27.05.2017, 08.01 Uhr

Streisand-Effekt: Atze Schröder und Co.: Weitere Beispiele für den Streisand-Effekt

Durch den Streisand-Effekt offenbaren Promis ihre intimsten Geheimnisse.

Durch den Streisand-Effekt offenbaren Promis ihre intimsten Geheimnisse. Bild: Bits and Splits/fotolia

In der Folge kam es zu weiteren Vorfällen, die dem Muster des Streisand-Effekts entsprachen. Auch hier versuchten Personen oder Organisationen, Informationen gezielt zu unterdrücken. Doch auch sie machten die Rechnung ohne die Internet-Nutzer. Nachfolgend einige der interessantesten Fälle.

Scientology möchte Werbevideo mit Tom Cruise entfernen

Mit Action-Krachern wie "Top Gun" oder der "Mission Impossible"-Reihe machte sich Tom Cruise einen Namen in Hollywood. Um die Jahrtausendwende sorgte der Schauspieler allerdings aufgrund seiner Mitgliedschaft bei Scientology für Aufsehen. Anfang 2008 tauchte ein Interview mit Cruise auf YouTube auf, in dem er wortreich von der Pseudo-Religion schwärmte. Scientology setzte im Nachgang alles daran, damit das Video aus dem Netz verschwindet. Doch auch hier trat das genaue Gegenteil ein. Der Film wurde tausendfach neu hochgeladen. Zudem gründete sich daraufhin die Protestbewegung "Project Chanology", die aktiv gegen Scientology vorging. Damit hatten die Anhänger von L. Ron Hubbard vermutlich nicht gerechnet.

Atze Schröder scheitert mit Klage wegen Klarnamens

Auch der Comedian Atze Schröder legt Wert auf seine Privatsphäre. Im Jahr 2006 ging er unter anderem gerichtlich gegen den "Weser-Kurier" vor. Das Blatt hatte in einem Artikel Schröders echten Namen genannt - für den Komiker ein No-Go. Blöd nur, dass sich vorher kaum jemand für seinen Klarnamen interessierte. Erst durch den Prozess wurde die Öffentlichkeit neugierig. In der Folge tauchte sein richtiger Name in Verbindung mit seinem Pseudonym auf zahlreichen Internetseiten auf.

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Jan Böhmermanns "Schmähkritik" gegen Erdogan erfährt nach Prozess ein Revival

Im vergangenen Jahr sorgte in Deutschland die Böhmermann-Affäre für Aufsehen. Wir erinnern uns: Nachdem die Satire-Sendung "extra 3" im März 2016 einen ironischen Song über den türkischen Präsidenten Erdogan veröffentlichte, bestellte dieser den deutschen Botschafter ein. Dies führte dazu, dass sich auch das "Neo Magazin Royale" dem Thema annahm. Während einer Sendung verlas Moderator Jan Böhmermann ein Gedicht über Erdogan, in dem er das türkische Staatsoberhaupt massiv beleidigte. Böhmermann berief sich auf die Kunstfreiheit und wollte mit seiner "Schmähkritik" deutlich machen, welche Aussagen als ehrverletztend gelten können.

Das löste eine neue Krise zwischen Deutschland und der Türkei aus. Im anschließenden Prozess bekam Erdogan zwar Recht - fast Dreiviertel des Schmähgedichtes wurde verboten. Allerdings wurde das Gedicht im Anhang des Urteils im Volltext veröffentlicht. Und obwohl der Text schon im Vorfeld eine gehörige Resonanz erfuhr, verbreitete sich der Inhalt nach dem Prozess auch noch im Originaltext wie ein Lauffeuer.

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jat/gea/news.de
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