23.02.2020, 15.06 Uhr

Hanau-Terror im News-Ticker aktuell:       +++ 20.02.2020: Berlinale erinnert mit Gedenkminute an Opfer von Hanau +++ 

Die Stadt Hanau bereitet eine zentrale Trauerfeier für die Anschlagsopfer vor.

Die Stadt Hanau bereitet eine zentrale Trauerfeier für die Anschlagsopfer vor. Bild: dpa

 

Zum Auftakt der Berlinale hat das Festival der Opfer des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags von Hanau gedacht. Die Gäste der Eröffnungsgala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz erhoben sich für eine Schweigeminute von ihren Plätzen. "Die Ereignisse in Hanau gestern haben uns alle wirklich sehr betroffen gemacht", sagte die neue Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek am Donnerstagabend.

Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt, Offenheit, Gastfreundschaft und wende sich "wirklich gegen Gewalt, gegen Rassismus". "Wir sind in unseren Gedanken bei den Opfern, bei den Familien in Hanau", sagte Rissenbeek.

Der neue Moderator Samuel Finzi hatte sich zuvor mit ernsten Worten an das Publikum gewendet: "Es ist egal, wie viele Gestalten wieder rückwärts marschieren (...), egal wie viele Schüsse fallen oder wie viele verwirrte Einzeltäter unsere offene Gesellschaft terrorisieren, bis die Politik endlich einsieht, dass wir vielleicht doch ein Problem haben mit Rechts."

Applaus brandete auf und Finzi fügte hinzu: "Egal wie vergiftet das Klima auch sein mag. Wir werden das nie als Normalität hinnehmen." Finzi versicherte, dass alle bei der Berlinale willkommen seien. "Denn diese Stadt bleibt offen."

+++ 20.02.2020: Gewalttat von Hanau: Gedenken vor Anpfiff Eintracht gegen Salzburg +++

Mit einer Schweigeminute vor dem Spiel der Fußball-Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und Red Bull Salzburg ist den Opfern der Gewalttat von Hanau gedacht worden. Zudem spielten beiden Mannschaften am Donnerstagabend in der mit 47 000 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena mit Trauerflor. Wie der Bundesligist mitteilte, geschieht dies «in Gedenken an die Betroffenen und als klares Zeichen gegen jegliche Form von Rassismus und Extremismus».

Hanau liegt etwa 20 Kilometer östlich von Frankfurt. "Hanau ist eine Fan-Hochburg der Eintracht, auch mit Anhängern mit Migrations-Hintergrund", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann vor dem Spiel.

+++ 20.02.2020: Berlinale will der Opfer von Hanau gedenken +++

Mit einer Schweigeminute während der Eröffnungsgala am Abend will die Berlinale der Opfer der Gewalttat von Hanau gedenken. Das kündigten die Organisatoren am Donnerstag unmittelbar vor Beginn der 70. Internationalen Filmfestspiele in Berlin an.

"Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien", teilte das Festival mit. Die Berlinale stehe für Toleranz, Respekt und Gastfreundschaft. "Das Festival stellt sich gegen Gewalt und Rassismus." Die Gala sollte um 19.30 Uhr beginnen.

Ein Deutscher hatte bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

+++ 20.02.2020: Bundespräsident Steinmeier gedenkt der Opfer von Hanau +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Tatorte des mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlags in Hanau besucht. Gemeinsam mit anderen Politikern, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), und seiner Frau Elke Büdenbender gedachte er dort am Donnerstag mit einer Schweigeminute der Opfer. Anschließend wollte Steinmeier bei einer Mahnwache der Stadt Hanau auf dem Marktplatz eine kurze Ansprache halten.

Ein Deutscher hatte bei dem Anschlag am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

+++ 20.02.2020: Aufruf zur Demo gegen Rechts nach Anschlag in Hanau +++

Nach dem Anschlag mit elf Toten in Hanau ist für diesen Freitag eine Demonstration gegen Rechts in der Stadt geplant. Beginn sei um 14 Uhr auf dem Marktplatz, sagte Initiator Grigorij Richters, Filmemacher aus Hamburg am Donnerstag. "Es geht darum, ein Zeichen zu setzen." Er hat im Internet unter dem Hashtag #WirsindHanau zur Demo aufgerufen. Die Stadt Hanau bestätigte, dass die Abstimmungen über eine solche Veranstaltung laufen. Die Zahl der erwarteten Personen war zunächst unbekannt. Über kurzfristige Änderungen will der Initiator im sozialen Netzwerk Facebook informieren.

Im hessischen Hanau hatte ein Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze, der in einem Video eine rassistische Gesinnung und krude Verschwörungstheorien offenbarte, seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

+++ 20.02.2020: Nach Anschlag bleiben Schule und zwei Kitas in Hanau geschlossen +++

Nach dem Anschlag mit elf Toten in Hanau sollen eine Schule und zwei Kindertagesstätten auch am Freitag geschlossen bleiben. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Polizei im Stadtteil Kesselstadt/Weststadt, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Betroffen sind die Heinrich-Heine-Schule und die Kinderburg West sowie das Kinderhaus West. Ein Notdienst sei in einer Kita in unmittelbarer Nähe eingerichtet worden. Der Unterricht an der Heinrich-Heine-Schule soll nach einer bereits geplanten Pause über Fastnacht an diesem Mittwoch wieder starten. Die Schule und die beiden Kitas waren bereits am Donnerstag geschlossen geblieben.

+++ 20.02.2020: Gewaltforscher: Tat in Hanau in Paris abgeschaut +++

Vorbild Paris: Die Täter von Hanau und Halle haben nach Meinung des Bielefelder Gewalt- und Konfliktforschers Andreas Zick Terrorakte aus anderen extremistschen Bereichen nachgeahmt. "Das, was in Hanau passiert ist, haben wir in Teilen in Paris 2015 gesehen. Der Täter schießt offen und gewissermaßen im Vorbeigehen in eine Bar hinein, wo Menschen sich amüsieren, die dem Feindbild entsprechen", sagte Zick dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" (Freitag).

Dass der Täter aus Hanau als «einsamer Wolf» gehandelt hat, hält Zick für unwahrscheinlich. "Es gibt nach Forschungslage keine einsamen Wölfe. Diese Annahme hat die Analyse von Einzelfällen widerlegt", sagte Zick. Es gebe zum Tatzeitpunkt Einzeltäter, aber in der wichtigen Phase ihrer Radikalisierung seien sie vernetzt.

+++ 20.02.2020: Extremismus-Experte zu Hanau: kein "psychisch kranker Einzeltäter" +++

Die Amadeo-Antonio-Stiftung hält es für falsch, den Attentäter von Hanau als "psychisch kranken Einzeltäter" zu bezeichnen. "Der Täter mag eine psychische Erkrankung haben, aber vertritt ein geschlossenes rechtsextremes und rassistisches Weltbild, in dem verschwörungsideologische Elemente besonders ausgeprägt sind", sagte Timo Rheinfrank, der Geschäftsführer der Berliner Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Schließlich befeuere die Endzeit-Rhetorik in rechtsextremen Online-Milieus wahnhafte Ideen und sei auch maßgeblich dafür verantwortlich, "dass aus psychischen Störungen mörderische Gewalt wie in Hanau wird".

In Hunderten von Chatgruppen seien die Vorbereitungen auf einen vermeintlichen "Tag X", an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht, in vollem Gange "und alle paar Wochen werden neue rechtsterroristische Gruppierungen bekannt". Der Bekämpfung des Rechtsextremismus müsse endlich "höchste Priorität" eingeräumt werden, forderte die Stiftung. Auch Verschwörungsideologien müssten als Bedrohung für die Demokratie wahrgenommen werden. "Offensichtlich sind immer mehr Rechtsextreme davon überzeug, dass "Tag X" gekommen ist: der Moment loszuschlagen", analysierte Rheinfrank.

+++ 20.02.2020: Kurdische Gemeinden: Wut und Trauer über Gewalttat von Hanau +++

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Mehmet Tanriverdi, hat nach der Bluttat von Hanau gefordert, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland sicher fühlen müssen. «Rechtsextremismus und Rassismus ist eine Krankheit", sagte er am Donnerstag an einem der Tatorte in der Hanauer Innenstadt. Fünf der Opfer hätten kurdische Wurzeln. "Sie sind deutsche Staatsangehörige", sagte er.

"In der deutschen Gesellschaft unterstützen 20 Prozent der Wähler solche Tendenzen, die haben Vorurteile (gegen Migranten oder Muslime). So etwas kann überall passieren", sagte Tanriverdi. Dennoch betonte er: "Wir sollten keine Angst haben. Wir sollten uns aufrecht äußern, auf die Straße gehen und Farbe bekennen, mit der Mehrheit unserer Mitbürger."

Laut der KGD leben in der Region Hanau 6000 bis 7000 Menschen mit kurdischen Wurzeln. Die tödlichen Schüssen fielen unter anderem in einer Shisha-Bar. Diese Bars würden oft von Menschen kurdischer Abstammung betrieben, hatte Tanriverdi zuvor einer Mitteilung zufolge gesagt.

Der Dachverband Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland sprach von Trauer und Wut. "Traurig sind wir, weil unsere Gedanken nach der gestrigen Nacht bei den Angehörigen der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau sind", sagte ein Sprecher. Wütend sei man, weil die politischen Verantwortlichen in diesem Land sich rechten Netzwerken und Rechtsterrorismus nicht entschieden entgegenstellten. Die politische Rhetorik der AfD und ihre Verharmlosung bereiteten den Nährboden für den rechten Terror.

+++ 20.02.2020: Hanau: Italien bekundet Trauer und verurteilt Extremismus +++

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat Deutschland nach der Gewalttat von Hanau sein Beileid ausgesprochen. Zugleich versicherte er in einem Tweet auf Deutsch, Italien stehe im Kampf gegen Extremismus an der Seite Berlins. Wörtlich schrieb er: "Wir fühlen mit der Regierung und dem Deutschen Volk. Italien drückt sein herzliches Beileid für die Familien der Opfer dieses schrecklichen Massakers aus." Weiter hieß es in der Mitteilung seines Ministeriums: "Mit aller Kraft verurteilen wir jede Gewalt: Wir sind zusammen im Kampf gegen Extremismus aller Art."

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Regierungschef Giuseppe Conte schrieb auf Twitter in Italienisch, er sei zutiefst erschüttert. Sein Mitgefühl sei "bei den Familien der Opfer eines wahnsinnigen Hasses, der keinen Respekt für das menschliche Leben hat".

+++ 20.02.2020: Fußball-Bundesliga trauert am Wochenende auf dem Spielfeld um die OPfer von Hanau +++

Der mutmaßlich rechtsradikale und rassistisch motivierte Anschlag von Hanau hat im deutschen Fußball für Bestürzung gesorgt. DFL-Chef Christian Seifert sprach von einem "entsetzlichen Verbrechen". Die Mannschaften in den ersten drei Ligen der Männer werden wie auch die Teams der Frauen-Bundesligen am Wochenende mit Trauerflor spielen. Zudem wird es vor den Partien eine Schweigeminute geben. Zudem wird es vor den Partien eine Schweigeminute geben, teilten die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag in Frankfurt/Main mit.

"Die Tat lässt uns geschockt und verständnislos zurück", sagte Seifert. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen." DFB-Präsident Fritz Keller äußerte: «Wir sind angesichts dieser sinnlosen Gewalttat erschüttert und fassungslos. Sie ist die nächste eindringliche Mahnung, dass wir alle gegen Hass und Rassismus, gegen jede Form der Diskriminierung zusammenstehen müssen - ob auf der Stadiontribüne, auf der Straße oder im Internet."

Der DFB kündigte an, mit seinem Integrationsbotschafter und früheren Nationalspieler Jimmy Hartwig an der offiziellen Mahnwache am Abend in Hanau teilzunehmen. Außerdem werde DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius vor Ort sein. Der 65 Jahre alte Hartwig, Sohn eines amerikanischen Soldaten und einer Offenbacherin, war früher rassistisch beleidigt worden, wie er mehrfach berichtete. Er spielte in der Bundesliga unter anderem für den Hamburger SV.

Vor den Europa-League-Partien von Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg am Abend sollte ebenfalls der Opfer gedacht werden. Dies geschehe auch «als klares Zeichen gegen jegliche Form von Rassismus und Extremismus", teilte die Eintracht vor dem Spiel gegen RB Salzburg mit. Frankfurt/Main und Hanau trennen nur knapp 30 Kilometer. Der Fall sorge "für Trauer und Entsetzen im gesamten Bundesgebiet und speziell in der Rhein-Main-Region", so der Bundesligist.

Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler, der in Hanau geboren wurde, nahm die Nachricht mit "mit Entsetzen und Bestürzung" auf. "Die Betroffenheit ist groß. Mein Mitgefühl gilt den Familien und den Angehörigen der Opfer", sagte der Weltmeister von 1990. "Alles deutet darauf hin, dass es eine rassistische Tat war. Meiner Meinung nach ist es immer wichtig, bei diesem Thema Flagge zu zeigen. Hass, Gewalt und Rassismus haben in unserer Mitte keinen Platz."

+++ 20.02.2020: Bildungsstätte Anne Frank: Rechten Terror entschlossen bekämpfen +++

Der Direktor der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, hat eine entschlossene Bekämpfung rechten Terrors gefordert. "Politik und Gesellschaft, alle, die immer wieder die Vielfalt der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet hervorheben, müssen sich endlich konsequent für den Schutz aller von Rassismus betroffenen Menschen einsetzen", sagte er. "Warme Worte reichen nicht." Bereits bei der Aufklärung der Morde des Terrornetzwerks NSU sei die Chance vertan worden, "konsequent die Netzwerke aufzudecken, auf die die Mörder sich stützen konnten", sagte Mendel.

"Die Morde von Hanau sind kein Einzelfall, sondern stehen in einer Kontinuität extrem rechter Gewalt, die wieder und wieder auch in Hessen zuschlägt", sagte Olivia Sarma, die Leiterin der Beratungsstätte response, die bei der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt ist. Sie berät Betroffene rassistischer, antisemitischer und rechtsextremer Gewalt.

+++ 20.02.2020: Mutmaßlicher Hanau-Schütze war nicht vorbestraft +++

Der mutmaßliche Schütze von Hanau war nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht vorbestraft. Es gebe auch keine Verfahren mit politischem Bezug gegen ihn, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit. Aus Videos und Dokumenten des mutmaßlichen Schützen ergäben sich "gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat".

Der 43-Jährige habe nach bisherigen Ermittlungen am Mittwochabend zunächst neun Menschen im Alter von 21 bis 44 Jahren erschossen. Unter ihnen seien sowohl ausländische als auch deutsche Staatsangehörige. Nach der Tat seien er und seine 72 Jahre alte Mutter tot in einer Wohnung gefunden worden. Neben den Leichen habe eine Schusswaffe gelegen. Der Vater war den Angaben zufolge äußerlich unverletzt. Die Bundesanwaltschaft führt ihn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht als Beschuldigten.

+++ 20.02.2020: Kurz zu Hanau: "Abscheulicher rechtsradikaler Terroranschlag" +++


Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat den rassistischen Anschlag in Hanau "aufs Schärfste" verurteilt. Am Rande des EU-Gipfels in Brüssel sagte er am Donnerstag, dies sei ein "abscheulicher rechtsradikaler Terroranschlag». Es zeige, dass man in Europa radikalem Gedankengut entschieden entgegentreten müsse.

Im hessischen Hanau hatte ein Mann am Mittwochabend neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Sechs weitere wurden laut Bundesanwaltschaft verletzt, einer davon schwer. Kurze Zeit später wurden der mutmaßliche Täter und seine Mutter ebenfalls erschossen in einer Wohnung gefunden. Der mutmaßliche Täter veröffentlichte laut Bundesanwaltschaft "eine Art Manifest" auf seiner Internetseite, das Hinweise auf eine "zutiefst rassistische Gesinnung" enthalte.

+++ 20.02.2020: Türkischer Botschafter in Berlin: "Schwarzer Tag für Deutschland" +++

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau hat der türkische Botschafter von einem "schwarzen Tag für Deutschland" gesprochen. "Wir leiden. Es ist wirklich ein schwarzer Tag für Deutschland», sagte Ali Kemal Aydin dem Sender CNN Türk.

Aydin warnte, man könne die Tat nicht auf eine Person reduzieren, es müsse nach Verbindungen zu Hintermännern ermittelt werden. Dabei erinnerte er an die Morde der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Die deutschen Behörden müssten die Tat restlos aufklären.

"Nach vorläufigen Informationen haben wir alleine unter den türkischen Staatsbürgern ein Opfer", sagte er weiter. "Drei oder vier" Opfer könnten die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. "Diese Zahl steht noch nicht fest." Zuvor war die Rede von fünf türkischen Staatsbürgern. Offizielle Angaben zur Staatsangehörigkeit der Opfer gibt es nicht.

+++ 20.02.2020: Röttgen zu Hanau: "Man darf die Tat nicht isoliert sehen"

Der Anschlag von Hanau darf nach Ansicht des Bewerbers um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, nicht "isoliert" betrachtet werden. "Wir müssen das Gift bekämpfen, das von der AfD und anderen in unsere Gesellschaft getragen wird", sagte Röttgen am Donnerstag zu "Bild".

Ähnlich hatten sich zuvor auch andere Spitzenpolitiker geäußert. So schrieb Linke-Parteichefin Katja Kipping bei Twitter mit Verweis auf die AfD: "Der rassistische Anschlag von Hanau ist kein Unfall. Solche Taten werden angefeuert von rechter Hetze, die von "wohltemperierter Grausamkeit" (Höcke) und "Remigration" redet und Menschen ihre Würde abspricht."

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+++ 20.02.2020: Macron spricht "deutschen Freunden" sein Beileid zu Hanau aus +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim EU-Gipfel in Brüssel sein Beileid für die Toten von Hanau geäußert. Bei seiner Ankunft zum Treffen der Staats- und Regierungschefs sprach Macron am Donnerstag als erstes von seinen "bewegten Gedanken an unsere deutschen Freunde nach der Schießerei von Hanau". In diesem "Moment der Trauer" stehe Frankreich in Solidarität zu Deutschland, sagte Macron. Es gelte, gegen Hass und Rassismus vorzugehen.

+++ 20.02.2020: BVB-Geschäftsführer Watzke verurteilt Gewalttat von Hanau +++

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat mit Bestürzung auf die Gewalttat von Hanau reagiert. "Die Taten in Halle und jetzt in Hanau sind schrecklich. Die deutsche Gesellschaft muss alles dafür tun, um Rassismus und Antisemitismus klar zu bekämpfen. Wir werden unseren Teil beitragen", kommentierte der Chef des Fußball-Bundesligisten am Donnerstag via Twitter.

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Bei der Gewalttat in Hanau hatte ein Mann zehn Menschen getötet. Stunden nach dem Verbrechen entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen 43 Jahre alten Todesschützen in seiner Wohnung. Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) gibt es Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv". Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.

Parallelen zu dem Attentäter von Halle, der im Oktober erst versucht hatte, in eine voll besetzte Synagoge einzudringen und dann zwei Menschen erschoss, sind offensichtlich.

 

+++ 20.02.2020: Woidke: Anschlag von Hanau ist "Angriff auf uns alle" +++

Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) hat den Anschlag in Hanau als "Angriff auf uns alle" bezeichnet. "Diese Tat ist abscheulich und feige", sagte der Brandenburger Ministerpräsident am Donnerstag einer Mitteilung zufolge. "Wir werden nicht dulden, dass Hass, Rassismus und Gewalt unser Leben bestimmen." Sein tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer. "Wir trauern um Nachbarn, Freunde, Kollegen und Mitmenschen."

Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Erik Stohn und die SPD-Abgeordnete Inka Gossmann-Reetz warfen der AfD eine Mitschuld vor: "Rechte Gewalttäter und Rassisten werden durch die AfD in ihrem schändlichen Handeln ermutigt und bestärkt."

Ein Deutscher hatte in Hanau in Hessen zehn Menschen und sich selbst erschossen. Es gibt die Vermutung, dass er aus rechtsradikalen und rassistischen Motiven handelte. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.

+++ 20.02.2020: Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank: Hanau-Schütze mit "Zutiefst rassistischer Gesinnung+++

Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank hat dem Hanau-Schützen eine"zutiefst rassistische Gesinnung zugesprochen. Nach der Tat am Mittwochabend hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Um das Motiv zu klären, werden Kontakte aus dem In- und Ausland des Täters sowie sein Umfeld befragt. 

+++ 20.02.2020: Herrmann: Täter aus Hanau lebte früher in Oberfranken und Oberbayern +++

Der mutmaßliche Täter aus dem hessischen Hanau hat früher auch an verschiedenen Orten in Bayern gelebt. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat der 43 Jahre alte Deutsche zeitweilig in Oberfranken und in Oberbayern gewohnt. "Zuletzt hat er sich wohl 2018 im südbayerischen Raum aufgehalten", sagte Herrmann am Donnerstag in Friedberg im Landkreis Augsburg. Es habe aber damals keine Erkenntnisse gegeben, dass der Mann ein Extremist sei.

Mit Flatterband ist der Bereich um den Tatort am Heumarkt abgesperrt.

Mit Flatterband ist der Bereich um den Tatort am Heumarkt abgesperrt. Bild: dpa

+++ 20.02.2020: Sicherheitskreise: Neun Opfer von Hanau haben Migrationshintergrund ++

Der Todesschütze von Hanau hat neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet - und seine Mutter. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag zudem aus Sicherheitskreisen erfuhr, haben vier der fünf Verletzten ausländische Wurzeln.

+++ 20.02.2020: Flick verurteilt Bluttat von Hanau: "Alle dagegen stemmen" +++

Bayern Münchens Trainer Hansi Flick hat sich geschockt über die Gewalttat von Hanau geäußert. Das sei "schon Wahnsinn", sagte der Coach des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Donnerstag. Flick verurteilte die Bluttat. "Rassismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wir müssen gucken, dass wir uns möglichst alle dagegen stemmen", sagte Flick weiter.

Bei der Gewalttat in Hanau hatte ein Mann zehn Menschen getötet. Stunden nach dem Verbrechen entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen 43 Jahre alten Todesschützen in seiner Wohnung in Hanau. Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) gibt es Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv". Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.

+++ 20.02.2020: Bundesminister Seehofer und Lambrecht in Hanau eingetroffen +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sind am Donnerstag in Hanau eingetroffen, um sich über die Hintergründe der Gewalttat mit elf Toten zu informieren. Sie wollten am Nachmittag auf dem Heumarkt, einem der Tatorte, über aktuelle Erkenntnisse informieren, kündigte ein Sprecher der hessischen Staatskanzlei an. Die Minister trafen sich mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU).

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) gibt es Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv". Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.

+++ 20.02.2020: Hanau-Terrorist soll auch Schwangere (35) getötet haben +++

Insgesamt 10 Menschen fielen dem Hanau-Terrorist Tobias R. zum Opfer. Wie die "Bild" nun erfahren haben will, soll sich unter den Opfern auch eine zweifache Mutter (35) befinden, die zum Tatzeitpunkt schwanger war.

+++ 20.02.2020: Bundesanwaltschaft kündigt Erklärung zu Anschlag von Hanau an +++

Die Bundesanwaltschaft will am (heutigen) Donnerstag um 15.00 Uhr eine Erklärung zu dem rassistischen Anschlag von Hanau abgeben. Dann werde über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert, teilte die Karlsruher Behörde am Donnerstag mit. Generalbundesanwalt Peter Frank hatte die Ermittlungen zu der Gewalttat noch in der Nacht übernommen.

+++ 20.02.2020: Sächsischer Innenminister: Auf neues Täterprofil einstellen +++

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau sieht Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) eine neue Herausforderung für die deutschen Sicherheitsbehörden. Solche Taten zeigten, dass "wir es zunehmend mit Einzeltätern zu tun haben, die über einen langen Zeitraum unauffällig bleiben und sich im Verborgenen radikalisieren", sagte Wöller am Donnerstag in Dresden. Auf diese neue Herausforderung des "Täterprofils mit langer Inkubationszeit" müssen sich die Sicherheitsbehörden einstellen: "Dazu gehören auch hinreichend gesetzliche Befugnisse zur Gefahrenabwehr."

+++ 20.02.2020: Hanau: Habeck fordert konsequente Verfolgung von Rechtsextremismus+++

Grünen-Chef Robert Habeck hat nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag von Hanau ein härteres Durchgreifen gegen Rechtsextremismus und Rassismus gefordert. "Wir dürfen uns nicht an solche Taten gewöhnen", sagte Habeck am Donnerstag in Berlin. "Und dann muss die konsequente Verfolgung und die Prävention aller solcher Taten des Rechtsextremismus, des Rassismus unbedingte Priorität allen politischen Handelns sein."

Dies sei auch ein Tag des Zorns über den Hass und die Gewalt, die sich schon über Jahre in die Gesellschaft hineinfresse und sich im Netz ausbreite, sagte Habeck.

+++ 20.02.2020: Merkel: Rassismus ist ein Gift in der Gesellschaft +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Angehörigen und Opfern der Gewalttat von Hanau ihre tiefe Anteilnahme ausgedrückt. Dies sei ein "überaus trauriger Tag für unser Land. Der tiefe Schmerz über den gewaltsamen Tod so vieler Mitbürger, den die Menschen heute in Hanau empfinden, empfinde ich und die Menschen in ganz Deutschland", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin.

Sie hoffe, dass die große Anteilnahme in der Bevölkerung den Angehörigen ein wenig Kraft geben könne. Und sie hoffe auch, dass die Betroffenen nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen Folgen überwinden könnten. Merkel sagte, seit dem frühen Morgen habe sie sich über den Stand der Ermittlungen unterrichten lassen. Und sie werde auch beim EU-Gipfel in Brüssel weiter fortlaufend informiert.

Es werde alles unternommen, um die Hintergründe der entsetzlichen Morde "bis ins Letzte" aufzuklären, versicherte die Kanzlerin. "Für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh." Doch weise derzeit vieles darauf hin, "dass der Täter aus rechtsextremistischen, rassistischen Motiven gehandelt hat. Aus Hass gegen Menschen mit anderer Herkunft, anderem Glauben oder anderem Aussehen." Sie fügte hinzu: "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft. Und es ist Schuld an schon viel zu vielen Verbrechen. Von den Untaten des NSU über den Mord an (dem Kasseler Regierungspräsidenten) Walter Lübcke bis zu den Morden von Halle."

Die Bundesregierung und alle staatlichen Institutionen stünden für die "Rechte und Würde eines jeden Menschen in unserem Land. Wir unterscheiden Bürger nicht nach Herkunft oder Religion. Wir stellen uns denen, die versuchen, in Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen."

+++ 20.02.2020: Hanau-Täter Tobias R. war Sportschütze +++

Der mutmaßliche Täter sei nach ersten Erkenntnissen Sportschütze gewesen, der die Waffen legal besessen habe.Hessens Innenminister erläuterte, der Todesschütze habe am späten Mittwochabend in zwei Shisha-Bars und in einem Kiosk das Feuer eröffnet. Auch ein Auto sei beschossen worden. Beuth sagte, die Polizei werte derzeit die Homepage des 43-jährigen Hanauers aus. "Erste Auswerteergebnisse der Homepage des vermeintlichen Täters deuten auf ein fremdenfeindliches Motiv hin", sagte der Innenminister.

+++ 20.02.2020: Kramp-Karrenbauer betont nach Hanau: "Brandmauer" zur AfD halten +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Gewalttat von Hanau als Beleg dafür gewertet, dass die CDU und andere Parteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten dürfen. Sie fühle sich in ihrer Haltung bestärkt, dass es keine Zusammenarbeit geben dürfe mit der Partei, die "Rechtsextreme, ja, ich sage auch ganz bewusst Nazis, in ihren eigenen Reihen duldet und die eine Grundlage legt, auch in der politischen Diskussion, für genau dieses Gedankengut", sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag in Paris. Sie verwies auf den CDU-Beschluss, nicht mit der AfD zu kooperieren. "Wie wichtig es ist, diese Brandmauer zu halten, das sieht man an einem Tag wie heute."

Man sehe, dass es ein rechtsextremes Motiv gegeben habe und "dass es das Gift ist, sich selbst als etwas Besseres zu sehen, aus Mitbürgern fremde zu machen", sagte die Bundesverteidigungsministerin am Rande ihres Treffens mit der französischen Ministerkollegin Florence Parly. "Das ist ein Gift, dass immer stärker in unsere Gesellschaft eindringt und das am Ende zu diesen Taten führen kann.» Es gelte nun, die Hintergründe aufzuklären und "die politische Debatte darüber zu führen, welches Gift es ist", das dazu führe, dass die Gesellschaft "so etwas" hervorbringe.

+++ 20.02.2020: Türkei verurteilt Tat von Hanau als "rassistischen Angriff" +++

Die Türkei hat die Gewalttaten mit mehreren Toten in Hanau als "rassistischen Angriff" verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. "Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären", schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag auf Twitter.

In dem Fall hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen wegen Terrorverdachts übernommen. Kalin sprach von einem "rassistischen Angriff" und "unseren Bürgern", die bei der Tat ums Leben gekommen seien. Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt. "Rassismus ist ein kollektiver Krebs", fügte Kalin hinzu.

+++ 20.02.2020: Maas ruft zu verstärktem Kampf gegen rechten Terror auf +++

Nach der Gewalttat in Hanau hat Außenminister Heiko Maas (SPD) zu verstärktem Kampf gegen rechten Terror aufgerufen. "Rechtsterrorismus ist wieder zu einer Gefahr für unser Land geworden», betonte Maas am Donnerstag auf Twitter. Es sei längst Zeit zu erkennen: "Demokratie muss sich wehren gegen die Feinde der Freiheit." Das gelte für den Rechtsstaat. "Das gilt aber auch für uns alle."

Wenn sich der Verdacht erhärte, sei die grauenhafte Tat in Hanau der dritte rechtsextreme Mordanschlag in Deutschland in einem Jahr, so Maas mit Blick auf die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und den Anschlag in Halle.

+++ 20.02.2020: Bundespräsident entsetzt über "terroristische Gewalttat in Hanau" +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sein Entsetzen über die "terroristische Gewalttat in Hanau" zum Ausdruck gebracht. Der Bundespräsident erklärte am Donnerstag in Berlin: "Meine tiefe Trauer und Anteilnahme gelten den Opfern und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden. Sie sind nicht allein."

Steinmeier zeigte sich aber "überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt. Wir werden nicht nachlassen, für das friedliche Miteinander in unserem Land einzustehen."

+++ 20.02.2020: SPD ruft nach Hanau-Tat zu Mahnwache vor Brandenburger Tor auf +++

Die SPD hat nach der Gewalttat von Hanau zu einer Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. "Wir müssen ein Zeichen setzen. Gegen den rechten Terror, gegen den rechten Hass, gegen Faschismus", schrieb Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag auf Twitter. Bei einer Solidaritätsbekundung am Donnerstagabend um 18 Uhr solle deutlich werden, "dass wir den Hetzern und rechten Terroristen nicht unser Land überlassen".

Klingbeil wertete die Tat als "Angriff auf uns alle, auf die Freiheit in unserem Land". "Mitten in Deutschland werden Menschen aus rechtem Hass und Rassismus getötet. Das macht mich wütend", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 20.02.2020: Sicherheitskreise: Viele der Opfer in Hanau mit Migrationshintergrund +++

Unter den Todesopfern von Hanau sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob unter ihnen auch ausländische Staatsbürger sind, war zunächst nicht bekannt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen.

+++ 20.02.2020: Hanauer Bürgermeister ruft zu Mahnwache für Opfer auf +++

In der Stadt Hanau soll am Donnerstagabend eine Mahnwache für die Opfer des schweren Gewaltverbrechens stattfinden. Dazu habe Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD)aufgerufen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Gedenkveranstaltung soll am Abend um 18 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Gleichzeitig kündigte der Deutsche Gewerkschaftsbund anlässlich der mutmaßlich rassistisch motivierten Gewalttat eine Kundgebung zur gleichen Zeit an der Frankfurter Paulskirche an.

+++ 20.02.2020: Lambrecht: Hintergründe der Tat von Hanau gründlich aufklären +++

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat den Angehörigen der Opfer von Hanau ihre Anteilnahme ausgesprochen. "Es ist erschütternd, wie viele Menschen dort sinnlos getötet wurden", erklärte sie am Donnerstag. "Wir müssen die Hintergründe der Tat gründlich aufklären und alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern." Bei der Gewalttat im hessischen Hanau hatte ein Mann am Mittwoch zehn Menschen getötet. Noch in der Nacht übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls. Er ermittelt nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth wegen Terrorverdachts und sieht Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv".

+++ 20.02.2020: Hessens Innenminister: Verdacht auf Terror in Hanau +++

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach der Gewalttat in Hanau laut dem hessischen Innenminister Peter Beuth wegen Terrorverdachts. Nach jetzigen Erkenntnissen sei ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben, sagte Beuth (CDU) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden.

+++ 20.02.2020: Tobias R. war Behörden nicht bekannt - Täter erschoss auch seine Mutter +++

Wie die "Tagesschau" berichtet, war Tobias R. den Sicherheitsbehörden bislang nicht bekannt. Zudem berichtet derhessische Innenminister Peter Beuthim hessischen Landtag, dass es sich bei der weiteren Leiche in der Wohnung des Schützen um die 72-jährige Mutter handelt.

+++ 20.02.2020: DAS wissen wir über den Täter Tobias R. +++

Viel ist über den mutmaßlichen Schützen von Hanau bislang nicht bekannt. Unter dem Video veröffentlichte Tobias R. einen Link zu seiner Homepage, auf der er einige Informationen zu seiner Person preisgibt. Demnach ist Tobias R. 43 Jahre alt und stammt aus Hanau. Dort soll er auch zur Schule gegangen sein. Eigenen Angaben zufolge habe er nach Abitur und Zivildienst eine Lehre zum Bankkaufmann absolviert. Zudem habe er in Bayreuth BWL studiert.

+++ 20.02.2020: Seehofer sagt nach tödlicher Gewalttat in Hanau Termin ab +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat wegen des Gewaltverbrechens in Hanau einen Termin abgesagt. Ein Sprecher seines Ministeriums sagte, der Minister werde am Donnerstag bei einem Termin in Berlin, wo es um die Digitalisierung in der Verwaltung geht, von einem Staatssekretär vertreten. Seehofer wolle sich fortlaufend über die neuesten Entwicklung in dem Fall informieren lassen

+++ 20.02.2020: Merkel sagt wegen Gewalttat in Hanau Besuch in Halle ab +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wegen des Gewaltverbrechens mit vielen Toten in Hanau einen geplanten Besuch in Sachsen-Anhalt abgesagt. Sie werde an diesem Donnerstag nicht wie geplant zum Amtswechsel an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nach Halle fahren, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Die Bundeskanzlerin lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten."

In Halle wird sie nach diesen Angaben vom Staatsminister im Kanzleramt, Hendrik Hoppenstedt, vertreten. An der Leopoldina ist am Vormittag ein Festakt zur Amtsübergabe geplant. Der Klimaforscher Gerald Haug übernimmt die Präsidentschaft der Akademie zum März vom Mikrobiologen Jörg Hacker. Merkel sollte die Festansprache halten.

+++ 20.02.2020: Mutmaßlicher Hanau-Täter hatte Bekennervideo aufgezeichnet +++

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat vor dem Gewaltverbrechen eine umfangreiche Sammlung von Erklärungen und Weltanschauungs-Theorien im Internet verbreitet. In einem knapp einstündigen Video behauptet er unter anderem, Deutschland werde von einem Geheimdienst mit weitreichenden Fähigkeiten gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei.

+++ 20.02.2020: Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen zu Taten von Hanau +++

Nach mehreren Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau hat der Generalbundesanwalt bereits in der Nacht die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag. Nach dpa-Informationen sind Hinweise auf eine ausländerfeindliche Motivation des mutmaßlichen Täters der Grund. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.

+++ 20.02.2020: Mutmaßlicher Täter von Hanau veröffentlichte kurz vor Tat Video +++

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen wenige Tage vor der Tat ein Video bei Youtube veröffentlicht. In diesem Video spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip, der am Donnerstagmorgen weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen, ins Netz gestellt wurde er vor wenigen Tagen.

Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen". Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Das Motiv des Verbrechens mit insgesamt elf Toten blieb zunächst unklar.

+++ 20.02.2020: Täter mordete aus rechtsradikalen Motiven +++

Nach "Bild"-Informationen handelt es sich bei dem Schützen von Hanau um Tobias R. In seinem Bekenner-Schreiben äußert R. wirre Ansichten, viele davon auch rechtsradikaler Natur.

+++ 20.02.2020: Mutmaßlicher Täter hinterließ Bekennerschreiben +++

Nach mehreren Gewalttaten mit vielen Toten in Hanau sind nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden. Beides werde nun ausgewertet, das Motiv sei noch unklar, hieß es am Donnerstagmorgen. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet.

+++ 20.02.2020: Bundesregierung erschüttert über Gewaltverbrechen von Hanau +++

Die Bundesregierung hat bestürzt auf das schwere Gewaltverbrechen in Hanau mit bislang elf Toten reagiert. "Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in #Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagmorgen auf Twitter. "Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern", fügte er hinzu. Seibert äußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.

+++ 20.02.2020: Polizei: Keine Hinweise auf weitere Täter in Hanau +++

Die Polizei hat im Fall der tödlichen Schüsse in Hanau bislang keine Hinweise auf weitere Täter. Das teilte sie am Donnerstagmorgen über Twitter mit. Zuvor war der mutmaßliche Todesschütze nach Angaben der Ermittler tot aufgefunden worden. In der Wohnung wurde eine weitere Leiche entdeckt. Die Zahl der Menschen, die zuvor durch Schüsse an zwei Orten in Hanau starben, erhöhte sich indes von acht auf neun.

+++ 20.02.2020: Täter von Hanau "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tot +++

In Hanau haben Polizisten am frühen Donnerstagmorgen den mutmaßlichen Todesschützen tot aufgefunden. Spezialkräfte hätten in einer Wohnung außerdem eine weitere Leiche entdeckt, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe keinen Hinweis auf weitere Täter. Die Zahl der Toten habe sich auf insgesamt elf erhöht.

+++ 20.02.2020:Spurensicherung auch an anderem Tatort in Hanau +++

Am Tatort im Hanauer Stadtteil Kesselstadt laufen die kriminaltechnischen Untersuchungen. Um ein beschädigtes Auto, das mit Rettungsdecken abgedeckt war, wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Feuerwehrzelt aufgebaut, das auch als Sichtschutz diente. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Schwer bewaffnete Beamte sicherten ihn. Dort sollen zuvor ebenfalls an oder womöglich auch in einer Art Kiosk Schüsse gefallen sein. Insgesamt starben laut Polizei an zwei Tatorten acht Menschen.

Immer wieder tauchten Menschen am Absperrband in dem Stadtviertel mit vielen Wohnblocks auf. Unter ihnen war ein 24-Jähriger, der nach eigenen Angaben der Sohn des Kioskbesitzers ist. Er sei bei der Tat nicht vor Ort gewesen, sein Vater, wie er erst später erfahren habe, auch nicht. Als er von den Schüssen gehört habe, sei er sofort hergekommen. "Ich habe erstmal einen Schock bekommen." Die Opfer seien Leute, "die wir jahrelang kennen". Es seien zwei Mitarbeiter und eine Person, die er schon von klein auf kenne. "Wir kennen sowas nicht, wir sind auch nicht mit Leuten zerstritten. Wir können es uns gar nicht vorstellen. Es war ein Schock für alle."

+++ 20.02.2020: Polizei nach tödlichen Schüssen: keine Erkenntnisse zu Hintergründen +++

Nach den Schüssen in Hanau, bei denen nach Angaben der Polizei acht Menschen getötet wurden, hat die Polizei noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den Hintergründen. "Die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren", teilte die Polizei in Offenbach mit. Am Mittwochabend war es gegen 22.00 Uhr an mehreren Tatorten in Hanau zu Schüssen gekommen. Mehrere Menschen wurden zudem verletzt.

+++ 19.02.2020: Mehrere Tote durch Schüsse in Hanau +++

Durch Schüsse sind im hessischen Hanau mehrere Menschen getötet worden. Das sagte ein Sprecher der Polizei Hanau am Mittwochabend. Die Hintergründe waren zunächst unklar, auch die genaue Zahl der Toten.

Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks wurde zunächst eine Sisha-Bar in der Hanauer Innenstadt angegriffen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben. Danach sollen die Täter in den Stadtteil Kesselstadt gefahren sein. Dort soll dann erneut in einer Shisha-Bar geschossen worden sein. Auch hier soll es Tote gegeben haben. Die Polizei bestätigte die Angaben in dem Medienbericht jedoch nicht. Hanau liegt im Main-Kinzig-Kreis etwa 20 Kilometer östlich von Frankfurt/Main und hat etwa 100 000 Einwohner.

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sba/news.de/dpa
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