde in Peking ab, um ihr Visum zu verlängern. Wegen der Verbreitung des Krankheitserregers wollte sie das Land vorzeitig verlassen. Da ihre Gasteltern jedoch aus Angst vor dem Coronavirus nicht nach Peking zurück reisen wollen, kann Melody die Insel ohne Pass nicht verlassen.

Hilfe vom Auswärtigen Amt bekommt sie ebenfalls nicht. "Bedauerlicherweise ist der Reiseverkehr derzeit in China stark eingeschränkt. Einen internationalen Flug können Sie ohne Reisepass nicht antreten", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einer Stellungnahme der Behörde.

+++ 05.03.2020: Lehrerverband gegen Schulschließungen wie in Italien +++

Der Deutsche Lehrerverband lehnt flächendeckende Schulschließungen wegen des neuartigen Coronavirus wie in Italien ab. Lange Komplettschließungen ohne "konkret nachgewiesene, bestätigte Verdachtsfälle" halte er für falsch, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das wäre ein Maßnahmenoverkill."

Zwar gebe es auch in Deutschland sehr große Verunsicherung von Eltern, Lehrkräften und Schülern. Diese werde dadurch verstärkt, dass keine einheitliche Verfahrensweise in den Bundesländern erkennbar sei. Letztendlich müsse eine Güterabwägung vorgenommen werden: "Rechtfertigt der Grad der gesundheitlichen Gefährdung, dass mit der Schließung von Schulen Abschlussprüfungen ausfallen und die gesamte Bildungsplanung von Kindern in Gefahr gerät."

Italien hat als bisher am stärksten betroffenes Land in der EU wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alle Schulen und Hochschulen bis Mitte des Monats geschlossen. Ein entsprechendes Dekret hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend unterzeichnet.

+++ 04.03.2020: Covid-19: Opposition uneins über Krisenmanagement der Regierung +++

FDP und Grüne haben das Krisenmanagement der Bundesregierung gegen das neue Coronavirus unterstützt, von AfD und Linke kam dagegen teils scharfe Kritik. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sprach am Mittwoch im Bundestag von "Chaos und Kompetenzwirrwarr", etwa wenn sich Menschen aus Risikogebieten testen lassen wollten. Linke-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali kritisierte, es gebe zu wenig sachliche Informationen. Die Regierung hätte sich zudem viel früher etwa mit Desinfektionsmittel bevorraten müssen.

FDP-Chef Christian Lindner begrüßte dagegen, mit welcher "Klarheit, Besonnenheit und Transparenz" die Regierung mit der unsicheren Lage für die Gesundheit umgehe. Er bekräftigte zugleich die dringende Forderung nach einem "Akutplan" gegen wirtschaftliche Risiken. Für die Grünen sagte die Fachpolitikerin Kordula Schulz-Asche, die Regierung handele mit den aktuellen Bemühungen zur Eindämmung des Virus richtig. "Es ist Teil der Panikmache, dass der Eindruck erweckt wird, man hätte alles früher machen müssen."

+++ 04.03.2020: Spahn warnt: Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung noch nicht erreicht +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiteren Infektionen mit dem neuen Coronavirus. "Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Behörden zielten weiterhin darauf, die Entwicklung zu verlangsamen und einzudämmen. "Die Sicherheit der Bevölkerung geht im Zweifel vor, auch vor wirtschaftlichen Interessen." Spahn rief die Bürger zugleich zu Besonnenheit und Zusammenhalt auf.

Spahn stellte fest: "Aus der Corona-Epidemie in China ist eine Pandemie geworden." In Deutschland habe eine Epidemie begonnen. Inzwischen gebe es rund 240 bestätigte Infektionen, die Lage sei regional aber unterschiedlich. Der Krisenstab der Bundesregierung hat als weitere Krisenmaßnahme beschlossen, dass der Bund dringend benötigte Schutzkleidung für Praxen und Krankenhäuser jetzt zentral beschafft. Zudem werden Exporte weitgehend verboten.

+++ 04.03.2020: Hannover Messe wegen Ausbreitung des Coronavirus verschoben +++

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

+++ 04.03.2020: Frankfurter Messe verschiebt weitere Veranstaltungen +++

Die Frankfurter Messe hat wegen des neuartigen Coronavirus weitere Großveranstaltungen verschoben. Die auf Veranstaltungstechnik fokussierte "Prolight + Sound" soll nun vom 26. bis zum 29. Mai stattfinden, teilte die Messegesellschaft am Mittwoch mit.

Für die eigentlich parallel geplante Musikmesse in ihrer 40. Ausgabe steht ein neuer Termin noch aus. Allerdings sollen publikumswirksame Nebenveranstaltungen wie die "Musikmesse Plaza" (3./4. April) und das "Musikmesse Festival" (31. März - 4. April) mit Live-Shows an den geplanten Terminen stattfinden. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Die Messegesellschaft begründete die Verschiebung mit Auflagen des städtischen Gesundheitsamtes, mit denen die Ausbreitung des Virus verhindert werden sollen. Danach hätten die Besucher vor ihrer Messeteilnahme gesundheitlich überprüft werden müssen, ob sie an Covid-19 erkrankt sind. Dies könne von der Messe nicht umgesetzt werden.

Zuvor hatte die Frankfurter Messe bereits die für März geplante Bau-Fachmesse "Light & Building" verschoben. Bereits im Februar hatte die Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente unter den Reiseeinschränkungen gelitten und weniger Besucher begrüßt. Die international tätige Messegesellschaft musste zudem mehrere in China geplante Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschieben.

+++ 04.03.2020: Praktikant mit Coronavirus infiziert! Gymnasium in Köln geschlossen +++

Die erste Schule macht wegen Coronavirus dicht. Wie das Rhein-Gymnasium auf seiner Webseite mitteilt, bleibt die Kölner Schule am 04.03.2020 geschlossen. Der Grund: Ein Praktikant sei mit Sars-CoV-2 infiziert. Ob die Schule am Donnerstag wieder öffnet, ist noch unklar. Darüber sollen Gesundheitsamt und die Stadt Köln am Vormittag entscheiden. "Die Examensprüfung, die Klassenarbeiten und Vorabitur-Klausuren und die Schulkonferenz werden verschoben", heißt es weiter.

+++ 04.03.2020: Facebook will Coronavirus-Falschinformationen löschen +++

Facebook will keine Verbreitung von falschen Informationen und Verschwörungstheorien über das neuartige Coronavirus zulassen. Das Online-Netzwerk werde sie entfernen und dabei den Einschätzungen globaler Gesundheitsorganisationen folgen, kündigte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch an. Zudem werde keine Werbung zugelassen, mit der die Krise ausgenutzt werden solle - zum Beispiel mit der Behauptung, die Produkte könnten die Krankheit heilen.

Für Facebook ist das Vorgehen eine Ausnahme von der Linie, nicht entscheiden zu wollen, was falsch und was richtig ist. So war das Online-Netzwerk für die Entscheidung kritisiert worden, auch nachweislich falsche Aussagen von Politikern unkommentiert auf der Plattform zu lassen. Im Fall der Coronavirus-Unwahrheiten griffen aber die Facebook-Regeln, die es verböten, Menschen in Gefahr zu bringen, erklärte Zuckerberg.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bekomme unterdessen so vielen kostenlosen Anzeigenplatz bei Facebook wie benötigt. Und auch andere Organisationen würden unter anderem mit Gutscheinen für Werbung unterstützt. Forscher erhielten Zugang zu anonymisierten und verallgemeinerten Facebook-Daten, um die Ausbreitung der Infektionen besser zu verstehen.

+++ 04.03.2020: Feuerwehr und Rotes Kreuz: Gut gerüstet für Coronavirus-Patienten +++

Den Rettungsdiensten bereiten die Coronavirus-Infektionen in Deutschland bisher kein besonderes Kopfzerbrechen. Beim Deutschen Feuerwehrverband und beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) heißt es, Krankentransporte mit möglicherweise ansteckenden Patienten gehörten auch jenseits von Coronavirus-Fällen zum Alltag. Nur wenn die Zahl der Fälle extrem ansteigen sollte, könne dies zur Herausforderung werden. Feuerwehr und Rotes Kreuz fahren die Mehrzahl der Rettungseinsätze in Deutschland.

Es gebe jeden Tag einige Patienten, die mit schweren Erkältungssymptomen den Rettungsdienst unter der 112 anriefen und ins Krankenhaus gebracht würden, sagte der Sprecher des Deutschen Feuerwehrverbandes, Carsten-Michael Pix, der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Bislang ist das überschaubar." Die Kollegen in den Rettungswägen seien auf derartige Fälle vorbereitet. "Sie wissen, was sie zu tun haben."

Ein zeitlicher Faktor sei die anschließende Desinfektion der Fahrzeuge. "Die Herausforderung für die Feuerwehr ist, dass die Rettungswagen danach wieder gereinigt werden müssen." Handdesinfektion und Mundschutz gebe es noch ausreichend. Es sei genug Reserve vorhanden, auch wenn die große Nachfrage weltweit auch bei der Feuerwehr spürbar sei.

Auch beim DRK heißt es, bei Material wie Schutzausrüstung gebe es bisher keine Engpässe. «Wie in allen Lagen sind wir durch gegenseitige Unterstützung bemüht, Ressourcen-Engpässe zu vermeiden. Auch im Bereich der Transportkapazitäten treten wegen Covid-19 keine Engpässe auf", sagte eine Sprecherin. Für die Kollegen sei das "ein ganz normaler Infektionsschutztransport".

Die Fahrzeuge des Rettungsdienstes seien ausgestattet für den Fall, dass ein infektiöser Patient transportiert werden muss, sagte die Sprecherin. "Für die geschulten Rettungsdienstmitarbeiter sind Infektionsschutztransporte keine Seltenheit, das Virus Sars-CoV-2 stellt insofern keinen Sonderfall dar. Allenfalls kann das erhöhte Fallaufkommen zu einer echten Herausforderung werden."

+++ 04.03.2020: Radsport: Ein Deutscher unter Coronavirus-Fällen bei UAE-Tour +++

Die bereits abgebrochene UAE Tour der Radprofis hat sechs Coronavirus-Fälle gemeldet - betroffen ist auch ein Deutscher. Ob es sich dabei um einen Fahrer, Betreuer oder Mechaniker handelt, gaben die Organisatoren der Rundfahrt durch die Vereinigten Arabischen Emirate nicht in ihrer Mitteilung am Dienstagabend bekannt. Die sechs Personen, bei denen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden sei, würden unter den Standards der Weltgesundheitsorganisation beobachtet. Es handle sich um zwei Russen, zwei Italiener, einen Kolumbianer und den einen Deutschen.

Alle Personen in den beiden unter Quarantäne gestellten Hotels, die keinen Kontakt direkt zu den Athleten oder den Teams gehabt hätten, seien auch untersucht worden. Sofern die Tests negativ ausfielen, durften sie die Hotels verlassen. Diejenigen, die weiter unter Quarantäne gehalten werden, sollen noch einmal untersucht werden.

Mitglieder des französischen Radsport-Teams Cofidis hatten angegeben, willkürlich in Abu Dhabi festgehalten zu werden. "Wir werden gegen unseren Willen an einem Ort festgehalten, den wir nicht ausgewählt haben - und das für eine unbekannte Zeitspanne", hatte Cofidis-Teamchef Thierry Vittu in einer Mitteilung vom Dienstag gesagt. "Wenn wir jemanden aus dem Hotel auf dem Flur treffen, rennt er weg. Wir werden wie Pestopfer behandelt", ergänzte Vittu.

Er und sein Team waren in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei der UAE Tour im Einsatz. Die siebentägige Rundfahrt war nach fünf Etappen in der Nacht zum Freitag abgebrochen worden, weil zwei italienische Mitglieder eines Teams laut Veranstalterangaben positiv auf das neuartige Virus getestet wurden.

Deutschlands Top-Sprinter Pascal Ackermann und dessen Team Bora-hansgrohe kehrten bereits am Sonntag in heimische Gefilde zurück. Das bestätigte Teamsprecher Ralph Scherzer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "Es verlief alles reibungslos." Er schloss aus, dass unter den sechs Erkrankten ein Teammitglied ist.

+++ 03.03.2020: Erste bestätigte Infektion mit Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern +++

Erstmals sind auch in Mecklenburg-Vorpommern zwei Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die beiden Personen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald seien umgehend zuhause isoliert worden, teilte die zuständige Amtsärztin Marlies Kühn am Dienstag in Greifswald mit. Damit ist der Erreger nun in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden.

Derzeit sind die Verantwortlichen laut Kühn damit beschäftigt, die Kette der Ansteckung nachzuverfolgen und mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln. Der Verwaltungsstab des Landkreises habe Maßnahmen eingeleitet, um einer Ausbreitung des Virus möglichst wirksam zu begegnen. "Wichtig ist jetzt, dass alle Bürgerinnen und Bürger die bereits bekannten Hygieneregeln beachten, um sich selbst und ihr persönliches Umfeld zu schützen", mahnte die Amtsärztin, betonte zugleich aber, dass kein Grund zu Panik bestehe.

Bundesweit wurden bislang knapp 200 Fälle registriert. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnete aber mit weiteren Fällen und Ausbrüchen in Deutschland. Die meisten Infektionen meldeten bislang die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montagabend waren erste Fälle in Brandenburg, Thüringen und Sachsen bekannt geworden.

In Europa hat Italien die meisten gemeldeten Infektionen, dort sind es über 2.000. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in China. Die Zahl der Todesopfer und Infizierten steigt beständig.

+++ 03.03.2020: Erster Coronavirus-Fall im Saarland bestätigt +++

Im Saarland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Betroffen ist ein Kinderarzt des Universitätsklinikums. Die Person arbeitet am Kinderklinikum und ist mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt, wie Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Dienstagabend mitteilte. Das Gesundheitsamt ermittle nun Kontaktpersonen. Andere seien bereits in Quarantäne. Der Patient sei in der Klinik isoliert. Das Saarland war zuletzt noch eines der wenigen Bundesländer ohne nachgewiesene Sars-CoV-2-Infektionen gewesen.

Derzeit werde das Bewegungsprofil des Mannes nachvollzogen, sagte Staatssekretär Stephan Kolling, der Leiter des Krisenstabes ist. "Wir haben diskutiert, ob eine Schließung der Kinderklinik in Betracht kommt." Man sei allerdings zur Einsicht gelangt, dass man die Klinik nicht werde schließen können. Doch seien die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden. Zudem sei in anderen Kinderkliniken nachgefragt worden, ob es dort notfalls freie Kapazitäten gibt.

Das Saarland war zuletzt noch eines der wenigen Bundesländer ohne Sars-CoV-2-Infektionen gewesen. Bundesweit gibt es mit Stand Dienstagmittag rund 190 Fälle. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnete aber mit weiteren Fällen und Ausbrüchen in Deutschland. Am stärksten betroffen sind bislang die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montagabend waren erste Fälle in Brandenburg, Thüringen und Sachsen bekannt geworden.

Schwere Verläufe der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sind selten, ein darauf zurückgehender Todesfall wurde in Deutschland bisher nicht erfasst. Bei weitem nicht jeder mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierte erkrankt an der Lungenkrankheit Covid-19. Zudem hat die große Mehrheit der Betroffenen lediglich Erkältungssymptome, die rasch wieder abklingen.

Schwerere Krankheitsverläufe - etwa eine Lungenentzündung - entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus möglichst verlangsamt. Dadurch soll möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem erhalten bleiben.

+++ 03.03.2020: Weitere Coronavirus-Fälle in Berlin - Fünf Infizierte +++

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Berlin hat sich auf fünf erhöht - unter den Patienten ist ein Arzt. Es gebe zudem rund 200 identifizierte Kontaktpersonen, teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Bis Montagabend waren drei Coronavirus-Infektionen in Berlin bekannt, es wurden am Dienstag dann zunächst zwei neue Fälle diagnostiziert.

Bei den fünf Infizierten handele es sich um eine Frau und vier Männer, darunter ein Lehrer aus Marzahn-Hellersdorf und ein Arzt einer Neuköllner Tagesklinik. Mehrere Kontaktpersonen der Erkrankten seien kontaktiert und isoliert worden; sie sollten getestet werden.

+++ 03.03.2020: Wegen Coronavirus-Gefahr! Leipziger Buchmesse findet nicht statt +++

Wie die "Leipziger Volkszeitung" am Dienstag unter Berufung auf eine Dienstberatung im Leipziger Rathaus, an der unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) teilnahm, berichtet, findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt.

+++ 03.03.2020: RKI: Coronavirus-Nachweise in fast allen Bundesländern - rund 190 Fälle +++

In fast allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Gut die Hälfte der vom Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstagvormittag erfassten 188 Sars-CoV-2-Infektionen wurde in Nordrhein-Westfalen gemeldet. "Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und auch Ausbrüchen in Deutschland muss gerechnet werden", betonte das RKI. Neben NRW sind derzeit Bayern und Baden-Württemberg stärker betroffen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte für Mittwoch eine Regierungserklärung zum Krisenmanagement bei Sars-CoV-2 an. Zudem ist ein Treffen mit den Gesundheitsministern der Länder vorgesehen.

+++ 03.03.2020: RKI: 101 Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen +++

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus sind in Nordrhein-Westfalen auf 101 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut am Dienstag mit (Stand 10.00 Uhr). Damit liegt NRW mit Abstand an der Spitze der Bundesländer. Am Tag zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 86 Fälle in NRW bekannt. Deutschlandweit lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen am Dienstag bei 188 Fällen.

+++ 03.03.2020: Aida-Schiff mit 1.200 Deutschen sitzt in Norwegen fest - Corona-Ansteckung befürchtet +++

Zwei deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Aida Aura" stehen unter Verdacht, mit dem neuen Corona-Virus infiziert zu sein. Das Schiff mit rund 1200 Passagieren lag am Dienstagmorgen im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Ein Arzt der Gemeinde sagte dem norwegischen Rundfunk NRK, beide Passagiere seien vor einer Woche in Kontakt mit einer Person gewesen, bei der das Virus festgestellt worden sei. Diese Person befinde sich aber nicht an Bord. Die beiden Passagiere hielten sich nun in ihrer Kabine auf, bis die Ergebnisse der Tests vorlägen, voraussichtlich bis Dienstagnachmittag. So lange bleibe die "Aida Aura" im Hafen von Haugesund.

+++ 03.03.2020: Aussteller halten Leipziger Buchmesse trotz Corona die Treue +++

Die Aussteller halten der Leipziger Buchmesse trotz der Ausbreitung des Coronavirus die Treue. Es habe bislang nur eine einzige Absage gegeben, sagte Buchmesse-Sprecherin Ruth Justen. Dabei handele es sich um einen Aussteller der integrierten Comic-Messe Manga-Comic-Con, dessen Hauptquartier in Tokio weltweit die Teilnahme ein Großveranstaltungen untersagt habe. Insgesamt werden in diesem Jahr rund 2500 Aussteller bei der Leipziger Buchmesse erwartet - ähnlich viele wie im Vorjahr (2547).

Die Messe soll vom 12. bis 15. März veranstaltet werden. Im Vorjahr waren rund 286 000 Besucher zu der Bücherschau und dem dazugehörigen Lese-Festival "Leipzig liest" gekommen. Ob sich in diesem Jahr die Corona-Sorge auf die Besucherzahlen auswirken könnte, sei nicht vorhersagbar, erklärte Messe-Sprecherin Justen. Es gebe Anfragen, allerdings überwiege die Zahl der Nachrichten, dass sich die Besucher über die Durchführung der Leipziger Buchmesse freuen würden.

Bundesweit waren in den vergangenen Tagen wegen der steigenden Zahl der Infektionen in Deutschland mehrere große Messen abgesagt oder verschoben worden. Dazu gehören die Tourismusbörse ITB in Berlin, die Pro Wein in Düsseldorf oder die Kölner Eisenwarenmesse.

+++ 03.03.2020: Mehrere Bundesländer melden erste Coronavirusfälle +++

In mehreren Bundesländern sind am Montagabend erste Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt stieg die Zahl der erfassten Fälle damit auf rund 170. Noch keine Meldungen gab es lediglich aus dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Damit gibt es in fast allen Bundesländern registrierte Sars-CoV-2-Infektionen - mit mehr als 90 Fällen mit Abstand die meisten in Nordrhein-Westfalen.

Erstmals wurden am Montag Ansteckungen aus Brandenburg (1), Thüringen (1) und Sachsen (1) gemeldet. In Berlin, wo die erste Infektion am Sonntagabend bekannt geworden war, kamen zwei weitere Fälle hinzu. Da eine Lehrkraft unter den Infizierten ist, bleibt nun auch in der Hauptstadt eine öffentliche Schule geschlossen.

Nicht jeder Infizierte erkrankt. Die große Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen.

+++ 03.03.2020: Zwei weitere Infektionen mit neuem Coronavirus in Berlin +++

In Berlin sind zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handele sich um zwei neue Fälle, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Verbindung mit dem ersten nachweislich erkrankten Berliner stehen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mit.

+++ 03.03.2020: Erste Infektion mit neuem Coronavirus in Thüringen +++

In Thüringen ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Das bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend in Erfurt. Es handelt sich um einen 57 Jahre alten Mann aus dem Orlatal, wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz mitteilte.

+++ 02.03.2020: Sechs neue Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt +++

In Bayern gibt es sechs neue bestätigte Fälle mit dem neuartigen Coronaviurs Sars-CoV-2. Betroffen seien fünf Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Freising und ein Mensch aus München, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München mit. Die Fälle im Landkreis Freising stünden im Zusammenhang mit dem Ehemann einer Erzieherin, der ebenfalls positiv auf den Erreger getestet wurde. Mit den sechs neuen Fällen gibt es seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 21 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Im Laufe des Montags hatte das Gesundheitsministerium schon sieben neue Fälle bestätigt. Es handelt sich um zwei Fälle im oberfränkischen Landkreis Bayreuth, zwei Fälle in München und je einen im mittelfränkischen Schwabach, im Landkreis Freising und im Landkreis Ostallgäu.

Damit sind bislang in Bayern insgesamt 34 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Bei 14 Patienten ist die Erkrankung auskuriert, alle sind wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Sie standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Bei Webasto war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich.

+++ 02.03.2020: Mehr als 50 Tote nach Coronavirus-Ausbruch in Italien +++

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen ist in Italien auf mehr als 2.000 gestiegen. Mittlerweile sind 52 Infizierte gestorben, teilte der Zivilschutz am Montag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 34 Tote. Insgesamt wurden bisher 2.036 Menschen positiv getestet.

+++ 02.03.2020: Internationale Handwerksmesse wegen Coronavirus abgesagt +++

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München wird wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Montagabend in München mit. Die IHM ist mit 1.000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100.000 Besuchern die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland.

+++ 02.03.2020: Erste Infektion mit neuem Coronavirus in Sachsen +++

In Sachsen ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handelt sich um einen Rentner aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wie der Sprecher des Landratsamtes am Montagabend in Pirna sagte. Der Mann gehörte zu einer Gruppe von Busreisenden, die aus Italien zurückgekehrt war.

+++ Trotz Coronavirus keine Versorgungsprobleme +++

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus sorgt weiter für eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Desinfektionsmitteln. Dennoch sehen die großen deutschen Lebensmittelhändler derzeit keine Versorgungsprobleme. Der Discounter Lidl berichtete, er verzeichne in einigen Regionen und Filialen weiter "deutlich erhöhte Abverkäufe". Besonders groß sei die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Konserven und Nudeln, aber auch nach Hygieneartikeln wie Toilettenpapier und Desinfektionsmitteln.

Auch Rewe meldete eine "bundesweit verstärkte Nachfrage", betonte aber gleichzeitig: "Es gibt keine Engpässe in der Warenversorgung." Um dies sicherzustellen, habe der Konzern die Frequenz der Belieferungen in den Märkten erhöht. Ähnlich äußerten sich Real und Kaufland. Eine Sprecherin von Aldi Süd berichtete von einer höheren Nachfrage "in einzelnen Filialen". Doch sei die Versorgungslage nicht beeinträchtigt.

+++ Bahn droht das Corona-Chaos +++

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus bei einem Mitarbeiter ist am Wochenende ein Zug in Hagen von der Bundespolizei gestoppt worden - für etwa eineinhalb Stunden. Das Ganze habe sich aber als Fehlalarm entpuppt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei danach. Die Beamten seien alarmiert worden, weil den Kollegen des Mitarbeiters Erkältungssymptome bei ihm aufgefallen waren. In der Folge nahm die alarmierte Bundespolizei beim nächsten Stopp des Regionalexpress 7 in Hagen die Personalien von 48 Fahrgästen in dem Zug auf, der von National Express betrieben wurde. Das ebenfalls alarmierte Gesundheitsamt untersuchte den Mitarbeiter und gab dann Entwarnung. Nach rund anderthalb Stunden habe der Zug seine Fahrt fortsetzen können, sagte die Sprecherin weiter.

Wie die "Bild" berichtet, gibt es dazu einenErlass des Bundespolizeipräsidiums. Darin heißt es dem Bericht zufolge, "dass alle Bahnunternehmen Corona-Verdachtsfälle unverzüglich der Bundespolizei melden MÜSSEN – ganz gleich, wer den Verdacht beim Personal meldet! ALLE Passagiere und Zugbegleiter, die sich in räumlicher Nähe zu dem möglichen Infizierten befanden, müssen dann eine "Aussteigerkarte" ausfüllen. Darauf machen sie Angaben zu ihrer Person, ihrem Gesundheitszustand, dem Reiseweg." Bei einer Weigerung soll die "Bundespolizei sogar die Feststellung der Personalien erzwingen" dürfen. Das bedeutet, dass "JEDER Zug sofort gestoppt werden" kann.

+++Über 130 bestätigte Covid-19-Fälle - erster Nachweis in Berlin +++

In Deutschland sind mittlerweile in 10 der 16 Bundesländer Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 130 Infektionen waren es bis zum späten Sonntagabend nach Angaben der Behörden in den Ländern. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden bis zum Wochenende keine Coronavirus-Infektionen berichtet. Am späten Sonntagabend wurde der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt.

Besonders stark betroffenen ist der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es 65 bestätigte Fälle. NRW-weit sind deutlich mehr als 70 Fälle nachgewiesen. Erstmals wurde am Sonntag ein Fall bekannt, bei dem es keinen Bezug zum Kreis Heinsberg gibt. Das Virus wurde bei einem 51-Jährigen Mann nachgewiesen, der aus dem Iran zurückgekehrt war.

In Baden-Württemberg und Bayern sollen Schüler nach dem Ende der Faschingsferien zu Hause bleiben, wenn sie sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Im Südwesten betrifft dies ausdrücklich auch viele Beamten und Polizisten. Als Risikogebiete nennt das Landesgesundheitsministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

+++ 117 Coronavirus-Nachweise in Deutschland +++

Bis Sonntagvormittag sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 117 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Noch am Freitag waren es erst 53 Nachweise. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es nach der aktuellen Liste mittlerweile 66 Fälle, in Bayern 19 und in Baden-Württemberg 15. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte etwas darüber liegen, weil neue Nachweise hinzukommen.

So sind es nach einer dpa-Auswertung in Rheinland-Pfalz mittlerweile 3 Fälle statt wie vom RKI gemeldet 2. Im Saarland, und den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin sind bisher keine Fälle von Infektionen mit dem Sars-CoV-2 bekannt geworden. Weltweit gibt es laut RKI 85.207 Fälle, der Großteil davon in China. Die meisten Fälle außerhalb Chinas gibt es mit 2931 nachgewiesenen Infektionen in Südkorea.

+++ 4 weitere Coronavirus-Fälle in Hessen bestätigt +++

Das Coronavirus hat Frankfurt am Main erreicht. In Hessen wurden am späten Samstagabend vier weitere Infektionen bestätigt, wie das Sozialministerium in Wiesbaden auf seiner Internetseite mitteilte. Betroffen seien drei Männer aus der Mainmetropole und eine Frau aus dem Landkreis Groß-Gerau. Damit steigt die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Fälle in Hessen auf acht.

+++ Corona-Verdacht im Regierungsflieger von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller +++

Bange Momente fürBundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am vergangenen Freitag auf dem Rückflug von Indien nach München in einer "Global 6000" der Flugbereitschaft. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurde das Regierungsmitgliedüber eine mögliche Corona-Infizierung eines Crew-Mitglieds informiert. Erst nach der Landung gaben zwei Amtsärzte nach Gesprächen mit der Crew Entwarnung. Gegenüber der "Bild" erklärt Müller: "Wir wurden bereits im Flugzeug informiert. Natürlich haben wir alle erstmal einen Schreck bekommen. Die Behörden in München haben aber besonnen reagiert und uns umfassend informiert. Es handelte sich eindeutig um eine falsche Information, dass es einen Kontakt der Crew zu einem infizierten Piloten gäbe."

+++ Seehofer zu Coronavirus: Abriegelung von Städten als "letztes Mittel" +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht nicht von einem schnellen Ende des Kampfes gegen das neuartige Coronavirus aus. "Ich rechne damit, dass wir zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung haben", sagte er der "Bild am Sonntag". Bis dahin müsse man das Virus "mit den klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpfen. Wir müssen die Infektionsketten konsequent unterbrechen." Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss Seehofer nicht völlig aus. "Dieses Szenario wäre das letzte Mittel", sagte der CSU-Politiker. Seehofer selbst gibt als Schutzmaßnahme nach eigener Aussage anderen Menschen derzeit nicht mehr die Hand. "Ich sage aber jedes Mal, dass das nichts mit Unhöflichkeit zu tun hat."

+++Erste Coronavirus-Infektion in Bremen +++

Auch in Bremen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Es handele sich um eine Frau, die sich noch bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, teilte der Senat der Hansestadt am Samstagabend mit. Das Land am Persischen Golf ist im internationalen Vergleich relativ stark betroffen. Die 1962 geborene Patientin werde derzeit in einer Klinik behandelt, sie zeige nur leichte Symptome. Das Gesundheitsamt sei in direktem Kontakt mit ihr. Ziel sei es, Kontaktpersonen zu ermitteln und erforderliche Maßnahmen einzuleiten.

+++ 4 Kita-Kinder in NRW mit Coronavirus infiziert -Lehrer aus Sauerland infiziert +++

Bei vier Kindern in Nordrhein-Westfalen ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg mit. Allen vier Betroffenen gehe es gut.

Im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid ist bei einem Lehrer ebenfalls das Coronavirus nachgewiesen worden. Ein Sprecher des Märkischen Kreises, es seien 36 Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt worden. Man habe von allen Abstriche genommen, die nun ins Labor geschickt würden. Die Förderschule des Kreises mit 95 Schülern und 20 Lehrern bleibe bis Ende der kommenden Woche geschlossen. Unter den Betroffenen der häuslichen Quarantäne sind vier weitere Lehrkräfte der Förderschule. Der an Covid-19 erkrankten Pädagoge habe nur leichte grippeähnliche Symptome, sagte der Sprecher.

+++ Coronavirus bei Mitabeiter einer Bonner Schülerbetreuung nachgewiesen +++

Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Es handele sich bei dem Erkrankten nicht um einen Lehrer, sondern um den Mitarbeiter eines Trägers, der für die Übermittagsbetreuung zuständig ist. Etwa 180 Kinder besuchen die Clemens-August-Schule, rund 150 von ihnen gehen in deren OGS. Das seien aber nur allererste Zahlen, die noch nicht belastbar seien, betonte die Sprecherin.

+++ Coronavirus aktuell: 38 Infizierte im Kreis Heinsberg +++

Im Kreis Heinsberg ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten auf 38 gestiegen. Am späten Freitagabend sei eine weitere Person gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Kreises am Samstagmorgen. Der Krisenstab werde angesichts der raschen Ausbreitung des Erregers am Vormittag erneut zusammenkommen. Man warte weiter auf die Testergebnisse von Dutzenden Kindern aus der Kita, in der die erkrankte und in der Düsseldorfer Uniklinik behandelte Erzieherin arbeitet. "Dazu liegen uns noch keine Ergebnisse vor".

Patienten waren am Freitag auch aus Düsseldorf und Bergheim gemeldet worden. Alle Infizierten haben laut NRW-Gesundheitsministerium Bezüge zu Infizierten im Kreis Heinsberg. Unter allen 37 bekannten Fällen werden nur die 46 Jahre alte Erzieherin und ihr Ehemann (47) - er gilt als Erstinfizierter in NRW - im Krankenhaus behandelt. Dabei gilt der Zustand des Mannes als ernst, hatte sich aber zuletzt "etwas stabilisiert". Geschätzte rund 1000 Menschen befinden sich als Vorsichtsmaßnahme in häuslicher Quarantäne.

+++ Zweiter Coronavirus-Fall in Hessen nachgewiesen +++

In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis.

Der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert. Er werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut, sein Zustand regelmäßig kontrolliert. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt, ob es Kontaktpersonen gibt, die der Mann angesteckt haben könnte.

+++ Coronavirus-Krisenstab rät zu Risikobewertung für Großveranstaltungen +++

Die Bundesregierung empfiehlt im Kampf gegen das neue Coronavirus, Großveranstaltungen von bestimmten Bedingungen abhängig zu machen. Bei der Risikobewertung sollten unverzüglich die Prinzipien des Robert Koch-Instituts berücksichtigt werden, teilten Gesundheits- und Innenministerium nach einer Sitzung ihres gemeinsamen Krisenstabs am Freitagabend in Berlin mit. Bei Anwendung dieser Prinzipien sollten aus Sicht des Krisenstabs "unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden". Die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin wurde von den Veranstaltern am Freitagabend bereits abgesagt.

+++ Berliner Reisemesse ITB wegen Coronavirus abgesagt +++

Die Reisemesse ITB in Berlin wird wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. Das sagte ein Messesprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Inzwischen 35 Infizierte im Kreis Heinsberg in NRW +++

In dem stark vom neuen Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Infizierten gestiegen. Von inzwischen 35 nachweislich betroffenen Menschen wird ein Ehepaar im Krankenhaus behandelt. Alle anderen seien nicht stationär aufgenommen worden, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag. Der Krankheitsverlauf sei bei ihnen vergleichsweise mild.

Ein 47-jähriger Mann aus Gangelt sowie seine Frau (46) werden demnach weiter in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt. Der Mann war als erster Patient mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 in NRW identifiziert worden. Er schwebte durch eine Vorerkrankung zunächst in Lebensgefahr. Laut Uniklinik war er am Freitag weiter in kritischem Zustand, dieser habe sich aber etwas stabilisiert. Wo er sich infiziert hat, war weiter unklar. Der "Patient Null" werde vielleicht auch nie gefunden, sagte Pusch.

Unter den 35 Infizierten sind nach Kenntnis des Landrats bisher keine Kinder. Am Freitagabend wurden aber noch Testergebnisse von Kindern eines Kindergartens erwartet, in dem die 46-jährige Infizierte als Erzieherin tätig ist.

+++ Tourismusbeauftragter der Bundesregierung für Absage der ITB +++

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich angesichts des neuartigen Corona-Virus für eine Absage der Reisemesse ITB ausgesprochen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, natürlich wäre es nicht schön, wenn die ITB so kurzfristig abgesagt oder verschoben werden müsse. "Aber es gilt auch bei dieser Frage der Grundsatz fürs Leben: Gesundheit geht vor. Das sollten alle, die die Entscheidung treffen müssen, sehr ernst nehmen. Wichtig ist, dass jetzt schnell entschieden wird, damit sich die Leute entsprechend darauf einstellen können."

Die Messe Berlin will bis Freitagabend bekanntgeben, ob die ITB in der nächsten Woche wie geplant stattfinden kann. Derzeit stimme man sich mit Bundes- und Landesbehörden zum weiteren Vorgehen ab, teilte das Unternehmen am Freitagmittag mit. Verwiesen wurde auch auf eine Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung. Die fünftägige Messe mit rund 10.000 Ausstellern soll eigentlich am Mittwoch beginnen.

+++ Zwei weitere Infizierte in Baden Württemberg +++

Zwei weitere Menschen aus Baden-Württemberg haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Im ersten Fall handle es sich um einen Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg, der bei der sogenannten Influenza-Überwachung "herausgefischt" worden sei, teilte das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mit. Das bedeutet, dass Proben im Labor des Landesgesundheitsamtes, die auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt wurde.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der sich am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Ski-Urlaub in Südtirol mit leichten Symptomen in der Notfallambulanz der Heidelberger Universitätsklinik vorgestellt hatte. Der Test fiel am späten Donnerstagabend positiv aus.

In Baden-Württemberg gibt es damit nun zehn Menschen, die sich mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

+++ Coronavirus: Experte geht von steigenden Infektionen aus +++

Allein in Nordrhein-Westfalen kamen am Donnerstag 14 neue Fälle dazu, außerdem wurden vier weitere Infektionen in Baden-Württemberg sowie jeweils ein neuer Fall in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern gemeldet. Zudem infizierte sich ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Es war die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

Daneben waren vor mehreren Wochen bereits 16 weitere Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet worden - diese Menschen gelten inzwischen alle als virusfrei. Der Virologe Christian Drosten sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden." Deutschland werde in Europa eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen sein, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist".

+++ Experte warnt: Impfstoff gegen Coronavirus erst 2021 +++

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der "Passauer Neuen Presse" , die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. In ein paar Jahren werde man mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heiße und gegen die man impfen könne. "Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang."

+++ Bundesregierung richtet Krisenstab ein +++

Der Krisenstab der Bundesregierung soll nach Angaben von Gesundheits- und Innenministerium unter anderem über den Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen beraten. So geht es um Auswirkungen auf die Internationale Tourismusbörse (ITB), die am 4. März in Berlin beginnen soll. Auch für andere Veranstaltungen könnten Kriterien entwickelt werden, nach denen Behörden vor Ort dann über mögliche Beschränkungen entscheiden können.

Die Bundesregierung sucht auch nach Lösungen, um im Kampf gegen das Coronavirus Schutzausrüstung etwa für medizinisches Personal verfügbar zu halten. "Wir müssen uns auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

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rut/news.de/dpa
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