10.06.2016, 08.27 Uhr

Er tötete Tausende für Pablo Escobar!: Nach mehr als 3.000 Morden! Auftragskiller wird zum Youtube-Star

Velásquez auf seinem Youtube-Kanal.

Velásquez auf seinem Youtube-Kanal. Bild: Youtube/POPEYE_Arrepentido/Screenshot

Seit mittlerweile neun Monaten betreibt John Jairo Velásquez, Spitzname "Popeye", laut "Bild"-Informationen den Kanal "Popeye Arrepentido" (deutsch: der reumütige Popeye) auf der Video-Plattform Youtube. Der Inhalt seiner Aufnahmen: Gespräche über die aktuelle politische Lage und Geschichten aus seinem Leben. Einem Leben als Auftragskiller.

John Jairo Velásquez tötete 3.000 Menschen: "Irgendwann hört man auf zu zählen"

"Mindestens 250, vielleicht 300" Menschen brachte Velásquez nach eigenen Schätzungen zwischen 1985 und 1992 um. Circa 3.000 weitere Morde soll er befohlen haben. Sein Kommentar dazu gegenüber der Nachrichtenagentur "AFP": "Irgendwann hört man auf zu zählen."

Velásquez war Mitglied des von Pablo Escobar gegründeten Medellín-Kartells. Er gilt als Drahtzieher des 1989 verübten Anschlags auf ein Passagier-Flugzeug der kolumbianischen Airline „Avianca", bei dem alle 107 Insassen durch eine an Bord geschmuggelte Bombe ums Leben kamen. In der Hochzeit des Medellin-Kartells soll ihn "Kokain-König" Escobar mit einer Million Dollar pro aufsehenerregenden Mord belohnt haben.

Auftragskiller wird Youtube-Star: "Ein Schlag ins Gesicht für die Opfer"

1992 landete Velásquez hinter Gittern, bekam 30 Jahre aufgebrummt. "22 Jahre später wurde er wegen guter Führung aus dem Knast entlassen – sieben Jahre vor dem eigentlichen Haft-Ende", so "Bild". Mit seinem Youtube-Kanal möchte er laut eigenen Aussagen nun junge Menschen warnen. Zudem hoffe er, mit dem Einnahmen über die Runden zu kommen. "Es wäre sauberes Geld, das mit ehrlicher Arbeit verdient wurde."

Die neue Karriere des Auftragskillers stößt jedoch nicht allseitig auf Verständnis. "Er hat uns gegenüber keine Reue gezeigt. Es ist ein Schlag ins Gesicht für die Opfer, wenn er sich jetzt als Experte und Ratgeber aufspielt", meint beispielsweise der Vater von Gonzálo Rojas, einem der Opfer des Flugzeug-Attentats. Für ihn ist der Youtube-Kanal eine Beleidigung.

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mie/saw/news.de