18.02.2020, 14.44 Uhr

Rauchen in Deutschland: Glimmstängel weg! Experten fordern jetzt ein komplettes Rauchverbot

Experten fordern ein Rauchverbot für alle öffentlichen Einrichtungen.

Experten fordern ein Rauchverbot für alle öffentlichen Einrichtungen. Bild: picture alliance/Jan-Philipp Strobel/dpa

Rauchen schadet der Gesundheit - nicht nur der von Rauchern. Gerade Passivraucher sind durch den Zigarettenrauch einer ständigen Gesundheitsgefahr ausgesetzt. Mehr als 165.000 Kinder starben weltweit an dem Dunst. In Deutschland sind es insgesamt 3.300 Nichtraucher, die an den Folgen des Rauchens ums Leben kamen. Deshalb fordern Experten jetzt ein komplettes Rauchverbot in der Öffentlichkeit.

Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen gefordert

Um die Bürger zu schützen, wurde in Deutschland ein Rauchverbot verhängt. Da der Gesundheitsschutz Ländersache ist, gelten in den 16 Bundesländern unterschiedliche Regelungen. So ist ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Nahverkehr zwar gesetzlich festgelegt, aber in gastronomischen Einrichtungen haben die Länder Spielräume. Dass in Deutschland immer noch nicht überall ein komplettes Verbot gilt, ruft Mediziner zu einer Forderung auf.

Sie fordern in Deutschland ein komplettes Rauchverbot. Der Kinder-Lungenarzt Prof. Matthias Kopp vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein fordert deshalb in "Bild": "Das Rauchen gehört aus meiner Sicht in allen Bereichen verboten, die öffentlich zugänglich sind, dazu zählen auch Strände, Badeseen oder öffentliche Plätze."

Dürfen Raucher nicht mehr in ihrem Auto rauchen?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (56) sieht auch einen Handlungsbedarf, um Nichtraucher besser zu schützen: "Grundsätzlich sollten so viele rauchfreie öffentliche Plätze geschaffen werden wie möglich. Das ist insbesondere eine Aufgabe der Kommunen." Damit meint er nicht nur Bahnhöfe oder Plätze, sondern auch Autos. "Ein Rauchverbot in Autos ist ganz klar zu fordern. Es schützt alle Betroffenen, insbesondere Kinder", sagt Lauterbach.

Diese Forderungen sind kein neuer Hilfeschrei von Gesundheitsexperten und Ärzten. So fordert der Ärzteverband Marburger Bund Rauchverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen zum Gesundheitsschutz von Kindern. "Wir brauchen rauchfreie Zonen überall dort, wo Kinder und Jugendliche sich häufig aufhalten", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. Dies solle zum Beispiel auf Spiel- und Sportplätzen sowie im Umkreis von Kindertageseinrichtungen und Schulen gelten.

Initiativen, um Passivraucher zu schützen

Um Rauchen auf Spielplätzen einzudämmen, gibt es bereits einige Initiativen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums verbieten etwa Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland sowie verschiedene Kommunen dort das Rauchen. In einigen weiteren Ländern gibt es Vorstöße dafür. Die Deutsche Umwelthilfe fordert Bußgelder von mindestens 200 Euro fürs Wegwerfen von Zigarettenkippen auf Spielplätzen.

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Wie gefährlich ist Passivrauchen?

Laut Studien trifft der giftige Dunst besonders Kinder."Kinder können Passivrauch nicht aus dem Weg gehen, sie leiden mit Abstand am stärksten", sagt Ärztin Annette Prüss-Ustünder Weltgesundheitsorganisation in einer Studie zum Passivrauchen die im Wissenschaftsmagazin "Lancet" erschien. Neben Atemwegserkrankungen steigt das Risiko, durch Passivrauchen an Lungen- oder Brustkrebs zu erkranken, stark an.

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bos/sig/news.de/dpa