27.01.2020, 16.23 Uhr

Familiendrama in Rot am See: Mutmaßlicher Schütze äußert sich zum Tatmotiv

In Baden-Württemberg soll es mehrere Tote geben, nachdem in einem Gebäude gefallen sind.

In Baden-Württemberg soll es mehrere Tote geben, nachdem in einem Gebäude gefallen sind. Bild: dpa

Ein 26-Jähriger soll in dem kleinen Ort im Nordosten Baden-Württembergs am Freitag seine Eltern, einen Onkel, eine Tante und zwei Stiefgeschwister erschossen sowie die beiden weiteren Verwandten angeschossen haben. Die Polizei gab nicht bekannt, ob der in Untersuchungshaft sitzende Mann sich zu den Vorwürfen des sechsfachen Mordes und des zweifachen versuchten Mordes geäußert hat. Der Sportschütze soll mit seiner halbautomatischen Waffe überdies zwei 12 und 14 Jahre alte Jungen bedroht haben. Diese brachten sich bei Nachbarn in Sicherheit.

Aalens Polizeipräsident Reiner Möller sagte bei einer Pressekonferenz: "Unter den Toten sind die Eltern des Täters. Auch die anderen Opfer gehörten zur Verwandtschaft. Die Verhältnisse müssen aber noch geklärt werden. Wir gehen von einem Familiendrama aus."

Medienbericht: Täter droht lebenslanger RAF-Knast

Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, droht dem mutmaßlichen Täter die Untersuchungshaft in die JVA Stammheim. Außer es würde bei ihm eine psychisch Krankheit oder Suizidgefahr bestehen, dann käme er ins Justizkrankenhaus Hohenasperg, schreibt das Blatt, da dort sind einige Räumlichkeiten videoüberwacht sind.

Mutmaßlicher Schütze von Rot am See äußert sich zum Motiv

Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in Rot am See (Baden-Württemberg) hat sich der mutmaßliche Schütze dazu geäußert, warum er gegen seine Verwandten die Waffe erhoben hat. Allerdings nahm die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen zu Details des Motivs am Montag keine Stellung.

Der 26-Jährige soll am vergangenen Freitag in dem kleinen Ort im Nordosten Baden-Württembergs seine Eltern, einen Onkel, eine Tante und zwei Stiefgeschwister erschossen und zwei weitere Verwandte angeschossen haben. Er sitzt wegen des Verdachts auf sechsfachen Mord und zweifachen versuchten Mord in Untersuchungshaft. Anlass für das Aufeinandertreffen der Verwandten in Rot am See bei Schwäbisch Hall war nach Polizeiangaben eine bevorstehende Familienangelegenheit.

6 Tote nach Schüssen in Baden-Württemberg: Tatverdächtigen hat Waffenschein

Die Ermittlungen zu dem Fall gehen weiter. Die Beamten wollen nach Motiven für das Verbrechen suchen. Auch der Anlass für das Aufeinandertreffen der Verwandten in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) sei noch unklar, sagte der Polizeisprecher. Nach dpa-Informationen war der Hintergrund die für Samstag geplante Beerdigung der Großmutter des 26-Jährigen mütterlicherseits in Sachsen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, fand die Beisetzung in Schwepnitz statt.

Mögliches Tatmotiv! Ging es um Erbstreitigkeiten?

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar - die Polizei machte dazu keine Angaben. Laut einem Bericht in "Bild" könnten Erbstreitigkeiten der Grund gewesen sein. Ob die Erbstreitigkeiten die tödliche Schuss-Attacke ausgelöst haben, müssen jetzt die Untersuchungen der Mordkommission klären. Einen Grund für seine Tat habe der 26-Jährige nicht genannt, als er sich bei der Polizei gemeldet habe. Eine erste Befragung des Verdächtigen werde es geben, wenn sein Rechtsanwalt auf der Dienststelle sei. Man habe mit dem mutmaßlichen Schützen aber ein "geordnetes Gespräch führen" können.

Zwei der Opfer wurden in dem Gebäude entdeckt, vier weitere davor. Die Waffe wurde im Gebäude gefunden. Der Mann befinde sich derzeit bei der Polizei in Gewahrsam und mache keine Angaben.

Tatverdächtiger alarmiert Polizei

Die Beamten erklärten, der 26-Jährige habe sie gegen 12.45 Uhr telefonisch über die Schüsse informiert. Knapp zehn Minuten später sei man "mit starken Kräften" am Tatort gewesen. Nun werde die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernehmen und versuchen, die Hintergründe der Tat aufzuklären.

Die Tat ereignete sich in der Bahnhofsstraße des Ortes, in einem ruhig wirkenden Wohnviertel. Die Polizei hatte den Tatort am Nachmittag mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Mitarbeiter der Spurensicherung in weißen Anzügen gingen in das Gebäude.

Nach Schüssen in Rot am See! Anwohner schockiert

"Ich wohne seit 50 Jahren in Rot am See und habe sowas noch nie erlebt", sagt eine ältere Frau, die 50 Meter vom Tatort entfernt steht. Mehrere Bekannte hätten sie teils aus Norddeutschland angerufen, um ihr von dem Verbrechen zu erzählen. "Jetzt wird Rot am See bekannt - aber auf scheußliche Art."

Eine junge Frau aus dem Haus gegenüber von der Kneipe schiebt einen Kinderwagen aus der Garage. "Wir wollten einfach mal rausgehen, weil so viele Bekannte angerufen haben", sagt sie. Sie habe nichts von den Schüssen mitbekommen, sei aber dennoch schockiert, dass so etwas in ihrer Straße passiere.

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bua/news.de/dpa