11.09.2019, 17.24 Uhr

Missbrauch in Lügde im News-Ticker:  +++ 05.03.2019: Erneut Durchsuchungen nach vielfachem Kindesmissbrauch +++

Auf einem Campingplatz in Lüdge (NRW) wurden mindestens 34 Kinder jahrelang missbraucht.

Auf einem Campingplatz in Lüdge (NRW) wurden mindestens 34 Kinder jahrelang missbraucht. Bild: Friso Gentsch/dpa

Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold haben die Ermittler bei weiteren Durchsuchungen erneut Gegenstände gefunden. Insgesamt seien am Montag und Dienstag drei Objekte durchsucht worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Darunter sei eine Wohnung des 56 Jahre alten Hauptverdächtigen, in die der Mann auf Wunsch des Jugendamtes bald umziehen sollte. Zudem wurde ein weiterer Wohnwagen auf dem Campingplatz, auf dem sich der jahrelange Missbrauch abgespielt haben soll, durchsucht.

+++ 28.02.2019: Spurensuche zu Missbrauch auf Campingplatz in Lügde geht weiter +++

Ein Datenträger-Spürhund der Polizei hat die Suche nach Beweisen für einen massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen auf einem Campingplatz in Lügde fortgesetzt. "Es wird der Einsatz von gestern fortgeführt", sagte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es um Spurensicherung und Spurensuche. Der auf die Suche nach Datenträgern spezialisierte Diensthund komme wieder zum Einsatz. Der belgische Schäferhund "Artus" mit diesen speziellen Fähigkeiten wurde von der Justiz des Landes Sachsen ausgeliehen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Detmold und der Polizei Bielefeld vom Vortag hat "Artus" in der Behausung des Hauptbeschuldigten in einer Sesselritze einen USB-Stick gefunden. Die Ermittlungskommission habe am Mittwoch eine intensive und sehr kleinteilige Untersuchung der abgesperrten Tatorte durchgeführt und "schrittweise alle Gegenstände aus der vermüllten und chaotischen Behausung des Hauptbeschuldigten in einen Container" geräumt. Dabei wurden neben dem USB-Stick noch weitere Datenträger gefunden, hieß es am Mittwoch.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf einem Campingplatz im lippischen Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Ob es auch vor 2008 bereits Fälle gab, wird geprüft. Zuerst hat die Polizei des Kreises Lippe die Ermittlungen geführt. Sie stellte zahlreiche Datenträger mit Beweismaterial sicher. Nach Pannen hatte der NRW-Innenminister die Ermittlungen jedoch an die Polizei in Bielefeld übertragen.

Der Landrat des Kreises Lippe, Axel Lehmann (SPD), will in Detmold an diesem Donnerstag ein neues Führungsteam der Kreispolizeibehörde vorstellen. Es sei unbestritten, dass gravierende Fehler gemacht worden seien, hatte Lehmann in der vergangenen Woche erklärt, der auch die Kreispolizeibehörde Lippe leitet. Ein Sonderermittler und Mitarbeiter des Landeskriminalamtes untersuchen das Verschwinden von 155 Datenträgern in dem Fall in der Kreispolizeibehörde Lippe. Der Leiter der Direktion Kriminalität wurde von seiner Aufgabe entbunden.

Am Dienstag wurde eine weitere Konsequenz für die Kreispolizei bekannt: Auf Anweisung des NRW-Innenministeriums wird der Polizeidirektor an das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten versetzt. Den Posten übernimmt kommissarisch bis Mai des laufenden Jahres eine Beamtin aus dem Landeskriminalamt.

+++ 26.02.2019: Vierter Täter soll 15-Jährige vergewaltigt haben +++

Der Fall um den jahrelangen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde weitet sich weiter aus. Ein vierter Mann, ein Camper aus dem benachbarten Steinheim bei Detmold, wird verdächtigt, eine 15-Jährige im April 2018 vergewaltigt zu haben. Laut "Focus Online" wurden die Ermittlungen gegen den Mann allerdings eingestellt.

Bei dem 40-Jährigen handelt es sich um einen Dauercamper, der sich offenbar mit dem aktuell in U-Haft sitzendem Mario S. angefreundet haben soll."Er war immer dabei und hat mit den Kindern rumgetobt", erinnert sich Michaela Vandieken, die Mutter des Opfers. "Sie kann sich noch daran erinnern, wie der Täter sich auf sie legte und Mario zuschaute."Ihre Tochter sei viermal vernommen worden, doch die Ermittlungen verliefen im Sande.Oberstaatsanwalt Ralf Vetter bestätigt den Fall: "Es hat Ermittlungen dazu gegeben."

+++ 15.02.2019: Ermittler prüfen Verdacht der Datenlöschung +++

Im Fall des vielfachen Kindesmissbrauchs in Lügde wird auch gegen eine Person wegen des Verdachts der Datenlöschung ermittelt. Geprüft werde, ob diese Person für einen der drei Hauptverdächtigen Daten vernichtet hat und ob damit eine Bestrafung verhindert werden sollte, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Freitag auf Anfrage. Gegen den Verdächtigen führe man ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung.

Parallel dazu wird auch das Verhalten der Behörden untersucht. Die Staatsanwaltschaft in Detmold ermittelt gegen zwei Polizeibeamte, die nach Hinweisen im Jahr 2016 zwar die Jugendämter informierten, aber sonst nicht tätig geworden sein sollen. Außerdem wird bei mehreren Mitarbeitern der Jugendämter der Kreise Lippe und Hameln-Pyrmont geprüft, ob sie ihre Fürsorgepflicht verletzten.

+++ 14.02.2019: Kreis der Verdächtigen wird größer +++

Nach dem massenhaften sexuellen Missbrauch an Kindern auf einem Campingplatz in Lügde hat sich der Kreis der Verdächtigen auf sechs erweitert. Drei Männer sitzen bereits als Hauptverdächtige in Untersuchungshaft. Gegen einen weiteren Beschuldigten sei ein Verfahren wegen Verdachts der Strafvereitelung eingeleitet worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Nach dpa-Informationen steht die Person in dringendem Tatverdacht, Daten manipuliert zu haben.

Darüber hinaus liege derzeit gegen zwei weitere Personen ein Tatverdacht vor, sagte Reul. In diesen beiden Fällen geht es nach dpa-Informationen um Beihilfe, nicht um Mittäterschaft. Das Verfahren wegen Strafvereitelung richte sich zudem nicht gegen einen Amtsträger. Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie sitzen derzeit als Hauptverdächtige ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen in Untersuchungshaft. Bislang sind 31 minderjährige Opfer identifiziert.

+++ 01.02.2019: Zahl der Opfer steigt von 23 auf 29 +++

Die Zahl der bislang bekannten Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde ist von 23 auf 29 gestiegen. Das teilte die Bielefelder Polizei am Freitag mit. Nach der Pressekonferenz zu dem Fall am Mittwoch gab es nach Angaben der Ermittler Informationen auf mögliche neue Opfer. Die Auswertung führte dann zu weiteren Betroffenen. Weitere Details wie Altersangaben wollte die Polizei nicht nennen.

Die Ermittlungen hat am Donnerstag das Polizeipräsidium Bielefeld als übergeordnete Behörde übernommen. "Insbesondere die große Menge sichergestellter digitaler Daten macht es erforderlich, weitere Fachleute anderer Polizeibehörden aus NRW in die Bearbeitung einzubinden", teilte die Bielefelder Polizei mit. Die im Raum stehenden Vorwürfe auch gegen Behörden werden im Rahmen der neuen Ermittlungskommission, auch aus Neutralitätsgründen, gesondert bearbeitet, hieß es weiter.

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