05.11.2019, 10.07 Uhr

Mutter und Sohn verschwunden: Flucht vor Kindsvater und Haftstrafe? "Watt-Mutter" packt aus

Eine Mutter täuscht in Brunsbüttel ihren Selbstmord im Watt vor.

Eine Mutter täuscht in Brunsbüttel ihren Selbstmord im Watt vor. Bild: AdobeStock / jmimages

Tagelang hielt das mysteriöse Verschwinden einer 41-jährigen Mutter und ihrem Sohn (8) aus Brunsbüttel Norddeutschland in Atem. Zunächst gingen die Behörden von Selbstmord im Wattenmeer aus, doch dann gab es ein Lebenszeichen. Nun meldete sich die Mutter angeblich bei der "Bild"-Zeitung und packt über die Gründe ihrer Flucht aus.

Flucht vor Haftstrafe? "Watt-Mutter" meldet sich und spricht über Gründe des Verschwindens

Mehr als eine Woche nach ihrem Verschwinden gab es ein erstes Lebenszeichen. Wie die Polizei mitteilt, habe die Mutter ein neunminütiges Telefonat mit ihrer in Hessen lebenden Nichte geführt. Dabei habe sich die Vermisste laut der 18 Jahre alten Nichte über den Stand der polizeilichen Maßnahmen informiert, zu ihrem Aufenthaltsort aber keine Angaben gemacht. In dem Fall deutet vieles darauf hin, dass sich die Mutter wegen einer drohenden Haftstrafe gezielt mit ihrem achtjährigen Sohn abgesetzt habe.

"Ich bin in großer Sorge um meinen Sohn"

Angeblich soll sich die "Watt-Mutter" nun selbst bei der "Bild" gemeldet haben. "Ich habe nicht versucht mich vor der Haftstrafe zu befreien oder davonzulaufen, sondern ich möchte mein Kind beschützen", zitiert das Blatt aus einer angeblichen E-Mail der 41-Jährigen. Darin heißt es weiter, dass sie mit ihrer Flucht verhindern wolle, dass ihr Sohn in eine Pflegefamilie oder zu seinem Vater komme. "Ich bin in großer Sorge um meinen Sohn", zitiert die "Bild" den Vater des Achtjährigen.

Vollstreckungshaftbefehl! Polizei fahndet nach 41-Jähriger

Zwar hat die Polizei die Vermisstensuche eingestellt, dennoch suchen die Ermittler weiter nach der 41-Jährigen. Sie drücke sich mit ihrem Verschwinden nämlich vor eineinhalb Jahren Gefängnis wegen Computerbetrugs."Wir haben einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Die erforderlichen Fahndungsmaßnahmen zur Ergreifung der Gesuchten sind eingeleitet", zitiert die "Bild" einen Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau.

Zunächst war die Polizei nach dem Verschwinden von Mutter und Sohn von einem Suizid in der Elbmündung bei Brunsbüttel ausgegangen worden. Die Tochter hatte die Einsatzkräfte alarmiert. Daraufhin hatten Rettungskräfte eine großangelegte Suche im Watt gestartet. 

Laut einem Zeugen soll sie zuvor angekündigt haben, die Haftstrafe wegen mehrerer Betrugsdelikte nicht anzutreten. Dem Mann soll sie verschiedenen Hausrat verkauft sowie erklärt haben, sie wolle ihr Lebensumfeld verlassen und Familienangehörige in Spanien aufsuchen. Über die Familie hätten die Ermittler mittlerweile aber erfahren, dass die Frau keine Verwandten in Spanien hat. "Von daher ist der Aufenthaltsort wieder relativ offen", hieß es weiter. Recherchen über Interpol liefen weiter.

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bua/sba/news.de/dpa