13.04.2016, 13.34 Uhr

Interview mit Baroness' John Dyer Baizley: Interview mit John Dyer Baizley: "Wen wirst du wählen?"

Baroness (v.l.): Peter Adams (Gitarre, Gesang), John Dyer Baizley (Gitarre, Gesang), Sebastian Thomson (Schlagzeug) und Nick Jost (Bass, Keyboard).

Baroness (v.l.): Peter Adams (Gitarre, Gesang), John Dyer Baizley (Gitarre, Gesang), Sebastian Thomson (Schlagzeug) und Nick Jost (Bass, Keyboard). Bild: Daniela C. Düßler/Promotionwerft

Wen wirst du wählen?

Ich sage dir, wen ich nicht wählen werde. Und ich sage dir, dass wir, meiner Meinung nach, derzeit keine gute Wahl haben. Wir haben viele schlechte Entscheidungen – und einen unwahrscheinlichen Anwärter. Also gibt es für mich und Leute wie mich letztendlich nur die Möglichkeit, zwischen zwei ziemlich ähnlichen Extremen zu wählen. Wir entscheiden uns entweder für vollkommen verrückt oder den kapitalistischen Hungertod. Und das ist natürlich schade, denn ich unterstütze keines von beiden.

Vollkommen verrückt wäre in dem Fall Donald Trump?

Ganz genau, ja.

Und der kapitalistische Hungertod?

Wäre Hillary Clinton.

Also keinen von beiden?

Na, ich wähle auf keinen Fall Donald Trump. Du könntest mir eine Waffe an den Kopf halten und ich würde es nicht tun.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Bild: dpa

Und dennoch kann man Donald Trump den Erfolg nicht streitig machen.

Ja, ich meine, er ist erfolgreich seit ich ein Kind war. Aber du weißt doch genauso gut wie ich, dass Erfolg meist ziemlich wenig mit Ethik und Moral zu tun hat.

Worauf glaubst du denn, basiert sein Erfolg?

Er ist einfach sehr ehrgeizig. Ich weiß nicht, ob "wahnsinnig" das richtige Wort ist, aber soziopathisch trifft es schon ganz gut. Und natürlich macht er sich keine Gedanken über den kleinen Mann oder den Arbeiter. In der Welt von Donald Trump geht es nur um Donald Trump.

Und dennoch wählt der kleine Mann oder der Arbeiter ihn.

Wir wissen doch, wie das in Amerika läuft: Wenn du genug Geld und Unterhaltung in deine Kampagne steckst, kommst du damit schon mal ziemlich weit.

Die Kandidatin der Demokraten: Hillary Clinton.

Die Kandidatin der Demokraten: Hillary Clinton. Bild: dpa

Es geht also nur um Unterhaltung und nicht um Politik?

Ich kann es mir zumindest nicht anders Vorstellung, denn es macht buchstäblich keinen Sinn und nicht einmal die Partei steht hinter Donald Trump. Ich glaube, die haben momentan sogar eher Angst. Aber er hat eben Geld und Macht und Unterhaltungswert und manchmal genügt das schon in Amerika. Das ist die traurige Wahrheit. Ich würde nicht sagen, dass wir unter Barack Obama gelitten haben, aber wir haben nun mal nicht das bekommen, was uns versprochen wurde. Ich schätze, wir haben damals alle geglaubt, dass dies die Zeit für einige fundamentale Veränderungen wäre, aber dazu ist es eben nicht gekommen.

Aber ist das nicht, worüber Bernie Sanders gerade spricht?

Ja, aber ich frage mich, inwiefern Bernie Sanders ein realistischer Anwärter ist. Weißt du, das Ganze ist schon etwas beängstigend. Wir lassen uns gern weismachen, dass wir in einer Demokratie leben, dabei ist dem gar nicht so – weder praktisch, noch auf dem Papier, noch in der Theorie. Letztendlich können wir als Bürger nur zwischen den beiden Menschen entscheiden, die da vor uns emporgehoben werden. Natürlich hoffe ich, dass jemand wie Bernie Sanders einen legitimen Kandidaten abgibt, aber ich bezweifle es. Es ist im Moment einfach nicht vorstellbar.

Baroness.

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