17.02.2020, 15.24 Uhr

Urteil in Kleve (NRW): Todes-Raser (22) wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Bei einem mutmaßlich illegalen Autorennen ist eine 43-jährige unbeteiligte Autofahrerin verstorben. Gegen zwei junge Männer beginnt der Prozess. Einer muss sich wegen Mordes verantworten.

Bei einem mutmaßlich illegalen Autorennen ist eine 43-jährige unbeteiligte Autofahrerin verstorben. Gegen zwei junge Männer beginnt der Prozess. Einer muss sich wegen Mordes verantworten. Bild: Polizei Duisburg / picture alliance / dpa

Der Fall hatte bundesweit fassungslos gemacht: Bei einem mutmaßlichen Autorennen in Moers bei Duisburg wird eine unbeteiligte Frau tödlich verletzt. Eine Woche lang fahndet die Polizei nach dem verdächtigen Unfallfahrer wegen Mordes - bis er sich stellt.

Todes-Raser von Moers wegen Mordes angeklagt - unbeteiligte Frau (43) totgerast

Gegen ihn und seinen gleichalterigen mutmaßlichen Renn-Kontrahenten beginnt am Montag (10. Februar) vor dem Landgericht im niederrheinischen Kleve der Prozess. Die beiden sollen sich im vergangenen April in Moers mit ihren über 500 PS starken Autos ein Rennen geliefert haben. Einer kollidierte laut Anklage mit dem Wagen der 43-jährigen Frau.

Raser ohne Führerschein in Kleve vor Gericht

Einem Angeklagten, einem Kosovaren, werden Mord und die Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge vorgeworfen, wie das Landgericht Kleve mitteilte. Er soll keinen Führerschein gehabt haben. Der andere, ein Deutscher, ist der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge angeklagt.

Familie von getöteter 43-Jähriger als Nebenkläger im Raser-Prozess

Der wegen Mordes Angeklagte soll seinen Mercedes-AMG auf 167 Kilometer in der Stunde und damit auf über das Dreifache der zulässigen Höchstgeschwindigkeit beschleunigt haben. In einem Kreuzungsbereich raste er laut Anklage in das Auto der 43-Jährigen. Die laut Staatsanwaltschaft nicht angeschnallte Frau wurde herausgeschleudert. Sie starb drei Tage später an ihren Verletzungen. Der Ehemann des Unfallopfers, die Tochter und der Sohn sind nach Angaben des Gerichts Nebenkläger in dem Verfahren.

Die Wucht des Aufpralls soll so hoch gewesen sein, dass ein Reserverad aus dem Wagen der Frau herausgeschleudert und erst in über 100 Metern Entfernung durch ein Garagentor gebremst wurde. Eine Frau soll nur deshalb nicht getroffen worden sein, weil sie sich gerade zufällig zu ihrem Hund herunterbeugte.

Tödliches Autorennen - Anklage fordert Lebenslang für 22-Jährigen

Nach dem mutmaßlichen illegalen Autorennen mit einem Todesopfer in Moers fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft wegen Mordes für den 22 Jahre alten Unfallfahrer. Für den zweiten Angeklagten, der das andere Auto steuerte, forderte die Anklage eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge. Das Urteil wollten die Richter in Kleve noch am Nachmittag verkünden.

Der Kosovare und der Deutsche sollen sich im vergangenen April in Moers bei Duisburg mit ihren rund 600 PS starken Autos in einem Wohngebiet ein Rennen geliefert haben. Dabei stieß der 22-jährige Kosovare mit dem Kleinwagen einer unbeteiligten Frau zusammen, die gerade auf die Straße eingebogen war. Die 43-Jährige wurde herausgeschleudert und starb nach drei Tagen. Laut Gutachter soll der Unfallwagen bei dem Rennen auf bis zu 167 Kilometer pro Stunde beschleunigt haben.

In der Hauptverhandlung am Montag hatte der Fahrer des nicht direkt in den Unfall verwickelten Autos die Familie der Getöteten um Verzeihung geben. In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung hieß es: "Es tut mir unfassbar leid, was dort geschehen ist. Ich wünschte, ich könnte alles ungeschehen machen."

22-Jähriger nach Autorennen wegen Mordes verurteilt

Nach einem illegalen Autorennen mit einem Todesopfer im nordrhein-westfälischen Moers hat das Landgericht Kleve den 22-jährigen Fahrer wegen Mordes verurteilt. Er bekam am Montag eine lebenslange Freiheitsstrafe. Eine 43 Jahre alte unbeteiligte Autofahrerin hatte im April 2019 tödliche Verletzungen erlitten, als der hochmotorisierte Wagen des Kosovaren gegen ihr Auto prallte.

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loc/news.de/dpa
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