09.09.2017, 17.43 Uhr

++ Hurrikan "Irma" aktuell im Live-Ticker ++:     +++ Samstag, 09.09.2017, 14.36 Uhr:Hurrikan "Irma" verliert etwas an Kraft - West-Florida wappnet sich +++

In Kuba sorgte

In Kuba sorgte "Irma" für Zerstörung. Bild: dpa

Der Hurrikan "Irma" hat bei seinem Zug über den Norden Kubas etwas an Kraft verloren. Der Tropensturm erreichte am Samstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Die Meteorologen warnten aber davor, dass der Hurrikan vor seinem Eintreffen auf der Inselgruppe der Florida Keys wieder an Stärke gewinnen könnte.

Nach den Vorhersagen könnte das Zentrum von "Irma" dort am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) an Land treffen. Nach den Modellen würde der Sturm dann später am Tag nach Westen abschwenken und die Westküste Floridas hinaufziehen. Von Fort Myers bis Tampa bereiteten sich die Menschen am Samstag auf das Eintreffen des Hurrikans vor. Es wurden Zwangsevakuierungen für niedrigliegende Gebiete angeordnet.

In Sarasota sollten alle Geschäfte ab dem Samstagmittag (Ortszeit) geschlossen bleiben. Die Einwohner der Küstenstadt wurden aufgefordert, sich mit dem Nötigsten einzudecken. In den meisten Geschäften und Baumärkten waren aber sämtliche Generatoren, Taschenlampen, Spanplatten und sogar Trinkwasser ausverkauft. Eine langjährige Einwohnerin sagte, dass sie schon mehrere Stürme miterlebt habe, aber zum ersten Mal große Angst habe. In der Innenstadt und auch an vielen Privathäusern wurden Fenster und Türen mit Brettern vernagelt.

In der Karibik hinterließ

In der Karibik hinterließ "Irma" eine Schneise der Zerstörung. Bild: Caribbean Buzz Helicopters/AP/dpa

Im weiter nördlich gelegenen Tampa sollte der internationale Flughafen am Samstagabend (Ortszeit) den Betrieb einstellen. Tampa liegt in einer Bucht des Golfs von Mexiko. In der Region münden mehrere Flüsse ins Meer, das macht sie noch anfälliger für Überschwemmungen. Experten gehen davon aus, dass die Stadt und die umliegenden Bezirke schlecht gerüstet sind für einen Hurrikan.

+++ Samstag, 09.09.2017, 10.34 Uhr: Hurrikan "José" bedroht Kleine Antillen +++

Nach den schweren Verwüstungen durch Hurrikan "Irma" bedroht nun der Wirbelsturm "José" Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik. "José", ein Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier, nähere sich den Inseln Antigua und Barbuda, warnte der Wetterdienst des Inselstaats in der Nacht zum Samstag (Ortszeit). Der Sturm befinde sich derzeit etwa 200 Kilometer östlich der Inseln. Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometer in der Stunde wurden gemessen.

"Irma" zerstörte nach Angaben der Regierung etwa 90 Prozent von Barbuda und machte die Insel praktisch unbewohnbar. Die Bevölkerung von weniger als 2000 Menschen wurde vor dem Eintreffen von "José" auf die Nachbarinsel Antigua in Sicherheit gebracht.

Im weiteren Weg des Sturms liegen die französischen Überseegebiete Saint-Bartélémy und Saint-Martin, wie die französische Wetterwarte mitteilte. Dort starben durch "Irma" mindestens elf Menschen. Der nördliche Inselteil Saint-Martin gehört zu Frankreich, der südliche - Sint Maarten - zu den Niederlanden.

+++ Samstag, 09.09.2017, 09.29 Uhr: "Irma" trifft in Kuba auf Land - Schon Auswirkungen auf Florida Keys +++

Das Zentrum von Hurrikan "Irma" ist über den zu Kuba gehörenden Camagüey-Archipel gezogen. Dies bestätigte das US-Hurrikanzentrum in Miami am Samstagmorgen (Ortszeit). Das Archipel liegt vor der Nordküste Kubas. Eine Wetterstation auf den Inseln maß Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern in der Stunde, bevor sie vom Hurrikan zerstört wurde, meldete die kubanische Wetterwarte.

Tausende Menschen wurden in Notunterkünfte in Schulen gebracht. Die kubanische Regierung rief eine Hurrikan-Warnung für die Provinzen Matanzas, Camagüey, Ciego de Ávila, Sancti Spiritus und Villa Clara aus. Berichte über Schäden oder Opfer lagen noch nicht vor.

"Irma" gewann wieder an Stärke und zog als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf in Richtung des US-Staates Florida. Nach Angaben der Wetterwarte auf Key West, dem südwestlichsten Teil der Inselkette der Florida Keys, waren dort am Samstagmorgen bereits die ersten Auswirkungen des Sturms spürbar. Die Meteorologen warnten vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Windböen.

+++ Samstag, 09.09.2017, 09.20 Uhr: Experten: "Irma" könnte Sprit verteuern und US-Wirtschaft treffen +++

Hurrikan "Irma" könnte nach seinem Vorgänger "Harvey" die Spritpreise weiter nach oben treiben und die Wirtschaft im US-Bundesstaat Florida schwer treffen. Dies schätzen Experten des internationalen Analyse- und Beratungsunternehmens Capital Economics. Selbst wenn «Irma» wohl nicht ins ölreiche Texas zieht, sondern am Wochenende weiter östlich auf Land trifft, dürfte der Effekt auf die Ölpreise merklich sein, warnten die Analysten: "Da bis zu 10 Prozent der Kapazitäten in den Raffinerien am Golf noch außer Betrieb sind, wird 'Irma' mehr Aufwärtsdruck auf die Benzinpreise ausüben."

In Texas hatten die enormen Windstärken und Regenmassen von Hurrikan "Harvey" erst kürzlich Chaos angerichtet. In der dortigen Ölindustrie wurden viele Förder- und Logistikanlagen beschädigt oder mussten ihren Betrieb unterbrechen, im Golf von Mexiko waren Raffinerien zu Stilllegungen gezwungen. Die Lage entspannte sich danach ein wenig, die Benzinpreise fielen wieder leicht. Durch die Ankunft von "Irma" könnten Ölprodukte nun wegen der insgesamt verringerten Produktion aber wieder teurer werden, der Sturm wird am Markt genau beobachtet. Am Freitag hatten auch die Rohölpreise zunächst weiter zugelegt.

Hurrikan "Irma": Bereits 20 Tote in Karibik

"Irma" ist einer der stärksten Stürme, die jemals in der Region gemessen wurden. In der Karibik kostete er nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben.

Das Zentrum des Hurrikans sollte am Sonntagmorgen (Ortszeit) die Inselgruppe der Florida Keys auf Höhe von Marathon erreichen. Nach jüngsten Vorhersagen könnte er dort mit Windstärken von bis zu 257 Kilometern pro Stunde an Land treffen. "Nirgends auf den Florida Keys wird es sicher sein", schrieb der Nationale Wetterdienst im Kurznachrichtendienst Twitter. Noch hätten die Menschen Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Die Inselkette hat rund 70.000 Einwohner.

Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, gilt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Am Freitaghatte "Irma" laut US-Meteorologen die Größe von Texas. Nach den Vorhersagen könnte der Sturm in Richtung der Westküste Floridas abschwenken und nicht direkt über die Metropolregion Miami hinwegziehen. Dennoch warnten Meteorologen an beiden Küsten der Halbinsel vor orkanartigen Winden und meterhohen Sturmfluten.

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