26.11.2019, 14.54 Uhr

Unwetter-Chaos in Europa aktuell: Chaos-Wetterlage fordert weitere Todesopfer, Autobahnen gesperrt

Starke Regenfälle haben einen großen Teil Norditaliens vielerorts für Hochwasser gesorgt. Auch der Fluss Po trat über seine Ufer.

Starke Regenfälle haben einen großen Teil Norditaliens vielerorts für Hochwasser gesorgt. Auch der Fluss Po trat über seine Ufer. Bild: Alessandro Di Marco/ANSA/AP/dpa

Heftige Unwetter haben in Südfrankreich zwei Menschen das Leben gekostet und Hunderte in Italien von der Außenwelt abgeschnitten. Bei Savona in Ligurien stürzte ein Autobahnviadukt auf einer Länge von etwa 30 Metern ein. Ursache könnte ein Erdrutsch sein, schrieb die Region Ligurien auf Twitter. Tote oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Ein Video zeigte Fahrzeuge, die anscheinend dicht vor der Bruchstelle zum Stehen gekommen waren. Alle aktuellen Informationen zur Wetterlage in Europa lesen Sie hier.

Unwetter-Chaos aktuell in Europa im News-Ticker

  • Erdrutsch zerstört Autobahnbrücke in Italien
  • Tote, Verletzte und Vermisste in Frankreich
  • Neues Hochwasser in Venedig
  • Herbststurm "Geryones" wütet in Griechenland

+++ 26.11.2019: Leiche eines Vermissten nach Unwettern in Frankreich entdeckt +++

Nach den heftigen Unwettern und Überflutungen in Südfrankreich ist die Leiche eines Vermissten gefunden worden. Der 77-Jährige sei am Dienstagvormittag ganz in der Nähe seines Wohnhauses in Saint-Antonin-du-Var entdeckt worden, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Sein lebloser Körper lag in einem schwer zugänglichem Gebiet im Unterholz. Damit steigt die Zahl der Menschen, die während der Unwetter ums Leben gekommen sind, auf fünf. Eine weiterer Mensch gelte noch als vermisst.

Heftige Unwetter hatten in Südfrankreich am Wochenende Chaos verursacht. Es waren Straßen gesperrt, zwischen der Ferienmetropole Nizza und der Hafenstadt Toulon fuhren zeitweilig keine Züge mehr, zahlreiche Orte wurden überflutet. Die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes war in einem Auto in Cabasse im Département Var gefunden worden. Ein anderer Toter wurde in dem Ort Le Muy nordwestlich der Riviera-Stadt Fréjus entdeckt, ein älteres Ehepaar starb in seinem Auto.

+++ 26.11.2019: Weitere Autobahnsperrung nach Unwettern in Nordwestitalien +++

Nach den schweren Unwettern in Nordwestitalien ist eine weitere Autobahn in der Nähe von Genua aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Die Hafenstadt mit knapp 600.000 Einwohnern, wo im vorigen Jahr schon eine Autobahnbrücke eingestürzt war, fürchtet wirtschaftliche Nachteile durch die immer schlechtere Anbindung.

Die am Montagabend gesperrte A26, die westlich von Genua nach Norden führt, sollte im Laufe des Dienstags auf jeweils einer Spur pro Fahrtrichtung wieder geöffnet werden, wie die Region Ligurien auf Twitter mitteilte. Am Sonntag war rund 50 Kilometer westlich von Genua nahe Savona ein Autobahnviadukt nach einem Erdrutsch eingestürzt. Die A6, die dort Ligurien mit Piemont und dem Norden Europas verbindet, bleibt in beide Richtungen gesperrt.

Liguriens Regionalpräsident Giovanni Totti zeigte sich besorgt über die Verkehrsprobleme in der wirtschaftsstarken Region. "Mobilität ist ein verfassungsmäßiges Recht, das im Augenblick in Ligurien nicht garantiert ist", schrieb er auf Twitter. Der Präsident der Hafenbehörde Genuas, Paolo Emilio Signorini, warnte laut Zeitung "La Repubblica", dass der Hafen nicht all zu lange durchhalten könne, wenn er weitgehend vom Hinterland abgeschnitten sei.

Beim Brückeneinsturz in Genua waren im August vorigen Jahres 43 Menschen ums Leben gekommen. Der Einsturz des Viadukts am Sonntag verlief glimpflich, weil laut Feuerwehr kein Fahrzeug betroffen war. Laut Medienberichten vom Dienstag waren 20.000 Kubikmeter Erdreich mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 20 Metern pro Sekunde talwärts gerast und hatten die Pfeiler des Viadukts weggerissen.

+++ 25.11.2019: Italien: Autofahrer stoppt Fernbus vor eingestürztem Viadukt +++

Mit einem beherzten Einsatz hat ein Autofahrer in Italien nach dem Einsturz eines Autobahnviadukts womöglich eine Katastrophe verhindert. Mit ausgebreiteten Armen vor der Bruchstelle stehend, warnte der 56 Jahre alte Wachmann Daniele Cassol einen Fernbus, wie mehrere italienische Zeitungen am Montag berichteten.

Der Viadukt auf der Autobahn A6 in der Nähe von Savona (Ligurien) in Richtung Turin war am Sonntag nach heftigen Regenfällen auf einer Länge von 30 Metern eingestürzt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein Erdrutsch die Brückenpfeiler weggerissen. Tote oder Verletzte wurden nicht gemeldet.

Cassol sagte der Zeitung "La Repubblica", er sei mit seinem Wagen gerade fünf Minuten auf der Autobahn gewesen, als ihn ein anderer Autofahrer auf dem rechten Standstreifen warnte und anhalten ließ. Dann habe er das Desaster gesehen - und an den Bus gedacht, den er kurz zuvor überholt hatte. "Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig sehen können. Ich habe die Arme ausgebreitet, habe Zeichen gegeben, dass er anhalten soll, und es ist gut gegangen", sagte Cassol.

Im August 2018 waren beim Einsturz einer Autobahnbrücke im 50 Kilometer östlich gelegenen Genua 43 Menschen ums Leben gekommen. «Mir ist die Morandi-Brücke gleich in den Sinn gekommen. Aber es ist eine Sache, Fernsehen zu gucken, und eine andere, dem Tod ins Gesicht zu sehen», sagt Cassol der Zeitung.

+++ 25.11.2019: Alarmstufe Rot im Nordwesten Italiens! Erdrutsch zerstört Autobahnbrücke +++

Die Autobahn A6 war zwischen Savona und Altare in Richtung Turin unterbrochen, aus Sicherheitsgründen wurde laut Nachrichtenagentur Ansa auch die Gegenfahrbahn gesperrt. Die Einsturzstelle liegt unweit der Abzweigung der A6 von der Küstenautobahn A10. Die A6 führt durch bergiges Gelände.

Der Nordwesten Italiens wird seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Teilen Liguriens und Piemonts galt am Sonntag (24. November) noch die höchste Alarmstufe Rot, sie wurde in Ligurien aber am Nachmittag auf Gelb zurückgestuft. Viele Bewohner sind nach Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Ein Autobahnviadukt ist nach den heftigen Unwettern der vergangenen Tage in Norditalien eingestürzt.

Ein Autobahnviadukt ist nach den heftigen Unwettern der vergangenen Tage in Norditalien eingestürzt. Bild: dpa

+++ 25.11.2019: Unwetter fordern erste Todesopfer in Südfrankreich +++

In Südfrankreich waren Straßen gesperrt, zwischen der Ferienmetropole Nizza und der Hafenstadt Toulon fuhren zeitweilig keine Züge mehr. Innenminister Christophe Castaner besuchte am Sonntag das Krisengebiet und sicherte Betroffenen Unterstützung zu. Er bestätigte, dass zwei Menschen starben. "Wir sind noch auf der Suche nach vier weiteren Personen", sagte der Minister.

Die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes wurde in einem Auto in Cabasse im Département Var gefunden, berichteten der Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien. Der andere Tote wurde in dem Ort Le Muy nordwestlich der Riviera-Stadt Fréjus entdeckt. Dort war zuvor ein Mann nach dem Kentern eines Rettungsboots als vermisst gemeldet worden. Im Verwaltungsbezirk Var wurde im Ort Saint-Antonin-du-Var zudem ein 77 Jahre alter Mann vermisst. In dem Ort führt ein Fluss Hochwasser. Französische Medien berichteten auch von Verletzten.

+++ 25.11.2019: Neues Hochwasser in Venedig +++

In den nordwestitalienischen Regionen Ligurien und Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. In Ligurien waren nach Angaben der Regionalregierung 374 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 122 weitere seien in Sicherheit gebracht worden. Die Alarmstufe Rot galt am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels.

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde der Marathon abgesagt. Der Wasserstand des Po erreichte kritische Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Einer der drei Insassen werde noch vermisst, schrieb die Feuerwehr. Im Aostatal schnitten Lawinen rund 1.000 Bewohner ab, wie Ansa meldete.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, in dem 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen. Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet. Für den Abend wurde ein Hochwasserstand von 120 Zentimetern erwartet.

Schock-Aufnahmen aus Venedig: Der Nordwesten Italiens ist wieder von Regen und Überschwemmungen betroffen.

Schock-Aufnahmen aus Venedig: Der Nordwesten Italiens ist wieder von Regen und Überschwemmungen betroffen. Bild: dpa

+++ 25.11.2019: Herbststurm"Geryones" wütet in Griechenland! 2 Menschen sterben +++

Bei einem Herbststurm sind in Griechenland zweiMenschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich nach Berichten der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA umzwei Segler, deren Boot im kleinen Hafen von Antirio nahe der Hafenstadt Patras im Sturm kenterte.Weil nach zahlreichen Erdrutschen Geröll auf den Fahrbahnenlag, blieb die wichtige Ost-West-AutobahnAthen - Patras am Montagmorgen gesperrt. Die Aufräumarbeiten könnten mehrere Stunden dauern, sagte ein Sprecher der Polizei im Staatsfernsehen ERT. Auch einige Fährverbindungen wurden wegen starker Winde geschlossen, wie die Küstenwache mitteilte.Die Feuerwehr musste mehrmals ausrücken, um Menschen aus überschwemmten Häusern und aus steckengebliebenen Autos entlang der Küste von Kineta östlich von Athen zu befreien, wie der Zivilschutz mitteilte. Der Herbststurm "Geryones" soll nach Angaben des griechischen meteorologischen Amtes langsam ostwärts ziehen. Dabei bleiben die Temperaturen bei milden 20 Grad.

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sba/loc/news.de/dpa
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